Aktuelles Archiv
22.2.2010
Schlechtes Klima für Weltklimarat
Deutsche Klimaforscher fordern nach Pannen im Weltklimarat (IPCC) den Rücktritt des Chefs Rajendra Pachauri, meldet dpa. Der Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie, Prof. Hartmut Graßl, sagte nach Informationen der Agentur im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau diese Woche, Pachauri solle reinen Tisch machen und die Leitung des wichtigen Gremiums in andere Hände geben. Der Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht, Hans von Storch, nannte den IPCC-Chef eine Belastung für den Klimarat, da er offenbar Schlampereien bei den Kontrollen des UN-Klimaberichts von 2007 zugelassen habe.Graßl und Storch stehen in einer Reihe mit internationalen Klimaforschern, die dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Fehler und Interessensverquickungen vorwerfen. Augenfälligster Fehler im vierten Weltklimabericht war die Prognose, dass die Himalaya-Gletscher bis 2035 verschwunden sein könnten. Wissenschaftler sehen eher das Jahr 2350 als realistisch an. «Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen», hatte dazu Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bereits im Januar gesagt. Für Irritationen hatte auch die Veröffentlichung kritischer interner E-Mails gesorgt. Außerdem werfen Kritiker Pachauri Interessensverquickungen vor, weil er weiterhin als Leiter eines Forschungsinstituts tätig ist.
Von Storch hatte kürzlich eine Reform des IPCC vorgeschlagen. So müsse die Praxis beendet werden, dass Forscher als Leitautoren vor allem «Publikationen von sich selbst und ihren Freunden bewerten». Interessen von Unternehmen und Umweltverbänden müssen strikt herausgehalten werden. Außerdem solle es ein unabhängiges Beratungsgremium geben, das nicht an der Erarbeitung der IPCC-Berichte mitwirkt, sondern den Umgang mit Interessenkonflikten und Fehlern regelt. Wichtigen Leitautoren müssen regelmäßig wechseln, forderte von Storch. Der Weltklimarat solle stärker auf Kritik eingehen. Als letzten Punkt fordert der Professor eine strikte Trennung von wissenschaftlicher Arbeit und politischen Funktionen.
Nach von Storchs Ansicht ist der erste Teil des mehr als 3.000 Seiten umfassenden Berichts, der die Datenbasis zum Klimawandel umfasst, von hervorragender Qualität. Der zweite Teil, der die Folgen des Klimawandels beschreibe, weise dagegen Schwächen auf. Der Meteorologe sagte in der «Frankfurter Rundschau» voraus, dass weitere Fehler auftauchen werden.
Graßl äußerte die Sorge, dass Politiker wegen des beschädigten Ansehens des IPCC die berechtigten Warnungen vor den Folgen des Klimawandels nicht mehr ernst genug nehmen. Das Faktum des menschengemachten Klimawandels steht für Graßl und von Storch außer Zweifel. «Doch wenn Pachauri im Amt bleibt, bekommen wir eine Hängepartie, die dem Klimarat schadet», sagte Graßl der Zeitung.
22.2.2010
Grüne wollen der weiteren Privatisierung von Gewässern Riegel vorschieben
Mit einem Gesetzentwurf zur Regelung der Privatisierung von bundeseigenen oberirdischen Gewässern will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen den Verkauf dieser Gewässer beenden. Lediglich eine Übertragung der Seen an die Bundesländer sowie an Umweltstiftungen oder Umweltvereinigungen ”zu Zwecken des Naturschutzes und zur Vermeidung weiterer Privatisierungen“ solle noch möglich sein, schreiben die Abgeordneten in dem Entwurf.In der Begründung heißt es, besonders in Ostdeutschland würden viele Gewässer derzeit zum Verkauf stehen. Dem weiteren Verkauf müsse jedoch Einhalt geboten werden, da die Privatisierung die Nutzung der Seen zur Naherholung und zum Naturtourismus gefährden könne. Außerdem könne die ökologische Funktion der Gewässer in Gefahr geraten.
Daher müsse es für stehende bundeseigene Oberflächengewässer ein grundsätzliches Verkaufsverbot geben. Da sich die Seen im Eigentum des Bundes befinden würden, stehe dem Haushaltsgesetzgeber als ”Herr des Budgets“ die Dispositionsfreiheit über die Gewässer zu. Daher könne der Bund auch vorsehen, dass die Gewässer in seinem Eigentum bleiben. Eine Übertragung an die Länder oder an Umweltstiftungen solle jedoch als Ausnahme möglich werden.
Dabei müssten jedoch Voraussetzungen erfüllt werden: So dürfe das übertragene Gewässer nur zu Naturschutzzwecken verwendet werden. Und es müsse außerdem sichergestellt werden, dass keine Weiterveräußerung erfolge. Auch eine Vermietung oder Verpachtung der Gewässer soll ausgeschlossen sein.
22.2.2010
VKS im VKU: Nicht mehr Wettbewerb durch Umsatzsteuer für kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe
„Eine Umsatzsteuerpflicht für kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe wird in einigen Regionen zu Gebührenerhöhungen führen, ohne dass der Bürger einen Nutzen daraus zieht“, kommentiert Dr. Rüdiger Siechau, Vorstandsvorsitzender des VKS im VKU, die jüngsten Verlautbarungen des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE).„Die Argumentation des BDE soll implizieren, dass durch die gleiche Besteuerung privater und kommunaler Unternehmen eine Wettbewerbssituation entsteht, die zwangsläufig zu verbilligten Preisen für den Verbraucher führt. Das ist aber nicht der Fall“, so Siechau weiter.
Rüdiger Siechau fügt hinzu: „Die Kommunen haben sich über die Jahrzehnte eine effiziente und ökologische Infrastruktur zur Erfassung des Hausmülls aufgebaut. Im Rahmen der Daseinsvorsorge holen sie den Müll beim Bürger ab – zuverlässig und flächendeckend. Einige Kommunen regeln das in Eigenregie, andere haben GmbH gegründet (und zahlen somit schon eine Umsatzsteuer) und wieder andere haben die Erfassung an private Subunternehmer weiter gegeben. Jedoch führt in keiner der drei Organisationsformen eine Umsatzsteuerpflicht zu mehr Wettbewerb – und damit auch nicht zu den vom BDE einkalkulierten Kostensenkungen.“
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat laut VKS im VKU bereits im Jahr 2006 festgestellt, dass die Frage, ob die Entsorgung privat oder kommunal erbracht wird, nicht über die Höhe der Gebühren entscheidet – und das obwohl viele kommunale Betriebe aufgrund ihrer Organisationsform bereits umsatzsteuerpflichtig sind. Die vom BDE offensichtlich befürchtete Rekommunalisierungswelle werde sich daher nicht an der Mehrwertsteuer entscheiden.
„Der VKS im VKU lehnt die Vorstöße des BDE ab. Nicht weil die kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe den Wettbewerb scheuen, sondern weil sie nichts anderes als eine Steuererhöhung für die Bürger bedeuten“, bilanziert Siechau.
22.2.2010
2009: Sieben Prozent niedrigerer CO2-Ausstoß im Autoverkehr
Eine Untersuchung der Kfz-Zulassungen zeigt, dass die Umweltprämie des Jahres 2009 Potenziale für weitere CO2-Einsparungen im Autoverkehr mit sich gebracht hat. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass Politik, Wirtschaft und Verbraucher noch mehr tun können, um einen Beitrag zur CO2-Reduktion im Straßenverkehr zu leisten. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Centrums für Evaluation (CEval) der Universität des Saarlandes. In der Studie wurden die Kfz-Zulassungen der Jahre 2008 und 2009 untersucht. Entstanden ist die Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.Der Vergleich der in den Monaten Januar bis Juli der Jahre 2008 und 2009 neu zugelassenen Autos zeigt, dass neben einem längerfristigen Trend zum Kauf kleinerer Autos insbesondere die Sondereinflüsse Wirtschaftskrise und die Abwrackprämie dazu geführt haben, dass die durchschnittliche CO2-Emission um 7 % gesunken ist.
Ein vertiefter Blick auf die Pkw-Klassen, die von der Abwrackprämie am meisten profitiert haben, macht allerdings deutlich, welches Potenzial an CO2-Ersparnis der technische Fortschritt darüber hinaus ermöglicht hätte. Während der Verkehrsclub Deutschland beispielsweise für die Kompaktklasse einen CO2-Ausstoß von maximal 120 g/km empfiehlt, lagen im Jahr 2009 78 % der im untersuchten Zeitraum zugelassenen Kompaktwagen deutlich über diesem Grenzwert. Dies bedeutet einerseits, dass Politik und Wirtschaft mehr tun sollten, um den Absatz besonders umweltfreundlicher Pkw zu forcieren. Dazu gehört neben der Steuer- und Förderpolitik auch die Information der Verbraucher in Werbung und Verkauf. Andererseits sind auch die Verbraucher aufgerufen, ihrem in aktuellen Umfragen geäußerten Klimabewusstsein Taten folgen zu lassen. So wird beispielsweise die Menge CO2, die bei der Herstellung eines Kompaktwagens freigesetzt wird, bei einer jährlichen Fahrleistung von 5.000 km über die Lebensdauer des Wagens verdoppelt, bei 15.000 km Laufleistung pro Jahr aber bereits verfünffacht.
22.2.2010
DSD begrüßt LAGA-Mitteilung zur Umsetzung der Verpackungsverordnung
Die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) begrüßt die Mitteilung 37 (M 37) der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), die gestern veröffentlicht wurde. „Das Dokument bedeutet eine wichtige Handlungsanleitung sowohl für die durch die Verpackungsverordnung verpflichteten Unternehmen als auch für die dualen Systeme“, erklärt Stefan Schreiter, Vorsitzender der DSD-Geschäftsführung. „Damit hat die LAGA für alle Marktteilnehmer klargestellt, wie sie Verpackungsmengen rechtssicher den verschiedenen Segmenten duales System, Branchenlösung, Transportverpackung etc. zuweisen.“Die M 37, die von der Umweltministerkonferenz einstimmig beschlossen wurde, gibt Hinweise, wie die Regelungen der Verpackungsverordnung in der Praxis umzusetzen sind. Beispiel Branchenlösungen: Hier war teilweise umstritten, ob pfandfreie Einweggetränkeverpackungen wie Getränkekartons immer bei dualen Systemen beteiligt werden müssen oder auch über so genannte Branchenlösungen und damit deutlich billiger abgerechnet werden können. Die M 37 präzisiert eindeutig, dass pfandfreie Einweggetränkeverpackungen in Branchenlösungen nicht zulässig sind – dies bestätigt die Haltung des Verordnungsgebers.
Eine weitere umstrittene Regelung der novellierten Verpackungsverordnung betrifft die Eigenrücknahme am Ort der Abgabe: Danach dürfen Händler die von ihnen in Verkehr gebrachten und an private Endverbraucher abgegebenen Verkaufsverpackungen am Ort der tatsächlichen Abgabe, also am Point of Sale (PoS), zurücknehmen und die für die Systembeteiligung an ein duales System geleisteten Entgelte zurückverlangen.
Die LAGA legt in ihrer Mitteilung unmissverständlich dar, dass diese Verpackungen zunächst bei einem dualen System angemeldet werden müssen und nicht von vorneherein bei der Anmeldung abgezogen werden können. „Damit müssen auch diese Mengen in die Clearingstelle der dualen Systeme einfließen“, betont DSD-Vertriebsgeschäftsführer Michael Wiener. „Die Klarstellung der LAGA trägt dazu bei, das haushaltsnahe System für Verpackungsrecycling weiter zu stabilisieren und Marktverzerrungen zu vermeiden.“
Wiener appelliert gleichzeitig an die verpflichtete Wirtschaft, die LAGA-Mitteilung in konkrete Spielregeln umzusetzen: „Natürlich kann hier nicht jeder Einzelfall im Voraus geregelt werden. Hier ist die Wirtschaft gefordert, vernünftige Maßnahmen zur Selbstregulierung zu treffen. Wir wollen unseren Kunden pragmatische und sichere Grundlagen für die Umsetzung der Verpackungsverordnung liefern und haben daher die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) mit diversen Studien insbesondere zu Abgrenzungsfragen beauftragt.“
22.2.2010
Bundesumweltministerium sucht Nachhaltigkeitsdialog
Mit dem Internet-Portal www.mitreden-u.de lädt das Bundesumweltministerium Bürgerinnen und Bürger zu einem Umweltdialog zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ein. Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, hat das Portal diese Woche mit einer Videobotschaft eröffnet.„Uns interessiert, welches Umweltthema aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger mehr Aufmerksamkeit benötigt und wo sie großen Handlungsbedarf sehen. Wir sind überzeugt: Wer mitgestalten und mitreden kann, der ist gern bereit, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, so Reiche.
Bis zum 17. März 2010 können Bürgerinnen und Bürger eigene Beiträge einstellen, Vorschläge anderer Teilnehmer kommentieren und bewerten. Mit „Mitreden-U: Umweltdialog zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ geht das Bundesumweltministerium neue Wege in der Bürgerbeteiligung.
Erstmals sind die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger im Internet zu lesen und können hier diskutiert und bewertet werden. Anschließend werden die Beiträge durch das Ministerium ausgewertet.
Zu drei der wichtigsten Themen werden bis zum Sommer ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit Vertretern von Verbänden und Vertretern des Umweltministeriums diskutieren. Die Ergebnisse sollen in die Diskussion um die Themensetzung des Fortschrittsbericht 2012 zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eingebracht werden.
Durch „Mitreden-U“ werden Bürgerinnen und Bürger erstmals frühzeitig im Dialog miteinander sowie mit dem Ministerium an der Gestaltung der deutschen Nachhaltigkeitspolitik beteiligt.
22.2.2010
Rücktritt des UN-Klimachef
UN-Klimachef Yvo de Boer hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Das bestätigte das UN-Klimasekretariat in Bonn der Agentur dpa. Der 55-jährige Niederländer stand seit September 2006 an der Spitze des Klimasekretariats und spielte eine Schlüsselrolle bei den globalen Klimaschutz-Verhandlungen.Er werde zum 1. Juli dieses Jahres sein Amt als Exekutivsekretär der UN-Klimarahmenkonvention aufgeben, erklärte de Boer. Er will nach eigenen Angaben zum privaten Beratungsunternehmen KPMG wechseln.
Mit zu seiner Entscheidung dürfte auch das Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen beigetragen haben. Yvo de Boer hatte im Vorfeld auf ein substanzielles Ergebnis gedrängt und immer wieder vor den verheerenden Folgen der fortschreitenden Erderwärmung gewarnt.
12.2.2010
Umweltorganisationen geben Regierung nach 100 Tagen schlechtes Umweltzeugnis
Nach Ansicht der fünf großen deutschen Umweltorganisationen BUND, DNR, Greenpeace, NABU und WWF hat die neue Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel in ihren ersten 100 Tagen die Umweltpolitik spürbar vernachlässigt: Während sich das Umweltministerium bemühe, seinen Aufgaben gerecht zu werden, spiele das Thema Umwelt bei der schwarz-gelben Bundesregierung insgesamt kaum eine Rolle. Vor allem in der Energie- und Klimapolitik, aber auch beim Schutz der biologischen Vielfalt sei weder eine gemeinsame Linie noch ein ressortübergreifendes Engagement aller Ministerien zu erkennen. Ein Umbau der Wirtschafts- und Finanzpolitik sei dringend notwendig, um die ökologische Krise abzuwenden. Die einzelnen Ministerien für Umwelt, Wirtschaft, Agrar, Entwicklung, Verkehr und Forschung betrieben häufig eine gegensätzliche Politik in Sachen Umwelt. Die Umweltverbände appellierten an Merkel, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in allen Ressorts als Priorität zu verankern.Ein völliges Versagen attestierte DNR-Präsident Hubert Weinzierl der schwarz-gelben Bundesregierung bei der zentralen Herausforderung, die Wirtschafts- und Finanzkrise und die ökologische Krise gemeinsam zu bewältigen. „Es ist schon erstaunlich, dass die neue Bundesregierung ausgerechnet bei ihrer angeblichen Kernkompetenz, der Wirtschafts- und Finanzpolitik, so kläglich scheitert. Alte Fehler werden einfach fortgeschrieben. Klassisches Beispiel ist das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Anstatt mit diesem weitgehend wirkungslosen Gesetz der Hotelbranche eine Milliarde Euro an Steuerreduzierung zu gewähren, hätte die Regierung den verringerten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent befristet für zukunftsweisende Sektoren wie den ökologischen Landbau, der viele Vorteile beim Klimaschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt aufweist, gewähren können", sagte Weinzierl. Die Bundesregierung habe die drängenden Fragen, wie alle diese Ausgaben gedeckt werden können, nicht beantwortet. Bei einem Gesamtschuldenstand des Staates von 1,6 Billionen Euro, einer Neuverschuldung allein des Bundes für 2010 von über 86 Milliarden Euro und in den nächsten vier Jahren von über 262 Milliarden Euro müsse das Steuer- und Abgabensystem nachhaltig umgestaltet werden. Nach Auffassung des DNR seien strenge Vorschriften zur Eindämmung des Einflusses der Banken ebenso erforderlich wie die Einführung einer Börsenumsatzsteuer. Ein geringer Steuersatz von 0,1 Prozent erbringe dort ein Steueraufkommen von mehr als 35 Milliarden Euro. Auf der anderen Seite könnten nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes aus dem Jahre 2006 die Ausgaben durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen in Höhe von 42 Milliarden Euro spürbar verringert werden.
Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagte: „Wie in anderen Politikfeldern wird deutlich, dass die Bundesregierung auch im Umweltbereich einen Zick-Zack-Kurs fährt. Es gibt viele Ankündigungen und Versprechen, der notwendige ökologische Umbau der Wirtschaft aber wird auf die lange Bank geschoben. Besonders sichtbar ist dies im Agrarsektor, wo mit milliardenschweren Subventionen die Überproduktion und der Export von Milch und Fleisch gefördert werden. Diese Politik macht vielen bäuerlichen Betrieben den Garaus, der Milchpreis ist im Keller und die Bauern protestieren zu Recht. Unverantwortlich ist auch, dass Schwarz-Gelb den Anbau der Genkartoffel Amflora unterstützt.“
NABU-Präsident Olaf Tschimpke forderte die Regierung auf, die im Koalitionsvertrag versprochenen Bundesprogramme für biologische Vielfalt und Wiedervernetzung der Landschaft hochwertig, finanzstark und schnell umzusetzen. „Diese Programme müssen sich im Haushalt des Bundesumweltministeriums wiederfinden. Im Internationalen Jahr der Biodiversität brauchen wir eine spürbare Trendwende für Natur und Arten", sagte Tschimpke. „Hier ist die Bundesregierung gefordert. Speziell die Kanzlerin und das Finanzministerium müssen den schönen Worten nun Taten und Gelder folgen lassen", so Tschimpke weiter. Zudem müsse das Agrarministerium Mittel für Naturschutz- und Klimaschutzmaßnahmen umwidmen. Zuletzt habe die Grüne Woche wieder gezeigt, dass Deutschland auch von einer Klimaschutzwende in der Landwirtschaft noch weit entfernt sei. Außer Lippenbekenntnissen soll es keine verbindlichen Ziele und Maßnahmen geben. „Dabei trägt die Zerstörung von Mooren und Grünland sowohl zum Verlust der biologischen Vielfalt als auch zu rund 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen durch die Landwirtschaft bei", kritisierte Tschimpke.
Für Greenpeace gibt die Bundesregierung beim Thema Atomkraft nach 100 Tagen ein konfuses Bild ab. „Umweltminister Röttgen bezeichnet den Atomausstieg als unumkehrbar, während Wirtschaftsminister Brüderle die Reaktoren am liebsten noch 20 Jahre länger am Netz lassen würde. Und Kanzlerin Merkel geht bei diesem Thema lieber auf Tauchstation", stellte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens fest. Sie warnte die Bundesregierung vor einer Verlängerung der Reaktor-Laufzeiten: „Die Mehrheit der Bundesbürger ist gegen längere Laufzeiten. Sie bedeuten noch mehr Atommüll, von dem niemand weiß, wohin damit. Sie erhöhen die Gefahr terroristischer Anschläge mit unabsehbaren Folgen und sie behindern massiv den Ausbau der erneuerbaren Energien". Positiv bewertet Greenpeace, dass die Regierung den in dem maroden Schacht Asse gelagerten Atommüll vollständig wieder zurückholen will.
In Sachen Klimaschutz komme die Bundesregierung nicht aus den Startlöchern, kritisierte der WWF Deutschland. Zwar habe sich die Regierung mit der Festlegung, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 unkonditioniert senken zu wollen, gut positioniert. Es bleibe jedoch völlig unklar, wie dieses Ziel erreicht werden solle. „Die Regierung muss jetzt die Weichen stellen, damit wir zur Mitte des Jahrhunderts den Treibhausgasausstoß auf fast Null fahren können", betonte WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Das werde den Aufbau ganz neuer Infrastrukturen voraussetzen und damit viele zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse dafür sorgen, dass die EU bei den weiteren Klimaverhandlungen nicht noch einmal so blutleer auftrete wie in Kopenhagen. Der WWF begrüßte die Ankündigung der Bundeskanzlerin, ein Energiekonzept für Deutschland erarbeiten zu lassen. Allerdings dürfe dies nicht im stillen Kämmerlein mit den Managern der großen Energieunternehmen ausgekungelt werden. Um eine breite Akzeptanz zu finden, brauche es eine offene Diskussion und die Beteiligung der Umweltverbände. Vor allem müssten neben der Stromversorgung alle für den Klimaschutz wichtigen Sektoren wie der Verkehr, die Wärmeversorgung und die Landwirtschaft berücksichtigt werden.
12.2.2010
Umfrage: Große Zustimmung für erneuerbare Energien
Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland spricht sich für einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien aus. Die jährliche Forsa-Umfrage zur Akzeptanz erneuerbarer Energien belegt erstmals repräsentativ für jedes einzelne Bundesland die hohe gesellschaftliche Zustimmung zu regenerativer Energieerzeugung. In Nordrhein-Westfalen fordert ein Großteil der Bevölkerung starke Investitionen in die erneuerbaren Energien und erwartet dafür mehr Engagement der Landes- und Kommunalpolitiker.„Die Akzeptanz von erneuerbaren Energien ist bundesweit nach wie vor überwältigend“, bilanziert Jörg Mayer, Geschäftführer der Agentur für Erneuerbare Energien und Auftraggeber der Forsa-Umfrage. „Wir beobachten seit Jahren einen Bevölkerungsanteil von mehr als 90 Prozent, dem der Ausbau und die verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energien wichtig bis außerordentlich wichtig ist“, so Mayer weiter. Fast 80 Prozent der Befragten geben an, den eigenen Strom am liebsten aus erneuerbaren Energien zu beziehen.
Mit mehr als 4.800 befragten Personen bundesweit ist die Umfrage auch auf Bundesländerebene repräsentativ. Dabei zeigen sich zwar regionale Unterschiede, die Zustimmung zu erneuerbaren Energien ist aber generell in allen Bundesländern sehr hoch. Dies trifft auch zu beim Blick auf die Präferenzen der Bürger für die einzelnen Energieträger: Fast 80 Prozent der Befragten geben an, den eigenen Strom am liebsten aus Erneuerbaren Energien zu beziehen. Kohle- und Atomstrom sind und bleiben bei dieser Frage abgeschlagen im einstelligen Prozentbereich.
Die politische Umsetzung im eigenen Bundesland bewerten die Befragten allerdings kritisch: Lediglich 15 Prozent der Befragten sind mit dem Engagement der Landes- und Kommunalpolitik in diesem Bereich zufrieden. Dies ist einer der schwächsten Werte im Bundesvergleich. Hingegen fordern 81 Prozent der Befragten von ihren Politikern mehr Einsatz in Bezug auf die erneuerbaren Energien.
12.2.2010
Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen
Um die Qualität der Luft in Deutschland zu verbessern, sollen künftig neue Grenzwerte zum Beispiel für ultrafeinen Feinstaub gelten. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP stimmte der Ausschuss für die 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (17/508), die eine EU-Richtlinie (2008/50/EG) in deutsches Recht umsetzen soll. Die Fraktion Die Linke stimmte gegen die Vorlage, die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich.Mit der Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) werden alte Luftqualitätsrichtlinien neu strukturiert sowie neue Zielwerte und Methoden für die Überwachung der Luftreinheit festgelegt. Regelungen der alten 22. und 33. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz werden in dem neuen Regelwerk zusammengefasst. Die alten Grenzwerte der Richtlinien werden darin übernommen. Hinzu kommen neue Grenzwerte für kleinere Feinstäube wie PM 2,5. Außerdem sieht die Verordnung Fristverlängerungen für die Einhaltung von Grenzwerten bei Schadstoffemissionen vor.
Während sich Abgeordnete der Koalitionsfraktionen uneingeschränkt hinter die Verordnung stellten, kritisierten die SPD- und vor allem die Grünen-Fraktion, die Verordnung sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, bleibe aber weit hinter dem Möglichen zurück. Die Linksfraktion beklagte, dass in der Verordnung nicht grundsätzlich niedrigere Grenzwerte vorgesehen seien.
12.2.2010
UBA fokussiert sich auf Klimawandel
Eine Pause beim Umweltschutz darf es nicht geben, trotz der noch spürbaren internationalen Finanz-und Wirtschaftskrise. Das Umweltbundesamt (UBA) hält insbesondere weitreichende Kimaschutzmaßnahmen für dringend geboten. UBA-Präsident Jochen Flasbarth unterstützte nachdrücklich das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent unter die Werte des Jahres 1990 zu senken und bis zur Mitte des Jahrhunderts eine Emissionsminderung von 80 bis 95 Prozent zu erreichen: „Es gilt jetzt, die Weichen für den notwendigen ökologischen Umbau der Wirtschaft zu stellen. Denn: Eine wirtschaftliche Entwicklung ist ohne Beachtung ökologischer Leitplanken nicht möglich. Gerade im Klimaschutz darf bei diesen Weichenstellungen nicht nur auf kurzfristige Erfolge gesetzt werden. Die Notwendigkeit einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise erfordert langfristig angelegte Konzepte in der Umwelt-, Energie- und Wirtschaftspolitik.“ Flasbarth unterstrich die zentrale Bedeutung des Emissionshandels für die Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele.Der Emissionshandel deckt derzeit in Deutschland rund die Hälfte der CO2-Emissionen ab, mindert sie kontinuierlich und hat das Potential, sich zu einem weltweit ökonomisch effizienten und klimaschutzpolitisch integren Instrument zu entwickeln. Ein weiterer Schritt dahin ist die konsequente Harmonisierung des europäischen Emissionshandels. Die Europäische Union (EU) plant, für die dritte Handelsperiode statt der nationalen Budgets ein gemeinschaftsweites Emissionsbudget und die Auktionierung als grundsätzliche Zuteilungsmethode sowie einheitliche Zuteilungsregeln für kostenlose Emissionszertifikate einzuführen.
„Die Europäische Union will den Emissionshandel vereinheitlichen und damit effizienter machen. Dazu gehört auch ein angemessenes europäisches Emissionsminderungsziel. Die bisher zugesagten 20 Prozent Minderung bis 2020 verfehlen die Notwendigkeiten des Klimaschutzes. Richtig wäre eine Minderungsvorgabe von 30 Prozent bis 2020. Damit würden die Europäer ihrer Verantwortung für den Klimaschutz nachkommen“, sagte Jochen Flasbarth während der Vorstellung der Jahrespublikation „Schwerpunkte 2010“. Sollte die EU sich diesem vernünftigen Weg nicht anschließen, hätte dies Auswirkungen auf die Ausgestaltung des Minderungspfades in Deutschland, führte Flasbarth weiter aus. Die zusätzlichen Anstrengungen zur Erreichung der 40-prozentigen Minderung müssten dann außerhalb des Emissionshandelssektors erzielt werden.
Insgesamt wird der Emissionshandel als Motor der Klimapolitik weiter ausgebaut. Mit Beginn der dritten Handelsperiode ab 2013 werden erstmals neben CO2 auch perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Distickstoffoxid (Lachgas) erfasst. Dies betrifft die chemische Industrie und die Aluminiumindustrie. Bereits 2012 muss der internationale Luftverkehr für seine CO2-Emissionen Emissionszertifikate vorweisen.
Der Verkehrssektor insgesamt sollte stärker zum Klimaschutz beitragen. Rund ein Fünftel der CO2-Emissionen, gut die Hälfte der Stickstoffoxid-Emissionen und der gesundheitsschädlichen Partikelemissionen gehen derzeit auf den Verkehr zurück. Nach Erkenntnissen des UBA muss der Verkehrssektor im Jahr 2020 rund 40 Millionen Tonnen CO2 weniger verursachen als 2005, damit die Bundesregierung ihr Klimaschutzziel erreichen kann. Wesentliche Stützpfeiler einer zukunftsfähigen Mobilität sind neben besserer Technik und mehr Effizienz bei den Fahrzeugen auch neue Konzepte in der Verkehrsplanung, die den Verkehrsaufwand mindern und in umweltverträglichere Verkehrsträger lenken. Gerade beim Güterverkehr, der nach Prognosen des Bundesverkehrsministeriums bis 2025 um fast weitere 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 wachsen könnte, ist eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene notwendig. Dazu müsste verstärkt in den Ausbau des Schienennetzes investiert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der UBA-Publikation ist die Landwirtschaft. Sie ist Mitverursacherin des Klimawandels. Laut Nationalem Inventarbericht trägt sie in Deutschland mit 5,4 Prozent zu den Treibhausgas-Emissionen bei. Wenn der Ausstoß aus Traktoren und Maschinen, umgebrochenem Grünland und entwässerten Mooren sowie die Mineraldüngerproduktion hinzurechnet wird, liegt der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgas-Emissionen sogar bei 13 Prozent. Nicht zuletzt im eigenen Interesse sollte die Landwirtschaft einen angemessenen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels leisten. Denn: Die Landwirte stehen zunehmend unter Druck, Methoden zu finden, um sich besser an den Klimawandel anzupassen. Auch der Nutzungsdruck auf die Böden steigt. Neben Nahrungsmitteln gewinnen nachwachsende Rohstoffe an Bedeutung. Der Bodenschutz, in der Vergangenheit eher ein „Stiefkind“ der Umweltpolitik, muss verstärkt ins Blickfeld rücken. Auch deshalb, weil in Deutschland die Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr mit all ihren Eingriffen in Natur und Landschaft nicht nennenswert zurückgeht, was ebenfalls zu einem Verlust fruchtbarer Böden führt.
12.2.2010
Biokraftstoffe könn(t)en auf Nahrungspflanzen verzichten
Die weltweite Produktion von Biokraftstoffen kann einer Studie zufolge bis 2030 mehr als verdoppelt werden, ohne Anbauflächen für Nahrungsmittel zu verdrängen, heißt es in einer Pressemitteilung der Agentur AFP. Wie die Internationale Energieagentur (IEA) in Berlin erklärte, würden schon mit heutiger Technik nur 10 % der Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft ausreichen, um 4 % des weltweiten Kraftstoffverbrauchs im Verkehrsbereich zu decken. Dies entspreche 125 Milliarden Litern Diesel oder 170 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr und würde damit einer Verdoppelung der Biokraftstoff-Produktion gleichkommen, hieß es in der IEA-Untersuchung.Biokraftstoffe decken demnach heute 1,7 Prozent des globalen Kraftstoffbedarfs im Verkehrssektor. Da sie meist aus Pflanzen wie Mais, Ölpalmen oder Raps hergestellt werden, steht ihre Herstellung in Konkurrenz zur Nahrungsmittel-Produktion und hat in den vergangenen Jahren die Kosten für Lebensmittel teils stark in die Höhe getrieben. Dies verschärfte in vielen Entwicklungsländern die Versorgungslage.
Hinzu kommen laut IEA auch hohe Produktionskosten und relativ geringe CO2-Einsparungen heutiger Biokraftstoffe. "Wir brauchen einen Wechsel zu effizienteren Technologien, um den steigenden Biokraftstoff-Bedarf nachhaltig decken zu können", forderte der IEA-Direktor für Energiemärkte und Energiesicherheit, Didier Houssin. Um das Potenzial der Biokraftstoffe der zweiten Generation voll zu erschließen, müssen der Studie zufolge die Schwellen- und Entwicklungsländer einbezogen werden, da dort ein Großteil der Agrar- und Forstabfälle anfällt. Biokraftstoffe der zweiten Generation sollen nicht mehr aus Nutzpflanzen selbst, sondern aus den Resten gewonnen werden, die bei der ersten Verarbeitung überbleiben.
"Allerdings dürfen die Fehler bei der Entwicklung der ersten Generation von Biokraftstoffen nicht wiederholt werden", warnte Mike Enskat, Programmkoordinator für nachhaltige Energie bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), von der die Untersuchung finanziert wurde. Mit international vereinbarten Nachhaltigkeitsstandards für die Produktion von Biomasse und mit der Zertifizierung von Biokraftstoffen könne sichergestellt werden, dass sowohl ökologische als auch soziale Belange bei der Biokraftstoff-Produktion beachtet würden.
Die IEA verwies in ihrer Studie darauf, dass in einigen Ländern Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft bereits als Dünger oder zum Heizen verwendet werden. Hier müsse deshalb eine Abwägung stattfinden, ob ein Ausbau der Biokraftstoff-Produktion sinnvoll sei.
12.2.2010
Nachhaltigkeitszertifizierung zum Schutz der biologischen Vielfalt
Die Bundesregierung will zum Schutz der biologischen Vielfalt Initiativen für eine international wirksame Nachhaltigkeitszertifizierung ergreifen. Sie solle sowohl die energetische Nutzung von Biomasse als auch die Nutzung für Lebens- und Futtermittel erfassen, heißt es dazu in einer Antwort der Bundesregierung (17/512) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/335). Über die konkrete Umsetzung sei aber noch nicht entschieden.Zugleich kündigt die Regierung in der Antwort an, weiter an der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ festhalten zu wollen. „Eine erfolgreiche Politik zum Erhalt der biologischen Vielfalt muss breit angelegt und langfristig ausgerichtet sein“, schreibt sie. Teil der Aktivitäten zur nationalen Strategie seien auch Maßnahmen im Bereich der Umweltbildung.
Im Rahmen der Förderung von Verbänden, die sich mit konkreten Projekten zum Schutz der Biodiversität beschäftigen, werden im Jahr 2010 insgesamt 227.000 Euro zur Verfügung gestellt, erläutert die Regierung weiter.
Hintergrund der Anfrage ist dem Papier zufolge die Tatsache, dass weder die Weltgemeinschaft noch die Europäische Union das für 2010 geplante Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen, erreicht haben. Deutschland hat laut Vorlage noch bis 2010 den Vorsitz der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) inne.
5.2.2010
Deutschland als internationaler Vorreiter im Klimaschutz
Deutschland hat im Jahr 2008 sein Klimaschutzziel gemäß Kyoto-Protokoll erfüllt und bleibt internationaler Vorreiter im Klimaschutz. Die Treibhausgasemissionen sind 2008 gegenüber 1990 um 22,2 % zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von nahezu 280 Mill. t Treibhausgasen.Diese detaillierten Daten für das Jahr 2008 gehen aus dem vom Umweltbundesamt (UBA) erstellten Nationalen Inventarbericht 2010 hervor, den das Bundesumweltministerium und das UBA jetzt veröffentlicht haben. Nach dem Kyoto-Protokoll hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um 21 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Gegenüber dem Vorjahr 2007 veränderten sich die Emissionen nur geringfügig: Einen leichten Zuwachs von 0,5 Mill. t gab es im Wesentlichen im Landwirtschaftsbereich.
Die größten Erfolge in der Minderung der Treibhausgasemissionen gibt es in der Energiewirtschaft. Hier hat der Ausbau der erneuerbaren Energien positive Spuren hinterlassen. Zur Energiegewinnung wurden 2008 im Vergleich zum Vorjahr etwa 20 Mill. t weniger CO2 in die Atmosphäre geleitet. Im Vergleich zum Jahr 1990 waren dies sogar 66 Mill. t CO2 weniger. Der in der Emissionsbilanz verzeichnete Anstieg der Emissionen im Bereich der privaten Haushalte ist ein statistischer Effekt und auf den niedrigeren Heizöl-Absatz nach Einführung der erhöhten Mehrwertsteuer 2007 zurückzuführen (Vorzieheffekte nach 2006). Die anderen Sektoren blieben auf einem sehr ähnlichen Niveau wie 2007.
5.2.2010
Haushaltsabfälle in Deutschland im Jahr 2008
Das Aufkommen an Haushaltsabfällen in Deutschland ist im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden 2008 insgesamt 37,2 Mill. t Abfälle bei den Haushalten eingesammelt. Das entspricht rein rechnerisch 453 kg je Einwohner. 2007 waren es noch 37,4 Mill. t oder 454 kg pro Einwohner gewesen.Das Abfallaufkommen von 453 kg pro Einwohner im Jahr 2008 setzte sich vor allem zusammen aus rund 202 kg Haus- und Sperrmüll, 143 kg Wertstoffen und etwa 107 kg Bioabfällen.
Mit 20,5 Mill t sammelten die Haushalte mehr als die Hälfte aller Abfälle (55 %) im Jahr 2008 getrennt. Davon waren 8,7 Mill. t organische Abfälle und 11,7 Mill. t getrennt erfasste Wertstoffe, insbesondere Papier, gemischte Verpackungen inklusive Leichtverpackungen und Glas. Der in den letzten Jahren bei den getrennt gesammelten Abfällen beobachtete Anstieg des Aufkommens an organischen Abfällen (Biotonne) setzte sich im Jahr 2008 nicht weiter fort; das Aufkommen stagnierte auf dem Vorjahresniveau. Die Menge der getrennt gesammelten Wertstoffe sank von rund 12 Mill. t im Jahr 2007 auf 11,7 Mill. t im Jahr 2008. Den höchsten Anteil an diesem Wertstoffaufkommen hatte das Altpapier mit 6 Mill. t. Danach folgten mit 2,5 Mill. t die gemischten Verpackungen, die über die gelben Tonnen/Säcke oder auch über Wertstoffhöfe eingesammelt wurden, sowie Glas mit 1,9 Mill. t.
Die Menge der nicht getrennt gesammelten, sondern gemischt erfassten Abfallfraktionen Haus- und Sperrmüll lag im Jahr 2008 bei 16,5 Mill. t (45% aller Abfälle). Dabei war im Gegensatz zu den letzten vier Jahren erstmals wieder ein leichter Anstieg der Abfallmenge zu beobachten. Er betrug von 2007 auf 2008 gut 0,1 Mill. t.
5.2.2010
Die bisherige Intersolar tritt ab 2010 als Intersolar Europe auf
Am 9. Juni 2010 fällt erneut der Startschuss für die weltweit größte Fachmesse für Solartechnik Intersolar am Standort München. Aus der bisherigen "Intersolar" wird dann die "Intersolar Europe". Mit der neuen Namensgebung tragen die Veranstalter der fortschreitenden Internationalisierung der Messe Rechnung, die mittlerweile weltweit an mehreren Standorten vertreten ist.Unter dem neuen Namen sprengt die internationale Fachmesse für Solartechnik bereits jetzt die Flächenrekorde der vorangegangenen Jahre. Knapp sechs Monate vor Eröffnung der Messe ist die geplante Ausstellungsfläche von 120.000 Quadratmetern in elf Hallen zu 90 Prozent belegt. Damit ist die Fläche des Vorjahres bereits heute überschritten. Rund 1.500 Aussteller werden vom 9. bis zum 11. Juni 2010 auf der Neuen Messe München erwartet.
Die klare Gliederung in die Bereiche Fotovoltaik und Solarthermie erleichtert Ausstellern und Besuchern die Orientierung auf der Messe. Außerdem wird dem Bereich "Fotovoltaik-Produktion" wie bereits 2009 eine eigene Halle gewidmet. Die Veranstalter der Intersolar Europe - die Solar Promotion GmbH und die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) - kooperieren dabei wie im Vorjahr mit der PV Group, einer auf die Fotovoltaik spezialisierten Initiative des internationalen Halbleiterverbands SEMI.
5.2.2010
Studie zur Ökoeffizienz in der Bioabfall-Verwertung
Die neue Studie des bifa Umweltinstitutes zur ökoeffizienten Verwertung von Bioabfällen nimmt Umweltwirkungen und Kosten der Kompostierung von Bioabfall, der Vergärung zu Biogas und der Mitverbrennung mit dem Hausmüll detailliert unter die Lupe. Eine spezielle Analyse zeigt zudem den Einfluss verschiedener Verfahrensvarianten.Fachleute des Augsburger Umweltinstitutes hatten gemeinsam mit Experten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LFU) und Spezialisten aus anderen Fachbehörden und Verbänden die Ökoeffizienz-Berechnung für Verfahren der Bioabfall-Verwertung entscheidend vorangetrieben.
Nicht nur Treibhauseffekt, Versauerung, Nährstoffanreicherung, Ozonbildung, Humantoxizität und Ökotoxizität wurden in der Berechnung der Ökoeffizienz auf den Punkt gebracht. Darüber hinaus wurde - erstmalig in dieser Studie - auch die Rückführung von organischer Substanz und Phosphat berücksichtigt. Sie dient der Humusreproduktion und ist eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Phosphat ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, wobei die Reichweite der Vorkommen unter Fachleuten umstritten ist.
5.2.2010
Umweltrechner vergleicht Umweltauswirkungen verschiedener Verpackungssysteme
Die Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) hat einen Umweltrechner vorgestellt, mit dessen Hilfe sich die Umweltauswirkungen vergleichen lassen, die durch den Transport von Obst und Gemüse in verschiedenen Verpackungssystemen verursacht werden. Mehrwegverpackungen bewirken dabei in allen umweltbezogenen Wirkungskategorien deutliche Entlastungen.Mit Hilfe des Umweltrechners kann jedes Handelsunternehmen das auf es entfallende mögliche Entlastungspotenzial, aber auch die für den gesamten EU-Markt erzielbare Entlastung berechnen.
Der Umweltrechner wurde auf Grundlage der Ergebnisse der ökobilanziellen Untersuchung aus dem Jahr 2009 entwickelt, in der das Mehrweg-System der Kisten für Obst und Gemüse aus Kunststoff verglichen wurde mit den Einwegsystemen aus Holz und Karton. Die Studie „Nachhaltigkeit von Verpackungssystemen für den Transport von Obst und Gemüse in Europa“ bezog in ihre Untersuchung die fünf bedeutendsten Produktionsländer – Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande, Deutschland – und die vier größten Abnehmermärkte – Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Deutschland – ein.
Umweltrechner und Studie wurden von der Abteilung für Ganzheitliche Bilanzierung des Fraunhofer Institutes für Bauphysik und des Lehrstuhls für Bauphysik an der Universität Stuttgart erstellt. Bei der Studie handelt sich um eine vergleichende Ökobilanz im Sinne der DIN EN ISO 14040. Entsprechend wurde ein Critical Review durch externe, unabhängige Sachverständige durchgeführt, der die Konformität der Studie mit den DIN EN ISO Vorgaben bestätigte.
5.2.2010
Aktionstag: Solarbranche gegen geplante Vergütungskürzungen
Bundesweit protestieren heute, am Donnerstag, den 4. Februar 2010, mehrere Tausend Mitarbeiter der Solarbranche im Rahmen eines Aktionstags gegen die von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen (CDU) geplante Kürzung der Fotovoltaik-Förderung. Rund 60.000 Beschäftigte wollen sich an den Protesten beteiligen. Sie sehen durch die politischen Einschnitte ihre Arbeitsplätze massiv gefährdet.Auslöser der Entrüstung ist ein vor einer Woche vorgelegter Vorschlag Röttgens, die Vergütung für neuangeschlossene Fotovoltaikanlagen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) außerplanmäßig zum 1. April um 15 % zu senken. Ab dem Jahr 2011 sieht das Eckpunktepapier des Ministers zudem eine abgestufte Degression vor, die sich an dem Zubau orientiert und nochmals zwischen 1,5 und 19 % liegen soll. Bisher wird das Thema innerhalb der Parteien kontrovers diskutiert. Auch ist noch nicht endgültig entschieden, wann genau die Senkung eingeführt wird. Eine zeitliche Verschiebung nach hinten könnte die Branche jedoch noch härter treffen. Interne Kreise berichten, dass sich die CDU eine auf den 1. Mai verschobene Einführung teuer bezahlen lassen würde: Anstelle von 15 fordere sie bei einer Vergütungsänderung zum 1. Mai bereits 17 %. Die CSU-Landesgruppe im Bundestag fährt einen weniger harten Kurs. Die CSU aus Bayern, dem Bundesland in dem bislang die meisten Solaranlagen in Deutschland verbaut wurden fordert, die Reform solle mehr Zeit bekommen. Bereits zum Jahresende war eine Absenkung aller Vergütungssätze um 9 bis 11 % erfolgt.
Vertreter der Solarindustrie glauben, dass die Branche die Absenkung um 15 % nicht verkraften wird: Bei einer solch drastischen Preissenkung werde es für das produzierende Gewerbe sehr schwierig, gegenüber Ländern wie China konkurrenzfähig zu bleiben. Man wollte in Deutschland eine Solarindustrie aufbauen, doch unter solchen Bedingungen würden die Unternehmen gezwungen, vermehrt in Asien zu produzieren. Um Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, sei eine Fünf-Prozent-Absenkung realistisch, so Dr. Harald F. Schäfer von Sunways AG. Hier finden Aktionen an beiden Standorten in Konstanz und Thüringen statt. Die Unternehmensleitung stehe voll hinter ihren Mitarbeitern, so Schäfer. Auch andere Unternehmen deutschlandweit beteiligen sich an den Protesten, unter anderem Schott Solar AG, Q-Cells SE & Sovello AG, FirstSolar GmbH, SolarWorld AG, Frankensolar GmbH und FirstSolar GmbH.
28.1.2010
Aktionswoche Klima und Finanzen
Vom 25. bis 31 Januar 2010 veranstaltet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erstmalig die Aktionswoche Klima und Finanzen“ in Kooperation mit Banken, Sparkassen und Versicherungen in Deutschland.Zur Umsetzung des deutschen Klimaschutzziels bis 2020 besteht allein in Deutschland ein Finanzbedarf von rund 400 Mrd. €. Mit der Aktionswoche „Klima und Finanzen“ möchte das Bundesumweltministerium gemeinsam mit namhaften Finanzdienstleistern darauf aufmerksam machen, dass Klimaschutz in erster Linie Investitionen in neue und effizientere Technologien bedeutet - und dass dafür Kapital benötigt wird.
Wichtig ist also, dass vorhandenes Kapital in die richtige Richtung gelenkt wird. Wer klimafreundlich investiert, kann entscheidend zum Klimaschutz beitragen. Jeder Privatanleger hat es in der Hand, mit seinen Investitionen Klimaschutz zu betreiben. Klimafreundliche Kapitalanlagen haben viel Potenzial: bei vergleichbarer Rendite liegen deren Treibhausgasemissionen durchschnittlich rund 42 Prozent unter der konventioneller Produkte.
Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet die heutige Konferenz in der KfW-Zentrale in Frankfurt. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen machte in seiner Einführungsrede deutlich, dass Deutschland auch nach Kopenhagen zu seinem Klimaschutzziel stehe und Vorreiter im internationalen Wettbewerb um die Marktführerschaft im Bereich der Erneuerbaren Energien bleiben wolle: „Klimaschutz ist eng verbunden mit Innovationen und einer ökonomischen Modernisie-rungsstrategie für Deutschland,“ so Bundesumweltminister Röttgen.
Die Aktionswoche „Klima und Finanzen“ wird mit zahlreichen Veranstaltungen, Sonderaktionen und speziellen Informationsangeboten an Standorten in ganz Deutschland auch in den Filialen der Partner fortgesetzt. Ziel ist auf Seiten der Finanzdienstleister insbesondere die Beratung von Verbraucherinnen und Verbrauchern über klimafreundliche Geldanlagen, Finanzierungsmodelle und Versicherungslösungen. Das Projekt wird von 36 Partnern unterstützt. Zu ihnen gehören u.a. die Sparkassen-Finanzgruppe, die Deutsche Bank AG, die Commerzbank AG, die Postbank, die Skandia Versicherung sowie viele weitere Unternehmen und Verbände.
28.1.2010
VDI formuliert fleißig technische Regeln
Im Jahr 2009 wurden im VDI 198 VDI-Richtlinien erstellt. Damit festigte der VDI als Sprecher der Ingenieure und Technik seine Rolle als einer der wichtigsten technischen Regelsetzer. Dank VDI-Richtlinien sind neue technische Produkte sicherer für Mensch und Umwelt. Beispielsweise werden mit den Erkenntnissen der VDI 2700 zur Ladungssicherung auf Deutschlands Straßen Unfälle vermieden und Leben gerettet. VDI-Richtlinien spiegeln den aktuellen Stand der Technik wider und stellen richtungsweisende Grundlagen für Praxis, Wissenschaft und Gesetzgebung dar; sie werden vom VDI seit 125 Jahren herausgegeben. Viele Inhalte von Richtlinien sind in Gesetze eingeflossen und täglich arbeiten Ingenieure mit ihnen.„So viele Richtlinien wie im Jubiläumsjahr 2009 wurden noch nie von unseren Ehrenamtlichen erarbeitet, und das trotz der schwierigen Umstände im Krisenjahr 2009“, freut sich Volker Wanduch, stellvertretender Direktor und Leiter des Bereichs Wissenschaft und Technik im VDI.
Gegenwärtig sind über 1.800 VDI-Richtlinien gültig. Das Themenspektrum reicht dabei von Agrartechnik bis Zuverlässigkeit. Der Inhalt von VDI-Richtlinien wird regelmäßig auf Aktualität geprüft und, wenn nötig, überarbeitet oder auch zurückgezogen.
28.1.2010
Klimawandel im Parlament
Die durch den Menschen verursachte Erwärmung der Erde macht trotz regional zu beobachtender Schwankungen „keine Pause“. Das machte Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung in einem öffentlichen Expertengespräch im Verkehrsausschuss am Mittwochvormittag deutlich. In den letzten Jahrzehnten sei ein „linearer Erwärmungstrend“ zu beobachten, sagte Rahmstorf und verwies darauf, dass der dafür verantwortliche Anstieg von Kohlendioxid komplett vom Menschen verursacht wird. Damit widersprach er der These, der CO2-Anstieg habe sich aus einer natürlichen Klimadynamik entwickelt.Stattdessen sei es so, dass die Hälfte des CO2-Ausstoßes sogar noch durch die Umwelt absorbiert werde. Das geschehe etwa über die Ozeane, die CO2 binden würden. Jedoch mit der Folge, dass die Meere dadurch saurer würden, was wiederum zu einem biologischen Ungleichgewicht führe. „Allein die Verhinderung der verstärkten Kohlensäurebildung in den Meeren ist Grund genug, den CO2-Anteil drastisch zu senken“, sagte der Klimaforscher. Rahmstorf wandte sich gegen den Vorwurf, Prognosen der Klimaforscher seien übertrieben pessimistisch. Der Anstieg des Meeresspiegels etwa beschleunige sich weitaus stärker als ursprünglich vermutet.
Für die Unions-Fraktion ist der Klimaschutz „eines der wichtigsten Probleme, vor denen die Menschheit steht“. Gerade vor diesem Hintergrund müsse man feststellen, dass die Ergebnisse des Klimagipfels von Kopenhagen „nicht zufriedenstellend“ seien. Bei der Frage, wie die Ziele des Klimaschutzes erreicht werden können, müsse man sich aus Sicht der Union von naturwissenschaftlichen Grundsätzen leiten lassen, dabei jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass die Maßnahmen ”finanziell schulterbar“ sein müssten. Weiterhin stelle sich die Frage, wie zwischen den Bemühungen um Effizienzerhöhung und dem Einsatz für Erneuerbare Energien gewichtet werden solle.
Deutschland sei in Kopenhagen seiner Vorreiterrolle beim Klimaschutz nicht gerecht geworden, kritisierte die SPD-Fraktion. Die Bundesregierung habe die Verhandlungen nicht gut vorbereitet. Nach dem „gescheiterten“ Gipfel stelle sich nun die Frage, ob nationale Regelungen geschaffen werden müssten. Die Linksfraktion verwies darauf, dass insbesondere der Verkehrsbereich den CO2-Ausstoß antreibe. Sie forderte, Modelle zum Ausbau der Schienenwege zu entwickeln.
Auf die ihrer Ansicht nach fehlende Vorbildrolle Deutschlands ging auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ein. Es sei bedauerlich, dass man sich nicht zu dem kostengünstigen Klimaschutzmittel eines Tempolimits habe durchringen können. Auf diesem Wege könnten erhebliche CO2-Mengen gespart werden. Klimaschutz benötige „höchste Priorität“ bestätigte auch die FDP-Fraktion. Gleichwohl könne derzeit von einer Klimakatastrophe keine Rede sein. Veränderungen des Meeresspiegels und Temperaturerhöhungen habe es auch in früheren Zeiten gegeben.
Dem entgegnete Klimaforscher Rahmstorf, es gebe keine Hinweise darauf, dass es global gesehen irgendwann wärmer als heute gewesen sei – auch nicht zum Ende der letzten Eiszeit. Den Bemühungen um eine Effizienzerhöhung bei der Nutzung fossiler Rohstoffe stehe er positiv gegenüber, sagte Rahmstorf. Dies sei ein preisgünstiges Mittel um den CO2-Ausstoß rasch zu senken. Langfristig würde jedoch die Verfügbarkeit derartiger Rohstoffe zu Ende gehen, weshalb der Bereich der Erneuerbaren Energien verstärkt gefördert werden müsse. Rahmstorf sprach sich auch für nationale gesetzliche Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes aus. Dass diese wichtiger denn je seien, habe Kopenhagen gezeigt. „Wir können nicht auf die Vereinten Nationen warten“, sagte er. Die Industriestaaten müssten zudem zeigen, dass Klimaschutz nicht zu sinkendem Wohlstand führen müsse. Das sei wichtig, um insbesondere bei den Schwellenländern Ängste abzubauen und Vertrauen zu schaffen.
28.1.2010
Aachen bereitet Einführung einer Brennstoffverordnung vor
Als bislang erste Stadt in Nordrhein-Westfalen wird die Stadt Aachen eine Festbrennstoffverordnung einführen, die den Ausstoß von Schadstoffen von geschlossenen Heizöfen reglementiert. Am Dienstag, den 26. Januar 2010, hat der Klima- und Umweltausschuss die Verwaltung einstimmig damit beauftragt, eine Richtlinie auf den Weg zu bringen, die für Kleinfeuerungsanlagen Grenzwerte vorschreibt, die nicht überschritten werden dürfen.Gemäß dieser kommunalen Verordnung dürfen Einzelraumfeuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung zwischen 4 und 15 kW, die mit Holz, Rinde, Hackschnitzel, Sägemehl, Presslinge, Holzpellets, Stein-, Braun- oder Grillkohle sowie Brenntorf betrieben werden, künftig nicht mehr als 0,04 g Staub pro Kubikmeter und 1,25 g CO pro Kubikmeter emittieren. Für Altanlagen, die vor Inkrafttreten der Verordnung errichtet und in Betrieb genommen wurden, gelten Grenzwerte von 0,075 g Staub pro Kubikmeter oder 2 g CO pro Kubikmeter. Sie müssen bis zum 31. Dezember 2014 mit entsprechenden Filteranlagen nachgerüstet oder stillgelegt werden.
Die Brennstoffverordnung gilt nicht für offene Kamine, da ihr Betrieb ohnehin nur bis zu acht Tagen im Monat und bis zu fünf Stunden am Tag erlaubt ist. Auch Gas- und Ölöfen sind nicht betroffen, da der Feinstaubausstoß verhältnismäßig gering ist. Durch die neue Verordnung wird eine Reduzierung der mittleren Feinstaubbelastung von 32 µg pro Kubikmeter um 1-3 µg erwartet. Dadurch könnte die Zahl der Kurzzeitüberschreitungen von derzeit 48 an der Messstation Wilhelmstraße mittelfristig um 6 bis 18 Überschreitungstage zurückgehen. Nur 35 Überschreitungen sind beim Feinstaub (PM10) pro Jahr gesetzlich erlaubt. Die Stadt Aachen hat in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln einen Luftreinhalteplan aufstellen müssen, um diese Zahl zu reduzieren.
Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 15 Millionen Kleinfeuerungsanlagen, die aus festen Brennstoffen, meist Holz, Heizenergie gewinnen. Nach Angaben des Bundesumweltamtes haben die Feinstaubimmissionen aus Holzfeuerungen im Haushalt und bei Kleingewerbebetrieben inzwischen denselben Umfang erreicht wie diejenigen aus den Motoren des gesamten KfZ-Verkehrs, ohne Abrieb von Reifen und Bremsen.
28.1.2010
SPD fordert nach Kopenhagen weitergehende Klimaschutzgesetzgebung
Nach dem Scheitern der UN-Klimakonferenz von Kopenhagen will die SPD-Fraktion die Klimaschutzgesetzgebung ausweiten.Es sei eine zwingende Notwendigkeit, den Klimawandel als größte Herausforderung unserer Zeit weiterhin auf die Agenda der internationalen Völkergemeinschaft an vorderster Stelle zu platzieren, schreibt die Fraktion in einem Antrag (17/522). Darin fordert sie die Bundesregierung auf, unabhängige und unkonditionierte Maßnahmen zu erarbeiten, und erstmals über das Jahr 2020 hinausgehende Klimaziele zu formulieren. Deutschland soll danach bis 2020 eine Verminderung der Treibhausgasemissionen von 40 % und bis 2050 eine Reduzierung von 80 bis 95 % gegenüber 1990 festschreiben. Innerhalb der Europäischen Union soll sich die Regierung dafür einsetzen, dass die Mitgliedstaaten ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 % gegenüber 1990 reduzieren. Auch die Energieeffizienz möchte die SPD steigern. Dafür soll mit einem Gesetz die Primärenergieproduktivität bis 2020 im Vergleich zu 1990 verdoppelt werden. Konkret heißt das, dass eine durchschnittliche jährliche Steigerung der Energieproduktivität um 3 % erreicht werden soll. Auch der Anteil der Erneuerbaren Energien müsse weiter gesteigert werden. Bis zum Jahr 2030 sollen sie nach dem Willen der Fraktion 65 % des Strombedarfs decken. 2050 soll die Stromversorgung in Deutschland dann zu 100 % durch Erneuerbare Energien erfolgen.
21.1.2010
Biogas- und Bio-Erdgas-Kapazitäten ausbauen
„Biogas und auf Erdgasqualität aufbereitetes Bio-Erdgas können einen wichtigen Beitrag zur Minderung von CO2-Emmissionen leisten und so zum Klimaschutz beitragen. Mit dem Ausbau der Einspeisung von Bio-Erdgas kooperieren landwirtschaftliche Betriebe und Energieversorgungsunternehmen mehr als je zuvor miteinander.Dabei wollen wir die Unternehmen unterstützen", erklärten Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV) heute auf dem Bio-Erdgas-Messestand, der im Rahmen der Grünen Woche von Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, eröffnet wurde. „Als klimaverträglicher und regional verfügbarer Energierohstoff ist Biomasse im Vergleich mit anderen Erneuerbaren Energien speicherfähig und dadurch rund um die Uhr nach Bedarf verfügbar, um effektiv CO2-Emissionen einzusparen. Biogas wird daher im Energiemix der Zukunft als effiziente und multifunktionale Lösung eine wichtige Rolle spielen", betonte Klöckner.
Das „Integrierte Energie- und Klimaprogramm" (IEKP) der Bundesregierung sieht bis zum Jahr 2020 einen Bio-Erdgasabsatz in Deutschland von etwa 6 bis 10 Milliarden Kubikmetern vor. „Um diese Ziele im Wärme- und Kraftstoffmarkt im Sinne des Klimaschutzes zu erreichen, ist ein verbesserter gesetzlicher Rahmen notwendig. Alle erneuerbaren Energieträger müssen aufgrund ihrer neutralen CO2-Bilanz im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz gleich behandelt werden", sagte Müller. „Bio-Erdgas muss auch in Brennwertkesseln zum Einsatz kommen dürfen und nicht nur, wie derzeit im Erneuer-bare Energien-Wärmegesetz festgelegt, bei der Kraft-Wärme-Kopplung. Wir brauchen hier mehr Technologieoffenheit im Sinne der Verbraucher."
2009 waren 35 Biogasanlagen in Deutschland an das Erdgasnetz angeschlossen. Diese Anlagen speisen jährlich rund 190 Millionen Normkubikmeter Bio-Erdgas ein. Nach einer Übersicht der Deutschen Energie-Agentur könnten in diesem Jahr bis zu 30 weitere Anlagen in Betrieb gehen. Die gesamte Einspeisekapazität der deutschen Bioerdgasanlagen würde sich dann auf rund 380 Millionen Normkubikmeter jährlich verdoppeln.
Auf dem Bio-Erdgasstand können sich Besucher über den Weg des Bioerdgases vom Anbau nachwachsender Rohstoffe über die Aufbereitung bis hin zur Einspeisung in das Erdgasnetz informieren. Präsentiert wird außerdem das breite Spektrum von Anwendungen für den Verbraucher. Der Messeauftritt ist Teil der Fachschau NATURE TEC, die sich im Rahmen der Grünen Woche Berlin noch bis zum 24. Januar 2010 dem Thema Bioenergien widmet.
21.1.2010
Duale Systeme in Gefahr?
Vor einem Aus für den gelben Sack und gelbe Tonnen warnen Betreiber der dualen Systeme angesichts dramatisch sinkender Gebühreneinnahmen, meldet die Agentur dpa. Die neun dualen Systeme in Deutschland, die das Recycling von Verpackungsmüll organisieren, sehen eine bedrohliche Unterfinanzierung, die das gesamte System zusammenbrechen lassen könnte. Das sagte Mirko Sickinger, Geschäftsführer der Gemeinsamen Stelle dualer Systeme (GSDS) am Freitag nach entsprechenden Medienberichten. Verbraucherschützer bezweifelt dagegen, dass eine akute Kollaps-Gefahr besteht.Grund der Misere aus Sicht der Betreiber: Viele Unternehmen, die Verpackungsmüll in den Handel bringen, hätten noch keine Verträge über dessen Entsorgung abgeschlossen, erklärte Sickinger. Die Unternehmen müssen die erwartete Verpackungsmenge bei den dualen Systemen lizenzieren lassen und dafür bezahlen. Die dualen Systeme leben von diesen Lizenzentgelten (Gebühren) und sorgen dafür, dass die vereinbarten Müllmengen aus dem Verkehr gezogen werden.
Nach vorläufigen Zahlen ist für das erste Quartal 2010 insgesamt fast ein Drittel – etwa 80.000 Tonnen – weniger Verpackungsmüll gemeldet worden als ein Jahr zuvor mit gut 270.000 Tonnen, sagte Sickinger. Tatsächlich hat die Müllmenge aber nach Branchenangaben nicht abgenommen.
Monika Büning von der Verbraucherzentrale Bundesverband sagte, die dualen Systeme klagten schon seit langem über Probleme. Mit der 5. Novelle der Verpackungsverordnung Anfang 2009 seien aber zahlreiche Schlupflöcher geschlossen und Probleme behoben worden, sagte die Umweltreferentin. Im Groben funktioniere das duale System gut, einen Zusammenbruch sehen wir nicht.
Die dualen Systeme melden pro Quartal an die «Gemeinsame Stelle» in Köln, welche Mengen sie unter Vertrag haben. Die GSDS errechnet dann den Marktanteil der neun Unternehmen - und danach errechnen sich wiederum deren Kosten für das Sammeln des Verpackungsmülls, das sie in Auftrag geben.
Der Ex-Monopolist Duales System Deutschland GmbH (Grüner Punkt) hatte jüngst eine augenscheinliche Unterschlagung von Müllmengen kritisiert. Es drohe eine unfaire Verteilung der Kosten unter den konkurrierenden dualen Systemen. Mitbewerbern warf das Unternehmen unkorrektes Verhalten und abenteuerliche Kalkulationen vor, die dem gesamten Markt schadeten.
Die GSDS regelt das Miteinander der dualen Systeme, die alle dieselben Sammelsysteme gelbe Tonne, gelber Sack, Altpapiersammlung und Altglascontainer nutzen. Sickinger sagte, die Unternehmen seien um Nachmeldung gebeten - möglicherweise seien Verträge für das erste Quartal abgeschlossen, aber noch nicht an die Stelle gemeldet worden. Sollte das bestehende Duale System zerfallen, sei auch die gelbe Tonne weg. Dann müsse das ganze Thema zurück in die kommunale Hand und da bestehe die Besorgnis, dass das für die Verbraucher nicht die preiswerteste Lösung werde. Büning sagte dagegen, eine Re- Kommunalisierung müsste sich für die Verbraucher keineswegs negativ auswirken.
21.1.2010
Kürzung der Solarstromförderung schürt Angst
Die Pläne der Bundesregierung zur Kürzung der Solarstromförderung stoßen in der Branche auf Entsetzen, meldet die Agentur dpa. An der Börse kam es am Freitag zu deutlichen Verlusten bei Solarwerten. Der Bundesverband Solarwirtschaft sieht bundesweit 50 000 Jobs bedroht.Die Bundesregierung will die Förderung noch in diesem April um 16 bis 17 Prozent kürzen. Solche Kürzungen «würden große Teile der deutschen Solarwirtschaft nicht überleben», teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW- Solar) am Freitag mit. Über die bereits gültige Förderabsenkung Anfang 2010 und 2011 von jeweils rund 10 Prozent hinaus gebe es kurzfristig keinen Spielraum mehr für zweistellige Reduktionen, sagte BSW-Solar-Präsident Günther Cramer.
Als erste Reaktion sackte der Aktienkurs von SMA Solar an der Frankfurter Börse am Freitag um mehr als 10 Prozent auf 93,20 Euro ab. Die Titel von Q-Cells verbilligten sich um 8,0 Prozent auf 11,38 Euro, Aktien von Solarworld fielen um 4,91 Prozent auf 14,905 Euro. Ein Händler begründete dies mit den geplanten Kürzungen. Analysten äußerten sich skeptisch über die weitere Entwicklung.
Die Bundesregierung will mit der entsprechenden Entlastung der Verbraucher, die die Branche mit einer Umlage über die Strompreise stützen, eine «Überförderung» beenden. Das Bundeskabinett soll im Februar über eine gesetzliche Vorlage von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) entscheiden. Die Einschnitte folgen Vereinbarungen in den Koalitionsverhandlungen von Union und FDP. Danach soll jedoch andererseits auch die Produktion von Solarstrom - insbesondere in Ostdeutschland - nicht abgewürgt werden.
Von den Kürzungsplänen der Bundesregierung für Dach- und Freiflächen- Anlagen hatte die Deutsche Presse-Agentur dpa am Vorabend erfahren. Weitere jährliche Kürzungen soll es von 2011 an je nach dem Zuwachs neuer Solaranlagen geben: um 2,5 Prozentpunkte bei Neuinstallationen von mehr als 3000 Megawatt und um 5 Prozentpunkte bei mehr als 3500 Megawatt. Bei Freiflächenanlagen auf Ackerböden soll die Kürzung möglicherweise höher ausfallen als bei der Nutzung vorbelasteter Flächen, beispielsweise aufgegebene Militärgelände. Das Umweltministerium erklärte, Entscheidungen seien für die kommende Woche geplant.
Für die Grünen erklärte der energiepolitische Sprecher, Hans-Josef Fell, erneute Kürzungen der Förderung gemäß Regierungsplänen seien von der Branche nicht zu verkraften: „So wie die letzte Regierung Merkel die deutsche Biokraftstoffindustrie zerstört hat, zerstört Schwarz-Gelb jetzt den deutschen Mittelstand.“
Verbraucherverbände hatten zuvor sogar noch stärkere Förderkürzungen von jetzt 43 Cent je Kilowattstunde auf 25 bis 28 Cent verlangt. Die Branchenlobby hatte weitere Kürzung von bis zu fünf Prozent jährlich ins Spiel gebracht - allerdings nur bei stark erhöhtem Solarstromangebot.
Nach dem Gesetz über erneuerbare Energien (EEG) erhalten die Betreiber von Solaranlagen je Kilowattstunde einen festen Betrag, der deutlich über dem Börsenpreis liegt. Diese Mehrkosten werden vom Verbraucher über die Umlage aufgebracht. Hintergrund der Kürzungen sind eine rasante weltweite Marktentwicklung und eine Senkung der Kosten für Solarsysteme, die nach Ansicht der Regierung zu einer Überförderung geführt haben.
21.1.2010
Aufgaben der Schrott-Branche
Viele Millionen Tonnen Schrott landen jährlich in Deutschland auf den Schrottplätzen und Recyclinghöfen. Darunter Eisen- und Nichteisenschrotte, wie alte Motoren oder Kupfer. Und es wird aufwändiger, aus Altem etwas Neues zu machen, beziehungsweise Schrott als Rohstoffquelle für künftige Produkte zu nutzen. Das wurde auf dem bvse-Schrottforum Anfang Dezember in Düsseldorf deutlich.Für den bvse-Vizepräsidenten und Vorsitzenden des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, Ullrich Didszun, steht die Schrottwirtschaft vor wichtigen Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. So kommen vermehrt Verbundmaterialien bei den Aufbereitern an, die verbrauchergerecht zu trennen sind.
Auch der Übergang der Schrotte vom Abfall- in den Produktstatus, mit dem unmittelbar REACh-Verpflichtungen für die Schrottwirtschaft verbunden sind, wird erhebliche Konsequenzen für die Branche haben. Nach den bisher bekannten Vorstellungen der EU-Kommission wird der Produktstatus nach allgemeiner Einschätzung allenfalls für Neuschrotte, aber wohl nicht für Altschrotte eine Rolle spielen können.
Grundsätzlich kommt für den bvse eine Befürwortung des Produktstatus für geeignete Schrottsorten nur in Betracht, wenn die Vorteile dieser Neueinstufung die Nachteile überwiegen und das Schrottrecycling damit gegenüber der momentanen Situation gestärkt werden kann. Die Teilnehmer des Branchenforums waren sich jedoch einig, dass die bisher bekannten Vorschläge dieser Zielsetzung wohl nicht gerecht werden. „Man darf nicht unterschätzen, dass der Produktstatus automatisch dazu führt, dass die Erfüllung von umfangreichen REACh-Pflichten zu bewältigen sind“, machte Ullrich Didszun deutlich.
Zudem will die EU-Kommission ein aufwändiges zusätzliches Qualitätssicherungssystem einführen, mit dem der Schrottaufbereiter die Einhaltung der vorgegebenen Qualitätskriterien nachweisen soll.
Problematisch ist laut bvse zudem, dass selbst wenn dieser Nachweis erbracht ist, die Abnehmerseite daran nicht gebunden ist.
„Die zusätzlich von der EU-Kommission geplanten administrativen Belastungen gehen daher einseitig zu Lasten der Schrottwirtschaft, behindern das Schrottrecycling und bringen für die Schrottbranche keinen realen Mehrwert. Von einer Stärkung des Schrottrecyclings durch den Produktstatus kann überhaupt keine Rede mehr sein. Dieses Ziel wurde von den Verantwortlichen leider völlig aus den Augen verloren“, lautet das ernüchternde Fazit von Ullrich Didszun.
Die Teilnehmer des Schrottforums zeigten sich davon überzeugt, dass die klassischen Aggregate zur Schrottaufbereitung, wie Scheren und Schredder, weiterhin unverzichtbar sein werden. Ihre Effizienz kann mit Hilfe neuer Technologien nur dann gesteigert werden, wenn sie wirtschaftlich tragbar und ökologisch sinnvoll sind.
21.1.2010
Studie: Kunde wünscht sich mehr Klimakompetenz des Finanzsektors
Mehr als der Hälfte der Privatkunden ist es wichtig, dass sich Finanzdienstleister aktiv für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel engagieren. Privat- und Geschäftskunden haben zum Teil erheblichen Informationsbedarf. Dies sind zentrale Ergebnisse der heute vom „Finanz-Forum: Klimawandel“ als Dialogpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vorgestellten Studie „Herausforderung Klimakompetenz: Kundenerwartungen an Finanzdienstleister“.Erstmals werden in der vom Sustainable Business Institute (SBI) und der GfK durchgeführten Studie etwa 1000 Privatkunden und etwa 500 Geschäftskunden nach ihren Erwartungen an die Klimakompetenz der Finanzdienstleister gefragt. Die befragten Privat- und Geschäftskunden messen den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel mehrheitlich eine sehr hohe Bedeutung bei. Zugleich haben sie auch sehr konkrete Erwartungen an die „Klimakompetenz“ von Finanzdienstleistern und deren Finanzangebote für den Klimaschutz. So sind die Kunden daran interessiert, wie Versicherungen Risiken des Klimawandels absichern und wie Banken und Sparkassen helfen, Investitionen in Klimaschutz und Energieeffizienz zu finanzieren. Und sie begrüßen Informationen zu Möglichkeiten, finanzielle Ziele der Geldanlage mit dem Anliegen des Klimaschutzes zu verbinden.
Im Rahmen der Entstehung der Hightech-Strategie gründeten das BMBF im Oktober 2007 gemeinsam mit Vertretern der deutschen Finanz- und Versicherungswirtschaft das „Finanz-Forum: Klimawandel“ als zentrale Forschungs- und Dialogplattform für die effektive Unterstützung der Klimapolitik der Bundesregierung. Das Forum dient der Entwicklung und Umsetzung von Forschungsinitiativen. Ziel dieser Kooperation ist die weitere Mobilisierung des Finanzmarktes zur Beschleunigung der Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien.
21.1.2010
dena fordert neue Strategie für Erdgas als Kraftstoff
Erdgas und Bio-Erdgas (Biomethan) bleiben als Kraftstoffe in Deutschland bisher weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, obwohl sie bewährt sind und im Vergleich zu Diesel oder Benzin deutlich weniger CO2-Emissionen und Schadstoffe verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Mit einem abgestimmten Vorgehen von Politik, Tankstellenbranche, Gaswirtschaft, Fahrzeugherstellern und Forschung könnte der Marktanteil von derzeit 0,3 Prozent auf mindestens 4 Prozent im Jahr 2020 erhöht und die Zahl der Erdgasfahrzeuge entsprechend von 85.000 auf rund 1,4 Millionen gesteigert werden.„Wenn alle Akteure eine gemeinsame Roadmap entwickeln und konsequent verfolgen, werden Erdgas und Biomethan schnell einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten", sagte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.
„Mit einer neuen Kraftstoffstrategie kann die Bundesregierung Planungssicherheit herstellen. Die Wirtschaft kann damit das Tankstellennetz und das Fahrzeugangebot konsequenter als bisher ausbauen. Darüber hinaus ist eine transparente Auszeichnung der Kraftstoffpreise nötig, die die unterschiedlichen Kraftstoffe auf eine einheitliche Bezugsbasis stellt und damit den Verbrauchern einen echten Vergleich zwischen den Kraftstoffpreisen ermöglicht."
Die Märkte für Erdgas und Biomethan im Verkehr brauchen von der Politik eine langfristige Perspektive. Dazu gehören Steuervorteile für CO2-arme Kraftstoffe und eine ambitionierte Beimischungsquote für die Einspeisung von Bio-Erdgas ins Erdgasnetz.
„Auch der Kostenvergleich spricht klar für Erdgas", betonte Timm Kehler, Geschäftsführer von erdgas mobil GmbH. "Wer Erdgas tankt, zahlt heute für die gleiche Fahrleistung im Vergleich zu Benzin nur halb so viel und im Vergleich zu Diesel immer noch ein Drittel weniger. Auch wenn man die Anschaffungs- und Unterhaltskosten mit einbezieht, haben Erdgasfahrzeuge mittlerweile die Nase vorn. Erdgas rechnet sich, für Autofahrer und Klima - dank der zunehmenden Beimischung von klimaschonendem Bio-Erdgas erreichen wir sogar noch bessere Werte."
Ein Erdgas-Pkw verursacht in der Regel 24 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein Benziner, bei einer 20-prozentigen Beimischung von Biomethan sogar fast 40 Prozent weniger. In den ersten Monaten dieses Jahres wird die Zahl der Erdgastankstellen auf rund 900 steigen.
21.1.2010
Carbon Expo präsentiert sich auf e-world in Essen
Etwa in zwei Wochen öffnet die e-world energy & water ihre Tore in Essen. Auch in diesem Jahr wird das Team der Carbon Expo erneut mit einem Messestand vertreten sein.Die siebte Edition der Carbon Expo – Global Carbon Market Fair & Conference findet in rund vier Monaten wieder in Köln statt. Im Fokus der Carbon Expo vom 26. bis 28. Mai 2010 stehen Experten, Entscheider und Fachbesucher aus dem CO2-Markt aus der ganzen Welt. Diese erwartet ein Konferenz- und Kongressprogramm mit hochkarätigen, internationalen Referenten.
Die parallel stattfindende Messe hat sich seit der Erstausrichtung in 2004 in schnellen Schritten zu einer der weltweit größten und bedeutendsten Veranstaltung im globalen Carbon Markt entwickelt. So rechnet die Koelnmesse allein in diesem Jahr mit 40 bis 50 teilnehmenden Gastländern, die auf ihren Messeständen internationale Projekte anbieten.
Das Zusammenspiel von Messe und Kongress bietet eine gute Plattform, um sich über die neusten Klimaschutzentwicklungen und CO2-Projekte zu informieren.
Besucher der e-world erhalten Informationen auf dem Messestand 561 in Halle 3.0 aus erster Hand direkt vom Organisationsteam. Wer das Gespräch mit dem Carbon Expo-Team sucht, sollte im Vorfeld einen Termin mit Frau Brauner vereinbaren, zum Bespiel per E-Mail unter: s.brauner@koelnmesse.de
15.1.2010
Weiterhin sonnige Aussichten für Fotovoltaik in Deutschland
Die Schott Solar sieht in der Fotovoltaik auch im Jahr 2010 weiterhin eine krisensichere Einnahmequelle, obwohl die Erzeugung von Solarstrom in Zukunft immer weniger gefördert werde. Zu Jahresbeginn wurde die Einspeisevergütung für Solaranlagen bis 30 kWp planmäßig um neun Prozent auf 39,14 Cent pro Kilowattstunde reduziert. Doch dank der gesunkenen Modulpreise lohnt sich die Installation einer Solaranlage auch in diesem Jahr. Wie viel Rendite Verbraucher mit ihrer Anlage erwirtschaften können, lässt sich schon im Vorfeld mit einem Solarstromrechner kalkulieren.Hauseigentümer, die ab dem 1. Januar 2010 eine Solaranlage in Betrieb nehmen, bekommen für den erzeugten Strom neun Prozent weniger Geld als im Vorjahr. Umso wichtiger ist es, auf leistungsstabile Solarmodule zu setzen, die auch nach vielen Jahren noch hohe Erträge ermöglichen. Dank solcher Qualitätsmodule und gefallener Preise für Solaranlagen fällt nach Einschätzung von Lars Waldmann, der bei Schott Solar für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, die geringere Vergütung praktisch nicht ins Gewicht.
So könnten Anlagenbetreiber auch weiterhin für 20 Jahre mit einer festen, gesetzlich garantierten Einspeisevergütung rechnen. Der Förderzeitraum beginnt mit dem Folgejahr der Inbetriebnahme. Dazu addiert sich die Förderung für das laufende Jahr der Inbetriebnahme ab dem Monat, in dem die Anlage ans Netz geht. Das heißt: die Einspeisevergütung ab Inbetriebnahme kommt Betreibern 20 Jahre plus die verbleibenden Monate im Installationsjahr zugute.
Noch besser sind die Ertragsaussichten für Anlagenbetreiber, die ihren Solarstrom nicht komplett ins Netz einspeisen sondern einen Teil selbst verbrauchen. Dafür gibt es im Jahr 2010 einen Vergütungssatz von 22,76 Cent pro Kilowattstunde. Dazu kommen noch die ersparten Ausgaben für den Strom, den sonst ein Versorger liefern müsste.
Die Rendite einer Solaranlage hängt von vielen Faktoren ab. Neben Qualitätsmodulen sind Standort und die Ausrichtung des Daches maßgebend. Zum Beispiel mit dem Solarstromrechner von Schott Solar haben Verbraucher die Möglichkeit, den zu erwartenden Ertrag durchzukalkulieren. Dafür müssen nur Standort des Hauses die Dachausrichtung angegeben werden.
15.1.2010
Abfallwirtschaft entlastet das Klima
Die Abfallwirtschaft trägt erheblich zum Klimaschutz bei und wird dies auch in Zukunft weiter tun. Insgesamt spart die Abfallwirtschaft beim Siedlungsabfall und beim Altholz bereits heute jährlich knapp 18 Mill. t an CO2-Äquivalenten ein. Dies entspricht in etwa den CO2-Emissionen von 7,7 Mill. Autos. Im Vergleich zu 1990 macht dies eine Reduktion von rund 53 Mill. t CO2-Äquivalenten aus.Zu dieser Einschätzung kommt eine neue Studie von Öko-Institut und Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu). Im Auftrag von Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium und dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft haben die Wissenschaftler das Klimaschutzpotenzial der Abfallwirtschaft untersucht: Ihren Berechnungen zu Folge lassen sich die treibhausschädlichen Gase in der deutschen Abfallwirtschaft bis zum Jahr 2020 weiter reduzieren - um rund zehn Mill. t CO2-Äquivalente jährlich. Voraussetzung dafür sei mehr Recycling, eine verbesserte stoffliche Verwertung der Abfälle und eine effizientere Technik in den Behandlungsanlagen. Somit könnten allein der Siedlungsabfall und das Altholzrecycling mit rund 13 % zu den Treibhausminderungszielen für Deutschland (40 % bis 2020) beitragen.
Auch die Situation in Europa haben sich die Wissenschaftler betrachtet. In der EU 27 spielt die Deponierung im Vergleich zu Deutschland immer noch eine wesentliche Rolle und belastet das Klima jährlich mit bis zu 110 Mill. t an CO2-Äquivalenten. Hier ist eine konsequente Abkehr von der Deponierung sowie ein ambitioniertes Recycling notwendig, um die Belastungen zu verringern. Die Einsparpotenziale für das Klima sind hoch: bis zu 192 Mill. t an CO2-Äquivalenten sind je nach untersuchtem Szenario möglich. Damit könnte der Siedlungsabfall ausgehend vom Bilanzjahr 2007 mit bis zu 32 % zum Minderungsziel der EU 27 (20 % bis 2020) beitragen.
In den beispielhaft untersuchten Ländern Türkei, Tunesien und Mexiko dominiert die Deponierung von Abfällen, wobei nur Mexiko eine geordnete Abfallwirtschaft etablieren konnte. Bislang haben diese Länder noch keine Minderungsziele vereinbart. Wenn sie jedoch die Deponierung beenden, sind bezogen auf die aktuellen Treibhausgasemissionen bei allen drei Staaten erhebliche Einsparpotenziale bei der Siedlungsabfallwirtschaft möglich.
Ein direkter Vergleich zwischen den Ergebnissen für Deutschland, für die EU 27 und die drei untersuchten Länder ist nicht unmittelbar möglich. Es liegen unterschiedliche Rahmenbedingungen zugrunde, und je nach verfügbaren Informationen unterscheiden sich auch die Bezugsgrößen.
15.1.2010
Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien soll bis voraussichtlich 2027 erfolgen
Alle Bundesländer arbeiten an einer fristgerechten Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Das teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit.Die Bewirtschaftungs- und Maßnahmenpläne der Bundesländer würden rechtzeitig vorgelegt, lediglich Nordrhein-Westfalen könne seinen Bericht aufgrund einer ”formal nicht abgeschlossenen Landtagsanhörung“ nicht pünktlich veröffentlichen, so die Bundesregierung. Trotz unterschiedlicher Maßstäbe bei der Umsetzung der WRRL, seien bisher keine Herangehensweisen der Bundesländer bekannt geworden, die nicht den Vorgaben und der Intention der WRRL entsprächen.
Ziel der Richtlinie ist, nach Auskunft der Bundesregierung, ein guter Zustand der Gewässer, unterschiedliche Herangehensweisen seien nicht verboten. Daher gebe es auch keinen Anlass, in die ordnungspolitischen Regelungen einzugreifen. Die Ziele der WRRL könnten, ”unter der Berücksichtigung der verschiedenen Verlängerungs- und Ausnahmeregelungen“ bis 2027 erreicht werden, heißt es in der Antwort.
Die Bundesregierung hält, trotz einer Auseinandersetzung mit der EU-Kommission, weiterhin an der Auffassung fest, dass unter den Begriff Wasserdienstleistung nur die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung fielen. Sie habe ihren Standpunkt gegenüber der Kommission eindeutig begründet und erwarte deshalb, dass das EU-Vertragsverletzungsverfahren eingestellt würde, schreibt die Regierung.
Im Zusammenhang mit Fischwanderhilfen und der Durchlässigkeit der Gewässer teilt die Regierung in ihrer Antwort mit, dass neuartige Techniken eine ”ökologisch verträgliche Durchwanderbarkeit von Wehren und Wasserkraftanlagen erlauben“ würden. Diese seien jedoch nicht überall einsetzbar. Alle Querbauwerke sollten auf ihre Dringlichkeit überprüft und wenn möglich ”vollständig beseitigt werden“. Eine flächendeckende Durchgängigkeit in deutschen Flussgebieten sei aber ”wegen der teilweise nicht reversiblen Eingriffe in die Gewässer nicht erreichbar“.
Des Weiteren informiert die Bundesregierung über den Sonderfall Werra, bei dem ein ”guter ökologischer Zustand der durch Kaliabwasser belasteten Gewässer voraussichtlich nicht erreicht werden kann“. Ein eigens eingerichteter Runder Tisch der Länder Hessen und Thüringen soll in Zusammenarbeit mit der Kali und Salz AG ”einen breiten gesellschaftlichen Konsens für die weiteren Entscheidungen“ bewirken. Unterstützt werde der Runde Tisch vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und wissenschaftlichen Experten. Ziel sei es, die Salzbelastung direkt an ihrem Ursprungsort zu verringern.
15.1.2010
Entsorga wird Teil der IFAT
Die Messe München und der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE) kooperieren bei der IFAT: Die Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling wird künftig unter dem Namen IFAT Entsorga stattfinden. Im Zuge dieser Kooperation soll das erfolgreiche Konzept der IFAT weitergeführt werden – dabei rücken die Bereiche „Rohstoffverwertung“ und „private Dienstleister“ noch mehr in den Fokus.Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München GmbH, erklärt: „Mit der IFAT Entsorga wird nicht nur das effizienteste Forum für die Industrie geboten, sondern auch ihre Stellung als Weltleitmesse für die Umweltbranche weiter ausgebaut.“ Angesichts der stetig wachsenden Zahl von Umweltveranstaltungen eröffne die IFAT Entsorga der Branche somit Orientierung. Gleichzeitig biete sie für die Unternehmen die Möglichkeit, ihre Marketingaktivitäten auf die weltweit bedeutendste Umweltmesse zu fokussieren.
Der BDE mit Sitz in Berlin, der mit seinen 750 Mitgliedsunternehmen die größte Vereinigung der Recycling- und Entsorgungsbranche in Deutschland und Europa darstellt, erwartet von der Kooperation von IFAT und Entsorga neue nationale und internationale Märkte für seine Mitgliedsunternehmen. BDE-Präsident Peter Kurth sagt: „Die IFAT ist eine hervorragende Plattform, um das riesige Potenzial unserer Branche darzustellen und den Brückenschlag zu Märkten auf der ganzen Welt zu unterstützen“.
15.1.2010
Breitere Rohstoffbasis für chemische Industrie
Die chemische Industrie wird ihre Rohstoffversorgung in Zukunft auf eine breitere Basis stellen und dadurch vor allem auch die Abhängigkeit von Erdöl reduzieren. Das ist eine Kernaussage des Positionspapiers „Rohstoffbasis im Wandel“ der Chemieorganisationen GDCh, DECHEMA, DGMK und VCI1), das zu Beginn der Woche in Frankfurt am Main vorgestellt wurde.Das von einem Autorenteam unter Leitung von Professor Dr. Michael Röper (BASF) und Professor Dr. Wilhelm Keim (RWTH Aachen) erstellte Papier gibt Antworten auf die Frage, wie sich die chemische Industrie und andere Branchen weiter sicher mit Rohstoffen versorgen können. Bei den fossilen Rohstoffen wird danach Erdöl als wichtigster Kohlenstofflieferant mittelfristig durch andere Rohstoffe ergänzt und ersetzt, vor allem durch Erdgas, Kohle und Biomasse. Eher begrenzt sind solche Alternativen dagegen für metallische und mineralische Rohstoffe, die beispielsweise in der Halbleiter- und Batterietechnologie und bei der Herstellung von Düngemitteln verwendet werden. Hier müssen auch bessere Verfahren für die Gewinnung und höhere Recycling-Quoten zur Rohstoffversorgung beitragen.
Damit der Rohstoffwandel gelingen kann, sieht das Autorenteam auch die Politik in der Pflicht: Diese müsse entsprechende Forschung besser fördern und die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. „Als rohstoffarmes Industrieland ist Deutschland besonders darauf angewiesen, die mit dem Wandel der Rohstoffbasis verbundenen Chancen aktiv zu nutzen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu stärken“, fassen die Autoren zusammen. Wichtig seien dafür mehr Grundlagenforschung zur Stoffumwandlung, die Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue Produkte und die verbesserte Ausnutzung von Lagerstätten.
Auch das Thema „Nachwachsende Rohstoffe“ wird ausführlich behandelt: Diese werden schon seit langem in der chemischen Industrie eingesetzt und machen bei der Rohstoffversorgung derzeit einen Anteil von ungefähr zehn Prozent aus. Ob dieser ausgebaut werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von neuen Verarbeitungstechnologien. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass nachwachsende Rohstoffe in ausreichender Menge und Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehen. Zudem muss das Problem der Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln gelöst werden. Schwerpunkt der Forschung ist hier die integrierte Aufarbeitung von „Non-food“ Biomasse (Holz, Stroh) zu Energie, Biogas, Kraftstoff und Chemikalien.
Schließlich sehen die Autoren auch in der stofflichen Nutzung des „Klimagases“ CO2 (Kohlendioxid) ein zukünftiges Forschungsfeld für Chemiker. Erfolge auf diesem Gebiet könnten der Chemie eine neue Rohstoffquelle erschließen. Allerdings dürfte die stoffliche Nutzung von CO2 alleine den Klimawandel nur wenig beeinflussen, da die in der Produktion benötigte Menge verglichen mit dem weltweiten Ausstoß gering bleiben wird.
15.1.2010
DUH sucht „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) zeichnet auch in diesem Jahr wieder Städte und Gemeinden für ihr besonderes Engagement im kommunalen Klimaschutz aus.Bis zum 30. April dieses Jahres können sich alle Kommunen in Deutschland um den Titel „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ bewerben und bundesweit zeigen, wie sie der großen Herausforderung Klimawandel begegnen. Die DUH bewertet anhand eines Fragebogens das Energiesparen der Kommunen, umweltfreundliche Informationstechnologie (Green IT) und energieeffizientes Büro, Energieerzeugung, kommunale Verkehrspolitik, Siedlungsgestaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung. Neu ist ein Sachpreis für die Gewinnerkommune.
Die „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ erhält eine schlüsselfertige Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 kW, die die First Solar GmbH zur Verfügung stellt. Der Ertrag aus der Stromproduktion kommt dem Gewinner 20 Jahre lang zugute und soll zweckgebunden für den kommunalen Klimaschutz eingesetzt werden.
Neben First Solar fördern die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Klimaschutzinitiative CO2NTRA der Saint-Gobain-Isover G+H AG den Wettbewerb.
Einen besonderen Schwerpunkt legt die DUH in diesem Wettbewerbsjahr auf Green IT, die energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnologie. In vielen Kommunen wächst der Stromverbrauch aufgrund des verstärkten Einsatzes von Computern und Informationstechnik stetig, so dass eine Effizienzsteigerung die Klimabilanz einer Kommune entlastet. Der effiziente Energie- und Materialeinsatz von Informationstechnik wird daher im Wettbewerb besonders belohnt. Für sehr ambitionierte Green IT-Projekte vergibt die DUH in diesem Jahr drei Sonderpreise.
Schirmherr des Wettbewerbs „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ ist wie bereits im vergangenen Jahr der Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif. Er fordert die Kommunen auf, mutig voran zu gehen und den Klimaschutz ganz oben auf der kommunalpolitischen Agenda anzusiedeln. Da sich die Entwicklungen im Zuge der Klimaänderung teils rasanter vollziehen, als bisher angenommen, müssten Kommunen jetzt handeln.
Zusätzlich zur finanziellen Förderung durch die DBU, die Klimaschutzinitiative CO2NTRA der Saint-Gobain-Isover G+H AG und der First Solar GmbH unterstützen folgende Organisationen den Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“: Agentur für Erneuerbare Energien, Bundesverband Erneuerbare Energien, CO2online gGmbH, Deutsche Energie-Agentur, Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, GRÜNE LIGA, ICLEI – Local Governments for Sustainability, ifeu-Institut Heidelberg, InWEnt – Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und das Klima-Bündnis.
Bis Ende April haben Städte und Gemeinden Zeit, ihr Engagement, ihre gezielten Maßnahmen und vorbildlichen Projekte zu dokumentieren und bei der DUH einzureichen. Nach Abschluss des Wettbewerbs werden nachahmenswerte Konzepte in einer Broschüre und in regionalen Workshops bundesweit bekannt gemacht.
15.1.2010
Internationales Jahr der biologischen Vielfalt
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms Achim Steiner und weitere prominente Gäste haben am Montag bei einer Festveranstaltung im Museum für Naturkunde in Berlin das internationale Jahr der biologischen Vielfalt eröffnet.„Naturschutz ist kein Luxus. Die Natur liefert uns Nahrung, sauberes Wasser oder Medikamente. Insekten sichern unsere Ernten, indem sie Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Wälder schützen uns vor Überschwemmungen, speichern große Mengen Kohlendioxid und wirken damit gegen den Klimawandel. Zerstören wir die Natur weiter, bringen wir uns langfristig selbst um unsere Existenz- und Wirtschaftsgrundlage“, sagte der Bundesumweltminister bei der Veranstaltung.
Das Jahr 2010 wurde durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt“ erklärt. Damit sollen die Bedeutung der biologischen Vielfalt sowie die Folgen ihres Verlustes - auch für das menschliche Wohlergehen und die globale wirtschaftliche Entwicklung – stärker in das politische und öffentliche Bewusstsein rücken. Als aktueller Vorsitz des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) richtet Deutschland die weltweite Auftaktveranstaltung des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt aus.
Nach wie vor schwindet die biologische Vielfalt weltweit in einer Geschwindigkeit, wie sie in der Geschichte vorher nicht beobachtet wurde. Jährlich wird eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar vernichtet – das entspricht einer Fläche von der Größe Griechenlands. Karibische Korallenriffe sind bereits zu 80 Prozent zerstört, 35 Prozent aller Mangroven wurden innerhalb der letzten 20 Jahre vernichtet. Auch in Deutschland ist es um die heimische Natur nicht gut bestellt: 72 Prozent aller Lebensräume sind gefährdet oder sogar akut von Vernichtung bedroht, so die Rote Liste von 2009. Von den einheimischen Tierarten Deutschlands sind 35 Prozent, von den Pflanzenarten 26 Prozent bestandsgefährdet.
„Wir müssen daher sowohl national als auch international alles daran setzen, den Verlust der Lebensräume und Arten zu stoppen. Wir konnten zwar in Deutschland in den letzten Jahren zahlreiche Erfolge erzielen, nicht zuletzt durch die Erfüllung unserer Pflichten aus den Natura 2000 Richtlinien. Trotzdem sind erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Flächenversiegelung und Verkehr. Denn von dort geht weiterhin eine starke Gefahr für die biologische Vielfalt aus“, mahnte Röttgen. Der Bundesumweltminister kündigte an, zur Umsetzung der in der letzten Legislaturperiode beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aufzulegen.
Im Anschluss an den Festakt hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen im Berliner Naturkun-demuseum die Ausstellung „Ohne Vielfalt der Natur keine Vielfalt der Wirtschaft“ eröffnet. Diese Ausstellung ist Teil der „Business and Biodiversity Initiative“, die das Bundesumweltministerium im Jahr 2007 ins Leben gerufen hat, um die Wirtschaft aktiv in den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt einzubinden. Die Ausstellung bleibt noch bis zum 18. Januar im Berliner Naturkundemuseum, wird anschließend durch die beteiligten Unternehmen wandern und schließlich bei der 10. UN-Naturschutzkonferenz im Oktober in Japan zu sehen sein.
15.1.2010
Die dualen Systeme rufen zum Abschluss von Verträgen auf
Die Mitglieder der Gemeinsamen Stelle dualer Systeme haben festgestellt, dass eine große Anzahl ihrer Kunden trotz rechtlicher Verpflichtung noch keinen Vertrag zur Entsorgung ihrer Verkaufsverpackungen für 2010 abgeschlossen hat.Daher seien bis dato viel geringere Mengen gemeldet worden, als tatsächlich im Markt sind, erklärte der Geschäftsführer der Gemeinsamen Stelle dualer Systeme Deutschlands GmbH, Dr. Mirko Sickinger.
Da die Systembetreiber von dieser Situation in unterschiedlichem Maße betroffen seien und die Gemeinsame Stelle die Kostenanteile für die Sammlung der Verkaufsverpackungen im Gelben Sack nach den gemeldeten Verpackungsmengen verteilen müsse, sei derzeit eine realistische Lastenverteilung zwischen den dualen Systemen nicht möglich.
Sickinger appelliert daher nachdrücklich an alle Inverkehrbringer von Verkaufsverpackungen, jetzt die Verträge mit den dualen Systemen für 2010 abzuschließen, sofern das noch nicht geschehen ist. Passiere dies nicht, würden einzelne Systembetreiber unweigerlich in eine wirtschaftliche Schieflage und das Gesamtsystem in eine bedrohliche Unterfinanzierung geraten. Auch der Systemzusammenbruch könne dann nicht mehr ausgeschlossen werden.
Die Mitglieder der Gemeinsamen Stelle haben auf der heutigen Sondersitzung vom 8. Januar 2010 beschlossen, dass mit Stichtag zum 13. Januar 2010 die Planmengenanteile für das erste Quartal 2010 neu berechnet werden. Sofern bis dahin die Kunden ihre Verträge abgeschlossen haben, dürften von den Systembetreibern deutlich mehr Mengen an die Gemeinsame Stelle gemeldet werden. Das sei unbedingt nötig, um die Finanzierung der Verpackungsentsorgung auf eine solide Basis zu stellen, so Sickinger.
8.1.2010
COP15-Ergebnisse aus Unternehmersicht nicht ausreichend
Die in der Initiative „2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ verbundenen Unternehmer bewerten die Ergebnisse der UN-Klimaverhandlungen als nicht hinreichend. Jetzt müssen zügig Folgeverhandlungen aufgenommen werden, um einen klaren Fahrplan und verbindliche Maßnahmen für den globalen Klimaschutz festzuschreiben.Dabei muss den wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung getragen und eine Reduktion der globalen Treibhausgas-Emissionen um mindestens 50 Prozent bis zum Jahr 2050 verbindlich vereinbart werden. Ein zu beschließendes internationales Klimaschutzabkommen sollte die möglichst global umfassende Einpreisung von Treibhausgasen und die Verknüpfung und Weiterentwicklung bestehender regionaler Emissionshandelssysteme zum Kernbestandteil haben.
Ein schwaches positives Signal der Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen ist, dass die Weltgemeinschaft das 2°-Ziel verbindlich akzeptiert und sich auf die besondere Verantwortung der Industrieländer gegenüber den Entwicklungsländern geeinigt hat.
Parallel zu den internationalen Klimaschutzverhandlungen muss Deutschland jetzt seine Aktivitäten beim Klimaschutz intensivieren, auch um die technologische Vorreiterrolle deutscher Unternehmen beim Klimaschutz zu festigen. Die Unternehmer der Initiative „2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ haben deshalb beschlossen, am 24. Februar 2010 zu einem Forschungs- und Innovationsforum nach Berlin einzuladen, um die anstehenden Umsetzungsmaßnahmen und konkrete Durchbruchprojekte mit Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu diskutieren.
8.1.2010
IFAT 2010 fokussiert Biogaserzeugung aus Abfallstoffen
Die Erzeugung von Biogas ist in der Abfallentsorgung eine bisher noch kaum genutzte Option. Nach Angaben des Fachverbands Biogas werden zum Jahresende 2009 in Deutschland rund 4.500 Biogasanlagen in Betrieb sein. Etwa 95 Prozent davon nutzen landwirtschaftliche Substrate wie Gülle, Mist und Energiepflanzen. Kommunal eingesammelter Haushaltsbiomüll oder organische Abfälle aus der Lebensmittelproduktion dienen bislang nur in sehr begrenztem Umfang als Energiequellen.Ein Grund hierfür liegt in der stark schwankenden Zusammensetzung dieser Inputstoffe, die für die Vergärungstechnologien eine besondere Herausforderung darstellt. Außerdem müssen abgelaufene Lebensmittel und sonstige Speiseabfälle vor der Vergärung hygienisiert werden, was zusätzliche Kosten bedeutet.
Nichtsdestotrotz haben sich in Deutschland und weiteren, vor allem europäischen Staaten, ein Reihe von Firmen etabliert, die auch für kommunale und industrielle Bioabfälle Vergärungsverfahren anbieten. Ein bedeutender Teil dieser Unternehmen wird die internationale Umweltleitmesse IFAT im September 2010 nutzen, um Lösungen zu präsentieren. Technik und Dienstleistungen rund um das Thema Biogas bilden seit der Vorgängerveranstaltung im Jahr 2008 einen neuen Schwerpunkt der traditionsreichen Münchner Umwelttechnologiemesse.
Neben die Erzeugung von Strom und Wärme über Blockheizkraftwerke ist in den letzten Jahren die Aufbereitung des Biogases auf Erdgasqualität als weitere energetische Verwertungsoption getreten. Der Charme dabei ist, dass das veredelte Biogas direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden und so leitungsgebunden zu jedem Einsatzort und zu jeder Verwendungsart gelangen kann. Laut dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES (Kassel) waren im November 2009 in Europa mehr als 80 Biogasaufbereitungsanlagen in Betrieb. Von diesen speisten nach Informationen der Deutschen Energie Agentur (dena, Berlin) 44 Anlagen das aufbereitete Biogas in öffentliche Gasnetze ein.
Obwohl Schweden die weltweit größte Zahl an Biogasveredelungsanlagen hat, liegt die größte Einspeisekapazität in Deutschland. Ein Grund dafür ist, dass in Schweden – wie auch in einigen anderen europäischen Staaten – das aufbereitete Biogas in vielen Fällen direkt als Kraftstoff genutzt wird, ohne den Zwischenschritt der Einspeisung. Deutschland hingegen verfügt nach Angaben der dena im europäischen Vergleich über die höchste gesetzliche Einspeisevergütung für Bio-Erdgas, dicht gefolgt von Österreich.
Mit 2.605 Ausstellern aus 41 Ländern sowie rund 120.000 Fachbesuchern aus 170 Ländern präsentierte sich die IFAT im Jahr 2008 mit neuen Rekordzahlen. Die 16. Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling findet vom 13. bis 17. September 2010 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Die IFAT ist die weltweit wichtigste Fachmesse für Innovationen und Neuheiten in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling.
8.1.2010
Bundesregierung hält an Klimaschutzzielen fest
Die Bundesregierung will beim Klimaschutz weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen. Dabei unterstützt sie das Zwei-Grad-Ziel, mit dem die Erwärmung der Erde auf zwei Grad gegenüber dem industriellen Zeitalter begrenzt werden soll. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen über die umweltpolitischen Zielsetzungen der neuen Bundesregierung hervor.Die im Integrierten Klima- und Energiepaket aufgeführten Maßnahmen sollen im Jahr 2010 überprüft und gegebenenfalls nachgesteuert werden. Die Bundesregierung bekräftigt in der Antwort ebenfalls ihre Absicht, die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz entsprechend der EU-Richtlinien weiter auszubauen beziehungsweise zu erhöhen. Außerdem hält die Bundesregierung auch an der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt fest und wird auch in der 17. Legislaturperiode einen Bericht über die Erreichung und Realisierung der verschiedenen Maßnahmen vorlegen.
Die Bundesregierung will in Zukunft bei der Entsorgung und Erfassung von Energiesparlampen auch stärker auf den Handel setzen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke über Maßnahmen zur Verminderung der Gesundheitsbelastung von Verbrauchern durch Quecksilber in Energiesparlampen hervor.
Marktgängige Energiesparlampen erhalten geringe Mengen an Quecksilber, um über den Gasentladungsvorgang Licht zu erzeugen. Die stärkere Einbindung des Handels soll jedoch zunächst freiwillig erfolgen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen ”möglichst alle ausgedienten Energiesparlampen vom unsortierten Siedlungsabfall getrennt erfasst werden“, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort.
In Deutschland betrug die Recyclingquote nach Angaben der Hersteller im Jahr 2006 über 95 Prozent, heißt es in der Antwort. Die Linke hatte in ihrer Kleinen Anfrage erklärt, dass im Jahr 2008 lediglich 34,6 Prozent der Leuchtmittel fachgerecht über die vorgeschriebenen Sammelstellen entsorgt wurden. Die Bundesregierung vertritt in ihrer Antwort die Ansicht, dass die Regelungen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes einen ausreichenden Schutz der menschlichen Gesundheit vor einem Quecksilbereintrag in die Umwelt aus altgedienten Energiesparlampen gewährleisten.
8.1.2010
Energieverbrauch 2009 drastisch gesunken
Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2009 kräftig gesunken. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) lag der Verbrauch mit 13.281 Petajoule (PJ) um 6,5 % unter dem des Vorjahres. Wesentlichen Einfluss auf den ungewöhnlich starken Abwärtstrend hatte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Da energieintensive Grundstoffindustrien in besonderem Maße von der Konjunkturentwicklung betroffen waren, ging der Energieverbrauch stärker zurück als das Bruttoinlandsprodukt. Das erreichte Verbrauchsniveau ist das niedrigste seit Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.Der Verbrauch an Mineralöl verminderte sich 2009 um 5,8 % und erreichte mit 4.595 PJ den niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. Mit einem Anteil von 34,6 % am Gesamtverbrauch blieb das Mineralöl dennoch der mit Abstand wichtigste Energieträger in Deutschland. Konjunkturbedingt sank die Nachfrage nach schwerem Heizöl, Chemiebenzin und Schmierstoffen sowie sonstigen Produkten um rund 2 Mio. t. Der Absatz von leichtem Heizöl verringerte sich um rund 14 % und der Bedarf an Flugkraftstoffen lag mit fast 4 % im Minus. Die Absatzentwicklung bei Otto- und Dieselkraftstoffen wurde geprägt durch die um knapp 50 % erhöhte Beimischung von Bio-Kraftstoffen, die statistisch den erneuerbaren Energieträgern zugerechnet werden. Ohne Zumischung wäre der Absatz an mineralischen Kraftstoffen leicht angestiegen.
Der Erdgasverbrauch sank 2009 in Deutschland um 5,5 % auf 2.887 PJ. Es verminderte sich sowohl die Nachfrage der Industrie wie auch der Einsatz in Kraftwerken. Die privaten Haushalte steigerten ihren Verbrauch leicht infolge der deutlich niedrigeren Temperaturen im ersten Quartal. Der Anteil des Erdgases am Gesamtenergieverbrauch stieg leicht auf 21,7 %.
Die Steinkohle wurde 2009 von der wirtschaftlichen Entwicklung am stärksten getroffen. Der Verbrauch sank um rund 18 % auf 1.474 PJ. Der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 13 %, die Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie sanken drastisch um über 30 %. Der Wärmemarkt schloss ebenfalls mit einem Minus ab. Steinkohle deckte 2009 noch rund 11 % des Energieverbrauchs in Deutschland.
Braunkohle trug mit 1.510 PJ knapp 3 % weniger zur Energiebilanz 2009 bei. Dieser Rückgang entspricht in etwa dem Rückgang der Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung, an die über 90 % der deutschen Braunkohlenförderung gehen. Der Anteil am Gesamtverbrauch stieg leicht auf 11,4 %.
Die Stromerzeugung aus Kernkraft sank um knapp 10 % auf 1.467 PJ. Kernkraft deckt damit ebenfalls rund 11 % des Gesamtbedarfs an Energieträgern in Deutschland.
Die Wasserkraftwerke (ohne Pumpspeicher) produzierten 2009 rund 7 % weniger Strom. Die Stromerzeugung der Windkraftanlagen sank um etwa 8 %. Insgesamt konnten die erneuerbaren Energien ihren Beitrag zur Deckung des Energieverbrauchs in Deutschland um knapp einen Prozentpunkt erhöhen. Sie decken jetzt etwa 9 % des gesamten Energiebedarfs. 2009 ergaben sich Zuwächse vor allem aus der Biomasse, der Fotovoltaik und den Biokraftstoffen.
8.1.2010
Weniger Energieverschwendung im Stand-by-Betrieb
Neu auf den Markt kommende Elektrogeräte dürfen künftig nur noch wenig Strom im Stand-by-Betrieb verbrauchen. Ab 7. Januar 2010 gelten EU-weit neue Regeln für Haushalts- und Bürogeräte. Künftig dürfen diese im Stand-by-Betrieb nicht mehr als zwei Watt Strom verbrauchen. Möglich wird dies durch die Ökodesign-Richtlinie, mit der die Energieeffizienz-Anforderungen für alle in Europa verkauften Produkte festgelegt werden.Die neuen Regeln zum "Stand-by" sollen den Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb in der EU bis 2020 um fast 75 Prozent reduzieren. Diese Einsparungen entsprechen dem jährlichen Stromverbrauch Dänemarks und einer jährlichen Einsparung von 14 Mill. t CO2-Emissionen. Darüber hinaus ist mit weiteren Einsparungen in anderen Regionen der Welt zu rechnen, da viele der betroffenen Produkte weltweit verkauft werden.
Ab April 2010 gelten für externe Netzteile, etwa von Telefonen und Computern, neue Obergrenzen für den maximalen Energieverlust durch die Spannungswandlung. Im Jahr 2020 soll dieser Wert um fast ein Drittel geringer sein als heute.
Der nächste Schritt folgt im Juli 2010. Dann treten neue Verbrauchsobergrenzen für Kühl- und Gefrierschränke in Kraft, die in den Folgejahren weiter sinken. Dadurch werden bei den Verbrauchsklassen nur noch die EU-Label A+ sowie A++ bestehen können. Beispielsweise muss im Jahr 2012 ein Kühlschrank mindestens ein Fünftel weniger Energie verbrauchen als ein Durchschnittsmodell von heute.
8.1.2010
Globale Forschungsallianz zur Bekämpfung landwirtschaftlicher Treibhausgasemissionen
Eine neue globale Forschungsallianz soll der Landwirtschaft und industriellen Biotechnologie helfen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.Maive Rute, Direktorin für Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission,
betont, dass die Landwirtschaft einen großen Anteil dieser Emissionen produziere.
Ein Großteil dieser gehe auf das Konto der Nutztierhaltung, aber auch bestimmte Bearbeitungspraktiken lösen die Freisetzung von Kohlendioxid aus dem Boden aus. Außerdem werde viel abgeholzt, um für Landwirte freies Land zu schaffen. Doch obwohl die Landwirtschaft die Emissionen verringern solle, stehe sie überdies in der Pflicht, Nahrungsmittel, Treibstoff und Fasern für die wachsende Weltbevölkerung heranzuschaffen.
Rute stellte fest, dass es viele Bereiche gebe, in denen landwirtschaftliche Treibhausgasemissionen reduziert werden könnten. Dazu gehörten die Präzisionslandwirtschaft und landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen mit geringem Betriebsmittelaufwand sowie technologische Lösungen. So könne man zum Beispiel das von Viehbeständen erzeugte Gas auffangen und in Biogas umwandeln. Eine weitere Möglichkeit seien Veränderungen in der Ernährung der Tiere mit dem Ziel, dadurch die Emissionen zu reduzieren.
Die neue Allianz ist eine Initiative, die ihre Basis in Neuseeland hat - ein sehr hoher Anteil der neuseeländischen Treibhausgasemissionen kommt aus der Landwirtschaft. Die Gründungsmitglieder der Allianz sind: Australien, Chile, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Ghana, Indien, Irland, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, die Niederlande, Neuseeland, Schweden, die Schweiz, Spanien, Uruguay, Vietnam, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.
Die Europäische Kommission sei gleichsam stark an der Initiative beteiligt und plane sie zum Beispiel mit Sekretariatsaufgaben zu unterstützen. Rute ist jedoch der Ansicht, dass der wichtigste Beitrag der EU zu dem Programm die langjährige Erfahrung bei der Zusammenführung nationaler Forschungsprogramme zur Bewältigung gemeinsamer Probleme, zum Beispiel durch das ERA-NET-Programm und nun durch die Initiativen für gemeinsame Programmplanung sein werden.
17.12.2009
NRW: Fördermittel für Biogas vergeben
Die Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Christa Thoben hat am 10. Dezember 2009 in Düsseldorf fünf Zuwendungsbescheide über je 50.000 Euro für den Bau von Biogasanlagen im Münsterland überreicht. Im Rahmen des Biomasseaktionsplans bis zum Jahr 2020 will die Landesregierung die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse von knapp 9 Mrd. kWh auf fast 18 Mrd. kWh verdoppeln. Drei der fünf Förderzusagen gingen an Biogasanlagenkonzepte der PlanET Biogastechnik GmbH.Der Biomasseaktionsplan „Bioenergie.2020.NRW“ sieht vor, die Strom- und Wärmeproduktion des Landes Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Damit könnten dann 20 % des Strombedarfs und 10 % des Wärmebedarfs der Privathaushalte abgedeckt werden, so die Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Christa Thoben. Gerade im Bereich der Biomasse ließe sich in Nordrhein-Westfalen sowohl energie-, als auch industriepolitisch noch einiges bewegen. Biomasse müsse mit hoher energetischer und volkswirtschaftlicher Effizienz eingesetzt werden, betonte die Ministerin. Die Fördermittel stammen aus „progres.nrw“, einem Programm der Landesregierung, mit dem ein nachhaltiger Energieeinsatz, erneuerbare Energien sowie das Energiesparen weiter voran getrieben werden sollen.
Andreas Bünker, Vertriebsleiter des münsterländischen Biogasunternehmens PlanET Biogastechnik GmbH, bekundete seine Freude über die Auszeichnung der drei Biogasanlagenkonzepte. Die Fördermittel unterstützen die Landwirte bei ihrem Vorhaben, die Biogasanlagen in den Verwertungskreislauf ihres Betriebes zu integrieren. Gerade für die Veredelungsbetriebe im Münsterland biete die Investition in Biogas die Möglichkeit, bei schwankenden Erzeugerpreisen die Leistungsfähigkeit des Hofbetriebes weiterhin zu erhalten. Der Biomasseaktionsplan „Bioenergie.2020.NRW“ setze hier ökologisch und ökonomisch wichtige Anreize, Biomasse aus NRW nachhaltig zu verwerten und die Landwirte betriebswirtschaftlich zu stärken. Fördermittel für ihr Biogaskonzept erhalten die zukünftigen PlanET Betreiber Tuente aus Bocholt, Stenkamp aus Hamminkeln und Holtmann und Herbering aus Ochtrup.
17.12.2009
Nachhaltigkeits-Check für Chemiemultis
Drei europäische Chemieunternehmen sind führend im internationalen wissenschaftlichen Vergleich, der nachhaltiges Wirtschaften innerhalb der Chemiebranche in Euro misst. Dabei wird nicht nur der Umgang mit Kapital, sondern auch mit Umweltressourcen und Beschäftigten einheitlich monetär bewertet.Dem französischen Industriegashersteller Air Liquide und dem deutschen Chemiemulti BASF gelang es der neuen Studie zufolge, in allen vier untersuchten Jahren 2004 bis 2007 ihr Ressourcenbündel deutlich effizienter als der Durchschnitt der betrachteten Unternehmen einzusetzen. Beide Unternehmen schufen damit einen nachhaltigen Mehrwert in Milliardenhöhe. Bereinigt man diese Ergebnisse um die Unternehmensgröße, gelingt es Bayer im Jahr 2007 aufgrund seines Effizienzvorsprungs zum Zweitplatzierten BASF aufzuschließen. Am Ende des Rankings steht das US Unternehmen Dow Chemical. Es setzte seine Ressourcen im Jahr 2007 nur etwa halb so effizient ein wie der Durchschnitt und schuf damit einen negativen Sustainable Value von minus 2,2 Mrd. Euro.
Die Studie "Sustainable Value Creation by Chemical Companies" bewertet erstmals die Nachhaltigkeitsleistung von neun Chemieunternehmen systematisch und monetär. Der Sustainable-Value-Ansatz ermöglicht dies, der die am Finanzmarkt etablierte Opportunitätskostenlogik auf ökologische und soziale Aspekte erweitert und dabei erstmals zu aussagefähigen Ergebnissen über die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen in Euro kommt.
Wissenschaftler des unabhängigen und gemeinnützigen IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, der Queen's University Management School in Belfast und der Euromed Management School in Marseille führten diese Studie gemeinsam durch. Der Ansatz wurde von den beteiligten Wissenschaftlern Prof. Dr. Frank Figge, Queen's University Management School, und Dr. Tobias Hahn, Euromed Management School, im Jahr 2001 entwickelt und seitdem in verschiedenen Studien erfolgreich angewandt. Auftraggeber sind vorrangig öffentliche Institutionen wie die EU-Kommission, das Bundesforschungs- und das Bundeswirtschaftsministerium. Die vorliegende Studie wurde von der BASF SE in Auftrag gegeben, die 2008 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhielt.
17.12.2009
Forsa-Umfrage zm Thema Erneuerbarer Energien
Der 3. jährlichen Forsa-Umfrage zur Akzeptanz der Erneuerbaren Energien in Deutschland zufolge, die die Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben hat, wünscht sich die Mehrheit der Deutschen den weiteren starken Ausbau und die unverminderte Förderung der Erneuerbaren Energien (EE). Die breite Zustimmung für EE zieht sich quer durch alle politischen Lager – Kommunal- und Landespolitiker sollten sich stärker für EE engagieren. Des Weiteren fordert die Mehrheit, externe Kosten aller Energieträger in der Stromrechnung transparent zu machen.Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, zeigt sich erfreut über das klare Meinungsbild, das die bevölkerungsrepräsentative Umfrage ergeben hat: Trotz kontroverser Diskussion um die Energiepolitik der Zukunft sei die hohe Akzeptanz Erneuerbarer Energien seit Jahren ungebrochen. 95 % der mehr als 1.000 Befragten halten den Ausbau und die verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien für wichtig bis außerordentlich wichtig. Und 78 % der Bevölkerung hätten am liebsten Strom aus regenerativen Quellen für die eigene Stromversorgung.
Dabei sei den Befragten sehr wohl bewusst, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien nicht zum Nulltarif zu haben ist: Vor die Wahl gestellt, Investitionen eher in den Ausbau Erneuerbarer Energien zu lenken oder vorläufig weiter in herkömmliche Energieträger wie Kohle, Gas und Atomkraft zu investieren, plädieren 81 % der Befragten für einen stärkeren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dafür sollte die Förderung nach Meinung von 76 % der Befragten auf bisherigem Niveau beibehalten werden. Lediglich 20 % wollen die Förderung der Erneuerbaren Energien lieber absenken. Dabei spielt die Parteienpräferenz der Befragten eine eher untergeordnete Rolle.
Neben den finanziellen Ausgaben werden auch die technischen Anlagen zur Erzeugung regenerativen Stroms von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert. Knapp drei Viertel der Befragten fänden Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Nachbarschaft „sehr gut“ oder „gut“. Wer Erneuerbare Energien bereits aus der eigenen Umgebung kennt, bewertete sie sogar überdurchschnittlich gut. Im Bereich der Windenergie stehen 55 % der Gesamtbevölkerung Windkraftanlagen positiv gegenüber. In der Gruppe, die Windräder in der Nachbarschaft haben, wächst die Zustimmung auf 74 %.
Folglich will auch eine große Mehrheit der Befragten Landes- und Kommunalpolitiker stärker in die Pflicht nehmen, die Erneuerbare Energien voranzubringen: 81 % erwarten ein „verstärktes Engagement“.
Die Umfrage beinhaltete erstmals auch Fragen zu externen Kosten der Energieversorgung, die durch Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschäden verursacht werden, die durch die verschiedenen Energieträger in unterschiedlicher Höhe entstehen. Dabei ermittelte Forsa, dass 88 % der Befragten auf ihrer Energiekostenabrechnung eine regelmäßige Information über entstandene externe Kosten wünschen.
17.12.2009
Was Kommunen für die internationalen Klimaziele leisten
Städte und Gemeinden präsentierten während des UN-Klimagipfels, wie sie ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren und damit ambitionierte internationale Klimaziele aktiv unterstützen. Stellvertretend für die 1.500 Mitgliedskommunen des Städtenetzwerkes Klima-Bündnis stellten Nicola Zingaretti, Präsident der Provinz Rom, und Ulrike Janssen, Geschäftsführung Klima-Bündnis, die bereits erreichten Erfolge, die weiteren Ziele und die für die Umsetzung notwendigen Maßnahmen vor. Effizienz, wie Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung, Einsparung, zum Beispiel durch Passivhausbauweise, und erneuerbare Energien sind dabei die wichtigstenStichworte.
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts Deutschland, erläuterte die deutschen Klimaschutzziele und betonte die wichtige Rollen von Städten und Gemeinden: Um den Klimawandel tatsächlich zu verhindern, müssten die globalen Treibhausgas-Emissionen in den Industrieländern um 80 bis 95 % bis 2050 im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Dieses Ziel lasse sich kaum erreichen, wenn nur auf nationaler Ebene gehandelt werde. Kommunen hätten beispielsweise großes Potenzial für die Verringerung der Treibhausgase. Sie könnten zum Beispiel die lokale Wärme- und Stromversorgung, den Verkehr oder den Energiestandard von kommunalen Gebäuden beeinflussen. Es gäbe beeindruckende Beispiele im Kreis der Klima-Bündnis-Mitglieder, wie Kommunen mit den Treibhausgas-Emissionen vor Ort umgehen, so der UBA-Präsident.
Dr. Karl-Ludwig Schibel, Vorstand des Klima-Bündnis, erklärte, dass sich die Städte und Gemeinden im Klima-Bündnis dazu verpflichtet haben, die CO2-Emissionen alle fünf Jahre um 10 % zu reduzieren. Daher würde auch von den Regierungen in Kopenhagen erwartet werden, dass sie rechtlich verbindliche kurz- und langfristige Ziele vereinbaren.
Thomas Brose, Geschäftsführung Klima-Bündnis, erinnerte an die Partnerschaft mit den indigenen Völkern Amazoniens und sagte, dass der Erhalt des Regenwaldes und der Schutz der Rechte der indigenen Völker wichtige Ziele des Klima-Bündnis seien.
17.12.2009
Ontario stellt Weichen für Emissionshandel
Das Parlament der kanadischen Kernprovinz hat den „Environmental Protection Amendment Act“ verabschiedet. Das Gesetz regelt den Handel mit Treibhausgasen. Damit ist die Provinzregierung ihrem Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig zu reduzieren, wieder einen Schritt näher gekommen.Die Gesamtmenge an erlaubten Emissionen wird in Genehmigungen für Unternehmen aufgeteilt. Die Unternehmen müssen ihren CO2-Ausstoß an die festgelegten Grenzen anpassen – finanzielle Anreize sollen das Engagement fördern und erleichtern.
Liegt ein Unternehmen unter den vorgeschriebenen Grenzwerten, kann es sich den „Überschuss“ entweder gutschreiben lassen oder weiterverkaufen. Mit dem Erlös lassen sich dann die Maßnahmen finanzieren, um das Unternehmen umweltfreundlicher zu gestalten. Überschreitet ein Unternehmen jedoch die Grenzwerte, drohen Strafen.
Durch den Handel mit Treibhausgasen soll die Nutzung von emissionsarmen Prozessen und umweltfreundlicher Technologie in Unternehmen gefördert werden. Langfristig erwartet die Provinzregierung, dass durch diese Maßnahmen CO2-Emissionen in Ontario deutlich reduziert werden und neue Arbeitsplätze sowie Geschäftsmöglichkeiten entstehen.
„Dieses Begrenzungs- und Handelssystem wird eine entscheidende Rolle für unsere Zukunft spielen“, sagt John Gerretsen, Umweltminister von Ontario. „Industrieunternehmen können dadurch den Ausstoß an Treibhausgasen senken, neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen sowie unsere Umwelt für kommende Generationen bewahren.“
Der „Environmental Protection Amendment Act“ ist Teil des umfangreichen „Climate Change Action Plan“, mit dem die Provinzregierung auf den Klimawandel reagiert. Ziel ist es, bis 2014 sechs Prozent weniger Treibhausgase als 1990 auszustoßen – und bis zum Jahr 2020 15 Prozent weniger.
17.12.2009
Viessmann Gruppe gibt verbindliches Angebot für Schmack Biogas ab
Die Viessmann Gruppe hat am 15. Dezember 2009 dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Schmack Biogas AG, Dr. Hubert Ampferl, ein verbindliches notarielles Kaufangebot abgegeben. Die beiden Parteien sind sich einig, dass im Wege einer übertragenden Sanierung nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wesentliche Teile des operativen Geschäfts der Schmack Biogas-Gruppe an die Viessmann Gruppe übertragen werden. Der Gläubigerausschuss hat dem Erwerb mit Wirkung zum 01. Januar 2010 bereits zugestimmt.Nach Anmeldung der Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit wurden mit zahlreichen Investoren Verhandlungen geführt. Dabei konnte der vorläufige Insolvenzverwalter auf bereits vorhandene Investorenkontakte des Vorstands zurückgreifen.
Die Viessmann Gruppe erhielt den Vorzug, weil sie für die Schmack Biogas-Gruppe mit ihren Aktivitäten in Projektentwicklung, Anlagenbau und Dienstleistung eine Gesamtlösung angeboten hat. Im Ergebnis sollen mehr als drei Viertel der Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Alle nicht übernommenen Mitarbeiter der Schmack Biogas AG und der Schmack Energie Holding GmbH am Standort Schwandorf haben das Angebot zum Wechsel in eine Transfergesellschaft angenommen.
Dem vorläufigen Insolvenzverwalter war es gemeinsam mit dem Vorstand möglich, ausgewählte bereits begonnene Projekte weiterzuführen und den Geschäftsbetrieb im Service aufrechtzuerhalten. Im Wesentlichen konnte so der vorhandene hohe Auftragsbestand für den Investor gesichert werden.
12.12.2009
UMID-Themenheft „Klimawandel und Gesundheit“
Klimaänderungen wirken sich direkt und indirekt auf die Gesundheit aller Menschen aus. Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen, ein verändertes Auftreten von Allergenen, neue Krankheitserreger oder auch eine Veränderung der natürlichen UV-Strahlung – all das seien Folgen des Klimawandels, die zu gesundheitlichen Belastungen bei uns Menschen führen können, sagte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), anlässlich der Veröffentlichung des Themenheftes „Klimawandel und Gesundheit“ der Zeitschrift Umweltmedizinischer Informationsdienst (UMID).Im neuen UMID-Heft, welches das UBA, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und Robert Koch-Institut (RKI) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) gemeinsam herausgeben, finden sich Beiträge etwa zur Ausbreitung nicht-heimischer allergener Pflanzen und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken, zur solaren UV-Strahlung im Zeichen des Klimawandels oder zur möglichen Ausbreitung neuer Krankheitserreger und ihrer Überträger.
Die neue Ausgabe des UMID informiert zudem über das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes, das Allergie-Internetportal des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Serviceangebote des „Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung“ (KomPass) des UBA. Das Themenheft bietet außerdem eine Übersicht der Aktivitäten ausgewählter Bundesoberbehörden Deutschlands zum Themenfeld „Klimawandel und Gesundheit“.
12.12.2009
Entsorgungswirtschaft kann ein Drittel der EU-Klimaschutzziele verwirklichen
Die Recycling- und Entsorgungswirtschaft kann einen großen Beitrag leisten, um die EU-Klimaschutzziele zu erreichen, das war das Fazit einer Veranstaltung "Ressourcen- und Klimaschutz durch Recycling", die das Bayerische Umweltministerium gemeinsam mit dem bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. am Montagabend in der Vertretung des Freistaates Bayern in Brüssel durchführte.Bis zum Jahr 2020 könnten, je nach den politischen und gesetzlichen Vorgaben, zusätzlich bis zu 244 Mio. Tonnen an CO2-Äquivalenten eingespart werden, das sei fast ein Drittel des von der EU angestrebten EU-Klimaschutzzieles. Die bayerische Umweltstaatssekretärin Melanie Huml betonte die große Bedeutung der Klimaschutzanstrengungen. danach dürfen nur noch 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben werden, wenn das 2 °C-Ziel erreicht werden solle. Bliebe der Ausstoß auf heutigem Niveau, wäre das Budget schon in 25 Jahren erschöpft. Melanie Huml: "Die Kreislaufwirtschaft trägt erheblich zum Ressourcenschutz - und damit zum Klimaschutz - bei. Allerdings ist das nicht allen Menschen bewusst. Deshalb ist es so wichtig, Recycling und Kreislaufführung zum Thema zu machen, und damit das Augenmerk darauf zu richten: "Denn die Kreislaufwirtschaft birgt große Zukunftspotenziale sowohl für die Wirtschaft als auch genauso wie für die Umwelt!"
Der Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Burkhard Landers, wies auf den ernsthaften Beitrag zum Klimaschutz hin, den die Branche schon jetzt leiste. Er zeigte sich jedoch davon überzeugt, dass es ein großes Potenzial gebe, noch mehr für Ressourcen- und Klimaschutz zu tun. Landers verwies auf Zahlen der Prognos AG, die ermittelt hatte, dass die in der Abfallwirtschaft realisierte Reduzierung von CO2-Emissionen für die 27 EU-Mitgliedsländer insgesamt 206 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente betragen habe. „Alleine durch das Aufbereiten verschiedener Abfallströme zu Sekundärstoffen, die die Primärstoffe ergänzen, wird ganz praktisch eine große Menge an Treibhausgasen eingespart", erläuterte der bvse-Präsident. Um das Potenzial der Branche für Klima- und Ressourcenschutz auszuschöpfen müssten jedoch die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen. Burkhard Landers: "Dazu müssen Deponien geschlossen, die stoffliche Verwertung, also das Recycling, forciert und letztlich, am Ende der Verwertungskaskade, die thermische Verwertung mit Kraft-Wärmekopplung optimiert werden."
12.12.2009
Bestes Karriereklima für erneuerbare Energien
In Kopenhagen treffen sich derzeit die Mächtigen dieser Welt, um auf dem Weltklimagipfel zukunftsfähige Strategien für die Klimaproblematik zu verhandeln. Besonders im Fokus: die Entwicklung erneuerbarer Energien. Als Berufsfeld sind diese in den Augen zahlreicher Menschen bereits sehr attraktiv. Eine aktuelle Umfrage des Online-Stellenportals www.stepstone.de unter 3.618 Fach- und Führungskräften ergab: 81 Prozent der Befragten finden ein Karriere im Umfeld regenerativer Energien besonders attraktiv. Nur 19 Prozent sehen hier keinen Unterschied zu anderen Wirtschaftszweigen.Deutschland sei weltweit führend, was die Entwicklung von Windkraft-, Biomasse-, Geothermie- oder Photovoltaiktechnologie angeht. Als Pionier in diesem Bereich habe sich die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten einen wertvollen Erfahrungsvorsprung im Vergleich zum internationalen Wettbewerb gesichert. Die Umfrage zeige, dass zahlreiche Fach- und Führungskräfte sehr daran interessiert sind, am Ausbau dieses Know-how Vorsprungs mitzuarbeiten, um dadurch auch die eigene Karriere in einem zukunftsfähigen Umfeld voranzutreiben, so Frank Hensgens, Vorstand der StepStone Deutschland AG.
Die Bundesrepublik Deutschland gilt weltweit als entschiedener Entwicklungstreiber für Technologien auf Basis regenerativer Energien. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat sich die Zahl der Beschäftigten in diesem Wirtschaftszweig in den vergangenen beiden Jahren verdoppelt. Derzeit sind hier rund 240.000 Menschen beschäftigt - Tendenz steigend.
12.12.2009
Diskussion um C02-Speicherung
Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer hat sich am Montag gegen den Einsatzvon Technologien zur Speicherung von CO2 ausgesprochen. In der Sendung „Unter den Linden“ des Fernsehsenders Phoenix sagte Töpfer zudem: „Ich bin sehr davon überzeugt, dass wir diese Technik nicht bekommen werden." Man laufe immer dort in eine Sackgasse, wo man etwas zu Abfall mache. „Wenn man CO2 als Abfall irgendwo vergraben will, wird man die Akzeptanz der Menschen nicht finden und am Ende auch massive ökonomische Probleme haben", bilanzierte der Direktor des Institute für Advanced Sustainability Studies (IASS). Stattdessen sollten Wege gefunden werden, um CO2 sinnvoll zu nutzen, beispielsweise zur Algenzucht, forderte Töpfer.
Zudem widersprach er der Auffassung, China unternehme nicht genug gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung. Das Land gehe "ganz konkrete" Wege zu neuen Verkehrskonzepten und Elektromobilität. „Wir werden in langer Zukunft sehen, dass man in China Städte für Autos mit Verbrennungsmotor sperren wird, weil die das auch von der Luftbelastung her gar nicht mehr machen können", so Töpfer.
Der Geschäftsführer des IZ Klima e.V., Michael Donnermeyer, verteidigte dagegen den Einsatz der CO2-Abtrenn-/Speichertechnologie CCS. „Es ist besser, einen Weg zu viel zu haben, als einen zu wenig", betonte Donnermeyer. Allerdings gebe es tatsächlich Akzeptanzprobleme beim Einsatz dieser Technik.
12.12.2009
BMW forscht weiter mit Wasserstoff
Entgegen verschiedener Meldungen wird die BMW Group nicht aus der Wasserstofftechnologie aussteigen. BMW setzt weiterhin auf den Energieträger Wasserstoff und auf die Clean Energy Partnership (CEP) - für eine emissionsfreie Zukunft.Hintergrund der Meldungen war ein Interview mit Dr. Klaus Dräger, Entwicklungschef der BMW Group. Missverständlich war die Ankündigung, dass BMW vorerst keine neue Wasserstoffflotte in Kundenhand plane. Dies ist aber vor dem Hintergrund zu sehen, dass BMW sich auf die Entwicklung des Technologiesprungs "Kryodruck-Speicher" und die Weiterentwicklung der H2-Motorentechnik konzentriert und bis zu einem erfolgreichen Konzeptnachweis keinen Mehrwert in einer neuen Demoflotte auf Basis der heutigen Technologie erkennen kann.
„Wir sehen Wasserstoff nach wie vor als die Alternative, um langfristig nachhaltige individuelle Mobilität sicherzustellen. Dies gilt insbesondere für Mobilität auf mittleren und langen Distanzen. Deshalb werden auch in den bestehenden Demonstrationsprojekten, wie z.B. der CEP, Fahrzeuge der BMW Hydrogen 7 Flotte zu F&E-Zwecken weiterbetrieben." so Hans-Christian Wagner, Projektleiter CEP bei BMW.
7.12.2009
Virtuelles Unternehmen für reale Energieeffizienz
Ob Beleuchtung, Lüftung, Drucklufterzeugung – per Mausklick können sich Unternehmer oder Energiebeauftragte jetzt unter www.energie-im-unternehmen.de beim virtuellen Rundgang „vor Ort“ informieren, wo sich Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz verbergen.Die EnergieAgentur.NRW hat dieses Projekt im Auftrag des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums und im Rahmen der Initiative „NRW spart Energie“ umgesetzt. Mit diesem Angebot reagiere das Ministerium auf die wachsende Bedeutung des Internets, so Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Energieministerin Christa Thoben. Neben Fachartikeln und dem Kontakt zum eigenen Branchenverband sei das Internet zum wichtigsten Medium für Unternehmer geworden, um sich Erstinformationen und Orientierungswissen im Bereich der Energieeffizienz zu verschaffen.
Energieeffizienz bei der Endanwendung ist erwiesenermaßen die effektivste und wirtschaftlichste Möglichkeit, die Energiekosten in Unternehmen zu senken und Umweltschäden zu reduzieren. Nach Erfahrungen der EnergieAgentur.NRW lassen sich in nahezu jedem Unternehmen – in Abhängigkeit von Branche und Größe– Einsparpotenziale zwischen 5 und 20 Prozent finden. Trotzdem klaffe zwischen der tatsächlichen Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und den eigentlichen Potenzialen große Lücke. Fehlende Informationen über technische Möglichkeiten und betriebswirtschaftliche Vorteile seinen das Haupthemmnis für die Umsetzung von Effizienzprojekten, so die Ministerin. Dabei zahle sich die Energieeffizienz immer schneller aus. Die Amortisationszeiten für Investitionen in Energieeffizienz-Technologie fallen inzwischen im Schnitt 20 Prozent kürzer aus als noch vor drei Jahren.
Nach Ansicht von Dipl.-Ing. Gerd Marx von der EnergieAgentur.NRW. werden im virtuellen Unternehmen die typischen energetischen Schwachstellen in Unternehmen mit Lösungsvorschlägen vorgestellt. Zum Beispiel ließen sich häufig Lüftungsanlagen mit einer Wärmerückgewinnung optimieren. Ein weiterer Klassiker sei die Beleuchtung – egal ob in Produktionshallen oder Büroräumen. Hier biete sich an zu prüfen, ob moderne Steuerungstechnik zur Energieeffizienz beitragen kann. Das virtuelle Unternehmen sei ein effektives Mittel zur Erstinformation. Es sei hilfreich, die Vor-Ort-Beratung durch einen Ingenieur vorzubereiten und die Suche nach Effizienz-Potentialen zu strukturieren.
7.12.2009
Batteriegesetz tritt am 1. Dezember 2009 in Kraft
Das neue Batteriegesetz tritt morgen, am 1. Dezember 2009, in Kraft. Es setzt die europäische Batterierichtlinie in nationales Recht um und tritt an die Stelle der bisher geltenden Batterieverordnung. Es legt erstmals verbindliche Sammelziele für Geräte-Altbatterien fest und erweitert die Beschränkungen für die Verwendung von Quecksilber um ein Verkehrsverbot für Gerätebatterien, die Cadmium enthalten. Beim Umweltbundesamt ist ein Melderegister eingerichtet, bei dem Hersteller und Importeure von Batterien und Akkus ihre Markteilnahme anzeigen müssen.Wie die seit 1998 geltende Batterieverordnung legt auch das neue Gesetz die Rücknahme- und Entsorgungsverantwortung für Altbatterien und Altakkumulatoren grundsätzlich in die Hände der Hersteller, Importeure und Vertreiber. Die Rücknahme der Altbatterien wird dabei weitgehend über den Handel abgewickelt. Das Gesetz sieht erstmals verbindliche Rücknahmeziele vor, nämlich 35 Prozent der in Verkehr gebrachten Gerätebatterien bis 2012 und 45 Prozent bis 2016.
Neu ist auch die Einführung eines staatlichen Herstellerregisters. Hersteller und Importeure dürfen ab dem 1. Dezember 2009 Batterien und Akkumulatoren nur noch dann in Verkehr bringen, wenn sie dies gegenüber dem beim Umweltbundesamt geführten Register angezeigt und dabei Angaben zur Wahrnehmung ihrer Produktverantwortung hinterlegt haben.
Außerdem müssen alle identifizierbaren Batterien in Zukunft stofflich verwertet werden. Ab September 2011 sind in Abhängigkeit vom chemischen System der Batterien konkrete Recyclingquoten vorgeschrieben.
7.12.2009
Deutsche Klimabilanz im Mittelfeld
Die EU sieht sich beim Klimaschutz gegenüber China, den USA und anderen Industriestaaten in Führung. Doch sind auch die europäischen Staaten und insbesondere Deutschland noch weit von einer klimaneutralen Emissionsbilanz entfernt, wie aus einer anlässlich des UN-Klimagipfels in Kopenhagen vorgestellten Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht.Zwei von PwC entwickelte Indizes zeigen auf, welche Fortschritte die G20-Staaten seit 2000 bei der Absenkung ihrer Treibhausgasemissionen gemacht haben ("Low Carbon Achievement Index") und wie weit die Wegstrecke bis zu einem nachhaltigen Emissionsniveau noch ist ("Low Carbon Challenge Index"). Während Deutschland im Achievement-Index besser abschneidet als die meisten anderen Staaten, liegt es im Challenge-Index zurück.
So müsste Deutschland vor dem Hintergrund seiner hohen und auch langfristig wachsenden Wirtschaftsleistung die CO2-Emissionen, die je erwirtschaftetem Bruttoinlandsprodukt anfallen "Carbon Intensity"), bis 2050 um annähernd 90 Prozent senken. Damit steht die deutsche Wirtschaft vor größeren Herausforderungen als die meisten anderen Volkswirtschaften der G20. Im Durchschnitt müssen die 20 größten Industriestaaten ihren CO2-Ausstoß in Relation zur Wirtschaftsleistung um 85 Prozent drosseln.
Im "Low Carbon Challenge Index" (LCC), der die G20 nach den erforderlichen Verbesserungen der "Carbon Intensity" gruppiert, rangiert Deutschland unter anderem zwar vor den USA, Russland und dem Vereinigten Königreich, schneidet aber schlechter ab als die EU, Frankreich und sogar China. Dabei spielt das unterschiedliche Ausgangsniveau eine wesentliche Rolle: Im hoch industrialisierten Deutschland entstanden 2008 gut zehn Tonnen CO2 je Einwohner, in China waren es lediglich 4,9 Tonnen.
"Um die Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre bis Ende des Jahrhunderts auf einem klimaverträglichen Wert zu stabilisieren, sind erheblich größere Anstrengungen notwendig als im vergangenen Jahrzehnt. Allein zwischen 2000 und 2008 hat die Weltbevölkerung bereits ein Fünftel vom bis 2050 zur Verfügung stehenden Emissionsbudget verbraucht. Die Staatengemeinschaft muss sich daher schnell auf eine deutliche Senkung der Emissionen verständigen", betont Alfred Höhn, Partner im Bereich Public Services bei PwC.
Um die Erderwärmung langfristig zu begrenzen, muss die „Carbon Intensity" bis 2020 global um 35 Prozent sinken. Diese Marke ist jedoch nur zu erreichen, wenn sich die führenden Industrienationen -USA, China, Indien und die EU - schnell auf verbindliche Emissionsziele einigen. "Je länger die Regierungen zögern, desto schwieriger und schmerzhafter wird es, den Rückstand aufzuholen. Der Gipfel von Kopenhagen muss daher zumindest eine Einigung auf mittelfristige Emissionsbudgets bringen", so Höhn.
7.12.2009
dena zeichnet Projekte zur Energieeffizienz aus
Unternehmen und öffentliche Institutionen können sich jetzt um das neue Label „Good Practice Energieeffizienz“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) bewerben. Die dena zeichnet damit Projekte aus, die erfolgreich die Energieeffizienz gesteigert und den Endenergieverbrauch gesenkt haben.Das Good-Practice-Label wird für Energieeffizienz-Projekte in verschiedenen Bereichen vergeben, zum Beispiel für die energetische Sanierung von Gebäuden, die Senkung des Energieverbrauchs von Maschinen und Prozessen, im Verkehr oder Energieeffizienzmaßnahmen in öffentlichen Einrichtungen sowie für Aktivitäten, die auf eine Änderung des Verbraucherverhaltens abzielen. Die ausgezeichneten Projekte werden detailliert im Internet veröffentlicht. Hier finden sich Informationen zu den beteiligten Akteuren, technischen Lösungen, Erfolgen und Erfahrungen bei der Projektumsetzung.
Für das Good-Practice-Label können sich Unternehmen, öffentliche Institutionen und Privatpersonen bewerben, die beispielsweise als Auftraggeber, Planer oder Handwerker maßgeblich an Energieeffizienz-Projekten beteiligt waren.
Die dena zeichnet Projekte aus, die nach dem Jahr 2005 gestartet und öffentlich kommuniziert wurden. Die Ergebnisse müssen nach Abschluss erfolgreich evaluiert worden sein.
Das Good-Practice-Kommunikationsangebot der dena ist Teil der nationalen Umsetzung der EU-Energiedienstleistungsrichtlinie und trägt dazu bei, aktuelle Marktentwicklungen transparent zu machen und Marktakteure zu unterstützen.
7.12.2009
Umweltbundesamt - Daten zur Umwelt 2009 veröffentlicht
In seiner jüngsten Veröffentlichung „Daten zur Umwelt – Ausgabe 2009“ zieht das Umweltbundesamt (UBA) eine gemischte Bilanz: Deutschland habe große Fortschritte erzielt – so hat sich zum Beispiel die Umweltsituation in den neuen Ländern seit 1990 spürbar verbessert – andererseits stehe das Land neuen Herausforderungen gegenüber, so Präsident Jochen Flasbarth.Seit dem Fall der Mauer ist die Luft in Ostdeutschland sauberer geworden: In Sachsen-Anhalt etwa beträgt die Belastung durch Schwefeldioxid nur noch 0,5 bis 1 % der Belastung vor 1989 und liegt deutlich unter den geltenden Grenzwerten. Im Wasser der Flüsse sank der Schadstoffgehalt ebenfalls erheblich; in der Elbe ging der mittlere Quecksilbergehalt im Schwebstoff von 21,1 mg/kg im Jahr 1990 auf 2,3 mg/kg im Jahr 2007 zurück. Trotz vieler positiver Entwicklungen gibt es aber nach wie vor Handlungsbedarf im Umweltschutz, so Flasbarth weiter: Vor allem bei der Energieeffizienz und der Ressourcenschonung, im Verkehrssektor und bei der Verminderung der Umweltbelastung mit Stickstoff müsse noch mehr passieren.
Beispiele für positive Entwicklungen:
- Die Treibhausgas-Emissionen gingen von 1990 bis 2007 um 22,4% zurück.
- Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch lag 2008 bei 7%, der Anteil am Bruttostromverbrauch bei 15%. 2008 stellte die Branche 278.000 Arbeitsplätze bereit und erzielte einen Gesamtumsatz von rund 29 Mrd. Euro. 109 Mill. t, Kohlendioxidausstoß wurden durch die Nutzung der Erneuerbaren vermieden.
- Die Produktivität des Energieeinsatzes in der deutschen Wirtschaft erhöhte sich zwischen 1990 und 2008 um 40,7%.
- Die Rohstoffproduktivität, stieg zwischen 1994 und 2007 um 36,1%.
- 2006 waren 1,8 Mill. Menschen, das waren 4,5% aller Beschäftigten, im Umweltschutz tätig. Umwelttechnologien werden voraussichtlich bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 14% am Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften.
Besonderer Handlungsbedarf besteht aus Sicht des Umweltbundesamtes in diesen Bereichen:
- Bei der Siedlungs- und Verkehrsfläche soll bis 2020 der Zuwachs auf 30 ha pro Tag sinken.
- Der Anteil der Schiene am Güterverkehr soll bis 2015 auf 25 % beziehungsweise der Anteil der Binnenschifffahrt bis 2015 auf 14 % gesteigert werden.
- Der Stickstoffüberschuss soll bis 2010 auf 80 kg/ha reduziert werden, was aber voraussichtlich nicht erreicht wird.
Mit den „Daten zur Umwelt“ trägt das Umweltbundesamt zur Erfüllung der Berichtspflicht der Bundesregierung über den Umweltzustand in Deutschland bei. Die Daten informieren über alle Gebiete des Umweltschutzes, von der Luftreinhaltung über die Gewässerqualität bis hin zu Abfallwirtschaft und Ressourcenschutz.
7.12.2009
Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2010“ startet Mitte Januar
Nach der großen Resonanz auf den Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“ bieten die Initiatoren, das Bundesumweltministerium (BMU) im Rahmen seiner nationalen Klimaschutzinitiative und die beim Deutschen Institut für Urbanistik angesiedelte „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz", interessierten Kommunen und Regionen ab Januar 2010 eine neue Chance, sich für ihre vorbildlichen Klimaschutzprojekte auszeichnen zu lassen. Voraussetzung für die Teilnahme sind erfolgreich realisierte Maßnahmen, Strategien oder Aktionen, die in besonderem Maße zur Reduzierung von Treibhausgasen beigetragen haben. Um faire Vergleichsbedingungen unter den Wettbewerbsbeiträgen zu schaffen, sind Bewerbungen in drei unterschiedlichen Kategorien möglich:Kategorie 1: Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in einem kommunalen Gebäude oder einer kommunalen Einrichtung, die beispielsweise besonders effektiv Energieeffizienz mit der Nutzung erneuerbarer Energien verbinden.
Kategorie 2: Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes, durch die zum Beispiel besonders tragfähige Modelle zur Kooperation mit anderen Kommunen (interkommunale Kooperationen, Regionen) oder mit der Privatwirtschaft, Handwerksbetrieben, Einzelhandel, Verbänden, Bürgerinitiativen und anderen realisiert werden konnten.
Kategorie 3: Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen.
Die Maßnahmen, Strategien und Aktionen sollen Modell- und Vorbildfunktion besitzen und andere Kommunen zur Nachahmung anregen. In jeder Kategorie werden drei Preisträger ausgewählt, innerhalb dieser Kategorien findet kein Ranking statt. Die Gewinner der ersten Kategorie erhalten jeweils ein Preisgeld von 40.000 Euro, auf alle anderen Gewinner warten jeweils 20.000 Euro. Das Preisgeld muss in Klimaschutzaktivitäten investiert werden. Damit können die prämierten Projekte weiter gefördert, aber auch gänzlich neue Aktivitäten angeschoben werden.
Mit dem bundesweit durchgeführten Wettbewerb sollen Kommunen und Regionen die Möglichkeit erhalten, ihre erfolgreich realisierten Klimaschutzprojekte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und anderen als gutes Beispiel zu dienen. Dazu erhalten die Preisträger durch die „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit zu ihren prämierten Projekten. Unter anderem werden die ausgezeichneten Projekte als Filmbeitrag auf einer DVD sowie in einer in Buchform gedruckten Wettbewerbsdokumentation präsentiert. Beide Medien werden den Gewinnern zum individuellen Einsatz vor Ort zur Verfügung gestellt.
Die Jury setzt sich aus Vertretern des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes, des Deutschen Städtetages, des Deutschen Landkreistages sowie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zusammen. Die Übergabe der Preise erfolgt im Rahmen einer größeren Veranstaltung.
Die Ausschreibung des Wettbewerbs findet Mitte Januar 2010 statt. Weitere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen stehen ab diesem Zeitpunkt zum Download auf der Homepage der „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" unter: www.kommunaler-klimaschutz.de bereit. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2010.
1.12.2009
EU-Kommission würdigt UBA für sein Umweltmanagement
Die Europäische Kommission zeichnet das Umweltmanagement des Umweltbundesamtes (UBA) mit dem EMAS-Preis 2009 aus. Es erhält den 1. Preis für seine umweltorientierte Beschaffung in der Kategorie „Öffentliche Verwaltung“. Ausschlaggebend für die Jury war, dass das UBA seit 2001 bei Beschaffungen von Dienstleistungen und Gütern sowie bei der Vergabe von Aufträgen anspruchsvolle Leitlinien einhält, die auch den Umweltschutz in den Mittelpunkt stellen.Der Preis zeige, dass das UBA auf dem richtigen Weg sei und stelle ein Signal für andere Behörden dar. Die umweltfreundliche Beschaffung sei ökologisch wie ökonomisch ein Gewinn, so UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann, der die Auszeichnung am 19. November 2009 in Stockholm/Schweden entgegennahm.
Bereits im Jahr 2001 erhielt das UBA als erste deutsche Bundsbehörde das EMAS-Siegel, weil es die hohen Maßstäbe des europäischen Umweltmanagement- und Audit-Systems (EMAS) einhält. Das Amt berücksichtigt und dokumentiert in allen Bereichen systematisch Umweltaspekte. Hierzu gehört eine umweltgerechte Bewirtschaftung der Gebäude und ein Mobilitätsmanagement ebenso wie die umweltorientierte Beschaffung. Zu letzterer gehört im UBA etwa, dass ausschließlich Recyclingpapier verwendet wird, das Amt Ökostrom bezieht und auch die Computer der Mitarbeiter strengen Umweltanforderungen genügen. Das Dienstgebäude in Dessau-Roßlau selbst gehört wegen seines mustergültigen Energiekonzepts zu den sparsamsten Verwaltungsgebäuden Deutschlands.
Bei der Vergabe von Aufträgen berücksichtigt das UBA bevorzugt Unternehmen mit einem vergleichbaren Umweltmanagement. Je mehr Institutionen dem Beispiel des UBA folgen würden, desto größer seien die Marktvorteile für solche Unternehmen, die Verantwortung für Umwelt, Klima und damit für die Zukunft zu übernehmen, so Holzmann.
Mit dem EMAS-Preis zeichnet die europäische Kommission seit 2005 regelmäßig Organisationen für vorbildliche Leistungen im Umweltmanagement aus. Wettbewerbsthema in diesem Jahr war die umweltorientierte Beschaffung und der Umweltschutz in der Lieferkette. Insgesamt 32 EMAS-Unternehmen und Organisationen aus zwölf Mitgliedstaaten waren in fünf Kategorien für einen Preis nominiert. Mit elf Nominierungen war die öffentliche Verwaltung am häufigsten vertreten. Das UBA bekam seinen ersten Preis in der Kategorie „Öffentliche Verwaltung“ zusammen mit zwei weiteren Behörden aus Großbritannien und Österreich.
1.12.2009
BDE und Koelnmesse führen Entsorga in bisheriger Form nicht weiter
Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. und die Koelnmesse GmbH sind angesichts der Veränderungen vieler Rahmenbedingungen übereingekommen, die Zusammenarbeit in der bisherigen Form nicht weiterzuführen.Die Koelnmesse wird ab 2011 mit der Enteco, einer konzeptionellen Weiterentwicklung der ehemaligen Entsorga-Enteco, im Zwei-Jahres-Rhythmus in den Messemarkt gehen.
BDE und Koelnmesse wollen über mögliche gemeinsame Wege im Gespräch bleiben.
1.12.2009
BASF erhält Preis für den besten Nachhaltigkeitsbericht
Die BASF, Ludwigshafen, wurde heute, am 23. November 2009 im Rahmen der Jahrestagung des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung unter den 150 größten deutschen Unternehmen für den besten deutschen Nachhaltigkeitsbericht 2008 ausgezeichnet.Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und von future e.V. verliehen und steht unter der Schirmherrschaft von Bundesarbeitsminister Dr. Franz Josef Jung und Dr. Volker Hauff, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung.
Das Ranking bewertet die Transparenz, die Vollständigkeit und damit die Glaubwürdigkeit der veröffentlichten Informationen zu unterschiedlichen Nachhaltigkeitsthemen wie Umweltschutz oder Arbeitgeberverantwortung. Spezifische Branchenkriterien ergänzen die allgemeinen Kriterien des Rankings, um eine Vergleichbarkeit über Branchengrenzen hinweg sicher zu stellen.
Laut Jury überzeugte die BASF besonders durch die strukturierte Darstellung der Themen Produktsicherheit, Klimaschutz und Verantwortung in der Lieferkette. Hervorgehoben wird außerdem der integrierte Ansatz: Seit 2007 führt BASF Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung in einem Bericht zusammen.
1.12.2009
B.A.U.M.-Umweltpreis für nachhaltige Unternehmensführung
Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Bosch Geschäftsführung, erhält 2009 den B.A.U.M.-Umweltpreis des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management in der Kategorie Großunternehmen.Bei der Preisverleihung am 23. November im Hamburger Rathaus vor Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wurde Fehrenbachs langjähriges, konsequentes Engagement im Bereich Umwelt- und Ressourcenschonung in der Bosch-Gruppe gewürdigt. Darüber hinaus wurde sein Einsatz für eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien wie der Fotovoltaik hervorgehoben. Der B.A.U.M.-Vorsitzende Professor Maximilian Gege betonte, dass Fehrenbachs Verdienst insbesondere in der Konsequenz liege, mit der er den Gedanken der Nachhaltigkeit im Unternehmen umsetze.
Bosch wendet heute rund 45 Prozent seines Forschungs- und Entwicklungsetats für Ressourcen und Energie sparende Technologien auf und erzielt damit gut ein Drittel seines Umsatzes. Unter dem Leitmotiv "Technik fürs Leben" arbeitet das Unternehmen an Themen wie Lithium-Ionen-Batterien, alternativen Antriebskonzepten im Kraftfahrzeug und an der Versorgung mit regenerativen Energien, etwa mittels Fotovoltaik. Dabei ist der Aspekt der verbesserten Energieeffizienz bei allen Bosch-Produkten der wichtigste Hebel, um zur Erreichung der weltweiten CO2-Ziele beizutragen. Zudem legt etwa der genormte Bosch-Prozess "Design for Environment" fest, dass bereits in die Entwicklung von Produkten die Aspekte Energieeffizienz, Recyclingvorgaben und Stoffbeschränkungen einfließen.
1.12.2009
Hohe Teilnahmequote beim Emissionshandel im Luftverkehr
Der Emissionshandel für den Luftverkehr beginnt 2012. Doch bereits für nächstes Jahr müssen Luftfahrzeugbetreiber ihre jährlichen Emissionen und Transportdaten erfassen und der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt berichten. Die ist die zuständige nationale Behörde in Deutschland für die Umsetzung des europaweiten Emissionshandels für stationäre Anlagen ebenso wie für den Luftverkehr. Zu ihren Aufgaben gehören die Zuteilung und Ausgabe der Emissionsberechtigungen, die Prüfung der Emissionsberichte sowie die Führung des Emissionshandelsregisters.Grundlage sind die Monitoringkonzepte, die bis zum 20. Oktober 2009 einzureichen waren, und nun vom Umweltbundesamt geprüft und genehmigt werden. Nach der Verwaltungsmitgliedsstaatenliste der Europäischen Kommission ist die DEHSt für insgesamt 326 Luftfahrzeugbetreiber zuständig. Bei der DEHSt haben bisher 135 Luftfahrzeugbetreiber Monitoringkonzepte eingereicht - darunter sämtliche größeren Fluggesellschaften.
Luftfahrzeugbetreiber können sich von ihren Pflichten zur Abgabe von Monitoringkonzepten und Berichten befreien lassen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, die die Datenerhebungsverordnung 2020 vorgibt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das höchstzulässige Startgewicht der Maschine unter einem bestimmten Schwellenwert liegt. Die DEHSt hat bisher 56 solcher Befreiungsanträge erhalten.
Wer noch kein Monitoringkonzept oder Befreiungsantrag eingereicht hat, ist weiterhin in der Pflicht: Denn am Emissionshandel teilnehmen müssen grundsätzlich alle Betreiber, deren Luftfahrzeuge im Hoheitsgebiet der Europäischen Union starten oder landen. Das gilt sowohl für gewerbliche Airlines als auch für Betreiber privater Maschinen und Businessjets. Diesen Betreibern hat die DEHSt daher, wie in der Datenerhebungsverordnung 2020 vorgesehen, Nachfristen gesetzt.
20.11.2009
Benchmark-Verfahren für den kommunalen Klimaschutz online
Das Klima-Bündnis und das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) haben ein kostenloses Online-Benchmark-Verfahren für den kommunalen Klimaschutz entwickelt, das vom Umweltbundesamt gefördert wird. Im Rahmen der 9. Kommunalen Klimaschutz-Konferenz des Klima-Bündnis wurde das neue Benchmark-Instrument am Mittwoch, den 18. November 2009, in Hamburg offiziell vorgestellt.Auf der neuen Internetseite können Kommunen ab sofort kostenlos testen, wie weit sie schon im Klimaschutz sind. Unter www.benchmark-kommunaler-klimaschutz.net erfahren die Kommunen nach Eingabe der wichtigsten Eckdaten zu Energie, Mobilität und Abfall wo ihre Stärken und Schwächen im Kampf gegen den Treibhauseffekt liegen. Die Internetseite zeigt auch, wo die Kommune im Vergleich zu anderen deutschen Städten und Gemeinden steht. Das „Benchmark-Verfahren Kommunaler Klimaschutz“ gibt zusätzlich praktische Tipps für die nächsten Schritte zu mehr Klimaschutz vor Ort.
Die Städte Esslingen, Freiburg, München, Hannover und Worms haben die neue Seite in einer Pilotphase bereits mit Erfolg getestet. Wenige Wochen vor dem Start der Weltklima-Konferenz in Kopenhagen können nun alle interessierten Städte, Gemeinden und Landkreise Ernst machen mit mehr Klimaschutz auf lokaler und regionaler Ebene. Unter diesem Motto werden Kommunen auch aus der Klimaschutzinitiative des BMU gefördert, etwa bei der Umsetzung wegweisender Strategien oder bei einzelnen Modellvorhaben. Wer als Kommune etwa in besser gedämmte Schulen, Rathäuser oder Schwimmbäder investiert, kann die öffentlichen Haushalte spürbar entlasten. Die Potenziale für den kommunalen Klimaschutz sind noch groß: Durch eine effizientere Gestaltung der öffentlichen Strom- und Wärmeversorgung, die energetische Sanierung von Gebäuden oder durch eine am Klimaschutz orientierte Verkehrsplanung können Kommunen ihre Treibhausgasemissionen beträchtlich reduzieren.
20.11.2009
Der Bundesverband der Energie-Abnehmer fordert Änderung des EEG
Die Subventionen für Erneuerbare Energien sprengen die Prognosen. Auf Deutschlands Verbraucher kommen unerwartete Mehrkosten zu. Nur durch Solarstrom werden es, nach Einschätzungen des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e. V. (VEA), bis zum Jahr 2013 rund 77 Mrd. Euro sein.Manfred Panitz, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA fordert daher die Bundesregierung erneut zum Handeln auf: Die Subventionen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seien sofort zu stoppen oder wenigstens zu deckeln. Die EEG-Förderung der Fotovoltaik entfalte keine nennenswerte Klimawirkung und sollte geändert werden. Der EU-weite Ausstoß von Treibhausgas wird, nach Aussage von Panitz, genau der festgelegten Obergrenze entsprechen - ob mit oder ohne EEG. Laut ihrem Gutachten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung müsse Deutschland weiterhin eine hohe Erzeugungskapazität an konventionellen Kraftwerken vorhalten, um die Grundlast zu decken. Der VEA fordert daher erneut die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken.
20.11.2009
EWE, E.ON und Vattenfall errichten zwölfte Windkraftanlage für alpha ventus
Deutschlands erster Offshore-Windpark alpha ventus steht: Am Montag, den 16. November 2009, hat das Konsortium von EWE, E.ON und Vattenfall, die Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH (DOTI), die zwölfte und damit letzte Windkraftanlage erfolgreich in der Nordsee 45 km nördlich der Insel Borkum errichtet.Die reine Bauzeit für alle zwölf Windturbinen betrug sieben Monate. Damit ist alpha ventus zum jetzigen Zeitpunkt der erste Offshore-Windpark weltweit, in dem ein Dutzend Windkraftanlagen der 5-MW-Klasse zum Einsatz kommen. Sechs Turbinen laufen bereits im Probebetrieb. Sie haben bislang rund 13 Mill. kWh umweltfreundlichen Offshore-Windstrom in das deutsche Netz eingespeist. In den kommenden Wochen werden die weiteren sechs Windkraftanlagen schrittweise in Betrieb gehen. Die Investitionssumme, die EWE, E.ON und Vattenfall für dieses Pionierprojekt aufwenden, beträgt 250 Mill. Euro. Die Strommenge, die alpha ventus künftig im Vollbetrieb jährlich produzieren soll, entspricht dem Verbrauch von 50.000 Haushalten.
Die weiter laufenden Arbeiten auf hoher See lassen sich auch im Internet verfolgen. Von der Forschungsplattform FINO1 aus zeigt eine Webcam direkt auf das Baufeld.
20.11.2009
BMU fördert Entwicklung und Tests von Elektro-Transportern
Elektrofahrzeuge eignen sich besonders gut für den Einsatz im Wirtschaftsverkehr. Oft werden in diesem Bereich nur kurze Distanzen zurückgelegt, häufiges Anfahren und Anhalten, beispielsweise bei Auslieferungen, sind an der Tagesordnung. Dabei kommt der Effizienzvorteil des Elektroantriebs gegenüber dem Verbrennungsmotor klar zur Geltung. Vor Ort entstehen keine Schadstoffemissionen und die Lärmbelastung geht zurück. Die Umweltbelastungen durch den Wirtschaftsverkehr werden damit vor allem in Ballungsräumen deutlich reduziert.Das Bundesumweltministerium (BMU) fördet daher ein Projekt der Daimler AG zur Entwicklung und Erprobung von Elektro-Transportern mit bis zu 9 Mill. Euro.
Ab dem Jahr 2010 sollen 50 Fahrzeuge in Berlin unter Alltagsbedingungen getestet werden. Der Strom für den Betrieb der Transporter stammt aus erneuerbaren Energien.
Das Projekt gehört zum Forschungsprogramm Elektromobilität des Bundesumweltministeriums.
20.11.2009
Minister Uhlenberg eröffnet NRW-Cluster Umwelttechnologien
„Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sind in Nordrhein-Westfalen eine Erfolgskombination. Diese Entwicklung will die Landesregierung weiter verstärken“, so Eckhard Uhlenberg. Das Cluster Umwelttechnologien hat die Aufgabe, alle relevanten Akteure einzubinden. „Heute kann kaum noch ein Unternehmen alleine das Wissen generieren, das notwendig ist, um Forschung und Entwicklung zeitnah in marktfähige Produkte umzusetzen“, sagte Uhlenberg.Es sollen daher dichte Verbünde geknüpft werden mit einander ergänzenden Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Akteuren wie Kreditinstituten oder Bildungseinrichtungen. „Nordrhein-Westfalen ist mit seiner dichten Infrastruktur und der hervorragenden Landschaft von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Instituten dafür besonders geeignet“, so Uhlenberg.
Mit der Clusterpolitik will die Landesregierung wirtschaftliches Wachstum fördern und Nordrhein-Westfalen zum Innovationsland Nr. 1 machen. Zu den Aufgaben der Landescluster gehört es, Spitzenleistungen deutlicher nach außen zu kommunizieren. Sie sollen die Wettbewerbsfähigkeit steigern – insbesondere die des Mittelstandes – und damit Arbeitsplätze sichern und schaffen. Die Umwelttechnologien sind eines von 16 Feldern, das die Landesregierung als profilbildende Branche identifiziert hat und denen außergewöhnliche Wachstumschancen attestiert werden.
6.11.2009
Export von Erneuerbare-Energien-Dienstleistungen
Dienstleistungen spielen eine zentrale Rolle auf den weltweit wachsenden Märkten für erneuerbare Energien. Damit deutsche Unternehmen ihre Expertise in der Beratung und Planung sowie weiteren Dienstleistungen gezielt exportieren können, haben Experten des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Universität Rostock nun ein Handbuch zur Planung der Internationalisierung vorgelegt. Das Handbuch richtet sich an Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien, die anstreben ihre Dienstleistungen auf Auslandsmärkten erstmalig oder verstärkt strategisch anzubieten.Es beruht auf den Ergebnissen des Forschungsprojektes „Exportpotenziale von Dienstleistungen im Bereich Erneuerbare Energien“ (EXPEED), das die Bedeutung der Dienstleistungen im In- und Ausland erforschte. Das Vorhaben zeigte, dass viele Dienstleistungsunternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche zwar im Ausland aktiv sind, ihre Exportaktivitäten allerdings häufig noch wenig strategisch betreiben. Daher liefert das Buch neben dem Basiswissen und grundlegenden Schritten zur Internationalisierung insbesondere eine Handreichung zur strategischen Planung des Markteintritts in neue Länder. Es verweist auf Informations-, Beratungs- und Finanzierungsangebote, die den Unternehmen bei der Planung ihrer Exportaktivitäten behilflich sein können.
Das Projekt EXPEED wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Schwerpunktes „Exportfähigkeit und Internationalisierung von Dienstleistungen“ gefördert und gemeinsam mit Praxispartnern durchgeführt.
6.11.2009
CeBIT ergrünt wieder – green IT 2010
Die CeBIT setzt nächstes Jahr wieder auf Kostenreduktion und Nachhaltigkeit. Der Ausstellungsbereich "CeBIT green IT" zeigt vom 2. bis 6. März 2010, wie mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien Geschäftsprozesse in fast allen Industrien nd Branchen optimiert werden können, wie energieeffizienter produziert werden kann und wie "grün" ITK-Technologien selbst sind.Mit dem Verband BITKOM hat die Deutsche Messe AG das im Jahr 2008 gestartete Green-IT-Konzept weiter entwickelt, neue Themen aufgenommen und zielgruppenspezifische Anwendungen integriert. Das Angebot von "CeBIT green IT 2010" in Halle 8 reicht von tromsparenden Notebooks über energieeffiziente Rechenzentren bis zu Highend-Videokonferenzen in HD-Qualität.
Wie effizient der Einsatz von Green-IT-Lösungen sein kann, zeigt die aktuelle SMART-2020-Studie von McKinsey im Auftrag der britischen Climate Group. Demnach könnten im Jahr 2020 weltweit bis zu 7,8 Milliarden Tonnen CO2 durch so genannte Sekundäreffekte eingespart werden - also fünf Mal mehr als durch ITK entsteht (rund 1,4 Milliarden).
Bei "CeBIT green IT 2010" stehen drei große Themenbereiche im Vordergrund: "Smart Infrastructure" erläutert energie- und ressourcenschonende Geschäftsprozesse. Inhalte sind unter anderem Virtualisierungs-Technologien, innovative Kühlkonzepte, Serverbased Computing-Anwendungen und intelligente Outsourcing-Lösungen.
"Green IT meets Business" zeigt auf, wie man mit dem Einsatz von IT nachhaltig Kosten senken kann - durch optimierte Prozesse, energieeffiziente Lösungen, einen bewussten Umgang mit Geräten und den Einsatz von State-of-the-Art-Technologien. Hier sind unter anderem Null-Watt Bildschirme, ressourcenschonende Ausgabegeräte und anwenderfreundliche Mobile Devices zu sehen.
Der dritte Themenbereich "Green IT @ Home" stellt Einsparpotenziale für zuhause vor - am Beispiel von PCs, Powerbooks und Screens.
Im "Forum CeBIT green IT" stehen Vorträge von hochkarätigen Rednern aus Industrie, Wissenschaft und Politik auf dem Programm. Ein Höhepunkt des Forums ist die Jahreskonferenz Green IT von Bundesumweltministerium (BMU), Umweltbundesamt (UBA) und BITKOM.
6.11.2009
Entsorga-Enteco wandelt sich bis 2011 zu ENTECO
Ab 2011 wird die Entsorga-Enteco unter dem neuen Namen ENTECO weitergeführt. Neben den bestehenden Themen sollen dabei die Rohstoff- und Energierückgewinnung inhaltliche Schwerpunkte sein. Dies beinhaltet Technologien und Dienstleistungen für die Sortierung, Aufbereitung und Behandlung von Abfall- und Wertstoffströmen, die einer weiteren Verwertung zugeführt werden. Die ENTECO findet bereits in zwei Jahren, vom 6. bis 9. Juni 2011, auf dem Kölner Messegelände statt.An der Entsorga-Enteco 2009 beteiligten sich während der vergangen vier Tage insgesamt 784 Unternehmen aus 30 Ländern auf einer Bruttoausstellungsfläche von 72.000 m². Darunter befanden sich 543 Aussteller und 6 zusätzlich vertretene Unternehmen aus Deutschland sowie 234 Aussteller und 1 zusätzlich vertretenes Unternehmen aus dem Ausland. Der Auslandsanteil betrug rund 30 Prozent. Zur Entsorga-Enteco 2009 kamen rund 36.000 Fachbesucher aus 90 Ländern, der Auslandsanteil lag bei rund 30 Prozent.
„Die diesjährige Veranstaltung hat die hohe Bedeutung einer internationalen Umweltmesse am Standort Köln eindrucksvoll belegt. Die Weiterentwicklung des Messekonzeptes unter dem neuen Namen ENTECO mit deutlicher Stärkung des Bereichs der Rohstoffrückgewinnung und der neue 2-Jahres Turnus sind wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Messe“, so Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH.
Peter Kurth, der geschäftsführende Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) zog eine positive Bilanz: „Die Entsorga-Enteco ist entgegen dem allgemeinen Branchentrend für unsere Mitgliedsunternehmen sehr gut verlaufen. Ich höre von vielen, dass sie nicht nur Kontakte geknüpft, sondern auch konkrete Geschäftsabschlüsse getätigt haben. Die Messe hat einmal mehr gezeigt, dass sie eine wichtige Dialog- und Businessplattform für die Branche ist.“
Zufrieden mit dem Messeverlauf äußerten sich ebenfalls die VDMA Fachverbände Thermoprozess- und Abfalltechnik und Allgemeine Lufttechnik: „Die Entsorga-Enteco 2009 ist die Umwelttechnologiemesse des Jahres. Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen verzeichneten die vertretenen Mitgliedsunternehmen des VDMA aus den Bereichen Abfall- und Recyclingtechnik sowie Luftreinhaltung einen erfreulich guten Besucherzuspruch nationaler und internationaler Kunden. Gelobt wurde die hohe Qualität der Kundenkontakte, die im Nachgang eine positive Geschäftsentwicklung erwarten lässt. Im Fokus der Gespräche standen besonders neue Verfahren und Technologien zur Rohstoffrückgewinnung. Ein Highlight waren die VDMA Praxistage Aufbereitungstechnik, bei denen ca. 3.500 Zuschauer in live Vorführungen Maschinen zur Biomasseaufbereitung erleben konnten“, so Dr. Gutman Habig, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Thermoprozess- und Abfalltechnik.
Positiv sieht auch der Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (VKS) im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) seine Messebeteiligung: „Der erfreulich gute Verlauf der Entsorga-Enteco zeigt, welche Bedeutung und zugleich gute Perspektiven die Branche hat. Der VKS im VKU wird so die Messe auch in der Zukunft unterstützen und fachlich begleiten“, so Dr.-Ing. Rüdiger Siechau, Vorstandsvorsitzender des VKS im VKU.
6.11.2009
Artenschwund bleibt eines der größten Umweltprobleme
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat diese Woche die aktuelle Rote Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen vorgestellt. Die dramatische Bilanz: 17.291 und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Liste erfasst nur einen Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt. Der WWF geht davon aus, dass mehr als 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten den Planeten besiedeln. Deshalb sei auch die Zahl der gefährdeten Spezies noch viel größer. Viele Tiere werden bereits ausgestorben sein, bevor sie die Menschheit überhaupt zu Gesicht bekomme, befürchtet der WWF.Neben dem Verlust einmaliger Lebensräume, etwa durch die Abholzung der Regenwälder, schlagen Klimawandel, Raubbau und die Übernutzung einzelner Arten als Artenkiller zu. Besonders betroffen sind Amphibien. Von den 6.285 erfassten Fröschen, Lurchen und Kröten wurden 1.895 in die höchsten Bedrohungskategorien eingestuft. 39 Arten gelten bereits als ausgestorben, darunter die Goldkröte. Sie gilt als eines der ersten Opfer des Klimawandels.
„Meist ist es nicht ein einzelner Grund, der das Aussterben einer Art besiegelt", erläutert Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Wenn das Verbreitungsgebiet ohnehin klein sei, etwa in entlegenen Berg- oder Inselregionen, können kleine Veränderungen oder eine Krankheit eine Tierart endgültig auslöschen. Bei den Fröschen ist es ein Pilz, der zahlreichen Populationen auf aller Welt zu schaffen macht. Er spielte auch beim Exodus der lebendgebärenden Kihansi Spray Kröte eine Rolle. Die Tiere waren in den Kihansi Wasserfällen in Tansania zuhause. Von den ursprünglich mindestens 17.000 Exemplaren saßen nach dem Bau eines Staudammes 90 Prozent auf dem Trockenen. Die übrig gebliebenen Individuen raffte die mysteriöse Pilzkrankheit dahin.
Der Fall der afrikanischen Kröte ist kein Einzelfall. Der WWF geht davon aus, dass sich die Aussterberate durch menschliche Einflüsse mindesten um den Faktor 1.000 beschleunigt hat. Dies trifft längst nicht nur Amphibien. Am besten dokumentiert ist der Niedergang bei den Säugetieren. Ein fünftel der rund 5.490 Arten ist gefährdet. Ein typisches Beispiel der Tiger. Nur noch etwa 3.200 der majestätischen Katzen leben in freier Wildbahn. Die großen Beutegreifer brauchen vor allem eines: Platz. Aber davon überlassen die Menschen den Katzen immer weniger. Allein in den vergangenen zehn Jahren verlor der Tiger 40 Prozent seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes. "Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, können künftige Generationen die Tiere nur noch im Zoo erleben", so Volker Homes.
Ähnlich dramatisch die Lage der Eisbären. Von ihnen besiedeln zwar noch rund 20.000 bis 25.000 Exemplare die eisige Wildnis der Arktis. Aber steigenden Temperaturen lassen das Eis unter den Tatzen zerrinnen. Je früher das Packeis schmilzt, desto eher müssen die Bären sich aus ihren Jagdgebieten zurückziehen. Insbesondere den Eisbärmüttern bleibt oft nicht genug Zeit, um sich den nötigen Speck anzufressen, damit sie genug Milch für ihre neugeborenen Jungen produzieren können. Viele Eisbären verhungern bereits in ihrem ersten Lebensjahr. Mit dem voranschreitenden Klimawandel hat sich diese Situation noch verschärft.
6.11.2009
Schmack Biogas erwartet zügige Eröffnung des Insolvenzverfahrens
Rund zwei Wochen nach der Stellung des Insolvenzantrags der Schmack Biogas AG und drei ihrer Tochtergesellschaften haben sich namhafte Investoren gemeldet, die an einer Sanierung der Unternehmensgruppe interessiert sind, meldet der Schwandorfer Biogasanlagenbauer.Aufgrund des Projektgeschäfts verfolge der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Ampferl eine zügige Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Neben der vom Vorstand angestrebten Sanierung durch ein Insolvenzplanverfahren werden vom vorläufigen Insolvenzverwalter auch andere Sanierungsalternativen geprüft. Hierzu gehört insbesondere die übertragende Sanierung, bei der die vorhandenen Vermögenswerte ganz oder teilweise auf eine neue Gesellschaft der Investoren übertragen werden.
Die Schmack Biogas AG wurde 1995 gegründet, bietet heute seine Leistungen in den Geschäftsbereichen Projektierung und Errichtung sowie Dienstleistung an. Neben Full-Service-Reparatur- und Wartungsverträgen wird ein umfassender mikrobiologischer Laborservice sowie die komplette Betriebsführung angeboten.
6.11.2009
Deutsche Wasser- und Abwassertechnik umschifft Krise
Die deutschen Exporteure von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitung, Abwasser- und Schlammbehandlung verzeichneten bei den Ausfuhren von Januar bis Juli 2009, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, nur leichte Einbußen von 6,9 Prozent auf rund 344 Mio. Euro gegenüber 369 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2008. Weltweit stärkste Exportmärkte waren, so der Vorsitzende der VDMA-Fachabteilung, Gottlieb Hupfer, Russland mit 33,1 Mio. Euro vor China mit 32 Mio. Euro. In den EU-27 Staaten fielen die Exporte um 7,5 Prozent auf 147 Mio. Euro. Stärkste Märkte in dieser Region waren Frankreich mit 24,7 Mio. Euro, gefolgt von Großbritannien mit 19,0 Mio. Euro.2008 konnten die Hersteller und Lieferanten von Komponenten und Systemen zur Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung einen Geräteumsatz von 1,3 Mrd. Euro erzielen und im Exportgeschäft ihre Position im Spitzenfeld der internationalen Anbieter behaupten. Deutschland belegte mit 658 Mio. Euro bzw. einem Anteil von 23,7 Prozent in 2008 den zweiten Platz. Die USA hielten mit 684 Mio. Euro Export und einem Anteil von 24,7 Prozent an den weltweiten Ausfuhren von wasser- und abwassertechnischen Komponenten und Systemen Platz 1. Italien folgt auf Rang drei mit 289 Mio. Euro oder 10,4 Prozent.
Insbesondere das Jahr 2008 war ein Boomjahr und sorgte für eine sehr gute Auslastung der Unternehmen, die sich auch noch positiv auf das Jahr 2009 auswirkte. Entgegen dem allgemeinen Trend im Maschinen- und Anlagenbau spürt die Branche der „Wasser- und Abwassertechnik“ noch nichts von der Krise.
Entsprechend einer aktuellen Umfrage des VDMA-Fachverbandes Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate verteilten sich die Aufträge für die Hersteller und Lieferanten von Wasseraufbereitungs-, Abwasser- und Schlammbehandlungsanlagen seit dem 1. Januar 2009 auf die folgenden fünf wichtigsten Abnehmerbranchen: Öffentliche und private Ver- und Entsorger, mit 30,52 Prozent, chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie, mit 10,70 Prozent, metallbe- und verarbeitenden Industrie mit 10,00 Prozent, die Nahrungs- und Genussmittel- einschließlich Getränkeindustrie mit 6,87 Prozent sowie die Energieerzeugung- und Verteilung, mit 5,96 Prozent.
62 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten unveränderte Kundenanfragen im 1. Halbjahr 2009. Für das zweite Halbjahr rechnen rund 48 Prozent der Unternehmen mit einer Abnahme der Auftragseingänge. Dagegen erwarten nur noch 35 Prozent der Befragten eine Zunahme bei den Auftragseingängen. Die Kapazitäten der Unternehmen sind im 2. Halbjahr 2009 durchschnittlich zu 79 Prozent ausgelastet. Zum 31.12.2009 rechnen rund 44 Prozent der Unternehmen mit einem unveränderten Personalstand gegenüber dem 30.06.2009.
Die Erwartungen an einen insgesamt positiven Geschäftsabschluss des Jahres 2009 werden aber aufgrund von Auftragsüberhängen aus dem Vorjahr nach wie vor optimistisch eingeschätzt. Die Geschäftsaussichten werden sich im Industrieabwasserbereich auf dem Niveau von 2009 bewegen, mit leichten Wachstumstendenzen. Für den kommunalen Sektor rechnen die Unternehmen mit Auftragsrückgängen und hoffen, dass staatliche Förderprogramme im Umweltschutz, die Auftragslage stabilisieren.
30.10.2009
Die Vereinten Nationen – gemeinsam für ein weltweites Chemikalienmanagement
Der Schutz der Umwelt vor schädlichen Einflüssen - unter anderem durch Chemikalien - ist ohne die Vereinten Nationen (UN) nicht denkbar. 2006 wurde unter Federführung des UN-Umweltprogramms UNEP der Strategische Ansatz für ein Internationales Chemikalienmanagement (SAICM) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, den Umgang mit Chemikalien weltweit sicherer zu machen. Am 24. Oktober 2009 jährt sich das Inkrafttreten der Charta der UN zum 64sten Mal - ein Anlass, die Rolle der Vereinten Nationen im globalen Umweltschutz zu würdigen.Das Umweltprogramm UNEP wurde 1972 mit einer UN-Resolution ins Leben gerufen und hat die Aufgabe, politische Instrumente für einen erfolgreichen Umweltschutz zu entwickeln. Auch das Umweltbundesamt (UBA) unterstützt die politische Forderung, UNEP den Status einer eigenständigen UN-Organisation zu geben und zur United Nations Environmental Organisation (UNEO) fortzuentwickeln. Unter dem Dach von UNEP sind einige der wichtigsten, heute gültigen internationalen Übereinkommen zum Schutz der globalen Umwelt entstanden: 1987 zum Beispiel das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht, 1997 das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz und 2001 die Stockholmer Konvention zum Schutz vor langlebigen Chemikalien, die sich in der Nahrungskette anreichern.
SAICM ergänzt bestehende Abkommen zur Sicherheit von Chemikalien, die eine begrenzte Zahl von Stoffen mit bestimmten Eigenschaften betreffen. Es bietet einen übergreifenden Ansatz für Grundregeln des sicheren Umgangs mit allen Chemikalien. Initiativen zum Chemikalienmanagement werden weltweit gesammelt, koordiniert und in Zusammenarbeit mit vielen Interessengruppen gebündelt und umgesetzt. Das UBA beteiligt sich aktiv an der Entwicklung von Vorschlägen, stellt Informationen zur Verfügung und vermittelt die Ziele von SAICM an die Akteure in Deutschland.
Eine Regierungskonferenz von SAICM im Mai 2009 in Genf benannte vier zentrale Themen mit besonderer internationaler Brisanz: Gefährliche Chemikalien in unkontrolliert gehandelten Erzeugnissen, Chemikalien in Elektroschrott, bleihaltige Farben in Konsumentenprodukten wie Spielzeug sowie Chancen und Risiken der neu auf den Markt kommenden Nanomaterialien. Auch das UBA wird bei diesen Themen zu einem verbesserten Informationsaustausch und zu partnerschaftlichen Aktionen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern beitragen.
30.10.2009
Koalitionsvertrag gibt grünes Licht für Bioethanol
Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) hat die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vereinbarte Markteinführung von Benzin mit zehn Prozent Bioethanol (E 10) begrüßt. Die Einigung sei ein entscheidender Schritt, um das Hin und Her bei E 10 endlich zu beenden.Mit der zehnprozentigen Beimischung würden das CO2-Einsparungspotenzial von Bioethanol besser ausgeschöpft und die EU-Klimaschutzziele für den Straßenverkehr effizienter verwirklicht, erklärte BDBe-Geschäftsführer Dietrich Klein. Der von der EU für Biokraftstoffe geforderte Mindestwert von 35 Prozent Treibhausgaseinsparung werde von heimischem Bioethanol bereits jetzt übertroffen. Mittelfristig sei sogar eine CO2-Einsparung von mehr als 60 Prozent möglich, ergänzte Klein.
Als ersten Schritt zur Einführung von E 10 müsse die neue Regierung nun kurzfristig die 10. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetz (10. BImSchV) ändern.
Der nächste Punkt auf der Biokraftstoff-Agenda der neuen Regierung müsse die vollständige Umsetzung der EU-Richtlinie Erneuerbare Energien sein. Dies sei für einen harmonisierten europäischen Biokraftstoff-Binnenmarkt dringend notwendig. Der BDBe forderte Vorrang für heimisches Bioethanol solange nicht gleiche Nachhaltigkeitsstandards für importiertes und europäisches Bioethanol gewährleistet seien.
30.10.2009
EU-Klimaexperten diskutieren in Düsseldorf über Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
Auf Einladung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums treffen sich vom 28. bis 29. Oktober 2009 in Düsseldorf Klimaexperten aus 13 europäischen Ländern. Anlass ist das internationale Symposium „Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in den Regionen Europas“.In insgesamt fünf verschiedenen Workshops zu den Themenfeldern Wasser, Biodiversität, Forst, Tourismus und Stadtplanung diskutieren die etwa 90 Experten über Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel. In den einzelnen Workshops werden konkrete Maßnahmen und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel aus verschiedenen Regionen Europas vorgestellt. Unter anderem wird am Beispiel Kopenhagen gezeigt, wie eine europäische Großstadt klimagerecht umgebaut werden kann, oder was eine Wintersportregion wie das Sauerland tun kann, wenn künftig kein Schnee mehr fällt.
Das internationale Symposium findet im Rahmen des europäischen Umweltnetzwerks ENCORE statt, in dem Nordrhein-Westfalen 2004 den Vorsitz der Arbeitsgruppe Klimawandel übernommen hat.
30.10.2009
Mit dem Klimawandel leben: acqua alta stellt Anpassungsstrategien und innovative Projekte vor
Der Klimawandel ist in vollem Gange. Die daraus resultierenden Konsequenzen wie steigende Meeresspiegel und längere Dürreperioden sind in Teilen der Welt bereits spürbar. Die acqua alta, Internationaler Kongress mit Fachmesse für Klimafolgen und Hochwasserschutz, stellt vom 10. bis 12. November im CCH - Congress Center Hamburg verschiedene Strategien und Projekte vor, mit denen sich Deutschland und seine Regionen für die Zukunft rüsten will.Am ersten Tag der acqua alta wird Dr. Helge Wendenburg, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz aus dem Bundesumweltministerium die Eckpfeiler der deutschen Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels im Wasserbereich und den Handlungsbedarf skizzieren. Ein wichtiger Aspekt sei beispielsweise das Niedrigwassermanagement in den Sommermonaten, in denen Untersuchungen zufolge länger andauernde Trockenperioden zu erwarten sind.
Um auf regionaler Ebene Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln, hat das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMFB) im April 2009 die auf fünf Jahre ausgelegte Fördermaßnahme KLIMZUG (Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten) initiiert und unterstützt bundesweit sieben Einzelprojekte, an denen Behörden, Unternehmen und Forschungseinrichtungen mitwirken. Drei von ihnen präsentieren sich auf der Fachmesse der acqua alta.
30.10.2009
Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft bündeln ihre Kompetenz zur Erforschung des regionalen Klimas
Die Erde befindet sich in einem tief greifenden Klimawandel, dessen Auswirkungen regional aber sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Wie genau sich die globalen Änderungen regional auswirken, wie sich anthropogene Einwirkungen und natürliche Klimaschwankungen gegenseitig beeinflussen und auf welcher Wissensbasis Regionen durch geeignete Klimaanpassungsstrategien auf erwartete Änderungen reagieren – diese und andere Fragen will der Helmholtz-Verbund Regionale Klimaänderungen (REKLIM) beantworten.Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Lemke, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, haben sich acht Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft zusammengeschlossen. Die Wissenschaftler werden die Datengrundlage für ihre Modellrechnungen verbessern, weil sie nur so räumlich hoch aufgelöste Analysen und Szenarien erstellen können. Detaillierte Beobachtungen und Prozessstudien sollen zu optimierten gekoppelten Klima-Modellen führen, die uns aufzeigen, wie sich geänderte Bedingungen im Klimasystem regional und lokal auswirken, so Lemke. Somit könnten die Forscher zukünftig Politik, Wirtschaft, Behörden und die breite Öffentlichkeit mit wissenschaftlich fundierten Daten und Szenarien bei Entscheidungen zur Regionalentwicklung besser beraten.
Am Verbund sind die folgenden Helmholtz-Zentren beteiligt: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung; Institut für Meteorologie und Klimaforschung im Karlsruher Institut für Technologie; GKSS-Forschungszentrum Geesthacht; Forschungszentrum Jülich, Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum; Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt; Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Der Verbund ist mit einem Budget von 32,2 Millionen Euro für die Jahre 2009 bis 2013 ausgestattet.
30.10.2009
EU sucht CO2-Konsens
Die EU-Kommission hat neue Abgasnormen für Lieferwagen und Kleinlaster bis 3,5 Tonnen vorgeschlagen. Diese sollen nach Plänen von Umweltkommissar Stavros Dimas im Flottendurchschnitt künftig höchstens 175 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen.Der Grenzwert wird, wenn Mitgliedstaaten und EU-Parlament ihm zustimmen, in mehreren Stufen eingeführt. Ab 2014 müssten ihn im Schnitt 75 % der Neufahrzeuge eines Herstellers erfüllen, ab 2015 wären es 80 % und ab 2016 100 %.
Kämen die Hersteller den Werten nicht nach, müssten sie mit Strafen von bis zu 120 Euro pro geliefertem Fahrzeug und überzähligem Gramm CO2 rechnen. Die jetzt vorgestellten Pläne sind weniger streng als frühere Entwürfe der Kommission.
Unter anderem Deutschland hatte sich im Interesse seiner Autoindustrie für eine Milderung eingesetzt. Bereits beschlossene Sache ist die europäische CO2-Norm von durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer für Pkw.
30.10.2009
Nordrhein-Westfalen tritt „The Climate Group“ bei
Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist seit heute, 28. Oktober, förmliches Mitglied einer internationalen Allianz zum Klimaschutz. Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben und Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg unterzeichneten dazu in Düsseldorf den Beitritt der Landesregierung zur „Climate Group“.„The Climate Group“ ist ein internationaler Zusammenschluss von Regionen und Unternehmen, die sich zu einer aktiven Klimapolitik bekennen. Grundlage ist die Montreal Deklaration, die bereits von 40 Regionen aus den USA, Europa, Kanada, Australien, Süd-Amerika und Afrika unterzeichnet wurde. Die Deklaration erklärt den Klimawandel und seine Folgen als „dringendes globales Problem, das eine koordinierte, gemeinschaftliche Antwort zur Verringerung der Treibhausgase und zum Wohle gegenwärtiger und zukünftiger Generationen erfordert“. Dabei hebt sie die bedeutende Rolle der regionalen Regierungen als Handlungsebene hervor. Die Landesregierung hatte das Dokument bereits im März 2007 paraphiert und unterstreicht mit dem heute vollzogenen Beitritt ihr aktives Engagement auf internationaler Ebene.
Als Schwerpunktthemen, die in der Climate Group behandelt werden sollen, nannte Umweltminister Uhlenberg den Ausbau der Bioenergie sowie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Bis 2020 wolle die Landesregierung Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse auf fast 18 Milliarden Kilowattstunden verdoppeln. Damit könnten 20 Prozent des Strombedarfs und 10 Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abgedeckt werden, so der Minister. Auf starkes Interesse war zudem der „Masterplan Elektromobilität Nordrhein-Westfalen“ gestoßen, der den zügigen Auf- und Ausbau der Region Rhein-Ruhr als Modellregion für Elektromobilität vorsieht. Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens 250.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb zwischen Rhein und Ruhr unterwegs sein.
Die Climate Group wird die Interessen der Regionen auch auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 vertreten.
23.10.2009
Kompetenzzentrum E-Energy von VDE und DKE geht an den Start
Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung massiv zu steigern. Hierfür muss immer mehr Ökostrom intelligent - das heißt wirtschaftlich, vollständig und bei hoher Versorgungssicherheit und -qualität - in die Stromnetze integriert werden. Voraussetzung dafür ist eine breit angelegte Aufrüstung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Bereich der Verteilungsnetze und der Aufbau virtueller Kraftwerke.Mit dem Förderprogramm "E-Energy: IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft" hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zum Ziel gesetzt, anhand von sechs E-Energy-Modellregionen zu zeigen, wie groß das Optimierungspotential von IKT für mehr Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit in der Stromversorgung ist. Die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE unterstützt das BMWi und das BMU in allen Normungs- und Standardisierungsfragen bei der Realisierung der E-Energy-Projekte und hat dafür eigens das Kompetenzzentrum E-Energy gegründet.
Ziel des Kompetenzzentrums E-Energy in der DKE ist es, innovative Ergebnisse aus der Arbeit der Projekte frühzeitig aufzugreifen und in die internationale Normung einzubringen. So unterstützen DKE- und DIN-Experten die E-Energy-Projekte bei der Normung von Funktionalitäten und Schnittstellen. Gerade vor dem Hintergrund des internationalen Wettbewerbs sollen die Ergebnisse damit auch langfristig, also über die Projektlaufzeit hinaus, gesichert werden. Gleichzeitig prüft die DKE die weltweiten Normungsaktivitäten im Bereich der intelligenten Netze (Smart Grids) und verwandten Themenbereichen auf ihre Relevanz für die E-Energy-Projekte.
23.10.2009
Klimaschutz mit Sicherheitsmarge
Deutschland kann 43 % seiner Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 einsparen. Das zeigt die Studie „Politikszenarien V – auf dem Weg zum Strukturwandel; Treibhausgas-Emissionsszenarien bis zum Jahr 2030“. Bis 2030 kann sogar annähernd 60 % Minderung gegenüber 1990 erreicht werden. Zugpferd wäre vor allem der Stromsektor, in dem sich zwischen 2005 und 2030 rund ein Viertel der deutschen Treibhausgasemissionen einsparen lassen“, so Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA).Die von einem Forschungskonsortium um das Öko-Institut - im Auftrag des UBA - erstellte Studie untersuchte die Treibhausgas-Emissionen eines „Business-as-usual“-Szenarios und eines „Strukturwandelszenarios“. Das Strukturwandelszenario geht dabei von einer ambitionierten Klimapolitik aus – mit zusätzlichen Maßnahmen zur Einsparung von Strom, Wärme und Kraftstoffen und einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien.
Im „Business-as-usual“-Szenario verringern sich die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 dagegen nur um 29,6 %, das nationale Ziel einer Treibhausgas-Minderung um 40 % würde nicht erreicht. Die wichtigsten Maßnahmen dieses Szenarios sind die Ausweitung der erneuerbaren Energien, das EU-Emissionshandelssystem und das Gebäudesanierungsprogramm. Zwischen 2020 und 2030 führen die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen aber nur noch zu einer weiteren Minderung von etwa 2 %.
Im Strukturwandelszenario wird das 40 %-Ziel im Jahr 2020 mit 43,1 % überschritten. Annähernd die Hälfte der zusätzlichen Minderung liefern zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs. Ebenfalls wirkungsvoll sind eine verstärkte Förderung der erneuerbaren Energien, die Stärkung der Energieeinsparverordnung und ihres Vollzugs, die Verschärfung der CO2- Grenzwerte für PKW und die Besteuerung von Flugkraftstoffen. Bis 2030 würde sogar eine Minderung um 58,2 % erreicht.
Die Studie ergänzt die jüngst vom UBA veröffentlichte „Konzeption zur Klimapolitik“. Sie zeigt nicht nur, dass das Ziel einer Minderung um 40 % machbar ist, sondern auch welche nationalen und europäischen Klimaschutzmaßnahmen dafür notwendig sind.
23.10.2009
Nanotechnik für Mensch und Umwelt – Chancen fördern und Risiken mindern
Nanotechnik gewinnt bei der Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Nanotechnisch optimierte Kunststoffe können etwa das Gewicht bei Autos oder Flugzeugen senken und somit helfen, Treibstoff zu sparen. Neue, nanotechnisch optimierte Lampen, Licht emittierende Dioden (LED), haben eine hohe Lebensdauer, wandeln den elektrischen Strom effizienter in Licht um und sparen somit Energie. Dies sind nur zwei Beispiele aus einer rasch wachsenden Zahl von Produkten, die auf den Markt kommen und sich vermutlich positiv auf Umwelt und Wirtschaft auswirken.Der zunehmende Einsatz synthetischer Nanomaterialien in Produkten führt jedoch auch zu einem vermehrten Eintrag dieser Materialien in die Umweltmedien Boden, Wasser und Luft. Die Wirkungen der Nanomaterialien in der Umwelt und mögliche gesundheitliche Risiken für den Menschen sind derzeit noch unzureichend erforscht.
Aus Sicht des Umweltbundesamtes ist es erforderlich, rechtliche Rahmenbedingungen für den sicheren Umgang mit Nanomaterialien zu schaffen. Ein wesentlicher Schritt hierzu ist ein Meldesystem für Nanomaterialien in Form eines Produktregisters. Die Bundesregierung hat frühzeitig mit der Einsetzung einer NanoKommission auf die Diskussion um Chancen und Risiken reagiert. Die Fachleute des UBA beteiligen sich in der NanoKommission sowie in weiteren nationalen und internationalen Arbeitskreisen, insbesondere innerhalb der OECD an der Entwicklung von Empfehlungen zum verantwortungsvollen Umgang mit Nanomaterialien. Es trägt aktiv dazu bei, über umweltrelevante Aspekte der Nanotechnik zu informieren, Wissensdefizite auszufüllen und den weiteren Handlungsbedarf zu ermitteln. Das Amt fördert umweltrelevante Innovationen, die durch den Einsatz der Nanotechnik möglich sind und ermittelt Umweltentlastungspotenziale. Voraussetzung ist, dass potenzielle Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit bewertbar und vermeidbar sind.
Das UBA fasst in dem Hintergrundpapier „Nanotechnik für Mensch und Umwelt – Chancen fördern und Risiken mindern“ relevante Aspekte über Umweltentlastungspotenziale zusammen, benennt Risiken für Mensch und Umwelt und formuliert Handlungsempfehlungen.
23.10.2009
Nachwachsende Rohstoffe 2009 erneut auf rund 2 Mill. Hektar
In der Landwirtschaft gewonnene nachwachsende Rohstoffe belegten 2009 knapp 2 Mill. ha oder etwa 17 % der Ackerfläche, dies ergab die jährliche Schätzung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Insgesamt ist die mit Energie- und Industriepflanzen bestellte Fläche in Deutschland seit 3 Jahren relativ konstant. Es zeigt sich damit, dass nachwachsende Rohstoffe trotz starker wirtschaftlicher Schwankungen und Änderung der politischen Rahmenbedingungen eine feste Größe in der Landwirtschaft darstellen.Die FNR erhebt den Anbauumfang nachwachsender Rohstoffe in Deutschland jedes Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf der Basis von Schätzungen von Verbänden und Experten.
Die Zahlen für das Vorjahr müssen in diesem Zuge aufgrund neu vorliegender Daten um rund 120.000 ha nach unten korrigiert werden. Energie- und Industriepflanzen wuchsen damit 2008 auf gut 1,9 Mill. ha. Im Vergleich dazu stieg der Anbau 2009 wieder leicht an, erreicht aber noch nicht das Niveau von 2007.
Mehr Fläche im Vergleich zu 2008 nahmen vor allem Raps für Biodiesel und Pflanzenöl sowie Getreide und Zuckerrüben für Bioethanol ein. Aber auch Energiepflanzen für die Biogasproduktion trugen zu der moderaten Steigerung bei.
Trotz des Einbruchs beim Reinkraftstoffmarkt ist der Non-Food-Rapsanbau leicht gestiegen. Welche Ursachen in welchem Maße dazu beigetragen haben, ist aufgrund des komplexen Marktes und fehlender Daten nicht eindeutig zu bestimmen. Eine mögliche Rolle spielen jedoch: die seit Jahresbeginn gültige deutsche B7-Norm (DIN 51628), die eine 7-%ige Biodiesel-Beimischung erlaubt und die von der EU verhängten Strafzölle, mit denen der Import von B99-Biodiesel eingedämmt wird. Für Bioethanol stieg die Beimischungsquote 2009 von 2 auf 2,8 %. Dies erklärt den steigenden Anbau von Getreide und vor allem von Zuckerrüben für die Ethanolerzeugung.
Auch der Biogas-Sektor verzeichnet mit einem geschätzten Plus von 30.000 ha ein leichtes Wachstum, hier sind sowohl die positiven Rahmenbedingungen des novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes als auch der zunehmende Bau von größeren Anlagen, die auf die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz setzen, ursächlich.
Im Bereich der stofflichen Nutzung ist die Anbaufläche im Vorjahresvergleich leicht rückläufig und liegt bei knapp 300.000 ha. Bedingt durch sinkende Produktionszahlen bei Papier und Pappe gibt es einen geringfügigen Rückgang bei den Flächen zur Gewinnung von Industriestärke. Der Anbauumfang aller anderen Kulturen weist keine Änderungen auf.
23.10.2009
EU-Umweltminister verabschieden Forderungskatalog für Klima-Gipfel
Die EU hat sich auf einen gemeinsamen Forderungskatalaog für die Weltklimakonferenz in Kopenhagen verständigt. Die Umweltminister der 27 EU-Staaten sprachen sich am Mittwoch, den 21. Oktober 2009, in Luxemburg unter anderem dafür aus, die Treibhausgas-Emissionen von Flugzeugen und Schiffen bis 2020 deutlich zu vermindern.Geschwächt wird die Verhandlungsposition der EU aber dadurch, dass sie sich noch nicht auf einen finanziellen Beitrag für ein neues Klimaschutzabkommen geeinigt hat. Die obersten Kassenwarte Europas hatten sich am Dienstag nicht auf eine klare Aussage zur Unterstützung des Klimaschutzes in den Entwicklungsländern einigen können. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel äußerte die Hoffnung, dass die EU-Staats- und Regierungschefs dies auf ihrem Gipfeltreffen in der kommenden Woche nachholen würden. Für die „Fehlleistung der Finanzminister“ machte er Polen und andere osteuropäische Staaten verantwortlich. Diese hätten einem finanziellen Angebot der EU an die Entwicklungsstaaten nur unter der Bedingung zustimmen wollen, selbst „möglichst keine Lasten tragen zu müssen“.
Die Mehrheit der EU-Staaten will erreichen, dass sich die Lastenverteilung beim Klimaschutz nicht allein nach der Wirtschaftsleistung, sondern auch nach dem CO2-Ausstoß pro Kopf richtet. Damit könnten auch Schwellenländer wie China in die Verantwortung genommen werden, das mittlerweile in absoluten Zahlen mehr Treibhausgas produziert als die USA. China und Indien kündigten am Mittwoch an, in Kopenhagen einen gemeinsamen Standpunkt vertreten zu wollen.
Beim Umweltministertreffen kam es erneut zu Streit zwischen Ost- und Westeuropäern: Neun osteuropäische Staaten forderten, ihr vergleichsweise geringer Treibhausgas-Ausstoß in den vergangenen Jahren müsse belohnt werden. Sie wollten noch ungenutzte Verschmutzungsrechte, die ihnen im Rahmen des Kyoto-Protokolls für Klimaschutz zugestanden worden waren, auf die Zeit nach 2012 übertragen, über die in Kopenhagen verhandelt wird. Die Debatte über diese Übertragung ungenutzter Rechte wurde nun auf den Weltklima-Gipfel verschoben.
23.10.2009
Transparenz und Sicherheit für Umwelt-Investoren
Investitionen in Umweltprojekte und erneuerbare Energie werden bei deutschen Privatanlegern immer beliebter. Doch die Vielzahl der Umweltfonds, die vermehrt auch im europäischen Ausland ihre Solaranlagen oder Windparks bauen, macht Anlegern die Beurteilung schwer. Das Internetportal www.umweltfondsvergleich.de der Berliner Umweltfinanz AG hat daher ihr Sicherheitsrating erweitert und prüft nun auch länderspezifische Risiken am jeweiligen Investitionsstandort. Bewertet werden die langfristige Planbarkeit und die Stabilität staatlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für Umweltprojekte.Bereits seit 1997 ist die Umweltfinanz Wegbereiter des Marktes für "grünes Geld" in Deutschland. Seit 2001 wird für alle Umweltfonds ein Sicherheitsrating erstellt, das für Privatanleger im Internet kostenfrei einsehbar ist. Die Beurteilung der Fondsangebote erfolgt unabhängig und basiert auf langjähriger Branchenerfahrung als Initiator und Vermittler von geschlossenen Umweltfonds. Gegenüber dem Anleger sollen die Transparenz und Sicherheit verschiedener Angebote deutlich gemacht werden.
Aktuell wurde das Sicherheitsrating um den Punkt "Länderrisiko" erweitert, da Solarkraftwerke oder Windkraftanlagen vermehrt auch im europäischen Ausland errichtet werden. Viele Staaten bieten heute unterschiedliche Anreize für Investitionen in regenerative Energieträger. Die Stabilität und Kontinuität der deutschen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird allerdings bisher selten erreicht.
19.10.2009
UBA empfiehlt Überprüfung der Kriterien für besonders besorgniserregende Stoffe
Im Vorfeld des 3. Treffens der zuständigen Behörden gemäß REACH- und CLP-Verordnung (CARACAL), das am 12. und 13. Oktober 2009 stattfindet, fordert das Umweltbundesamt (UBA) eine Änderung des Anhangs XIII der REACH-Verordnung, der die Kriterien für die Identifizierung von persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen (PBT) sowie sehr persistenten und sehr bioakkumulierbaren (vPvB) Stoffen enthält.Mehrere Mitgliedsstaaten vertreten die Auffassung, dass die Kriterien überholt sind und nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen und dass sie den wirksamen Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen Stoffen gefährden.
Zurzeit arbeitet die Europäische Kommission an einem neuen Vorschlag zur Änderung von Anhang XIII. Das UBA befürchtet, dass dieser Prozess enden könnte, ohne die notwendigen Änderungen zur Aktualisierung des Gesetzestextes hervorzubringen. Angesichts der besonderen Bedeutung des Anhangs XIII für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt bittet das Umweltbundesamt die Kommission nachdrücklich, einen Vorschlag vorzulegen, der den derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand berücksichtigt.
19.10.2009
Energieeffizienz sorgt für mehr Power
In jedem fünften Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie ist Energieeffizienz noch kein Thema. Das zeigt eine Umfrage unter 150 Experten der VDI-Gesellschaft Materials Engineering und des VDI Wissensforums, deren Ergebnisse heute auf der Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung FAKUMA in Friedrichshafen präsentiert wurden.Diese Unternehmen vergeben Chancen, Kosten zu sparen, so Prof. Ansgar Jaeger, stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachbereichs Kunststofftechnik. Energieeffizientes Wirtschaften sei einer der wichtigsten Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit Kunststoff verarbeitender Betriebe. Doch einige Betriebe scheinen dies noch nicht zu begreifen. In mehr als einem Drittel der Betriebe gibt es keinen Verantwortlichen für Energieoptimierung. Immerhin haben 45 Prozent der befragten Betriebe ein Konzept zur Reduktion der Energieverbräuche entwickelt. Aber es gilt auch, die Konzepte umzusetzen, so Jaeger. Denn nur 23 Prozent haben bisher in eine energieeffiziente Gebäudetechnik investiert und gar nur sieben Prozent in alternative Verfahrenstechnologien. Wege, die Energiekosten zu reduzieren, gibt es viele. So sehen 64 Prozent der befragten Unternehmen das größte Einsparpotenzial bei den Produktionsanlagen. Doch Unternehmen sollten den Blick nicht nur auf einzelne Anlagen richten, sondern alle Komponenten berücksichtigen. Beispielsweise lassen sich über Wärmerückgewinnung oder Kühltechniken die Energiekosten reduzieren, so Jaeger.
19.10.2009
Deutsche Unternehmen veröffentlichen Klimadaten
Gut die Hälfte der 200 größten börsennotierten Unternehmen haben ihre Klimadaten an das Carbon Disclosure Project (CDP), die weltweit größte Klimareporting-Initiative, berichtet. Darunter sind fast alle DAX 30-Unternehmen. Dies ist dem neuen Deutschland-Report 2009 zu entnehmen, den das CDP gemeinsam mit dem BVI Bundesverband Investment und Asset Management und dem WWF Deutschland veröffentlicht hat. Der Rücklauf deckt 91 % der Marktkapitalisierung der befragten Aktiengesellschaften ab. Die Qualität der Berichterstattung lässt auf ein gestiegenes Problembewusstsein für den Klimawandel schließen. Nach eigenen Angaben haben die Unternehmen im vergangenen Jahr um 3 % mehr CO2 emittiert.Die Unternehmen haben insgesamt ein besseres Verständnis für ihre Chancen und Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben, entwickelt. Für 67 % (Vorjahr: 77%) stellt der Klimawandel ein Risiko dar. Dabei werden besonders häufig gesetzliche und regulatorische Veränderungen genannt, die sich tendenziell negativ auf die Geschäftentwicklung auswirken. Umgekehrt erkennen aber inzwischen 79 % der Unternehmen (Vorjahr: 73 %) konkrete Chancen aus dem Klimawandel und seinen volkswirtschaftlichen Auswirkungen.
19.10.2009
DWA-Kläranlagen-Leistungsvergleich erschienen
Sowohl vor dem Hintergrund des Klimawandels als auch im Hinblick auf Kostenoptimierung gewinnen Fragen zur Steigerung der Energieeffizienz auch bei Betreibern von Kläranlagen immer mehr Bedeutung.So werden seit mehreren Jahren in einigen DWA-Landesverbänden regelmäßig Stromverbrauchsdaten der kommunalen Klärwerke erhoben. Erstmalig beinhaltet der 21. Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) Ergebnisse dieser Erhebungen. Grundlage für den Vergleich bildet der mittlere spezifische jährliche Stromverbrauch pro Einwohnerwert (EW). Generell sinkt mit zunehmender Anlagengröße der spezifische Stromverbrauch von 75 auf 30 kWh/(EW × a). Der Vergleich mit den empfohlenen Toleranzwerten zeigt, dass hier Einsparpotenziale von über 10 % vorhanden sind.
Die Jahresmittelwerte der Ablaufkonzentrationen für organische Schmutzstoffe, Stickstoff und Phosphor wurden statistisch ausgewertet und belegen, dass der Großteil der Anlagen deutlich besser ist, als die gesetzlichen Anforderungen verlangen. Auch kleinere Anlagen, für die noch keine Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor im Ablauf vorgeschrieben sind, weisen zum Teil erstaunlich gute Ablaufwerte auf. Stickstoff wird zum Beispiel in Stabilisierungsanlagen mit intermittierender Belüftung recht effizient eliminiert.
Wie im vergangenen Jahr enthält auch der diesjährige Leistungsvergleich Auswertungen nach Flussgebieten. Diese wurden aber erstmals um Ergebnisse der internationalen Bodensee-Nachbarschaft ergänzt. Sie umfasst die direkt in den Bodensee einleitenden Kläranlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Eliminationsleistung der betreffenden Kläranlagen, bezogen auf die organischen Schmutzstoffe, liegt im Vergleich am höchsten. Die höchsten Abbaugrade für Stickstoff werden im Flussgebiet Oder mit 91 % erreicht. Die geringsten Werte weist die Bodensee-Nachbarschaft auf, da die Stickstoffelimination nicht in allen Anrainerstaaten des Bodensees gesetzlich vorgeschrieben ist. Sie liegt bei rund 70 % gegenüber 82 % in den deutschen Nachbarschaften. Nur die Flussgebiete Rhein und Donau bleiben knapp unter 80 %, alle anderen erreichen höhere Werte. Im Fall des Phosphors ist bemerkenswert, dass im Raum Bodensee die niedrigsten Ablaufkonzentrationen erzielt werden.
19.10.2009
Projekt zur optimierten Rücknahme von Fotovoltaikanlagen
Die Fotovoltaikindustrie erlebte in den letzten Jahren einen wahren Boom - eine saubere Art der Energiegewinnung, bei der aber auch Abfall entsteht. Denn mit der Zeit lässt die Wirkung der Solarmodule nach und die funktionsuntüchtigen Teile müssen ausgetauscht werden.Eine Studie der Firma Ökopol, Hamburg, geht davon aus, dass derzeit jährlich zwischen 3.500 und 4.000 t Altmaterial in Europa zu entsorgen sind. Für das Jahr 2020 werden sogar 35.000 t prognostiziert. Die in den Anlagen eingesetzten Solarmodule wiederzuverwerten, gewinnt demnach zunehmend an Bedeutung.
Das Osnabrücker Unternehmen Hellmann Process Management will dazu ein ökonomisch und ökologisch tragfähiges Logistikkonzept entwickeln. Dabei sollen lokale und regionale Installateure sowie bereits vorhandene Entsorgungsstrukturen in das Rücknahmesystem miteingebunden werden, erläutert Geschäftsleiter André Pohl.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), fördert das Projekt mit etwa 100.000 Euro. Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde sieht darin eine vereinfache Organisation sowie eine deutliche Erhöhung der Sammelquote.
In Zusammenarbeit mit der Kummer Umweltkommunikation GmbH und dem Energy Center der Technischen Universität Darmstadt plant das mittelständische Unternehmen ein europaweites Logistikkonzept zu entwickeln, das zunächst in den Pilotregionen Deutschland und Spanien gestartet werden soll.
9.10.2009
Umweltfreundliches Transportkonzept
Gemeinsam haben die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH und DHL Global Forwarding ein umweltfreundliches Transportkonzept für die Inlandslogistik von Seefrachten entwickelt. Bei Vor- und Nachläufen sollen jährlich rund 13.000 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit) von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Durch den DHL Railservice können die CO2-Emissionen um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Der erste Testzug aus Hamburg/Bremerhaven fuhr am 7. Oktober 2009 um 21:00 Uhr am BSH-Standort in Giengen ein, wo die BSH neben der Fertigung für Kühl- und Gefriergeräte ein Logistikzentrum betreibt.„Mit dem DHL Railservice können wir unsere Produkte bei gleichbleibender Laufzeit im Vergleich zum LKW-Transport wesentlich umweltfreundlicher befördern“, erklärt Hans-Gerd Bauerfeind, Leiter der Logistik der BSH. „Außerdem werden wir durch die guten Ankunfts- und Abfahrtszeiten noch flexibler und können noch kurzfristiger disponieren. Das ist die ideale Basis für unser nachhaltiges Wirtschaften in der Zukunft.“
Bisher wurde die Fracht wöchentlich mit 120 Lastwagen vom BSH-Standort zuerst zu den Containerterminals Ulm-Dornstadt oder Kornwestheim geliefert und von dort weiterbefördert zu den Seehäfen Bremerhaven und Hamburg. Mit der Verlagerung auf die Schiene erfolgt der Transport der Im- und Exportgüter zwischen Hafen und Werk nun ohne Zwischenstopp. Dadurch wird die CO2-Effizienz von derzeit ca. 60 Gramm CO2 pro Tonnenkilometer auf 24 Gramm CO2 verbessert. Im Vergleich zum LKW-Transport ändern sich die Laufzeiten nicht. Der komplette Railservice wird von der DHL Global Forwarding Niederlassung in Stuttgart gesteuert.
Mit dem konzernweiten Klimaschutzprogramm GoGreen verpflichtet sich die Deutsche Post DHL als erstes Logistikunternehmen mit einem messbaren Klimaschutzziel. Bis zum Jahr 2020 wird der Konzern seine CO2-Effizienz im Vergleich zu 2007 um 30 Prozent steigern – darin eingeschlossen sind auch fremd vergebene Transportleistungen. Zentraler Bestandteil von GoGreen ist das Angebot CO2-neutraler oder CO2-reduzierter Logistiklösungen für die Kunden des Konzerns.
9.10.2009
Bundesregierung und DIHK schließen "Partnerschaft für Klimaschutz, Energieeffizienz und Innovation"
Mit einer neuen Partnerschaft legen die Bundesregierung und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Basis dafür, sich den Herausforderungen des Klimaschutzes und der Steigerung der Energieeffizienz in der deutschen Wirtschaft gemeinsam zu stellen. In der "Partnerschaft für Klimaschutz, Energieeffizienz und Innovation" fördert das Bundesumweltministerium mit seiner Klimaschutzinitiative ein breit angelegtes Projekt des DIHK und der Industrie- und Handelskammern. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau Energieeffizienzberatungen und besonders zinsgünstige Kredite mit seinem "Sonderfonds Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen".
Ziel der Partnerschaft ist es, Firmen zu motivieren, die bereits heute wirtschaftlich rentablen Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz weit stärker als bisher zu realisieren. Die Aktionen der Partnerschaft richten sich direkt an die Unternehmen, um damit zusätzliche Impulse für mehr Energieeffizienz auszulösen. Diese ist für viele Unternehmen ein wichtiger Faktor, um schneller aus der Krise zu kommen und sich gut für den Wettbewerb danach zu positionieren.
Eine Säule der Partnerschaft ist die Gründung von KLIMASCHUTZ UNTERNEHMEN - Die Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der deutschen Wirtschaft. Die Mitgliedsunternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen in ihre Unternehmensstrategie integrieren und die Einsparerfolge dokumentieren, sondern sich in bestimmten Abständen auch einem Prüfverfahren unterziehen. Mitglieder aus möglichst allen Branchen und Größenklassen zeigen vorbildhaft, dass sich Energieeffizienz und Klimaschutz auszahlen. Mit ihren Best-Practice-Beispielen sind sie prädestiniert, auch andere Unternehmer vom Nutzen der Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen zu überzeugen.
Die zweite Säule der Partnerschaft ist eine Informations- und Qualifizierungsoffensive des DIHK und der IHKs. Die Informationsoffensive erleichtert durch der IHK den Unternehmern vor Ort den Einstieg in die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz. Zentraler Bestandteil sind Betriebsbesuche, bei denen die Energiecoaches die Unternehmen auf die Möglichkeiten der Energieeffizienzberatung und auf andere passende Förderprogramme, Fortbildungsangebote oder Informationsveranstaltungen hinweisen. Im Rahmen der Qualifizierungsoffensive wird die Weiterbildung von Mitarbeitern der Unternehmen zu Energiemanagern bezuschusst.
9.10.2009
Deutsche Umwelthilfe stellt Vollzugsdefizite bei Verpackungsverordnung fest
Die im vergangenen Jahr nach langer Diskussion novellierte Verpackungsverordnung bringt nach Recherchen der Deutschen Umwelthilfe e.V (DUH) nicht die erhoffte Transparenz und Gerechtigkeit für den Entsorgungsmarkt. Im Gegenteil: Die seit Verabschiedung der 5. Novelle vorgeschriebene Hinterlegung einer so genannten "Vollständigkeitserklärung" für die in Verkehr gebrachten Verpackungen wird bisher von rund einem Drittel der verpflichteten Unternehmen ignoriert.Die Vollständigkeitserklärungen müssen nach der neuen Verpackungsverordnung etwa 3.000 bis 4.000 Unternehmen, die Verkaufsverpackungen einsetzen, jährlich zum 1. Mai bei den örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammern hinterlegen. Die Erklärungen beinhalten von externen Dritten wie Wirtschaftsprüfern oder Steuerberatern geprüfte Angaben zu den jeweils von den Unternehmen für ihre Waren im Vorjahr eingesetzten Verpackungen.
Außerdem müssen die Unternehmen Angaben über die Entsorgung der Verpackungen machen und über ihre Beteiligung an der so genannten haushaltsnahen Wertstoffsammlung informieren. Verstöße gegen die Regelungen, die in § 10 der novellierten Verpackungsverordnung festgelegt sind, stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden können.
Die DUH hat das Register der Vollständigkeitserklärungen, das öffentlich zugänglich ist, untersucht und gravierende Missstände bei der Umsetzung dieses zentralen Bausteins der neuen Verpackungsverordnung festgestellt. „Vollständig ist an den Vollständigkeitserklärungen bisher gar nichts“, stellte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fest. Bis zur vergangenen Woche (1. Oktober), also fünf Monate nach dem in der Novelle festgelegten Stichtag, haben nach der DUH-Recherche nur rund 2.000 Unternehmen eine Vollständigkeitserklärung bei den Industrie- und Handelskammern hinterlegt.
Zuständig für die Kontrolle sowohl der Abgabe der Vollständigkeitserklärungen, als auch ihrer inhaltlichen Richtigkeit sind die Bundesländer. Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, die bei den Verhandlungen über die 5. Novelle der Verpackungsverordnung das Recht auf Einsichtnahme in die Vollständigkeitserklärungen sowie in die hinterlegten Mengenstromnachweise der verwerteten Verpackungsabfällen gefordert hatten, waren seinerzeit abgewiesen worden.
Aus Sicht der DUH sei bei der vorhandenen Gesetzeslage weitgehend unklar, nach welcher Systematik und mit welchen Vergleichszahlen die Behörden die Richtigkeit der Inhalte der hinterlegten Vollständigkeitserklärungen prüfen können, wenn sie es denn überhaupt versuchten. Ernüchterndes Ergebnis jahrelanger Anstrengungen für eine bessere Transparenz bei der Verpackungsentsorgung sei deshalb derzeit ein unvollständiger und nach wie vor undurchsichtiger Zahlendschungel, den niemand durchleuchtet.
Die Folgen der fehlenden Transparenz und behördlichen Kontrollen haben handfeste Folgen: Während die Mengen der tatsächlich entsorgten Verpackungen etwa gleich bleiben, nimmt die in den dualen Systemen angemeldete Tonnage - die theoretisch mit der zu entsorgenden Menge übereinstimmen müsste - mit dem schwindenden Risiko, beim Betrug erwischt zu werden, konsequent ab. In Deutschland werden jährlich über sieben Millionen Tonnen Verkaufsverpackungen an private Endverbraucher abgegeben. Die Verpackungen, die nicht im Rahmen des Einwegpfandes oder so genannter Branchenlösungen gesammelt und verwertet werden, machen nach Brancheninformationen mit geschätzten knapp 6 Millionen Tonnen hiervon den Löwenanteil aus. Diese Verpackungen müssen bei einem der insgesamt neun bundesweit zugelassenen dualen Systeme lizenziert und von diesen anschließend gesammelt und verwertet werden. Doch aktuelle Zahlen aus dem Kreise der Systembetreiber für das Jahr 2009 belegen, dass nur rund 4 Millionen Tonnen bei den dualen Systemen angemeldet sind. „Fast ein Drittel der Verpackungen laufen offensichtlich außerhalb des Systems. Es ist Volkssport unter Unternehmen und deren Beratern geworden, Verpackungsmengen aus der haushaltsnahen Wertstoffsammlung wegzudefinieren, um Kosten zu sparen oder neue Kunden zu gewinnen“, konstatiert Maria Elander, Leiterin Kreislaufwirtschaft bei der DUH.
Man müsse kein Prophet sein für die Annahme, dass diese „diffusen Verpackungsströme sich negativ auf die ökologische Qualität der Entsorgung auswirken". Die DUH befürchtet besonders im Bereich der Leichtverpackungen sinkende Recyclingqualitäten, da deren hochwertige Verwertung für die Systembetreiber die relativ größten Kosten verursachen.
9.10.2009
BDE untermauert Überlassungsklage mit Gutachten
Mit dem so genannten Altpapier-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Juni 2009 hat erstmals ein Bundesgericht den Kommunen den Erstzugriff auf verwertbare und getrennt gesammelte Abfälle zugestanden. Dieses Urteil ist aus Sicht des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft ein schwerwiegender Verstoß gegen europäisches Recht. Der Verband begrüßt ausdrücklich, dass das vor dem Bundesverwaltungsgericht unterlegene Unternehmen Veolia inzwischen Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt hat. Darüber hinaus hat der BDE als größter Interessenvertreter der privaten Entsorgungswirtschaft in Deutschland einen renommierten Juristen beauftragt, die Vereinbarkeit des Bundesverwaltungsgerichtsurteils mit europäischem Recht zu prüfen. Das vom Hamburger Rechtsanwalt Dr. Martin Dieckmann erarbeitete und dem BDE vorgelegte Gutachten legt auf 69 Seiten dar, dass die in Deutschland beabsichtigte Ausdehnung der Überlassungspflichten auf verwertbare Abfälle, die getrennt von gemischten Siedlungsabfällen erfasst werden, gleich mehrfach gegen geltendes europäisches Recht verstoßen würde.
Darüber hinaus weist das Gutachten dem Bundesverwaltungsgericht einen Verstoß gegen den EG-Vertrag nach. Das höchste deutsche Verwaltungsgericht hätte seine Rechtsauffassung vor dem Urteilsspruch zum Altpapier zwingend dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorlegen müssen.
BDE-Präsident Peter Kurth sagte: „Wir begrüßen das Gutachten außerordentlich, weil es klarstellt, dass auch Verwaltungsgerichte in Deutschland höherrangiges europäisches Recht zu beachten haben. Wir appellieren an die neue Bundesregierung, bei der anstehenden Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie in nationales Recht den europäischen Rechtsrahmen strikt zu berücksichtigen. Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Andienungspflicht der Kommunen über den gemischten Restmüll hinaus zu erweitern.“
9.10.2009
RWE erhält „Green Fleet Award“
RWE , Essen, ist am Dienstag, den 6. Oktober 2009, mit dem Umweltpreis „Green Fleet Award“ ausgezeichnet worden. Dieser Preis wird an Unternehmen vergeben, die sich durch innovative Ideen und wegweisende Ansätze beim Fuhrparkmanagement auszeichnen. Stifter der Auszeichnung ist die Fleet Company, eine Tochtergesellschaft des TÜV-Süd aus München. Überzeugen konnte RWE mit einer grünen Dienstwagenregelung, mit der der Energiekonzern die Umweltbilanz seiner Fahrzeugflotte erheblich verbessert. RWE unterhält mit einer Flotte von etwa 10.000 Fahrzeugen einen der größten Fuhrparks in Deutschland. Seit Anfang des Jahres stellt der Energieversorger seinen Fahrzeug-Bestand auf umweltfreundliche Modelle um. Maßstab sind dabei die Umwelt-Kriterien des ADAC, für die der Automobilclub das Siegel „EcoTest“ entwickelt hat. Autos mit einer guten Bewertung zeichnen sich durch niedrige CO2-Emissionen, aber auch andere ökologisch positive Merkmale aus. Dafür vergibt der ADAC ein bis fünf Sterne, wobei eine hohe Zahl an Sternen für ein gutes Abschneiden steht.
Im Jahr 2009 wurden bislang 320 neue Autos gemäß der Regelung angeschafft. 7.000 Fahrzeuge kommen für die Umstellung bundesweit in Frage. Die übrigen Fahrzeuge sind aufgrund ihrer Aufgabe – zum Beispiel für Arbeiten im Tagebau – noch nicht geeignet. Dass sich die Regelung bereits in der Umsetzung befindet, war ein wichtiges Kriterium für die Jury, die im Auftrag der Fleet Company die Preisträger ausgewählt hat. Ziel des Preises ist die Auszeichnung von innovativen Konzepten, die sich bereits bewiesen haben. Auf diese Weise sollen auch andere Firmen zum Umweltschutz beim Thema Mobilität ermutigt werden.
Auf den „Green Fleet Award“, hatten sich in diesem Jahr 18 Unternehmen beworben. Drei von ihnen konnten sich schließlich in unterschiedlichen Kategorien gleichberechtigt durchsetzen – neben RWE auch Sony mit einer Festlegung seiner CO2-Grenzen sowie der Mittelständler BTI Befestigungstechnik für einen unternehmensinternen Spritsparwettbewerb Der „Green Fleet Award“ wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben.
9.10.2009
UBA-Bericht zu vermiedenen Emissionen durch Einsatz erneuerbarer Energien 2007
In einem Bericht zur „Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger“, kommt das Umweltbundesamt (UBA) zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2007 durch den Einsatz erneuerbarer Energien rund 106 Mill. t klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids (CO2) vermieden wurden. Der Bericht stellt die Emissionsbilanz der erneuerbaren Energieträger sowohl methodisch als auch inhaltlich auf eine aktuelle Grundlage.Zur Bestimmung der vermiedenen Emissionen in den Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr hat das UBA die Emissionsbilanzen erneuerbarer Energieträger inhaltlich und methodisch aktualisiert. Die Netto-Emissionsbilanz setzt sich dabei zum einen aus der eingesparten Menge an Emissionen und zum anderen aus neu entstandenen Emissionen – aus vorgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel Transport und Herstellung von Windkraftanlagen – zusammen.
Im Ergebnis führt die Neuberechnung der Netto-Emissionsbilanz erneuerbarer Energien zu einer Emissionsvermeidung von etwa 67 Mill. t CO2 im Stromsektor, 28 Mill. t CO2 im Wärmesektor und 11 Mill. t CO2 im Verkehrssektor.
Bei einer erweiterten Betrachtung um die Treibhausgase Methan und Lachgas weist die Netto-Emissionsbilanz der erneuerbaren Energien – unter Berücksichtigung vorgelagerter Prozessschritte – eine Emissionsvermeidung in Höhe von rund 107 Mill. t CO2-Äquivalenten im Jahr 2007 auf. Allein im Stromsektor ist das eine Emissionsvermeidung von etwa 71 Mill. t CO2-Äquivalente. Im Wärme- und Verkehrssektor kommen weitere 29 Mill. t und 7 Mill. t CO2-Äquivalente hinzu. Direkte und indirekte Landnutzungsänderungen sind aufgrund lückenhafter Datenlage sowie noch laufender methodischer Diskussionen in den Berechnungen nicht berücksichtigt.
5.10.2009
Umweltverbände drohen mit Einstieg in Demonstrationen bei keinem Atomausstieg
Die Umweltverbände Greenpeace und BUND haben die künftige Bundesregierung vor einer Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke gewarnt. Sollten FDP und Union sich dennoch dafür entscheiden, müssten sie mit neuen Protestaktionen bereits während der Koalitionsverhandlungen rechnen, sagte BUND-Energieexperte Thorben Becker am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp. Längere Laufzeiten von Atommeilern seien «kontraproduktiv», da der Atomstrom bereits jetzt die Leitungen für Strom aus erneuerbaren Energien verstopfe.Der Atomexperte von Greenpeace, Tobias Münchmeyer, verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung einen Atomausstieg befürworte. Das hätten zahlreiche Umfragen bereits vor der Wahl gezeigt. Er forderte FDP und Union dazu auf, ihr Ergebnis deshalb nicht fehl zu interpretieren.
Den Vorschlag von RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann zur Aufteilung von Zusatzgewinnen durch Laufzeitverlängerungen wies Münchmeyer als «heuchlerisch» zurück. Verlängerungen würden gleichzeitig ein «Abwürgen von erneuerbaren Energien» bedeuten. Solche «Almosen» seien «verlogen», sagte er weiter.
Becker bezeichnete die Gelder aus Laufzeitverlängerungen in diesem Zusammenhang als «überflüssig» und regte an, stattdessen existierende Forschungsgelder entsprechend umzuverteilen.
Der RWE-Chef hatte zuvor angeregt, dass die Energiekonzerne im Falle einer Laufzeitverlängerung einen Teil des erwirtschafteten Konzerngewinns abgeben sollten. Wie der Mehrwert eingesetzt werden könnte, wollte er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besprechen. Großmann sprach in diesem Zusammenhang von einer Größenordnung von einem «dicken zweistelligen Prozentsatz».
5.10.2009
Gut gebuchte E-world energy & water 2010
Die Fachmesse der Energie- und Wasserwirtschaft, die „E-world energy & water“ findet vom 9. bis zum 11. Februar 2010 bereits zum zehnten Mal statt. Schon jetzt sind nach Angaben der Organisatoren 90 Prozent der im Vorjahr vermieteten Fläche erneut vergeben.Mit dabei sind wieder E.ON, EnBW, RWE, Vattenfall, GDF SUEZ und Shell. Unter den Neuausstellern der E-world werden 2010 die Stadtwerke München und Gas-Union sein.
Im Kongress werden erneut rund 200 Referenten in 30 Konferenzen und Workshops ihr Wissen weiter geben. Neben aktuellen Themen zum Strom- und Gasmarkt stehen auch Erneuerbare Energien und Carbon Dioxide Capture and Storage im Fokus. Neue Konferenzthemen sind unter anderem Offshore-Windkraft und Rekommunalisierung.
Dem Zukunftsthema „smart energy“ ist in der Messe eine eigene Kommunikationsfläche gewidmet. Abrechnungsdienstleister, Anbieter im Sektor smart metering, Energieversorger oder auch Hersteller von Elektrofahrzeugen und Geräte- und Anlagenbauer können sich hier präsentieren. In einem integrierten Forum gibt es Vorträge und Podiumsdiskussionen zum Bereich „smart energy“. Im Rahmen des E-world Kongressprogramms soll es ebenfalls zwei Konferenzen zu diesem wichtigen Zukunftsthema geben.
5.10.2009
Raffinerie in Gelsenkirchen-Horst erhält biologische Kläranlage
Im September 2009 haben die Ruhr Oel GmbH und die Gelsenwasser AG den Vertrag zum Bau und Betrieb der "Zentralen Abwasserbehandlung im Werk Horst" (ZABH) unterzeichnet. Ruhr Oel realisiert damit einen weiteren Teil eines Maßnahmenpakets, das mit der Bezirksregierung Münster schon vor einiger Zeit vereinbart wurde und die Modernisierung der Abwassersysteme der Raffinerien zum Ziel hat.Nach Inbetriebnahme kann die Kläranlage bis zu 700 m³ Produktionsabwasser in der Stunde so weit reinigen, dass es ohne schädliche Inhaltstoffe in den Abwassersammler zur Emschergenossenschaft eingeleitet werden kann. Bei Starkregen kann darüber hinaus ein weit größerer Abwasserstrom aufgenommen, zwischengespeichert und anschließend behandelt werden. Die Wasserqualität im Ablauf der ZABH wird so gut sein, dass sie aus heutiger Sicht auch den Anforderungen zur Direkteinleitung genügt.
Für die Gelsenwasser AG bedeutet dieser Vertragsschluss den Ausbau der langjährigen, Zusammenarbeit mit Ruhr Oel in Gelsenkirchen. Diese Partnerschaft umfasst die Versorgung mit Brauch- und Trinkwasser sowie verschiedene Dienstleistungen auf der Abwasserseite.
Zusammen mit dem Stuttgarter Anlagenhersteller Hager + Elsässer GmbH verpflichtete sich Gelsenwasser die rund 20 Mio. Euro umfassende Investition bis Oktober 2010 umzusetzen. Das 100 %-ige Tochterunternehmen AWS GmbH wird anschließend für zunächst 15 Jahre den Betrieb der ZABH übernehmen.
Das gewählte Verfahrenskonzept besteht aus einer mehrstufigen Vorreinigung sowie einer vollbiologischen Reinigungsstufe. Bei den Abluftbehandlungsanlagen der Becken wurde darauf geachtet, dass energiesparende biologische oder thermisch regenerative Verfahren eingesetzt werden.
5.10.2009
DIW: Pkw-Maut ist gerecht und gut für Umwelt
Eine Pkw-Straßennutzungsgebühr ist in der Autofahrer-Nation Deutschland politischer Sprengstoff. Doch im Zuge der Debatte über die Erschließung neuer Einnahmequellen zur Sanierung des Staatshaushalts kam zuletzt auch die Pkw-Maut wieder ins Spiel.Dominika Kalinowska, Verkehrsexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat jetzt untersucht, welche Auswirkungen die Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland hätte. Ihr Ergebnis lautet: Eine Pkw-Maut erhöht die Staatseinnahmen und hilft der Umwelt. Doch gleichzeitig sei sie auch sozial und ökonomisch gerechter als eine höhere Mineralölsteuer - sofern die Umsetzung stimmt.
Der politischen Widerstände ist sich die DIW-Verkehrsexpertin bewusst: „Die Debatte in Deutschland konzentriert sich eher auf die Kosten für den Einzelnen - nicht auf den Nutzen für die Allgemeinheit.“ Denn der liegt nicht nur in den höheren Staatseinnahmen, nicht vergessen dürfe man zum Beispiel den Faktor Umweltschutz. „Nach unseren Berechnungen würde eine Gebühr von 5 Cent pro Kilometer zum Beispiel eine Reduktion der CO?-Emissionen um 10 Prozent bewirken.“
Eine besondere Rolle beim Thema Pkw-Maut und Mineralölsteuer spielt auch die soziale Gerechtigkeit. Gerade in einkommensschwachen, ländlichen Regionen gibt es viele Pendler, die für weite Wege zum Arbeitsplatz auf ihr Auto angewiesen sind. „Deshalb müsste in Deutschland an der Stelle nachgeholfen werden“, sagt Dominika Kalinowska. „Denn es geht ja nicht darum, den Leuten einfach mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern um eine sozial gerechte Regelung.“ Erreicht werden könnte die zum Beispiel über einen Einkommensteuerausgleich ähnlich der Pendlerpauschale, zugeschnitten auf einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen.
Ein weiterer Vorteil der Pkw-Maut ist, dass sie leichter einzuführen wäre als andere Maßnahmen - dank Lkw-Maut und TollCollect existiert die erforderliche Infrastruktur dafür zum Teil schon. Außerdem kann man einer Pkw-Maut nicht so leicht ausweichen wie einer höheren Mineralölsteuer: Wer die nicht bezahlen möchte und in Grenznähe wohnt, der tankt bei den Nachbarn. „Von der Pkw-Maut ist aber auf jeden Fall der mehr betroffen, der auch mehr Kosten verursacht“, sagt Dominika Kalinowska.
5.10.2009
Biomassekraftwerk in Schottland wird Kohlekraftwerk ersetzen
RWE Innogy hat am Freitag mit dem britischen Papierhersteller Tullis Russel einen Vertrag zur Strom- und Wärmeversorgung seines schottischen Werks in Markinch abgeschlossen. Die Energie soll in einem neuen Biomasseheizkraftwerk erzeugt werden, das RWE Innogy über ihre britische Tochter RWE npower renewables in der schottischen Grafschaft Fife im Osten des Landes errichten wird.Die neue Anlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 50 Megawatt wird zukünftig ein bestehendes Kohlekraftwerk ersetzen, das bisher die Strom- und Wärmeversorgung der benachbarten Papierfabrik übernommen hatte. Nach Erhalt aller Genehmigungen soll mit den vorbereitenden Arbeiten zum Bau des Biomassekraftwerks noch in diesem Jahr begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist für 2012 geplant. RWE Innogy investiert rund 235 Millionen Euro in dieses Projekt. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen und klimapolitischen Bedeutung fördert die schottische Regierung dieses Biomasseprojekt zusätzlich mit rund neun Millionen Euro.
Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung von RWE Innogy: „Großbritannien ist für uns neben Deutschland der wichtigste Wachstumsmarkt für die Strom- und Wärmeerzeugung aus fester Biomasse. Dank der Kraft-Wärme-Kopplung setzen wir diesen CO2-neutralen Energieträger hocheffizient und rund um die Uhr zur Energieerzeugung ein. Deshalb eignen sich Biomassekraftwerke besonders, an geeigneten Standorten ältere, fossil gefeuerte Anlagen zu ersetzen.“ Das neue Biomassekraftwerk in Schottland soll im Vergleich zu dem bisher am Standort betriebenen Steinkohlekraftwerk jährlich rund 250.000 Tonnen CO2 einsparen.
In dem Biomassekraftwerk soll künftig ein breites Spektrum an Frisch- und Gebrauchtholz in einem Umfang von rund 400.000 Tonnen pro Jahr eingesetzt werden. Zur Versorgung des Kraftwerks mit Biomasse werden mit insgesamt acht regionalen Unternehmen Verträge abgeschlossen. „Uns ist es wichtig, dass ein Großteil der Wertschöpfung in der Region bleibt. So stammt die hier eingesetzte Biomasse von Unternehmen, die den Rohstoff in einem Umkreis von maximal 200 Kilometern gewinnen. Das vermeidet CO2-Emissionen, da wir auf den Transport per Schiff von außerhalb Großbritanniens verzichten“, betont Stefan Lohr, Geschäftsführer der RWE Innogy Cogen.
28.9.2009
Tag der ökologischen Überschuldung fällt auf 25.9.2009
Am kommenden Freitag sind alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die uns für dieses Jahr zur Verfügung stehen. Dies zeigen Berechnungen des internationalen Global Footprint Network. Am 25. September, mehr als drei Monate vor Jahresende, ist die Erde im Minus: Rohstoffe sind theoretisch aufgebraucht und Umweltprobleme wie Treibhausgas-Emissionen und Müllproduktionen können von der Natur nicht mehr bewältigt werden. Zum ersten Mal seit 1986 findet der Tag der ökologischen Überschuldung dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr später statt: Trotz der globalen Wirtschaftskrise wurden Rohstoffverbrauch und Umweltverschmutzung nur um zwei Tage gebremst. Greenpeace fordert die Teilnehmer der nächsten UN-Klimakonferenz in Kopenhagen auf, verbindliche Reduktionsziele für Treibhausgase zu vereinbaren, um die Umwelt zu entlasten.
„Das nächste Quartal leben wir wieder auf Pump", sagt Jürgen Knirsch, Greenpeace-Experte für nachhaltigen Konsum. „Wir handeln als hätten wir 1,4 Erden und nicht nur eine. Bei einem Unternehmen, das tief in den roten Zahlen steckt, werden Kosten eingespart, um eine
Insolvenz zu verhindern. Genauso müssten wir mit dem Naturkapital der Erde verfahren: Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen muss verringert werden, bevor es zu spät ist."
Den größten Anteil an der ökologischen Überschuldung hat der weltweite CO2-Ausstoß durch die Nutzung fossiler Energien, die Abholzung von Urwäldern und der Verkehr. Dazu kommen neue Umweltkrisen, ausgelöst beispielsweise durch den kanadischen Ölsand-Abbau, der unberührte Natur verwüstet und riesige Mengen Treibhausgase freisetzt. Während vor allem die Industriestaaten zu viele Ressourcen verbrauchen, müssen gegenwärtig 1,5 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern in extremer Armut leben.
Jedes Jahr berechnet das Global Footprint Network den ökologischen Fußabdruck der Menschheit, das heißt den Bedarf an Acker- und Weideland, Wäldern und Fisch sowie den Platzbedarf für Infrastruktur. Dieser Bedarf wird der weltweiten biologischen Kapazität gegenübergestellt, also dem Vermögen der Ökosysteme, Ressourcen aufzubauen und Müll aufzunehmen. Seit 1986 überschreitet unser jährlicher Bedarf die vorhandenen Kapazitäten. Seitdem tritt – mit Ausnahme dieses Jahres - der Tag der ökologischen Überschuldung jedes Jahr früher ein.
28.9.2009
Methan muss stärker in den Mittelpunkt der Klimapolitik rücken
Das Treibhausgas Methan bietet relativ große und kostengünstige Vermeidungspotenziale und sollte daher konsequent in die Klimaschutzpolitik einbezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in einer aktuellen Studie. „Methan wird im Hinblick auf Klimaschutz erheblich unterschätzt“, sagen die DIW-Experten Prof. Claudia Kemfert und Wolf-Peter Schill. In einigen Bereichen sei es nicht sinnvoll, zu hohen Kosten CO2 einzusparen, wenn man den gleichen Klimaeffekt bei Methan viel günstiger erreichen könne. Wegen seiner kurzen Verweildauer in der Atmosphäre ist Methan besonders geeignet, kurzfristig positive Klimaeffekte zu erzielen. Bei der Verbrennung von Methan zu CO2 wird einerseits das Treibhauspotenzial erheblich reduziert, anderseits wird Energie frei. Dadurch können fossile Energieträger ersetzt werden, was das Weltklima weiter entlastet und die Energieversorgungssicherheit erhöht.
Ungefähr ein Sechstel der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen entfällt auf Methan. Methan ist somit nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas und trägt erheblich zum Klimawandel bei. Gerechnet über einen Zeitraum von hundert Jahren ist das Treibhauspotenzial von Methan fünfundzwanzigmal so hoch wie das von CO2.
Methan entsteht hauptsächlich in der Landwirtschaft sowie in der Energie- und Abfallwirtschaft. Am höchsten sind die Methanemissionen in der Viehhaltung, gefolgt vom Erdgassektor und Abfalldeponien.
Die größten und kostengünstigsten Vermeidungspotenziale finden sich jedoch in den Bereichen Erdgas, Abfallwirtschaft und Kohlenbergbau. Dort können bis zum Jahr 2020 erhebliche Vermeidungspotenziale bereits zu niedrigen Grenzkosten von bis zu 15 US-Dollar pro Tonne CO2-Äquivalent erschlossen werden.
Das heißt, bei der Vermeidung jeder zusätzlichen Tonne CO2-Äquivalent entstehen nicht mehr als 15 US-Dollar an zusätzlichen Kosten. Oftmals ist die Vermeidung kleinerer Mengen Methans recht kostengünstig zu erzielen, zum Beispiel durch Verbesserungen in betrieblichen Abläufen.
Fazit des DIW-Experten Schill: „Mit Methan allein werden wir das Weltklima nicht retten. Aber es kann auf jeden Fall dazu beitragen, die Klimaziele kostengünstiger zu erreichen.“ Darüber hinaus sollten neue Emissionsquellen unbedingt vermieden werden. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auf entsprechende Vorschriften beim derzeit weltweit starken Ausbau der Flüssigerdgas (LNG)-Kapazitäten zu achten.
28.9.2009
BDEW legt neues kartellrechtliches Gutachten zu Wasserpreisen vor
Bei der Überprüfung der Preise von Wasserversorgern durch die Kartellbehörden müssen die Grundsätze des Wasserrechts sowie die kommunale Selbstverwaltung erheblich stärker berücksichtigt werden, als dies in den laufenden Verfahren der Fall ist. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles, vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, das die Vorschriften zur kartellrechtlichen Kontrolle von Wasserpreisen im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen untersucht hat. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Rechtsprechung zum Energiekartellrecht nicht auf die Wasserwirtschaft übertragbar ist.„Das Vergleichsmarktprinzip, das die hessische Kartellbehörde aus dem Energiebereich auf die Wasserwirtschaft übertragen hat, ist nach unserer Auffassung letztendlich ein oberflächlicher Preisvergleich. Auch bei Unternehmen von vergleichbarer Größenordnung gibt es entscheidende Strukturunterschiede. Hinter dem Lebensmittel Wasser steht eine Vielzahl von Dienstleistungen, die von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sind“, sagte Peter Rebohle, Vizepräsident Wasser/Abwasser des BDEW, auf der wasserfachlichen Aussprachetagung in Leipzig.
Die Wasserversorgung ist heute untrennbar auch mit dem umweltrechtlichen Kontext des ökologischen Gewässerschutzes verbunden, so die Gutachter. Der Gewässerschutz genießt laut Artikel 20 a des Grundgesetzes Verfassungsschutz. Die Wasserversorgung ist zudem in besonderem Maße auf die umweltschonende Nutzung der natürlichen Ressource Wasser angewiesen, die unter zunehmendem Einfluss des europarechtlichen Umweltschutzes steht. „Bei der Überprüfung der Preise von Wasserversorgern durch die Kartellbehörden müssen die Grundsätze des Wasserrechts sowie die kommunale Selbstverwaltung erheblich stärker berücksichtigt werden, als dies in den laufenden Verfahren der Fall ist“, betonte Rebohle.
Der BDEW präsentierte auf der wasserfachlichen Aussprachetagung außerdem das neue Kundenbarometer Wasserwirtschaft, mit dem der BDEW alle zwei Jahre die Zufriedenheit der Kunden mit den Leistungen der Wasserver- und Abwasserentsorgungswirtschaft in Deutschland abfragt. Die Zufriedenheit mit der Qualität ist laut BDEW-Kundenbarometer 2009 hoch: Knapp 92 Prozent der Befragten sind mit ihrer Wasserqualität "sehr zufrieden" oder "zufrieden". 84 Prozent der Deutschen trinken ihr Wasser aus der Leitung - 34 Prozent regelmäßig und 50 Prozent gelegentlich. 79,4 Prozent der Befragten geben an, sparsam mit dem Wasser umzugehen, wobei sie dies zu 70,7 Prozent aus wirtschaftlichen und zu 51,1 Prozent aus Umweltschutzgründen tun.
Insgesamt werden die Wasserversorger mit einer Durchschnittsnote von 2,1 bewertet, die Beschwerderate ist mit vier Prozent gering. Auch die Zufriedenheit mit der Abwasserentsorgung in Deutschland ist unverändert hoch. Als besonders wichtig wird der Beitrag der Abwasserentsorgung zum Umweltschutz gesehen. 53,5 Prozent der Befragten bezeichnen den Beitrag der Abwasserentsorgung zum Umweltschutz als "sehr wichtig", 42,6 Prozent als "wichtig". Für das aktuelle Kundenbarometer wurden rund 1000 Telefoninterviews mit Privathaushalten im gesamten Bundesgebiet durchgeführt.
28.9.2009
Windenergie liefert Strom für mehr als 25 Mio. Bundesbürger
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat heute den Startknopf einer Windenergieanlage des Windparks Ochsenfurt-Erlach bei Würzburg gedrückt. „Mit dieser Anlage überschreitet die Windenergie in Deutschland die Marke von 25.000 Megawatt installierter Leistung“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Dieser Meilenstein verdeutliche das riesige Potenzial der Windenergie für den Klimaschutz. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie (BWE), fügte hinzu: „Die Windenergie ist Pionier und Schlüsseltechnologie der erneuerbaren Energien in unserem Land. Seit den Anfängen in den frühen 1990er Jahren hat die Windenergie ihren Anteil an der Stromproduktion auf heute etwa 7 Prozent gesteigert." Schon heute liefere die Windenergie Strom für mehr als 25 Millionen Menschen. Bis 2020 rechnet Albers werde der Wind an Land und auf hoher See zusammen bereits 25 Prozent des deutschen Stromverbrauchs bereitstellen.
Mit seinen 370 Windrädern mit einer Leistung von etwas über 400 Megawatt hat Bayern im nationalen Vergleich erheblichen Nachholbedarf. Deutlich kleinere Bundesländer mit vergleichbarem Windpotenzial wie etwa Sachsen-Anhalt sind dem Freistaat nach den Zahlen des Bundesverbands WindEnergie meilenweit enteilt. Über 44 Prozent Anteil am Stromverbrauch in Sachsen-Anhalt spricht im Vergleich zu unter einem Prozent in Bayern eine deutliche Sprache. „Mit einem verstärkten Ausbau der Windenergie in Bayern können weitere qualifizierte Arbeitsplätze entstehen und Überkapazitäten aus der Automobilindustrie aufgefangen werden", prognostizierte Albers.
Aktuell stellt die deutsche Windindustrie über 90.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Weitere Jobs entstehen mit einem verstärkten Ausbau der Windenergie in Deutschland, neuen Exportmärkten, dem Aufbau der Offshore-Technologie und neuen Dienstleistungen. Bis zum Jahre 2020 sind nach Einschätzung des Bundesverbands zwischen 200.000 und 250.000 zukunftssichere Jobs allein in der Windenergie möglich.
Der BWE ist Partner von 2.500 Unternehmen der Branche und vertritt rund 20.000 Mitglieder. Unter seinem Dach befinden sich Betreiber und Hersteller von Windenergieanlagen, Planungsbüros, aber auch Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker, Juristen und Förderer der Windenergie.
28.9.2009
Kanzleramt und Umweltministerium widersprechen sich bei Gorleben-Akten
Die im Bundeskanzleramt vorliegenden Gorleben-Akten belegen nach Ansicht des Bundesumweltministeriums, dass die Regierung von Kanzler Helmut Kohl (CDU) in den 1980er Jahren den Standort mit einer "Weisung" durchgedrückt habe. Sie habe "politisch Einfluss" auf die Auswahl des Salzstocks für ein Atom-Endlager genommen, berichtet die "Frankfurter Rundschau" aus einem Papier des Ministeriums. Nach Informationen der Zeitung belegt das Bundesumweltministerium die Existenz einer politischen "Weisung" an die Physikalisch-Technische Bundesanstalt mit mehreren Zitaten. So heiße es in der Mitschrift zu der Sitzung vom 11. Mai 1983, in der Kanzleramts- und Ministeriumsvertreter mit den Experten über Gorleben sprachen: "BMI will nicht, dass andere Standortvorschläge in den Bericht eingehen". Ein Deckblatt in der Akte, in der die Mitschrift abgeheftet ist, trägt den Titel: "Besprechung 11.5. 1983 (...) Weisung bezüglich alternativer Standorte". Die Zeitung zitierte aus einem Entwurf des Umweltministeriums für den Bericht der Gorleben-Arbeitsgruppe der Bundesregierung. Das Resumee des Ministeriums aus Akten aus den Jahren 1983 bis 1985 lautet demnach: Die Kohl-Regierung "wollte in der Öffentlichkeit keine Diskussion über eine alternative Standorterkundung führen" und habe deswegen die mit der Gorleben-Erkundung befassten Wissenschaftler "veranlasst, diese Empfehlung (...) zu streichen". Forscher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) hatten empfohlen, neben Gorleben auch andere Salzstöcke zu untersuchen.In der Gorleben-Arbeitsgruppe sitzen Vertreter des Kanzleramts sowie der Ministerien für Umwelt, Wirtschaft und Forschung. Der gemeinsame Schlussbericht soll erst nach der Bundestagswahl veröffentlicht werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Die Fachleute des Kanzleramts hätten mangelnde Unterstützung durch das Umweltministerium dafür mitverantwortlich gemacht. Zwar gebe es noch keine abschließende Bewertung, bisher aber auch keine Hinweise, dass die Regierung in den 1980er Jahren auf ein Gutachten zur Erkundung Gorlebens als Atommüll-Lager Einfluss genommen habe, sagte Wilhelm.
Das Umweltministerium widersprach der Darstellung des Regierungssprechers. Bei der Aufarbeitung und Bewertung der Akten sei nichts verzögert worden, sagte eine Sprecherin von Ressortchef Sigmar Gabriel (SPD). Zudem sei aus Sicht des Ministeriums der Sachverhalt eindeutig: Die damalige Bundesregierung habe "massiv Einfluss" auf Formulierungen des Berichts genommen, heißt es abschließend in der AFP-Meldung.
21.9.2009
Tag der natürlichen Ressourcen
Unter dem Motto „Factor X: Beyond Climate Change“ organisierte das Umweltbundesamt (UBA) zum ersten Mal am 16. September 2009 in Berlin den „Tag der natürlichen Ressourcen“ als Side Event des parallel in Davos stattfindenden World Resources Forum 2009. Diese internationale Plattform tagt ebenfalls zum ersten Mal und versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Gemeinsames Ziel beider Veranstaltungen ist es, den Fokus auf die intelligente, sparsame Nutzung und nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen zu setzen. Die Verschwendung natürlicher Ressourcen war auch das Thema des vom UBA produzierten Kurzfilms "Factor X: Beyond Climate Change - FLOW", der in Berlin und in Davos uraufgeführt wurde. Er soll die Zusammenhänge globaler Stoffströme vermitteln und die Grenzen des konsumorientierten Lebensstils aufzeigen.
Neben der Filmvorführung umfasste das Programm der Berliner Veranstaltung Foto- und Designobjektausstellungen sowie Vorträge und Diskussionen. Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten mit Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, wie wir künftig mit wesentlich weniger Ressourcen auskommen.
Zudem stellte sich das bundesweite „Netzwerk Ressourceneffizienz“ vor. Vertreter von Nichtregierungsorganisationen machten auf die Fragen der gerechten Verteilung von natürlichen Ressourcen und auf ökologische und soziale Probleme im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung aufmerksam.
Ein weiterer Schwerpunkt des Ressourcentages war das Produktdesign. Die Besucher des „Tages der natürlichen Ressourcen“ konnten live die Diskussionen auf dem parallel in Davos stattfindenden World Resources Forum verfolgen.
21.9.2009
Effiziente Energietechnologien machen NRW zum Vorbildland
Mehr als 350 Experten und Interessierte kamen am Mittwoch, den 16. September, zum 4. Südwestfälischen Energietag nach Meschede, den die Fachhochschule Südwestfalen in Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur.NRW und dem Verein Deutscher Ingenieure VDI (Siegen) veranstaltet. Schwerpunkte waren die effiziente und kostengünstige Strom- und Wärmeerzeugung, die moderne Energiebeschaffung sowie die energetische Nutzung von Biomasse im industriellen und kommunalen Bereich. Hierzu referierten zehn Vertreter aus Industrie, Politik und Forschung. Die Inhalte der Tagung richteten sich an Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Kommunen, Land- und Forstwirtschaft sowie an interessierte Privatpersonen.
Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, stellte die Energie- und Klimaschutzstrategie und die neue Clusterpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Das Land hat seine Clusteraktivitäten in insgesamt 16 Exzellenzclustern gebündelt. Dabei präsentierte Baumann vor allem die beiden neuen Exzellenzcluster EnergieRegion.NRW als Wirtschaftscluster und CEF als Cluster EnergieForschung.NRW.
In der EnergieRegion.NRW wurden die Marketingaktivitäten der bisher bestehenden acht Netzwerke im Bereich der Energiewirtschaft zusammen gefasst. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey hat die Energiewirtschaft weltweit enorme Zukunftspotenziale mit teilweise zweistelligen Wachstumsraten. Als wichtiger Leitmarkt bietet die Branche große Potenziale, die Nordrhein-Westfalen gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise nutzen will.
Die gleiche Zielsetzung der Kompetenzbündelung verfolgt das Cluster CEF, denn seit Jahrzehnten wächst mit zunehmendem Energiebedarf die Abhängigkeit von importierter Energie. Dies und die Folgen des Klimawandels fordern ein intensives Nachdenken über neue Energietechnologien, Energieeinsparungen und über bessere Methoden der Energieerzeugung.
21.9.2009
Biomasseaktionsplan NRW vorgestellt:
Umweltminister Eckard Uhlenberg, Wirtschaftsministerin Christa Thoben, der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Franz-Josef Möllers sowie Markus Schmidt vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Landesgruppe NRW haben gestern, am 15. September 2009, den neuen Biomasseaktionsplan vorgestellt.Die Landesregierung will die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis zum Jahr 2020 von etwa 9 Mrd. kWh auf rund 18 Mrd. kWh verdoppeln. Damit ließen sich 20 % des Strombedarfs und 10 % des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abdecken.
Rund 60 % der Ausbaupotenziale sollen aus Rest- und Abfallstoffen oder der Verbesserung von Wirkungsgraden gewonnen werden, um Konkurrenzen um den knappen Rohstoff zu minimieren. Ausbauziele für Biotreibstoffe setzt sich das Land nicht, da schon heute die hierfür erforderlichen Rohstoffe weitgehend importiert werden müssen.
Biomasse muss daher mit hoher energetischer und volkswirtschaftlicher Effizienz eingesetzt werden. Das bedeutet, die Biomasse erst stofflich zu verwerten und nach dieser Nutzungsphase über weitere Zwischennutzungen zuletzt die Reste einer energetischen Verwertung zuzuführen, so Ministerin Thoben.
Aus Sicht der Energiewirtschaft betonte Schmidt die Bedeutung von Planungssicherheit und langfristiger Rohstoffversorgung. Mit dem Biomasseaktionsplan setze die Landesregierung ein deutliches Signal für Energieproduzenten und Investoren. Die jetzt unterzeichnete Rahmenvereinbarung zur Erzeugung von Bioenergie sei ein erster Schritt zur konkreten Umsetzung von Bioenergieprojekten, so Möllers und Schmidt.
Als weitere Maßnahmen des Biomasseaktionsplanes stellte Minister Uhlenberg ein verbessertes Informationsangebot durch die EnergieAgentur.NRW und die Förderung eines Bioenergiemanagements auf Kreisebene in Aussicht. Der neue Handlungsschwerpunkt wird zunächst in sechs Kreisen als Pilotprojekt angelegt. Anträge der Kreise Recklinghausen, Steinfurt und Unna wurden bereits bewilligt.
21.9.2009
BUND fordert für neue Pkw 80g CO2 pro Kilometer als Klimaziel
Vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Autoindustrie vorgeworfen, mit dem selbst erzeugten Hype um Elektroautos und der Präsentation einiger weniger sparsamer Prototypen auf der Messe von den bereits jetzt vorhandenen Möglichkeiten zum Spritsparen abzulenken. Um den Erfordernissen des Klimaschutzes gerecht zu werden, nannte Reh für das Jahr 2020 ein Ziel von 80 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer als maximalen Durchschnittswert der Neuwagenflotte aller Hersteller. Damit die realen CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs 2020 um 25 Prozent geringer ausfielen als heute, müsse der Durchschnittswert deutscher Neuwagen von derzeit 165 Gramm pro Kilometer mindestens halbiert werden. Zum Erreichen dieses Klimaziels könnten Elektroautos lediglich rund zwei Prozent beitragen.
Der unabhängige Verkehrsexperte Axel Friedrich forderte, die Effizienz benzingetriebener Neuwagen entscheidend zu verbessern. Die dafür erforderlichen Komponenten stünden schon heute in den Regalen der Autohersteller. "Das Umweltbundesamt hat nachgewiesen, dass es weniger als dreihundert Euro kostet, die CO2-Emissionen eines normalen VW-Golf pro Kilometer um 40 Gramm, also um fast ein Viertel, zu senken. Und die Mehrkosten kommen durch die Spriteinsparung spätestens in zwei Jahren wieder herein. Das ist die Richtung, in die es gehen muss. „Erforderlich ist auch die konsequente Anwendung der Leichtbauweise. Wenn ein Kompaktwagen statt 1,3 Tonnen nur noch 800 Kilogramm wiegt, werden bei entsprechender Anpassung der Motorleistung noch einmal vierzig Gramm CO2 pro Kilometer eingespart", sagte Friedrich.
Werner Neumann, Energiefachmann des BUND, sieht die Vision ungezügelter Mobilität mithilfe elektrischer Antriebe skeptisch: „Elektroautos werden die CO2-Emissionen der Autoflotte bis 2020 nur marginal verringern. Zwar hat der Elektromotor einen hohen Wirkungsgrad und verursacht kaum Emissionen, wenn regenerativ erzeugter Strom eingesetzt wird. Elektromobile nützen der Umwelt aber nur, wenn sie mit Strom aus zusätzlich gebauten erneuerbaren Energie-Anlagen fahren. Ein durch Elektroautos steigender Stromverbrauch darf nicht aus neuen Kohlekraftwerken bedient werden. Dann wäre die CO2-Bilanz schlechter als bei einem Pkw mit Benzinmotor. "Das Elektromobil darf nicht zum Kohle- und nicht zum Atomstromauto werden", sagte Neumann.
21.9.2009
juwi erhält Clean Tech Media Award
Die Wörrstädter juwi-Gruppe ist am 10. September in Berlin mit dem Clean Media Tech Award ausgezeichnet worden. Der Projektentwickler von Erneuerbare-Energie-Anlagen setzte sich in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ durch und erhielt den renommierten Preis für seine Firmenzentrale, die das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt ist. juwi-Vorstand Matthias Willenbacher nahm die begehrte Auszeichnung bei der großen Gala im Berliner ewerk vor rund 600 geladenen Gästen entgegen.
„Mit ihrer Firmenzentrale setzt die juwi-Gruppe neue Standards. Gemeinsam mit der GriffnerHaus AG hat der führende Projektentwickler am Unternehmenssitz in Wörrstadt/Rheinhessen in Holzbauweise das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt realisiert. Konzeption und Errichtung des Hauses folgen nicht nur einem ganzheitlichen, nachhaltigen Klimaschutzkonzept, sondern sind auch ein Musterbeispiel dafür, dass die Vision von 100-prozentigen Versorgung mit erneuerbaren Energien schon heute machbar ist“, urteilte die Jury.
„Wir sind stolz und glücklich über den Award. Zeigt er doch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft – und wir gestalten diese Zukunft maßgeblich mit“, freute sich juwi-Vorstand Willenbacher.
Gegründet wurde die juwi-Gruppe 1996 von Matthias Willenbacher und Fred Jung. Gemeinsam haben die Vorstände das Unternehmen von einem Zwei-Mann-Büro für die Projektentwicklung von Windparks zu einer weltweit tätigen Gruppe mit ca. 600 Mitarbeitern und rund 600 Millionen Euro Umsatz entwickelt. Dazu zählen neben Solar- und Bioenergie auch Wind- und Wasserkraft sowie die Geothermie. Bislang hat juwi im Windbereich mehr als 350 Windenergieanlagen mit einer Leistung von über 500 Megawatt realisiert; im Solarsegment sind es mehr als 1000 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 300 Megawatt. Die Gruppe verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Griechenland, Polen, den USA und Costa Rica.
21.9.2009
VW prämiert Mitarbeiter für Umwelt- und Gesundheitsschutzideen
Beim Wettbewerb um den Internen Umweltpreis haben die Volkswagen Mitarbeiter mit ihren Projekten erneut einen deutlichen Beitrag zum Umwelt- und Gesundheitsschutz geleistet und darüber hinaus dem Unternehmen geholfen, Kosten zu senken. Für die besten Vorschläge wurden am Freitag die Trophäen in den Bereichen Produktion, Produkt und für persönlichesEngagement verliehen. Die Auszeichnung fand bereits zum sechsten Mal statt, seit
2008 auch auf europäischer Ebene.
Im Bereich Produktion ging die erste Auszeichnung an den Standort Kassel. Dort habenFrank Robrecht und Michael Seichter, Mitarbeiter im Getriebebau, in Eigeninitiative die Verfahren bei der Zahnradherstellung optimiert. Durch ihr Engagement konnten chemische Prozesse entfallen und damit einhergehend Emissionen vermindert werden. Auf dem zweiten Platz landete ein Projekt zur spanlosen Herstellung von Kegelrädern, das ebenfalls in Kassel realisiert wurde. Das innovative Verfahren ermöglicht die Fertigung von Kegelrädern ohne Kühlschmierstoffe und ohne Abfälle bei gleichzeitiger Verkürzung der Fertigungszeit von 45 auf fünf Sekunden. Mit dem dritten Platz wurde ein neuartiges Lackierverfahren ausgezeichnet, wodurch sich unter anderem der Einsatz von Energie, Wasser und Lack erheblich reduziert. An dieser länderübergreifenden Idee arbeiteten Mitarbeiter aus Wolfsburg, Pamplona und Puebla.
Für den Bereich Produkt wurde der erste Preis an Holger Jaensch, Matthias Schneider und Roger Schmidt aus der Pkw-Fahrwerk-Entwicklung am Standort Wolfsburg für den Einsatz antimonfreier Bremsbeläge vergeben. Den zweiten Platz erhielt ein Projekt zur Änderung der Programmierung von Park- und Standlichtfunktion bei Fahrzeugen. Batterien werden dadurch nicht unnötig entladen und ein Defekt vermieden. Den dritten Platz erzielte das Projekt „Kühlmittelzusatz aus nachwachsenden Rohstoffen“. Dabei wird Glycerin aus aufbereitetem Frittierfett statt eines Kühlmittelzusatzes aus Erdöl verwendet.
Die Verleihung der Preise übernahm Günter Damme, Umweltmanagementbeauftragter der Marke Volkswagen. „Auch in diesem Jahr waren wir von der Kreativität und Ideenvielfalt unserer Mitarbeiter beeindruckt. Insgesamt haben wir 62 Bewerbungen aus sehr unterschiedlichen Unternehmensbereichen erhalten. Über den persönlichen Einsatz der ausgezeichneten Mitarbeiter, der weit über die rein dienstlichen Belange hinausging, können wir als Unternehmen sehr stolz sein“, sagte Damme.
Am Internen Umweltpreis können alle europäischen Mitarbeiter der Marken Volkswagen und
Volkswagen Nutzfahrzeuge, der Volkswagen Sachsen GmbH sowie Abteilungen mit Konzernfunktionen teilnehmen. Eingereicht werden können Vorschläge, die sich mit dem Einsatz neuer Verfahren, Materialien und Produkte beschäftigen und die sich in der Praxis bereits bewährt haben.
16.9.2009
BMU-Gutachten: Abwrackprämie hat der Umwelt geholfen
Anders als oft behauptet hatte die Abwrackprämie keineswegs negative Auswirkungen, sondern positive Wirkungen auf die Umwelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Heidelberger IFEU-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU). Denn nach den Berechnungen der Gutachter liegen Spritverbrauch und CO2-Ausstoß der neuen Pkw durchschnittlich um rund 20 % niedriger als bei den abgewrackten Fahrzeugen. Bei den klassischen Luftschadstoffen sind es sogar bis zu 99 % weniger als vorher.
„Obwohl sie mit ganz anderer Zielsetzung konzipiert wurde, steckt in der Abwrackprämie mehr Umwelt als viele erwartet haben. Die Behauptung, die Prämie habe der Umwelt nichts gebracht oder ihre Umweltbilanz sei sogar negativ, ist sachlich falsch und durch unsere Studie glatt widerlegt“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Im Durchschnitt betrug das Alter der durch neue Fahrzeuge ersetzten Altwagen mehr als 14 Jahre - das entspricht dem Alter der ansonsten aus dem deutschen Bestand abgemeldeten Pkw. Das IFEU Institut errechnete, dass der Ersatz der alten durch neue Fahrzeuge zu bedeutend geringeren Luftschadstoffemissionen führt. So stoßen die Neufahrzeuge im Schnitt 99 % weniger Rußpartikel, 87 % weniger Stickoxide und 74 % weniger Kohlenmonoxid aus, als dies die Altfahrzeuge bei weiterem Betrieb getan hätten. Auch der Spritverbrauch und damit die CO2-Emissionen sind durchschnittlich um rund 20 % niedriger als zuvor.
„Durch die Abwrackprämie stoßen alle deutschen Pkw zusammen genommen praktisch auf einen Schlag fast ein Zehntel weniger Benzol, 5 Prozent weniger Stickoxide und 4 Prozent weniger Partikel aus“, sagte Gabriel.
Angeschafft wurden vor allem kleine Fahrzeuge; deren Anteil betrug 85 % an den Neuanschaffungen. Ein Marktwandel hin zu niedrig verbrauchenden Pkw habe sich dadurch in einer noch nie da gewesenen Schnelligkeit vollzogen. Und die abgewrackten Autos gehörten im Durchschnitt größeren Fahrzeugklassen an als die Neuwagen.
16.9.2009
NRW-Landesregierung startet zweites Benchmarking der Wasserversorger
Die Landesregierung startet jetzt die zweite Runde des landesweiten Benchmarkings der Wasserversorgungsunternehmen Nordrhein-Westfalens. Die Ergebnisse sollen einen Leistungsvergleich ermöglichen – von der Wassergewinnung bis zur Kundenabrechnung. Ermittelt werden struktur- und prozessbezogene Unternehmenskennziffern innerhalb vergleichbarer Unternehmensgruppen zu den Bereichen Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit.
Hinzu kommt in dieser Runde erstmals eine Abfrage nach der Kundenzufriedenheit. Die teilnehmenden Unternehmen erhalten individuell mit dem Benchmarking eine Einstufung, wie sie in einem objektiven Leistungsvergleich abschneiden und wo sie sich noch verbessern können. Veröffentlicht werden nur stark verdichtete Ergebnisse, um die Vertraulichkeit der Unternehmensdaten zu sichern.
Das erste Benchmarking-Projekt „Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen“ startete im Jahr 2008, die Ergebnisse wurden im März 2009 vorgestellt. An dem freiwilligen Leistungsvergleich nahmen 58 Wasserversorgungsunternehmen teil, die insgesamt etwa 75 % des Wassers in Nordrhein-Westfalen liefern. Basis war das Erhebungsjahr 2007.
Für die zweite Runde liegen bereits jetzt mehr als 80 Anmeldungen vor, was gut 80 % der Wasserabgabe ausmacht. Eine Teilnahmeerklärung kann noch bis Ende Oktober abgegeben werden. Das Benchmarking-Projekt wird von dem Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand
und Energie NRW, dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW und dem Innenministerium NRW getragen und durch den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und den Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützt.
16.9.2009
IFAT 2010 fokussiert wieder Hochwasserschutz
Es geht darum, das Unbeherrschbare zu vermeiden und das Unvermeidbare zu beherrschen – mit dieser Aussage bringt Prof. Hans Joachim Schellnhuber, einer der führenden Klimaforscher Deutschlands und Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, die Anforderungen des Klimawandels an die Menschheit auf den Punkt. Als unvermeidbar gelten zum Beispiel die für Deutschland und viele andere Staaten prognostizierte Zunahme von Starkniederschlägen und das damit verbundene, gehäufte Auftreten von Hochwasserereignissen. Mögliche Anpassungsstrategien sind eine generell an Hochwasser adaptierte Bauweise, die Schaffung von Retentionsflächen und die Verstärkung der bestehenden Schutzanlagen. Neben Hochwassermauern, Erddeichen, Sandsäcken, Dammbalkensystemen, Fensterverschlüssen, Schutztoren und Schiebern, sind Pumpen ein wesentliches Element des technischen Hochwasserschutzes.
Viele Pumpenhersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Portfolio auf dieses Einsatzfeld hin angepasst. Bei der Firma Wilo zum Beispiel ist Hochwasserschutz zwar kein eigenes Geschäftsfeld, gewinnt aber nach Aussage des Dortmunder Unternehmens in allen Marktsegmenten – von Kommunen über die Industrie bis hin zur Gebäudetechnik – international an Bedeutung. So hat Wilo beispielweise eine Papierfabrik in Sachsen mit 10 mobilen Abwasser-Tauchmotorpumpen ausgerüstet. Der Industriebetrieb liegt im Überschwemmungsbereich der Zwickauer Mulde und wurde bei einem Hochwasser im Jahr 2002 komplett überflutet. Die Wilo-Pumpen ergänzen das in Folge dieser Erfahrungen angeschaffte, mobile Spundwandsystem der Fabrik.
Ein Partner speziell der Feuerwehren und des Technischen Hilfsdienstes ist die Spechtenhauser Pumpen GmbH aus Waal. Zusammen mit den genannten Anwendern hat das Unternehmen eine Hochwasserschutzpumpe entwickelt. Spechtenhauser-Geschäftsführer Jens Becker umreißt die wesentlichen Anforderungen: „Hochwasserschutzpumpen müssen mobil sein. Das heißt ihr Design muss gewichtsoptimiert und mit einer ergonomischen Trageeinrichtung ausgestattet sein. Ein weiterer, zentraler Punkt ist die Verstopfungssicherheit. Schließlich ist das abzupumpende Wasser in der Regel mit großen Mengen an Störstoffen von Straßen und Feldern verschmutzt.“ Sein Unternehmen löst diese Aufgabe bei seiner Chiemsee-Pumpe mit einem besonders verstopfungssicheren, patentierten Pumpen-Laufrad.
Die genannten Hersteller werden im kommenden Jahr auf der Umweltmesse IFAT 2010 in München ihre Produkte und Lösungen präsentieren. „Als internationale Leitmesse der Umweltbranche haben wir bei der letzten IFAT im Jahr 2008 erstmals das wichtige Thema Küsten- und Hochwasserschutz in unsere Nomenklatur mit aufgenommen“, erläutert Eugen Egetenmeir, Mitglied der Geschäftsführung der Messe München. „Wir sind überzeugt, dass unsere Aussteller bei der IFAT 2010 viele Möglichkeiten präsentieren können, das Unvermeidbare zu beherrschen.“
16.9.2009
Spätfolgen des Sauren Regens im Wald
Der Einsatz von Anlagen zur Rauchgasentschwefelung und von Katalysatoren zur Bekämpfung des "Sauren Regens" hat Wirkung gezeigt. Mit Messdaten aus drei Buchenwäldern in Göttingen, im Solling und bei Kassel können Göttinger Wissenschaftler belegen, dass seit den 1990er Jahren die Schwefelbelastung dieser Böden um 80 Prozent zurückgegangen ist. Während das Kalkgestein im Göttinger Wald heute insgesamt wenig beeinträchtigt ist, hat jedoch die Säure, die im Buntsandstein des Solling gespeichert wurde, diesen Waldboden nachhaltig gestört. Die Auswertung weiterer Daten von Wäldern in ganz Deutschland ergab zudem, dass die Stickstoffeinträge den Bedarf der Wälder übersteigen.
In knapp 30 Prozent der untersuchten Waldstandorte sind die Böden bereits mit Stickstoff gesättigt. „In diesen Wäldern wird der eingetragene Stickstoff als Nitrat ausgewaschen und belastet damit Trinkwasser und Gewässer. Oder er wird als Lachgas freigesetzt, das ein Treibhausgas mit der 320-fachen Wirkung des Kohlendioxids ist“, erläutert Bodenkundler Dr. Rainer Brumme von der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen die Folgen.
Gegen die durch Überdüngung und Säurebildung verursachten Nährstoffungleichgewichte in Pflanzen haben die Forstlichen Versuchsanstalten bereits Maßnahmen ergriffen: Die betroffenen Wälder werden seit Mitte der 1980er Jahre regelmäßig gekalkt. Dies verhindert die weitere Versauerung der Böden und liefert gleichzeitig wichtige Nährstoffe wie Kalzium und Magnesium. Mit regelmäßigen Messungen konnten die Wissenschaftler bereits in den 1980er Jahren auf die steigende Belastung durch Luftschadstoffe wie Schwefel und Stickstoffoxide hinweisen und später deren Rückgang aufzeichnen.
16.9.2009
Klimawandel verändert Forstwirtschaft
Angesichts des Klimawandels fordern Experten gravierende Veränderungen im Waldanbau, meldet dpa. Vor allen die Artenzusammensetzung müsse an steigende Temperaturen, Sommertrockenheit und Starkniederschläge angepasst werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forst- und Holzexperten, Natur- und Sozialwissenschaftler in einem vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig koordinierten Projekt, dessen Ergebnisse am Mittwoch in Hamburg diskutiert wurden. Im Zentrum steht der Umbau der Wälder weg von Nadelbaum-Monokulturen mit der Hauptart Fichte hin zu artenreichen Mischwäldern mit Buche, Eiche, Esche, Bergahorn und möglicherweise sogar südlichen Arten.
Es müssten «klimaplastische Laubmischwälder» angestrebt werden, die in der Lage seien, einer größere Bandbreite von Umweltbedingungen standzuhalten, erklärte Martin Jenssen vom Projekt «Nachhaltige Waldwirtschaft» des Bundesforschungsministeriums. Denn ein besonderes Problem des Klimawandels für den Wald liegt nach Angaben der Experten in der Änderungsgeschwindigkeit. Eine Spanne von 100 Jahren, in der die Durchschnittstemperatur möglicherweise um zwei bis vier Grad Celsius steige, sei nach menschlichen Maßstäben reichlich bemessen. Für eine Buche bedeute das aber nur etwas mehr als die Hälfte ihrer Lebenszeit.
Da nach Erwartung der Forstexperten vor allem die Fichte - heute noch mit 27 Prozent an den Wäldern in Deutschland beteiligt - wegen steigender Sommertrockenheit zu den Verlierern des Klimawandels gehören wird, soll sie durch Küstentanne, Douglasie oder Roteiche ersetzt werden. Die Küstentanne werde dabei wegen ihrer pfleglichen Eigenschaften und ihres raschen Wachstums einen Anteil von mehr als fünf Prozent erreichen, prognostizierte Prof. Hermann Spellmann, der in dem Forschungsverbund für den Bereich «Buche- Küstentanne» zuständig ist. Die wachsende Bedeutung der Laubholzarten soll sich künftig auch bei den Einschlagmengen bemerkbar machen. So werde ihr Ernteanteil in den nächsten 20 Jahren von heute 38 Prozent auf 48 Prozent steigen.
21.8.2009
Größtes Solarkraftwerk in Deutschland eröffnet
Der Solarpark Lieberose, den der Projektentwickler juwi und der Modulhersteller First Solar derzeit in Brandenburg realisieren, ist seit heute, 20. August 2009, das größte Sonnenkraftwerk in Deutschland. Mit der gemeinsamen Montage des 560.000 Solarmoduls haben Bundesminister Wolfgang Tiefensee, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder, und der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck die Anlage zum bundesweit größten Fotovoltaik-Park gemacht. Das Solarkraftwerk, das die Wörrstädter juwi-Gruppe und First Solar nördlich von Cottbus in der Gemeinde Turnow-Preilack errichten, gilt in vielerlei Hinsicht als ein Leuchtturmprojekt der Solarbranche. Die beiden Unternehmen haben damit ein Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 160 Mill. Euro auf den Weg gebracht, das mit einer Leistung von etwa 53 MW und einer Fläche von mehr als 210 Fußballfeldern die zweitgrößte Fotovoltaik-Anlage der Welt ist.
Lieberose ist aber nicht nur in Leistung und Finanzierung beispielhaft, sondern auch ein Modellprojekt der Renaturierung militärischer Liegenschaften oder sonstiger Brachflächen. Das Projekt entsteht auf dem ehemals größten Truppenübungsplatz der Sowjetarmee, den es zunächst von Altlasten zu befreien gilt . Juwi zeigt sich stolz, nicht nur saubere Energie zu produzieren, sondern auch dafür sorgen, dass gefährliche Munition von dem Gelände entfernt wird. Das aktuelle Projekt solle helfen, etwa 35.000 t CO2 pro Jahr einzusparen, so First Solar GmbH Geschäftsführer Stephan Hansen und juwi-Vorstand Matthias Willenbacher.
Die juwi-Tochter juwi Solar GmbH übernimmt als Generalunternehmer Planung, Logistik, Bauleitung sowie die schlüsselfertige Errichtung der Anlage, die nach der Fertigstellung an einen Investor verkauft wird. Bis Ende dieses Jahres soll Lieberose komplett ans Netz gebracht werden. Im voll ausgebauten Zustand sollen dann rund 700.000 Dünnschicht-Module, die First Solar größtenteils im Werk Frankfurt/Oder hergestellt hat, allein mit der Kraft der Sonne pro Jahr genug klimafreundlichen Strom erzeugen, um den Bedarf von rund 15.000 Haushalten zu decken. First Solar hat nicht nur die Solarmodule für den PV-Park hergestellt, sondern sich auch an der Finanzierung des Projekts beteiligt.
21.8.2009
Industrielle Abfallstoffe im Einsatz für den Umweltschutz
Die Zementproduktion ist ein Industriezweig, der traditionell sehr hohe Kohlendioxidemissionen hervorruft. Jetzt fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 240.000 Euro ein Herstellungsverfahren, um Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu 40 Prozent zu mindern. Ziel ist es dabei, die Rohstoffbasis von Zement umzustellen, und Kalkstein durch industrielle Abfallstoffe zu ersetzen.Die IBU-tec advanced materials AG, Weimar, forscht nun in Zusammenarbeit mit dem Institut für Baustoffkunde der Bauhaus Universität Weimar sowie dem Institut für Technische Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena an einem Stoffgemisch, das den grau-weißlichen Stein zu großen Teilen ersetzen kann. In Frage kommen, nach Unternehmensangaben, industrielle Abfälle wie beispielsweise Aschen und Schlacken. Besonders Abfallstoffe aus Prozessen, bei denen ein Austausch von Wärme stattgefunden hat, setzen kein Kohlendioxid mehr frei, wenn sie erneut verwendet werden. Was bei Müllverbrennung, Stahlerzeugung oder der Gewinnung von Strom aus Braunkohle als unnützer Reststoff anfällt, ließe sich also bald für den Umweltschutz einsetzten. Ganz so leicht sei das allerdings nicht, da Zement ein kompliziertes Gemisch ist.
Momentan experimentiert das Unternehmen noch an der richtigen Zusammensetzung des neuartigen Stoffgemischs. Kommt dies dem chemischen Aufbau des bisher verwendeten Rohmehls sehr nahe, ließen sich unter Umständen etwa die Hälfte des bislang verwendeten Kalksteins durch industrielle Abfallstoffe ersetzen. Auf diese Weise würde zudem auch weniger Gestein verbraucht und damit ein natürlicher Rohstoff geschont.
Das Stoffgemisch soll zum Abschluss des Projekts in einem Zementwerk Anwendung finden.
Erweist sich das neue Produktionsverfahren als praxistauglich, ließen sich die Ergebnisse direkt auf weitere industrielle Anlagen übertragen und die Umwelt somit in erheblichen Umfang entlasten, so Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU.
21.8.2009
Startschuss für Deutschlands erste CO2-Wäsche
Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers nahmen die Pilotanlage zur Reinigung von Kraftwerksrauchgasen am Dienstag gemeinsam mit dem Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Werner Stump, sowie den Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Hambrecht (BASF SE), Prof. Dr. Wolfgang Reitzle (Linde AG) und Dr. Jürgen Großmann (RWE AG) im Innovationszentrum Kohle der RWE Power in Niederaußem offiziell in Betrieb. Mit dem Projekt soll eine Schlüsseltechnologie für eine klimaschonendere Stromerzeugung weiterentwickelt werden. Das Neun-Millionen-Euro-Projekt wird zu 40 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertDer Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg sagte: „Mithilfe moderner Technologien haben wir die Möglichkeit, den wichtigen Energieträger Kohle im Einklang mit unseren Klimaschutzzielen zu nutzen. Die CO2-Rauchgaswäsche zeigt, dass wir einem „Kohlenkraftwerk der Zukunft“ näher kommen.“
Ministerpräsident Rüttgers betonte in seinem Grußwort, es sei mit Blick auf den Klimaschutz wichtig, die vorhandene Energietechnik weiter zu optimieren. Ziel der Landesregierung sei es, bis 2020 die CO2-Emissionen in Nordrhein-Westfalen um 81 Millionen Tonnen zu reduzieren: „Nordrhein-Westfalen ist bereits das Energieland Nummer 1 in Deutschland. Und wir werden das Klimaschutzland Nummer 1. Das ist zu schaffen, nach und nach in vielen Schritten. Einen solchen Schritt hat RWE hier zusammen mit BASF und Linde getan.“
Die ersten Versuche in der Pilotanlage fanden schon im Juli statt. Stündlich wäscht die Pilotanlage etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase. Der Abscheidegrad beträgt 90 Prozent. In der Anlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter realen Bedingungen untersucht. So wollen die Unternehmen Erfahrungen für spätere Großanlagen sammeln, mit denen moderne Kohlen- oder auch Gaskraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten. Die Nutzung des abgetrennten Kohlendioxids ist Gegenstand weiterer Forschungsaktivitäten.
Das Projekt ist Teil eines großen Investitions- und Forschungsprogramms, mit dem RWE die Umweltfreundlichkeit der Stromerzeugung steigern will. „Wer bei der CO2-Minderung vorweg gehen will, muss raus aus dem Labor und große Versuchsanlagen bauen, um damit handfeste Fortschritte für den Klimaschutz zu erzielen“, betonte RWE-Chef Dr. Jürgen Großmann.
21.8.2009
BDE checkt Umweltprogramm der Bundestagsparteien
Wenige Wochen vor der Bundestagswahl am 27. September 2009 hat der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft die fünf wichtigsten deutschen Parteien auf den Prüfstand gestellt. Der Verband hat CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke gebeten darzulegen, welchen politischen Kurs die privaten Unternehmen der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft in der neuen Legislaturperiode von ihnen erwarten können.Die jetzt vorliegenden Antworten zeigen, dass grundsätzlich alle im Bundestag vertretenen Parteien die Kreislaufwirtschaft auch in den kommenden vier Jahren ausbauen und fortentwickeln möchten. Erwartungsgemäß vertreten die Parteien jedoch für die Branche bedeutsame unterschiedliche Positionen zur Realisierung eines fairen Wettbewerbs und zur steuerlichen Gleichbehandlung mit den in der Entsorgung tätigen Betrieben der öffentlichen Hand sowie zu Fragen der Ausgestaltung des Wettbewerbs über die deutschen Grenzen hinaus im vereinten Europa.
BDE-Hauptgeschäftsführer Matthias Raith erklärt: „Die ausführlichen Darlegungen der einzelnen Parteien sind ein erfreulicher Beleg dafür, dass alle maßgeblichen politischen Kräfte in unserem Land die Entsorgungsbranche als wichtigen Wirtschaftsbereich akzeptieren. Entgegen allen Liberalisierungstendenzen in anderen Wirtschaftszweigen, wo ehemals staatliches Wirken von privatwirtschaftlichem Engagement abgelöst wurde, scheint sich allerdings in einzelnen Parteien – aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen – die Auffassung zu halten, dass der Staat in der Abfallbranche auch künftig selbst als Unternehmer tätig werden soll. Der BDE wird alles daran setzen, auch in der kommenden Legislaturperiode allen gesellschaftlich relevanten Kräften zu verdeutlichen, dass die Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft nicht länger nur ein Teilbereich des Umweltschutzes ist, sondern ein für die Volkswirtschaft strategisch wichtiger, nicht austauschbarer Wirtschaftsbereich der Rohstoffherstellung und -versorgung. Für diese Rolle benötigt unsere Branche für alle hier tätigen Unternehmen gleiche und geeignete politische Rahmenbedingungen.“
Einen detaillierten Einblick in die Analyse des BDE sowie die vollständigen Stellungnahmen der Parteien findet man im Internet.
21.8.2009
Weltwasserwoche – WWF warnt vor Folgen des Wassermangels bis nach Deutschland
Zum Start der Weltwasserwoche 2009 in Stockholm hat am 16. August die Umweltschutzorganisation WWF verstärkte internationale Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise gefordert. „Die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmende Verbauung durch Infrastruktur für Wasserkraft, Schifffahrt und der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln, sind die größten Herausforderungen für eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung“, sagte Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland. Aufgrund der menschenverursachten Erderwärmung schmelzen etwa die Gletscher im Himalaya rapide ab, was die Wasserversorgung von mehreren hundert Millionen Menschen in Bangladesh, China, Indien, Nepal und Pakistan bedroht.Doch die Wasserkrise werde, so der WWF, vor Nationalstaatsgrenzen keinen Halt machen. Deshalb sei auch Deutschland direkt von den Auswirkungen betroffen. „In einer globalisierten Welt ist auch ein wasserreiches Land wie die Bundesrepublik in seinem Wasserbedarf nicht mehr unabhängig“, warnte Martin Geiger. „Wenn beispielsweise die Himalaya-Gletscher verschwinden und in Indien das Wasser knapp wird, ist unsere Versorgung mit Baumwolle betroffen.“
So kommt eine aktuelle WWF-Studie zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik durch den Import von landwirtschaftlichen Gütern jedes Jahr auf 2.181 Mrd. m³ Wasser aus indischen Ressourcen angewiesen ist. Neben Öl-Saat, Kaffee und Reis bezieht Deutschland einen bedeutenden Anteil seiner Baumwolle aus Indien, Pakistan und Bangladesh.
Angesichts der wachsenden, weltweiten Probleme sei es geradezu paradox, dass die UN-Konvention für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und vor allem grenzüberschreitendes Management von Trinkwasservorkommen noch immer auf Eis liegt. „Die internationale Staatengemeinschaft hat es bisher nicht geschafft, dieses wichtige Abkommen zu ratifizieren und umzusetzen“, kritisierte Martin Geiger. Doch nur so könnten in Zukunft Konflikte um Wasserressourcen geschlichtet und gelöst werden. Die UN-Konvention dient als Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Vorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder unterirdische Wasserreservoire, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden.
„Gerade zur Weltwasserwoche, die unter dem Motto des grenzüberschreitenden Wassermanagements steht, sollten sich noch mehr Länder zu dieser Konvention bekennen und sie anerkennen“, forderte Martin Geiger.
14.8.2009
Emissionshandel für den Luftverkehr
Offiziell hat der Emissionshandel für den Luftverkehr noch nicht begonnen, doch bereits jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Nur diejenigen Luftfahrzeugbetreiber, die jetzt Monitoringkonzepte für die Erfassung der Transportdaten und Emissionen ihrer Flugzeuge bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt einreichen, können in Zukunft bei der kostenlosen Zuteilung von Zertifikaten sicher berücksichtigt werden. Die neue EU-Emissionshandelsrichtlinie schreibt vor, dass der Luftverkehr ab dem Jahr 2012 in den Emissionshandel der Europäischen Union einbezogen wird; die Berichtspflichten betreffen bereits das Jahr 2010. Von dieser Erweiterung des Emissionshandels betroffen sind grundsätzlich alle Betreiber, deren Luftfahrzeuge in der Europäischen Union starten oder landen. Zukünftig gilt wie auch bei bestimmten Energie- und Industrieanlagen: Luftfahrzeugbetreiber müssen jährlich Emissionsberichte vorlegen und – erstmalig für das Jahr 2012 – Emissionsberechtigungen in Höhe ihrer tatsächlichen Kohlendioxidemissionen abgeben.
Das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) regelt die Infrastruktur für das europäische Emissionshandelssystem in Deutschland. Am 22. Juli 2009 trat eine Änderung des Gesetzes in Kraft. Zusammen mit der Datenerhebungsverordnung 2020 (DEV 2020) vom 25. Juli 2009 ist die TEHG-Änderung die rechtliche Grundlage für die Datenerhebung zur Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel. Die DEV 2020 legt unter anderem die Frist zum Einreichen der Monitoringkonzepte bei der DEHSt fest: Sie endet sechs Wochen nachdem die Liste der Deutschland zugeordneten Luftfahrzeugbetreiber (Verwaltungsmitgliedstaatenliste) veröffentlicht wurde.
Derzeit erarbeitet die Europäische Kommission die Liste. Mit der Veröffentlichung wird im August gerechnet, so dass die Frist voraussichtlich im September/Oktober enden wird. Die DEHSt sichert allen Betreibern, die ihre Monitoringkonzepte bereits bis zum 31. August 2009 vorlegen, einen Bescheid noch im laufenden Jahr zu. Zur Unterstützung der Betreiber stellt die DEHSt zahlreiche Informationen und Hilfsmittel – wie zum Beispiel Muster-Monitoringkonzepte – auf ihrer Homepage zur Verfügung.
14.8.2009
Süditalienische Müllkrise weckt Interesse an Recycling-Lösungen
Während bereits zahlreiche mittelständische Anbieter den Entsorgungsnotstand in der Region um Neapel nutzen, um die Abfälle als Rohstoffe weiter zu verarbeiten, steigen die Investitionen in den Müllmarkt in rasantem Tempo an. Dem Beratungsunternehmen ecoprog und dem italienischen Abfallportal Labelab zufolge klettert das Marktvolumen in den kommenden Jahren um mehr als eine halbe Mrd. Euro. Insgesamt wächst der italienische Recycling-Markt für Siedlungsabfälle bis 2015 auf 6,8 Mrd. Euro an.
Neben überfüllten Deponien und dem Entsorgungsnotstand in einigen Provinzen ist eine Reform der Abfallverwaltung ursächlich für die umfangreichen Investitionen in Recycling und Müllentsorgung. „Besonders in die Abfallbehandlung und -verwertung wird momentan viel investiert“, heißt es von ecoprog auf Nachfrage von pressetext.
Im Zuge der Verwaltungsreform soll künftig eine einzige Körperschaft für die Müllentsorgung aller Kommunen einer Provinz zuständig sein. Bislang waren die 8.100 Kommunen selbst dafür verantwortlich. Statt mehrerer Tausend soll die Verwertung daher in Zukunft nur noch von 110 bis 180 Trägern organisiert werden. Dies ermöglicht auch den knapp 90 Prozent jener Kommunen mit weniger als 10.000 Einwohnern die Nutzung technologisch und finanziell anspruchsvoller Recycling-Lösungen und fördert die Investitionen in den Markt enorm, erklärt ecoprog-Geschäftsführer Mark Döing im pressetext-Gespräch.
Die Klimaziele der EU hätten großen Einfluss auf die italienische Entsorgungspolitik. „Dabei verstößt Italien seit Jahren offensichtlich dagegen“, meint Döing. Allerdings steige dadurch der Handlungsdruck.
Bei der Deponierung unbehandelter Abfälle gehört das Land nach wie vor zu den Spitzenreitern in Europa. Mittlerweile befinden sich jedoch rund 20 zusätzliche Verbrennungs- und Müllbehandlungsanlagen in Planung oder bereits im Bau.
Durch die Reform hat sich das Land auch ausländischen Anbietern zur Abfallentsorgung geöffnet. Für das Geschäft mit dem Müll und die Errichtung von Abfallinfrastruktur sei Italien zu einem der attraktivsten Märkte in Europa geworden.
14.8.2009
Forscher setzen Bakterien als Meerwasserentsalzer ein
Einem internationalen Forscherteam ist es nach Informationen von Pressetext.at gelungen, einen Prozess zu entwickeln, mit dem man Abwasser reinigen und zudem Meerwasser entsalzen kann. An dem Forschungsprojekt haben Forscher der Penn State und von der Tsinghua University in Peking mitgearbeitet. Bis dieser Prozess allerdings komplett praxistauglich und in großem Stil anwendbar ist, wird es noch dauern, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Environmental Science and Technology. Die beiden derzeit verwendeten Meerwasserentsalzungstechnologien - die Osmose und die Elektrolyse - sind beide sehr energieaufwändig und teuer. „Der neue Forschungsansatz geht nun dahin, mit Hilfe von organischem Material die Entsalzung ohne elektrische Energie oder hohen Wasserdruck durchzuführen und gleichzeitig Energie herzustellen“, so Bruce Logan, Professor für Umwelttechnologien an der Penn State. Dazu haben die Forscher mikrobische Brennstoffzellen umgebaut. „Wir wollten zeigen, dass Bakterien genug Spannung produzieren können.“
„200 Milliliter Abwasser sind nötig, um drei Milliliter Salzwasser zu entsalzen“, so Logan. Das System sei also noch nicht praxistauglich, weil es noch nicht optimiert ist. „Allerdings ist es der Beweis für die Durchführbarkeit des Konzepts“, erklärt der Forscher.
Eine typische mikrobische Brennstoffzelle besteht aus zwei Kammern - einer, die mit Abwasser oder anderen Nährstoffen gefüllt ist, und einer, die mit Wasser gefüllt ist. In jede der Kammern führt eine Elektrode. Natürlich vorkommende Bakterien im Abwasser ernähren sich vom organischen Material und produzieren Strom. Nun haben chinesische Forscher von der Tsinghua Universität in Peking noch einen weiteren Schritt unternommen und eine dritte Kammer zwischen den beiden bereits existierenden platziert. Dazu wurden spezielle Membrane, die entweder nur positive oder nur negative Ionen durchlassen, eingefügt. In der dritten Kammer befindet sich das Salzwasser, dem das Salz entzogen werden soll.
„Als wir versucht haben, mit den mikrobische Brennstoffzellen Strom herzustellen, war die Leitfähigkeit des Abwassers sehr schwach“, so Logan. Mit Salz sei das wesentlich besser gelaufen. „Da es in ohnehin sehr vielen Regionen der Welt Meer- oder Brackwasser gibt, gehen wir davon aus, kein zusätzliches Salz ins Wasser geben zu müssen.“ Allerdings entsalzt dieses System das Wasser nur zu 90 Prozent. Ein anderes Problem mit den derzeitigen Zellen ist, dass Protone nur an einer Elektrode produziert und an der anderen aufgebraucht werden. Das führt zu einer starken Versauerung der einen und zu einer starken Laugenbildung in der anderen Kammer. Mischt man beide Flüssigkeiten zusammen, entsteht wieder normales Salzwasser. Die Forscher fürchten daher, dass die Bakterien, die die Brennstoffzelle anfeuern, unter diesen widrigen Lebensumständen sterben könnten.
14.8.2009
Bundeslandübergreifende Klimaschutzinitiative am Start
Die Region Unterweser will Deutschlands erste länderübergreifende Klimaschutz-Region werden. Dafür wollen die Mitglieder des Regionalforums Bremerhaven am Dienstag im Bremerhavener Klimahaus eine Resolution unterzeichnen und einen Masterplan verabschieden, teilte die Stadt Bremerhaven gegenüber der Agentur ddp mit. Ziel ist es, in den Kommunen einen Beitrag im Kampf gegen den globalen Klimawandel zu leisten, hieß es. In dem Plan wurden 205 Projekte zusammengetragen, mit denen die Region den Kampf gegen den weltweiten Klimawandel unterstützen will. Dazu gehören etwa konkrete Aktivitäten aus der Offshore-, Bio- und Solarenergie oder der Umweltbildung an Schulen. So könnte in den Kommunen etwa eine energiesparende Straßenbeleuchtung eingesetzt werden. Der Projektkatalog soll nach der Unterzeichnung präzisiert und weiterentwickelt werden.
Neben Bremerhaven beteiligen sich auch die niedersächsischen Städte und Gemeinden wie etwa Nordenham, Langen, Butjadingen, Loxstedt, Nordholz und Schiffdorf sowie die Samtgemeinden Beverstedt, Hagen und Land Wursten und die Landkreise Cuxhaven und Wesermarsch.
14.8.2009
Infos rund um Energiesparlampen
Welche Energiesparlampe ist die richtige für welchen Raum im Haus? Ab sofort können sich Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen mittels einer detaillierten Marktübersicht der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen über alle Fragen rund um die Energiesparleuchten informieren. Ab dem 1. September werden nach einem Beschluss der EU die meisten herkömmlichen Glühbirnen schrittweise aus dem Verkehr gezogen, die Haushalte müssen dann ihren Ersatzbedarf mit Energiesparlampen decken. Die EU will damit bis 2020 rund 15,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid pro Jahr in den Mitgliedstaaten einsparen.
„Wir wollen, dass sich die Verbraucher in Nordrhein-Westfalen frühzeitig auf diesen Wechsel einstellen können und zielsicher die für sie beste und kostengünstigste Lösung verwirklichen können. Deshalb schafft die EnergieAgentur in unserem Auftrag schon jetzt Markttransparenz“, erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben heute, 11. August 2009, in Düsseldorf.
Im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühbirne verbraucht eine Energiesparlampe 80 bis 75 Prozent weniger Energie. Das heißt, dass eine 75-Watt-Glühbirne durch eine 15-Watt-Energiesparlame ersetzt werden kann. Die Mehrkosten für die umweltfreundliche Leuchte rentieren sich über die längere Lebensdauer und die eingesparten Stromkosten. Während eine Glühlampe nur maximal 2.000 Stunden lebt, „bringt es“ die Energiesparleuchte auf 6.000 bis 15.000 Stunden.
„Der Markt für Energiesparlampen ist vielfältig, aber für viele Käufer dadurch auch gelegentlich unübersichtlich. Anders als bei der Glühbirne sollte man beim Kauf besonders auf die Lichtfarbe achten. Wer etwa über das ´kalte Licht` einer Energiesparleuchten klagt, hat meist versäumt eine Leuchte mit einem entsprechenden Warmton-Spektrum zu kaufen. Hier ist der Handel gefragt, dem Kunden eine entsprechende Auswahl anzubieten“, sagt Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW in Wuppertal.
Die Umstellung rentiert sich auch für die Umwelt: Bei Umstellung aller privaten Haushalte in Deutschland von Glühlampen auf Energiesparleuchten wird sich der jährliche Stromverbrauch um 7,5 Mrd. Kilowattstunden reduzieren. Das entspricht einer Einsparung von 4,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid und einer Entlastung von 1,5 Mrd. Euro. Für den Durchschnittshaushalt heißt das, dass jährlich 44 Euro bzw. 220 Kilowattstunden Strom eingespart werden.
14.8.2009
Mehrwegquote sinkt weiter
Der Anteil an Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Einweggetränkeverpackungen ist auch im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr gesunken und lag damit 2007 nur noch bei 54,7 %. Im Jahr 2006 betrug der Anteil 59,8 %. Der wesentliche Grund für den Rückgang: Einwegflaschen aus Kunststoff verdrängen zunehmend Mehrwegflaschen und Getränkekartons vom Markt. Nur bei Bier kann sich die Mehrwegflasche mit 86 % sehr gut behaupten. Wasser wird nur noch zu 47,3 % und Erfrischungsgetränke zu 42,8 % in umweltfreundlichen Verpackungen verkauft. Dies zeigt eine Studie, die die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) durchführte.
Die Entwicklung gehe, so UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann, in die falsche Richtung. Denn Mehrwegflaschen und ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen hätten gegenüber Dosen und Einwegflaschen deutliche Umweltvorteile. Sie verbrauchen auf ihrem Lebensweg weniger Rohstoffe und Energie und tragen somit weniger zum Treibhauseffekt bei.
Obwohl das Sammeln der Einwegflaschen und Dosen mithilfe des Einwegpfandes von 25 Cent sowie das darauf folgende hochwertige Recycling Belastungen für die Umwelt senken, führen Mehrweg-Verpackungen nach wie vor zu einer deutlich geringeren Umweltbelastung.
8.8.2009
Energieeffizienz bei Elektromotoren
Ab dem 16. Juni 2011 dürfen nur noch hocheffiziente Asynchron-Drehstrommotoren des Leistungsbereichs 0,75 bis 375 kW in Verkehr gebracht werden. Das beschloss der Ökodesign-Regelungsausschuss für Elektromotoren für die EU-Mitgliedstaaten und veröffentlichte die Mindestanforderungen für Energieeffizienz von Asynchron-Drehstrommotoren im Amtsblatt der EU (640/2009). Diese Motorenart kommt vorwiegend in Industrie und Gewerbe zum Einsatz und verursachte im Jahr 2005 etwa 90 % des Stromverbrauchs der Elektromotoren in den 27 EU-Mitgliedstaaten.
Mit effizienteren Elektromotoren ließen sich EU-weit bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 135 Milliarden kWh und 63 Mill. t CO2 einsparen. Laut UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann könnten allein in Deutschland so bis zum Jahr 2020 rund 27 Mrd. kWh Strom weniger verbraucht und damit etwa 16 Mill. t CO2-Emissionen vermieden werden. Zum Vergleich könne man so auf den Bau von acht Großkraftwerken mit einer elektrischen Leistung von je 700 MW verzichten.
8.8.2009
Barförderung für Partikelfilter
Ab 1. August dieses Jahres erhalten Dieselfahrzeughalter 330 Euro in bar für den Einbau eines Partikelfilters. Bis zum Jahresende steht Geld für 200.000 Nachrüstungen zur Verfügung. Dieselfahrer können ab 1. August ihr Fahrzeug mit einem Filter nachrüsten lassen und dann ab 1. September beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Antrag für die Förderung stellen. Dazu benötigen sie eine Bescheinigung über den Einbau des Rußfilters. Eine Liste der empfehlenswerten Filterhersteller finden Interessierte unter www.partikelfilter-nachruesten.de, die gemeinsam vom Verkehrsclub Deutschland und Zentralverband des Kfz-Gewerbes herausgegeben wird.
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. begrüßt die Umstellung der Nachrüstförderung auf Barauszahlung als „drittes Konjunkturprogramm“, das auch positive Wirkung für die Luftreinhaltung, den Klima- und Gesundheitsschutz entfalten würde, und fordert eine Weiterführung auch im kommenden Jahr sowie eine Ausweitung auf Nutzfahrzeuge wie Transporter und Busse.
8.8.2009
Umweltbundesamt schlägt fünf Anthracenöle für EU-weite Zulassungspflicht vor
Die aus Steinkohle gewonnenen Anthracenöle gehören zu den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Diese verbleiben generell lange in der Umwelt, reichern sich in der Nahrungskette an und sind giftig. Noch immer werden sie für Produkte aus Gummi eingesetzt. Aus Autoreifen und Lebensmitteln hat die EU die Stoffe bereits weitgehend verbannt. Das Umweltbundesamt möchte aber weiter gehen und schlägt der EU vor, für fünf Anthracenöle eine Zulassungspflicht einzuführen.Heute, am 3. August 2009, nominieren die EU-Mitgliedstaaten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) besonders besorgniserregende Chemikalien für eine Zulassungspflicht nach REACH. Im vergangenen Jahr bemängelten Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, dass nur 16 Vorschläge eingingen. Sie forderten, 276 Stoffe sofort zu ersetzen. REACH verlangt aber eine detaillierte Risikobewertung der vorgeschlagenen Stoffe durch die Behörden der EU-Mitgliedstaaten. Vermutlich deswegen gehen auch in diesem Jahr lediglich 14 Vorschläge ein, davon fünf aus dem UBA.
Eine Arbeitsgruppe aus EU-Fachleuten, unter Beteiligung deutscher Experten, identifizierte über 400 Stoffe, die krebserzeugend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend oder umweltschädigend sind. Um diese Stoffe schnell EU-weit zu regulieren, hat die ECHA für den 24. September 2009 alle zuständigen Behörden nach Helsinki eingeladen.
Sind die Stoffe erst einmal als besonders besorgniserregend identifiziert, müssen Unternehmen dem Handel sowie den Verbrauchern auf Anfrage mitteilen, ob diese Stoffe mit mehr als 0,1 Prozent in Produkten enthalten sind. Damit gibt die EU-Bürgern die Chance, sich für umweltfreundlichere Produkte zu entscheiden. Den Grundstein dazu legen die EU-Mitgliedstaaten mit ihren Vorschlägen - auch als ersten Schritt zu einer EU-weiten Zulassungspflicht. So sollen langfristig die schlimmsten Chemikalien vom Markt und aus der Umwelt verschwinden.
Das UBA hat sich vorgenommen, weiterhin seinen Beitrag für einen Erfolg von REACH zu leisten: Schon jetzt stehen noch mehr PAK und weitere Umweltgifte auf der Agenda für 2010. Darunter sind auch Chemikalien, die das Hormonsystem stören.
8.8.2009
REACh und Kunststoffrecycling
Mit Inkrafttreten der europäischen Chemikalienverordnung REACh sieht sich die Wirtschaft mit umfassenden Pflichten im Zusammenhang mit der Herstellung, dem Import und der Verarbeitung von Chemikalien konfrontiert. Angesichts einer erheblichen Verunsicherung über die Auswirkungen von REACh auf das Kunststoffrecycling haben sich mehrere Verbände der Kunststoffindustrie und Unternehmen zusammen mit dem Umweltbundesamt im Rahmen des Umweltforschungsplans auf ein Projekt „REACh und Kunststoffrecycling“ verständigt.
Ziel des Projektes, das die Hamburger Ökopol GmbH bearbeitet, ist eine Handreichung für die Marktakteure des Kunststoffrecyclings zu erstellen. Diese soll wesentliche REACh-Anforderungen darstellen und Hilfestellung bei der Umsetzung der neuen Chemikalienverordnung geben. Die Fertigstellung wird für Herbst 2009 erwartet.
Bereits jetzt zeichnen sich Ergebnisse und Schwerpunktsetzungen ab:
Die bestehenden Registrierungspflichten sind durch das Recyclingprivileg nach REACh Artikel 2.7.d und eine pragmatische Interpretation der Stoffidentifizierung hinsichtlich der Berücksichtigung von Verunreinigungen für Recyclingunternehmen weitgehend unproblematisch.
Nach REACh müssen Recycler das Gefährlichkeitsprofil ihrer Rezyklate bestimmen und Informationen an ihre Kunden weitergeben. Anhand verschiedener Fallbeispiele sollen pragmatische Schritte zur Wahrnehmung der Einstufungs- und Kennzeichnungspflichten und zur Kundeninformation – zum Beispiel mittels Sicherheitsdatenblatt – aufgezeigt werden. Die Diskussion um den sachgerechten Umgang mit offenen Fragen in Bezug auf die stoffliche Zusammensetzung von Abfällen – etwa nicht bekannte Verunreinigungen – und die Erstellung von Kundenunterlagen spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.
Diese Anforderungen bestehen allerdings – unabhängig von den REACh-Regelungen – schon seit langem.
m Abschlussbericht wird unter anderem auch auf Aktivitäten der europäischen Kunststoff-industrie im Zusammenhang mit der Einführung von REACh verwiesen.
8.8.2009
Klimawandel und Finanzkrise bestimmen Nachhaltigkeitskommunikation
Klimawandel und Finanzkrise sind die prägenden Themen der aktuellen Nachhaltigkeitsberichterstattung von deutschen Unternehmen, so die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmensinitiative Future. Branchenübergreifend setzen sich die Firmen in ihren Berichten mit den drängenden Fragen des Klimaschutzes und dem Umgang mit den Krisenerscheinungen im Finanzmarkt und in der Realwirtschaft auseinander. Der Einführung einer Berichterstattungspflicht steht die Mehrheit der deutschen Großunternehmen hingegen kritisch gegenüber und warnt vor erhöhtem bürokratischem Aufwand.
„Über nachhaltige Unternehmensentwicklung Bericht abzulegen, bedeutet weit mehr als Ressourcenverbrauch und Emissionen zu bilanzieren“, so Jana Gebauer, Expertin für nachhaltige Unternehmensführung am IÖW. Gerade die Wirtschaftskrise mache die zentrale Bedeutung einer ausgewogenen Betrachtung aller Nachhaltigkeitsdimensionen deutlich. „Spektakuläre Firmenpleiten und Umwälzungen in ganzen Branchen zeigen: Unternehmerischer Erfolg wird zukünftig immer stärker davon abhängen, ob die drei Nachhaltigkeitssäulen Ökologie, Ökonomie und Soziales im Unternehmen gleich stark gebaut sind.“
Die Befragung führten IÖW und Future im Rahmen des Rankings der Nachhaltigkeitsberichte durch, das die Berichte der 150 größten deutschen Unternehmen sowie deutscher KMU bewertet. "Viele Unternehmen berichten zwar schon seit Jahren über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten", so Dr. Udo Westermann, Future-Geschäftsführer. „Doch bei der Gesamtzahl der Berichterstatter bewegt sich noch zu wenig. Trotz der Turbulenzen in vielen Branchen setzen noch weniger als die Hälfte der deutschen Großunternehmen darauf, die Gesellschaft transparent und umfassend über ihr Handeln zu informieren.“ Allerdings zeige sich, dass vor allem Handelsunternehmen und Banken in letzter Zeit verstärkt Erstberichte veröffentlichen. Trotz Verlagerung vieler Berichtsaktivitäten ins Internet, halten die meisten Unternehmen am gedruckten Bericht fest und setzen auf die Kombination von Print- und Online-Berichterstattung.
Die Einführung einer Berichterstattungspflicht lehnt über die Hälfte der befragten Unternehmen ab. Deutlichem Zusatzaufwand und Mehrkosten stünde kein gleichwertiger Nutzen gegenüber. Hingegen fördere die Freiwilligkeit der Berichte Kreativität und Eigeninitiative. Demgegenüber steht ein Viertel der Unternehmen, die eine allgemeine Berichterstattungspflicht befürworten und dabei auf den Wettbewerbsfaktor pochen. „Unternehmen, die substanzielle Nachhaltigkeitsleistungen nachweisen können, profitieren von einer allgemein erhöhten Transparenz“, so Gebauer. Unterm Strich würde die Einführung einer Berichtspflicht die gesamte Nachhaltigkeitsleitung der deutschen Wirtschaft erhöhen, argumentieren die Befürworter.
Auch kleine und mittlere Unternehmen werden in diesem Jahr in das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte einbezogen. „Mit rund 50 berichterstattenden Unternehmen ist die Anzahl der KMU, die mit einem eigenen Nachhaltigkeitsbericht substanziell über eine Umwelterklärung bzw. einen Umweltbericht hinausgehen, nach wie vor überschaubar“, so Westermann. „Unsere Befragung zeigt, dass es sich bei den Berichterstattern vor allem um eigentümergeführte Familienunternehmen handelt. Die Frage nach dem Warum wird eindeutig beantwortet: Die Nachhaltigkeit liegt den Unternehmerinnen und Unternehmern am Herzen, sie möchten die Themen voranbringen und zur Bewusstseinsbildung in ihrem Umfeld beitragen.“
8.8.2009
Deutsche Umwelthilfe: 100.000 Betrugsfälle mit der Abwrackprämie
Das Autoindustrie-Förderprogramm der Bundesregierung entwickelt sich nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu einem Debakel für den Rechtsstaat. Die Umweltschutzorganisation rechnet mit einer Verdopplung der bisher bekannt gewordenen Betrugsfälle bis zum Jahresende. Die DUH hatte bereits Ende Januar von einem "Förderprogramm für die organisierte Kriminalität" gesprochen und aufgezeigt, wie einfach es ist, ein offiziell abgewracktes Fahrzeug nach Osteuropa oder Afrika zu verkaufen.
Zur „Halbzeit“ der Abwrackprämie sieht die DUH ihre Prognose bestätigt, dass es sich dabei um ein „Förderprogramm für die organisierte Kriminalität“ handelt. „Die Kripo hat 50.000 Betrugsfälle registriert und damit nun die Recherchen der DUH vom Januar bestätigt“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Nach Angaben des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) wurden bereits rund 50.000 offiziell verschrottete Altfahrzeuge illegal weiterverkauft. Fünf bis zehn Prozent der angeblich verschrotteten Wagen seien nach Afrika und Osteuropa transportiert worden, sagte BDK-Vize Wilfried Albishausen.
Die Bundesregierung hatte mit Blick auf die Bundestagswahl und um die Autoindustrie zu stützen die Abwrackprämie völlig ohne ökologische Standards erlassen. Resch sieht darin ein weltweit einzigartiges Automobilabsatzförderprogramm. Zur Erleichterung des Neuwagenkaufs verzichtete die Bundesregierung auch weitestgehend auf die Kontrolle der Verschrottung der Altfahrzeuge und offensichtlich auch auf eine eigenständige Erfassung der Straftaten in der Kriminalstatistik.
„Dieses Programm war und ist eine Einladung zum Betrug. Mit Steuergeldern wird derzeit der Aufbau eines illegal operierenden Autohehlernetzes finanziert - und der Staat schaut bewusst weg“, bilanziert Resch die aktuelle Situation.
Bereits im Januar hatte die DUH und das ARD-Magazin Monitor gezeigt, dass es ein leichtes ist, für ein Altfahrzeug einen offiziellen Verwertungs- und Verschrottungsnachweis zu erhalten und dieses Fahrzeug dann dennoch nach Polen, nach Afrika und auch innerhalb Deutschlands zu verkaufen. Die Test-Abwracker konnten das Auto sogar erneut in Deutschland anmelden und dennoch alle notwendigen Papiere für die 2.500 Euro Abwrackprämie erhalten.
8.8.2009
bvse: Übertriebene Dimensionen des Abwrackprämienmissbrauchs
Als unverantwortlich bezeichnete der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. die falschen Vorwürfe des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, einer Polizei-Gewerkschaft.Ganz offensichtlich ohne substantielle Belege zur Hand zu haben, würden Zahlen von massenhaften illegalen Exporten von Altfahrzeugen in die Welt gesetzt. Die zertifizierten Demontagebetriebe, und nur diese dürfen die Verwertungsnachweise ausstellen, garantieren, dass die abzuwrackenden Fahrzeuge der gesetzlich vorgeschriebenen Verwertung zugeführt werden. Diese zertifizierten Betriebe stehen unter ständiger Kontrolle der entsprechenden Umweltbehörden und können die Verwertung lückenlos nachweisen.
Dass schwarze Schafe versuchen ein „doppeltes Geschäft" zu machen, und beispielsweise Verwertungsnachweise fälschen oder die Regelung auf anderen Wegen umgehen, bringt die sauber arbeitenden zertifizieren Betriebe in Misskredit. Der bvse betont deshalb, dass jede illegale Handlung zu verurteilen sei.
Die Dimension der Vorwürfe des BDK bezogen auf die staatliche Umweltprämie hält der bvse aber für völlig aus der Luft gegriffen. Wenn handfeste Verdachtsmomente gegeben seien, so wäre es jedoch in jedem Falle der richtige Weg, wenn die Mitglieder der Polizei-Gewerkschaft BDK den dienstlichen Weg gehen würden und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Staatsanwaltschaften entsprechende Strafverfahren einleiten würden.
In diesem Zusammenhang verweist der bvse darauf, dass das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Vorwürfe des BDK klar zurückgewiesen hat. Die Behörde betonte in einer Stellungnahme, dass es sich um weniger als hundert Missbrauchfälle handeln würde. Auch der Zoll spricht lediglich von Einzelfällen.
3.8.2009
Biogasrat: kein Bedarf an Einspeisegesetz Bioerdgas
Immer wieder bringen Interessenverbände ein eigenes Einspeisegesetz für Bioerdgas nach dem Muster der Stromeinspeisung nach EEG ins Gespräch. Aufgrund der kürzlich durch den Fachverband Biogas vorgetragenen erneuten Forderung eines solchen Gesetzes nimmt der Biogasrat wie folgt Stellung:Nach Auffassung des Biogasrats sind bereits heute ausreichend gesetzliche Regelungen vorhanden, um den Bioerdgasmarkt zu entwickeln, wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die Gasnetz-Zugangs-Verordnung (GasNZV), das Erneuerbare Energie Wärme Gesetz (EEWärmeG), das Energiesteuergesetz (EnergieStG), das Biokraftstoffquoten-Gesetz (BioKraftQuG), die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) sowie das Marktanreizprogramm (MAP).
Diese Gesetze und Verordnungen bieten ausreichend Anreize für die nachhaltige Entwicklung eines Bioerdgasmarktes und sollten nicht in ihrer Lenkungswirkung durch ein zusätzliches Gesetz verwässert werden. Vorrangiges Ziel ist die zügige Marktintegration des Energieträgers Bioerdgas und gerade nicht die reine Mengenförderung, ohne dass das Biogas einer effizienten Verwendung zugeführt wird.
Als zielführend sieht der Biogasrat für die Branche und die Erreichung der angestrebten 6 Mrd. Kubikmeter pro Jahr eingespeistem Bioerdgas für 2020 vielmehr eine kontinuierliche markt- und bedarfsnahe Optimierung der bestehenden Rahmenbedingungen durch den Gesetzgeber an. Auf Seiten der Marktteilnehmer müssen Effizienzsteigerung und Technologieentwicklung forciert werden, damit durch Steigerung des Gesamtwirkungsgrades die zusätzlichen Kosten der Gasaufbereitung und Einspeisung schneller kompensiert werden, was auch zu einem ressourcenschonenderen Betrieb der Anlagen führen wird.
Besonders wichtig ist zweifelsfrei der Wettbewerb im Hinblick auf die Umsetzung effizienter und kostengünstiger Anlagentechnik, so dass Bioerdgas ohne mittelbare und unmittelbare Subventionen so schnell wie möglich konkurrenzfähig zu fossilen Energieträgern wird. Ein Einspeisegesetz für Bioerdgas verlangsamt diesen Prozess aber.
Für 2009 wird die Einspeisemenge vom Bundesumweltministerium mit 0,18 Mrd. m3 angegeben. Diese drei Prozent des angestrebten Ziels der Bundesregierung von sechs Milliarden Kubikmeter Bioerdgas pro Jahr werden von etwa 30 Bioerdgasanlagen eingespeist. Rein rechnerisch wären 100% des Ziels bereits nach gut fünf Jahren bei jährlicher Verdopplung der derzeitigen Einspeisemenge erreicht. Dies stellt für die gesamte Branche sicher eine große Aufgabe dar - diese ist aber im Rahmen der bereits heute vorhandenen Gesetze und Rahmenbedingungen durchaus machbar.
3.8.2009
Europäische Diskussion um Klimasteuern
In der Europäischen Union ist wohl eine Diskussion über Klimazölle und -steuern ausgebrochen. Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig wies am Freitag beim Treffen der europäischen Umweltminister im schwedischen Åre Überlegungen insbesondere Frankreichs zurück, Einfuhrzölle zu erheben auf Waren aus Ländern, die sich nicht dem neuen Weltklimaabkommen unterwerfen. „Ich habe hier Zweifel“, sagte Machnig. Derartige Zölle würden Probleme mit der Welthandelsorganisation (WHO) mit sich bringen.Zudem sei dies nicht sehr hilfreich für die laufenden globalen Klimaverhandlungen. „Das Signal ist für die Entwicklungsländer: Das ist eine neue Form von Öko-Imperialismus. Wir machen unsere Märkte für ihre Produkte dicht.“ Es gebe ohnehin schon genug Misstrauen.
Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren warnte vor der Versuchung eines grünen Protektionismus. „Das wäre wirklich eine Gefahr für die Verhandlungen“, sagte er. Die Entwicklungsländer würden das als Bedrohung ansehen.
Die internationale Staatengemeinschaft will im Dezember in Kopenhagen ein neues Weltklimaabkommen vereinbaren. In den laufenden Verhandlungen geht es derzeit vor allem um Finanzierungsfragen. Schweden hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne und leitet deshalb die Verhandlungen der EU-Staaten.
3.8.2009
Nachhaltigkeit hört nicht beim Umweltschutz auf
Wie viel schlecht bezahlte Arbeitszeit steckt in einem Handy? Zerlegen Kinder in Indien den schadstoffhaltigen Computerschrott nach dessen Entsorgung? Für solche Fragen werden Verbraucher immer sensibler, Antworten darauf erhalten sie jedoch viel zu selten. Nur wenige Produkte, zumeist ausgewählte Lebensmittel und Textilien, sind bisher mit Sozialsiegeln wie dem Fairtrade-Label gekennzeichnet.Doch das könnte sich jetzt ändern. Eine internationale Expertengruppe unter der Koordination des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) hat sich mit der Frage beschäftigt: Wie können soziale Kriterien in die Lebenszyklusanalyse integriert werden? Herausgekommen ist ein umfassender methodischer Leitfaden, an dessen Erstellung das Öko-Institut maßgeblich beteiligt war.
Mit dem Leitfaden lassen sich die sozialen Folgen von Produkten besser erfassen, vergleichen und darstellen. Das hat Vorteile für Unternehmen und perspektivisch auch für die Verbraucher. Neu daran: Bisherige Analysen haben sich zumeist darauf beschränkt, nur Teilaspekte der sozialen Nachhaltigkeit zu untersuchen. Beispielsweise wurde nur ein Abschnitt im Lebensweg des Produktes betrachtet. Der neue Leitfaden geht einen Schritt weiter. Er berücksichtigt alle wichtigen Lebensphasen eines Produkts, von der Gewinnung der Rohstoffe über die Herstellung und den Transport bis zur Nutzung und Entsorgung.
Zudem liegt mit dem Leitfaden jetzt ein Instrument vor, mit dem sich die sozialen Folgen von unterschiedlichen Produktgruppen sogar vergleichen lassen. „Wir haben die vorhandenen Ansätze untersucht, in Übereinstimmung gebracht und eine einheitlich einsetzbare Methode erarbeitet“, fasst der Öko-Instituts-Experte Siddharth Prakash das Vorgehen zusammen.
Damit ist die Wissenschaft beim Thema soziale Auswirkungen von Produkten einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Denn mit Hilfe der international standardisierten und anerkannten Ökobilanzmethode lassen sich die Umweltfolgen von Produkten bereits lange einheitlich darstellen. Welches der geeignete methodische Weg ist, um auch die sozialen Folgen zu erfassen, war bisher umstritten.
„Mit der sozialen Lebenszyklusanalyse lassen sich nicht nur die Aspekte bei einem Produkt identifizieren, die Mensch und Umwelt besonders stark belasten“, erläutert Öko-Instituts-Wissenschaftler Prakash. Sondern es lassen sich auch bei sehr komplexen Produkten wie beispielsweise einem Laptop, der aus 1800 Komponenten besteht, die komplizierten Abläufe auf das Wesentliche reduzieren und somit strukturieren. Daraus können die Unternehmen dann ableiten, an welcher Stelle der Lieferkette sie die Sozialstandards verbessern müssen. „Langfristig hilft der Leitfaden deshalb, den Lebensstandard der Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verbessern“, sagt er.
Auch die VerbraucherInnen könnte die neue Methode perspektivisch dabei unterstützen, ihre Kaufentscheidung leichter zu treffen. Denn langfristiges Ziel ist es, ihnen verständliche und vergleichbare Produktinformationen zu geben. Wie solche Informationen im Idealfall aufbereitet werden sollten, darüber müssen sich die Experten allerdings international noch verständigen.
3.8.2009
Umgebauter VW Lupo fährt mit Plastikmüll
Wenn Peter Eckhoff von seinem Auto erzählt, hört sich das ein wenig nach dem Film «Zurück in die Zukunft» an. Ein Fahrzeug, das mit Müll betrieben wird - das kennen die meisten noch von dem sogenannten Fluxkompensator der dreiteiligen Science-Fiction-Filmkomödie aus den 1990ern. Doch Eckhoff hat die Filmidee zur Realität werden lassen. Der 65-jährige Lohner hat seinen 13 Jahre alten Lupo so umbauen lassen, heißt es in der ddp-Meldung weiter, dass dieser etwa mit alten Plastikflaschen fährt. Durch den Kraftstoff aus der Mülltonne, den Eckhoff immer bei sich hat, spart er nach seinen Angaben rund 30 % Benzin ein. Entwickelt hat Eckhoff die Idee zusammen mit dem Erfinder Jean-Marie Stankovicc-Gansen aus Lohne. Der baute ihm das Modul für das Auto, in dem nun die Plastikflaschen verbrannt werden.
„Es sieht ein bisschen aus wie eine Kaffeemaschine“, scherzt Eckhoff. Doch statt Kaffee liefert der Plastik-Vergaser pure Energie: Der Müll wird durch die Wärme des Benzinmotors, der ebenfalls noch in dem Auto ist, erhitzt und dann leicht unter Druck gesetzt. Dadurch spalten sich Moleküle in Atome und es entsteht Gas für den Antrieb. Rund 125 Gramm Plastikmüll braucht Eckhoff so für 100 Kilometer. Das Modul selber ist gerade einmal so groß wie zwei große Flaschen Cola. „Der Innendurchmesser entspricht ungefähr genau einer Flasche“, sagt Eckhoff stolz. Und so sucht er in der Tankstelle meist gleich den Weg in den Kiosk statt zur Zapfsäule. „Austrinken, reinstellen, losfahren“, nennt er das Prinzip seines Autos. Doch nicht nur Plastikflaschen können verbrannt werden. „Theoretisch kann man auch Altöl, Pommes-Fett oder Hähnchenknochen einfüllen“, sagt der 65-Jährige. Plastik liefere aber die beste Energie.
Dass Plastik grundsätzlich als Brennstoff geeignet ist, bestätigt auch Achim Lechmann von der Technischen Universität Berlin. „Kunststoff besteht ja auch aus Erdöl“, erklärt der Fahrzeugtechnikfachmann. Prinzipiell sei es also möglich, ein Auto nach entsprechendem Umbau, mit Plastikmüll zusätzlich anzutreiben. „Allerdings stellt sich doch die Frage nach der ökologischen Sinnhaftigkeit. Schließlich sind die Abgase, die da herauskommen, nicht gerade das Schönste“, sagt er.
Doch Eckhoff sieht das nicht als ein Problem. „Irgendwas ist in den Abgasen doch immer drin“, sagt er. Neben den Zusatzstoffen ist auch die Stabilität des neuen Motors wahrscheinlich Grund dafür, dass der TÜV ihm den Motor noch nicht abgenommen hat. Ein Nummernschild und eine Zulassung besitzt Eckhoff aber, so dass er mit dem Auto auch fahren kann.
Und letztlich ist der 65-Jährige auch überzeugt davon, dass sich seine Idee durchsetzen wird. Vor eineinhalb Jahren hat er das Patent dafür angemeldet. Und mit dem Auto soll noch lange nicht Schluss sein. „Das Auto war nur eine Entwicklung, um den Skeptikern zu zeigen, dass es wirklich geht“, sagt Eckhoff. Die Grundidee, die dahinter steckt, ist, dass aus Müll Energie gewonnen werden kann. Der 65-Jährige sieht dafür eine große Zukunft. Entwicklungsländern könnte so etwa bei der Energiegewinnung geholfen werden, ist er sich sicher.
Derzeit sucht Eckhoff mit seiner Firma noch Partner für die Umsetzung der Energiegewinnung aus Müll. Sollte ihm das Patent für den Plastik-Vergaser allerdings irgendwann einmal erteilt werden, will er dieses auf keinen Fall an einen großen Konzern verkaufen.
28.7.2009
Windindustrie lässt sich nicht von Krise umblasen
Nach einem Rekordwachstum im Jahr 2008 stabilisiert sich der Weltmarkt für Windenergieanlagen 2009 auf hohem Niveau. Mit vergleichsweise sehr guter Finanzierungssicherheit gegenüber anderen Branchen und einem stabilen Heimatmarkt im Rücken behaupten deutsche Hersteller und Zulieferer ihre Spitzenstellung beim weltweiten Ausbau der Windenergie. So schätzen der Bundesverband WindEnergie und VDMA Power Systems das Ergebnis der aktuellen Wertschöpfungsstatistik ein.Die deutsche Wertschöpfung an allen weltweit produzierten Anlagen und Komponenten erhöhte sich im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um knapp 30 Prozent auf über 7,9 Milliarden Euro. Der weltweite Gesamtumsatz lag bei etwa 27 Milliarden Euro. Die Exportquote der in Deutschland produzierenden Windenergieanlagenhersteller betrug in 2008 über 80 Prozent. Zusammen mit Installation, Betrieb und Service erwirtschaftete die Windbranche etwa 9,7 Milliarden Euro. 2008 stellten Hersteller und Zulieferer allein etwa 37.000 direkte Arbeitsplätze bereit. Mit den industriellen Vorleistungen, Installation und Infrastruktur sowie Service und Betrieb waren in der gesamten Windbranche rund 90.000 Personen beschäftigt.
„Die Windindustrie steht in der Wirtschaftskrise wesentlich besser da als der Durchschnitt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Der Weltmarkt wird in 2009 eine Verschnaufpause einlegen, um 2010 wieder mit einer Wachstumsrate von bis zu 10 Prozent aufwarten zu können. Die internationalen Märkte sind intakt und bei vernünftigen Projekten steht auch die Finanzierung", kommentierte Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems die Entwicklung. Insgesamt rechnen Hersteller und Zulieferer für 2009 mit rund 27.000 Megawatt an Neuinstallationen weltweit, für 2010 mit rund 29.000 Megawatt.
„Auch Europa bleibt auf Kurs. Mit der europäischen Erneuerbaren Energien-Richtlinie haben wir EU-weit verlässliche Rahmenbedingungen für ein weiteres Wachstum der europäischen Windbranche bis zum Jahr 2020. Neben Deutschland und Spanien haben sich Italien, Großbritannien und Frankreich als Milliardenmärkte etabliert“, so Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie.
Der amerikanische Markt wird aufgrund der Finanzkrise in 2009 um bis zu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Der chinesische Markt hingegen legt auch 2009 weiter kräftig zu. „Hier ist zu hoffen, dass der rigorose chinesische Protektionismus abgebaut wird und die deutsche Windindustrie auch von diesem Markt profitieren kann“, betonte Herdan.
Nach der aktuellen Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) konnte der Inlandsmarkt im ersten Halbjahr 2009 seine Stellung gegenüber dem Vorjahreszeitraum behaupten. Es wurden 401 Anlagen mit rund 800 Megawatt Gesamtleistung installiert. Insgesamt waren Mitte 2009 20.674 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 24.700 Megawatt installiert. „Wir gehen davon aus, dass der deutsche Markt in 2009 stärker als der Weltmarkt wächst. Mit dem Rückenwind der EEG-Novelle 2009 rechnen wir für 2009 mit rund 2.000 Megawatt neu installierter Leistung - über 300 Megawatt mehr als in den beiden Vorjahren. 2010 sind rund 2.500 Megawatt Neubau in Deutschland realistisch“, sagte Albers.
28.7.2009
Green IT Allianz gegründet
ITK soll der Schlüssel für einen modernen Klima- und Umweltschutz in Deutschland werden. Dafür hat die ITK-Industrie mit Anwendern eine „Green IT Allianz“ gegründet. Wissenschaft und mehrere Ressorts der Bundesregierung unterstützen die Allianz als Partner. BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan und Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte haben am Mittwoch in Berlin die neue Initiative vorgestellt. „ITK kann, muss und wird nach Einschätzung aller Beteiligten ein zentraler Baustein sein, um die internationalen und nationalen Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Energiekosten in Wirtschaft, Verwaltung und Privathaushalten zu senken“, sagte BITKOM-Präsident Scheer.
„Wir müssen die IT selbst ,grüner’ machen und energiesparsame Hardware entwickeln. Computerleistungen werden zwar immer billiger, Systeme mit mehr Leistung verbrauchen aber auch deutlich mehr Energie. Das Bundesforschungsministerium fördert deshalb unter anderem das Spitzencluster „Cool Silicon“ in Dresden, um bis 2013 Computer zu entwickeln, die das Doppelte leisten, aber nicht mehr Energie verbrauchen“, sagte Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan.
Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte: „Die Green IT Allianz stellt zur richtigen Zeit das richtige Thema in den Mittelpunkt. Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) können zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Probleme Entscheidendes beitragen. Die Green IT Allianz der Wirtschaft kann insbesondere auch mittelständischen Unternehmen helfen, einen Teil des Wachstumsmarktes für grüne Technologien mit ITK zu erobern. Deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben hier viel zu bieten.“
Die „Green IT Allianz“ wird unterstützt von einigen Forschungseinrichtungen, dem CIOcolloquium als Vereinigung der wichtigsten ITK-Anwender und unter anderem folgenden Unternehmen und Organisationen: Allianz, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV), Deutsche Telekom, Fujitsu Technology Solutions, Germany Trade and Invest, Hitachi Data Systems, Hewlett-Packard, IBM, IDS Scheer, Infineon, Intel, Microsoft, Nokia Siemens Networks, Ricoh, SAP, Software AG, Sun Microsystems.
28.7.2009
Nur 0,2 % zugelassene Hybridfahrzeuge und vor allem Strom aus Kohle
Alle 2008 in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeuge haben im Durchschnitt einen CO2-Ausstoß von 165 g pro km. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3.044.327 Fahrzeuge neu zugelassen. Ihr durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch lag bei 6,6 l auf 100 km. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Klima und Konsum hervor. Danach entschieden sich bislang auch erst 0,21 % der Autokäufer für ein Hybridfahrzeug, von denen 2008 insgesamt 6.464 verkauft wurden.
Bei der Erzeugung von Strom liegt die Braunkohle nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen weiter vorne: Sie hat einen Anteil von 24 % an der Stromerzeugung, gefolgt von Steinkohle mit 20 %. Die Kernenergie verfügt über einen Anteil von 23 %, während 13 % aus Erdgas erzeugt werden. Wasserkraft schlägt bei der Stromerzeugung mit 4 % und Wind mit 6 % zu Buche.
Die Bundesregierung schreibt weiter, dass 2008 in Deutschland 23,5 Mill. Energiesparlampen und 205 Mill. Glühlampen verkauft wurden.
28.7.2009
EUGT fordert mehr Forschung zu gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub
Umweltzonen werden seit ihrer Einführung widersprüchlich diskutiert - ihre Wirkung ist umstritten. Am 31. Mai 2009 endete der Berichtszeitraum für die Daten aus den Messstationen für das Jahr 2008. Eine Auswertung durch das Umweltbundesamt liegt bislang noch nicht vor. Die Europäische Forschungsgemeinschaft für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V. (EUGT) mahnt deshalb zur Sachlichkeit in der Diskussion um gesundheitliche Auswirkungen von Feinstaub-Immissionen.Mittlerweile gibt es in Deutschland über 30 Umweltzonen. Neben dem Verkehr tragen jedoch zahlreiche andere Quellen wie Heizungsanlagen, industrielle Abgase oder auch die Landwirtschaft zur Luftbelastung mit Feinstaub bei. Aus Sicht von EUGT dürfen die verkehrsbedingten Emissionen nicht isoliert betrachtet werden.
„Inwieweit Umweltzonen tatsächlich zu einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität führen und damit auch zu einer Verbesserung der Gesundheit beitragen, ist bislang nicht abzuschätzen“, erklärt Prof. Helmut Greim, Vorsitzender des Forschungsbeirats der EUGT.
Forschungsbedarf sieht EUGT jedoch nicht nur mit Blick auf Emissionsquellen, sondern insbesondere hinsichtlich der Abgrenzung der Wirkungen einzelner Luftschadstoffe. Neben Feinstaub spielen andere Luftkomponenten, wie NO2 oder Ozon eine bedeutende Rolle, werden jedoch nicht getrennt voneinander betrachtet. „Es steht zwar völlig außer Frage, dass Feinstaub ein gesundheitliches Problem darstellt. Allerdings ist ein Mensch niemals nur einem Luftschadstoff allein ausgesetzt“, erläutert Prof. David Groneberg, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin der Berliner Universitätsklinik Charité und Mitglied im EUGT-Forschungsbeirat. Zwar seien die negativen Einflüsse einer chronischen Feinstaubbelastung mittlerweile durch eine große Zahl epidemiologischer und experimenteller Studien belegt, auf dem Sektor der Umweltwirkungsforschung gebe es jedoch noch eine Vielzahl offener Fragen und Ungenauigkeiten. „Die einzelnen Ergebnisse müssen mit großer Sorgfalt überprüft und repliziert werden, sonst besteht die Gefahr von Fehlinterpretationen aufgrund ungesicherter Daten“, rät der Wissenschaftler.
Die EUGT hat es sich zur Aufgabe gemacht, Aus- und Wechselwirkungen zwischen Emissionen und Immissionen und Gesundheit intensiver zu untersuchen, um Wege zu finden, mögliche gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Gegründet wurde EUGT 2007 von den Unternehmen BMW, Bosch, Daimler und Volkswagen.
28.7.2009
Messeduo enertec/TerraTec kehrt 2011 zurück
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - was für Sportler gilt, trifft auf Messemacher genauso zu. Rund sechs Monate ist das letzte Messeduo aus enertec und TerraTec her. In der Zwischenzeit hat die Leipziger Messe beide Messen ausgewertet und an den Konzepten für die nächsten Veranstaltungen vom 25. bis 27. Januar 2011 gefeilt. Als übergreifende Schwerpunktthemen 2011 sollen dezentrale Infrastrukturlösungen in der privaten und kommunalen Ver- und Entsorgung im Mittelpunkt stehen.
Bei der TerraTec soll es 2011 schwerpunktmäßig gehen um:
- dezentrale Lösungen im Wasser- und Abwasserbereich,
- innovative Recyclingtechnologien,
- innovative Mess-, Regel- und Prozessleittechnik sowie
- Flächenrecycling.
Die enertec will sich dabei auf folgende Themen fokussieren:
- dezentrale Energietechnik (vor allem Kraft-Wärme-Kopplung),
- erneuerbare Energien mit Bioenergie als Fachschwerpunkt, Geothermie und Solarenergie,
- Energiedienstleistungen,
- Smart Grids und
- Elektromobilität.
17.7.2009
„Tankstelle der Zukunft“ geht in Berlin auf die Straße
RWE präsentiert in Berlin die „Tankstelle der Zukunft“. Dort fließt aber weder Super noch Diesel, sondern Strom. „Wir wollen, dass die Elektro-Mobilität in der Mitte der Gesellschaft ankommt“, sagte Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstand der RWE AG, bei der Vorstellung im Sony Center am Potsdamer Platz. Partner des Projekts sind der Automobilclub ADAC, der Autovermieter Sixt, Siemens und Deutschlands größter Parkraumanbieter APCOA. Gemeinsam schicken sie die Elektro-Tankstelle in den kommenden Wochen auf Roadshow durch sieben deutsche Großstädte.„Elektro-Mobilität wird Teil unseres Energieversorgungsnetzes werden und den Anteil klimafreundlicher Stromerzeugung erhöhen. Weil die Batterien der Elektro-Autos zeitlich variabel geladen werden können, lassen sich die tages- und jahreszeitlich schwankenden Anteile erneuerbarer Energien im Netz besser nutzen“, erklärt Wolfgang Dehen, CEO des Projekt-Partners Siemens Energy. Die Zukunft soll jedoch nicht nur sauber, sondern auch günstig sein: Je nach Benzinpreis kostet das Volltanken eines Elektro-Autos nur halb so viel wie beim Benziner.
Die RWE-Experten gehen davon aus, dass schon 2020 auf Deutschlands Straßen bis zu 2,5 Millionen Elektro-Autos fahren werden. Diese müssen natürlich Strom tanken. In Berlin hat RWE bereits 56 Ladepunkte für Elektro-Autos aufgestellt, bis Mitte 2010 sollen es 500 sein. „Berlin ist und bleibt eine Metropole, in der sich neue und zukunftsweisende Ideen entfalten können. Ich bin sicher, in naher Zukunft schon werden die heute noch ungewohnten Ladepunkte im Straßenbild ein Markenzeichen der umweltgerechten Metropole Berlin sein," so Maria Krautzberger, Staatssekretärin für Verkehr und Stadtentwicklung.
Strom zu tanken dauert einige Stunden. Daher errichtet RWE diese Ladepunkte vor allem dort, wo Autos ohnehin parken: zum Beispiel in den Parkhäusern des Projekt-Partners APCOA. „Wir glauben an die Zukunft des Elektro-Autos. Die Kooperation mit RWE ist für uns ein Projekt mit großer Signalwirkung“, sagte Thomas Veith, Geschäftsführer der APCOA Autoparking GmbH, beim Auftakt der Roadshow.
Noch in diesem Jahr erhalten auch Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Stuttgart und München Ladepunkte. Die Ballungsräume sind jedoch nur der Anfang. Langfristiges Ziel ist ein flächendeckendes Netz mit Ladepunkten – und zwar in ganz Europa. Aus diesem Grund machen sich 20 Unternehmen für die Entwicklung eines standardisierten Ladesteckers stark, mit dem die Besitzer von Elektro-Autos überall tanken können.
Auch Sixt, Deutschlands führender Mobilitätsdienstleister, unterstützt die Roadshow. „Sixt ist Innovationsführer in der Autovermietung. Deshalb fördern wir alternative, verbrauchsarme Antriebsarten,“ sagte Erich Sixt, Vorstandsvorsitzender der Sixt AG. „Gerade im Sprit fressenden Stop-and-go-Verkehr in den Großstädten können Elektrofahrzeuge den herkömmlichen Antrieben eine gute Wagenlänge voraus sein.“ Dazu stellen Sixt, RWE und Siemens einen eRUF, einen eRUF Greenster und Tesla Roadster für organisierte Testfahrten zur Verfügung. Die Besucher der Roadshow können den Elektro-Fahrspaß live testen. Diese und andere Autos sind an der „Tankstelle der Zukunft“ bis zum 19. Juli im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin zu sehen. Danach gehen sie auf Roadshow durch Deutschland.
17.7.2009
Vereinfachtes Deponierecht ist wirksam aber besser umzusetzen
Mit dem neuen, anwenderfreundlichen Deponierecht werden Gesetze und Verordnungen zusammengeführt und flexibilisiert. „Dies hat der VKS im VKU lange gefordert. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, die umweltschädigende Entsorgung in Abgrabungen zu unter-binden“, erklärte Dr. Rüdiger Siechau, Vorstandsvorsitzender des VKS im VKU. Derzeit werden nach Erfahrungen des Hamburger noch immer heizwertreiche Gewerbeabfälle und Sortierreste vergraben, die irreparable Schäden an Boden, Grund- und Trinkwasser anrichten. Denn für die Entsorgung in Abgrabungen sind nur Bodenmaterial und bestimmter Bauschutt geeignet. Dieser Begrenzung haben die Umwelt- und Wirtschaftsminister zugestimmt. Bislang würden die Behörden die Beschlüsse aber gar nicht oder nicht zügig umsetzen.
In seinem aktuellen Positionspapier tritt der VKS im VKU nachdrücklich für eine ordnungsgemäße und schadlose Abfallentsorgung ein. Umweltschädigende Verfüllungen mit behandlungsbedürftigen Abfällen, illegale Deponierungen, Scheinverwertungen und Falschdeklarierungen sind umgehend zu beenden.
Der VKS im VKU fordert, bestehende Altgenehmigungen zügig an das geltende Recht anzupassen. Darüber hinaus seien von den zuständigen Behörden verstärkte Kontrollen des ordnungsgemäßen Betriebs bei Ton-, Kiesgruben und sonstigen Abgrabungen sowie bei Sortier- und Aufbereitungsanlagen durchzuführen.
„Das Verfüllen von Abgrabungen mit ungeeigneten Abfällen ließe sich zwar bereits mit den geltenden Rechtsvorschriften verhindern, zur Beseitigung bestehender Rechtsunsicherheiten sollten jedoch auch für die Verfüllung von Abgrabungen bundesweit einheitliche Regelungen zur Anwendung kommen“, so Siechau weiter.
17.7.2009
Deloitte Deutschland wird econsense-Mitglied
Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte ist neues Mitglied von econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft. Das Nachhaltigkeitsnetzwerk großer, global tätiger Unternehmen der deutschen Wirtschaft erweitert damit seine Branchenvielfalt um den Bereich der Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. Prof. Dr. Wolfgang Grewe, Sprecher der Geschäftsführung von Deloitte Deutschland, vertritt das Unternehmen im Kuratorium von econsense. Joachim Ganse, verantwortlich für Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility, tritt dem Lenkungskreis bei.
Michael Hölz, Vorsitzender des Vorstandes von econsense, begrüßte Deloitte im Namen aller Mitglieder: „Für die strategische und operative Entwicklung nachhaltiger Unternehmensführung geben Prüfungs- und Beratungsgesellschaften Impulse - sei es für Managementprozesse, Berichterstattung oder die Verankerung von Corporate Responsibility im Kerngeschäft. Dieses Know-how wollen wir in den Dialog bei econsense einbeziehen.“
Prof. Dr. Wolfgang Grewe sagte zu dem Beitritt: „Wir freuen uns sehr auf die Mitarbeit bei econsense, denn so können wir Nachhaltigkeitsaspekte aus unserer Sicht in die Diskussion zur Ausgestaltung einer 'Nachhaltigen Gesellschaft' einbringen.“
17.7.2009
Gutes Miteinander von polnischem und deutschem Umweltschutz
Polen und Deutschland werden sich gemeinsam für ein anspruchsvolles internationales Klimaabkommen einsetzen. „Die Vorreiterrolle der EU muss sichtbar werden und das wollen wir gemeinsam mit Polen tun. Nur so können wir andere Länder überzeugen“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf der Sitzung des deutsch-polnischen Umweltrats in Dresden. Gabriel und sein polnischer Amtskollege Maciej Nowicki vereinbarten einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zur Umsetzung des kürzlich in Kraft getretenen Klima- und Energiepakets der EU. Eine Zusammenarbeit soll vor allem bei der Nutzung erneuerbarer Energien und der CCS-Technologie erfolgen, der Abscheidung und dauerhaften Lagerung des klimaschädlichen CO2 aus Kohlekraftwerken.
Die Minister begrüßten die enge Zusammenarbeit beim Schutz der Umwelt im grenznahen Raum. Erfolge sind beim Rückgang des illegalen Transports von Abfällen aus Deutschland nach Polen zu verzeichnen. Polen sagte zu, künftig noch schneller als bisher aussagefähige Daten zur Verfügung zu stellen, um illegalen Machenschaften bei der Abfallentsorgung vorzubeugen.
Die Kooperation zur Verminderung grenzüberschreitender Luftbelastung wird fortgesetzt. An dem Projekt zur Sanierung des Heizkraftwerks in Zgorzelec, der polnischen Nachbarstadt von Görlitz, halten beide Seiten fest. Sie verständigten sich über die Finanzierung. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 2.076.000 Euro.
Die Zusammenarbeit im Naturschutz wird sich künftig auf die Wiederansiedlung des Ostsee-Störs, ein gemeinsames Management zum Schutz des Wolfes und den gemeinsamen Schutz des vom Aussterben bedrohten Seggenrohrsängers konzentrieren.
17.7.2009
Kompetenzzentrum für Effizienztechnologien gegründet
Um die großen Potenziale für einen effizienten Einsatz von Ressourcen im produzierenden Gewerbe erschließen zu können, haben das Bundesumweltministerium (BMU) und der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) ein Kompetenzzentrum für Effizienztechnologien gegründet. Dieses soll insbesondere kleine und mittlere Unternehmen beim Einsatz von innovativen Technologien für den Klima- und Ressourcenschutz beraten und dazu beitragen, dass diese Technologien verstärkt genutzt werden. Für das Kompetenzzentrum stellt das BMU bis Ende 2011 rund 5,2 Mill. Euro aus seiner Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Unternehmen des produzierenden Gewerbes sind durchschnittlich mehr als 40 % der Produktionskosten auf Material- und Rohstoffkosten zurückzuführen, während die Lohnkosten rund 20 % und die Energiekosten im Durchschnitt etwa 2 % ausmachen. Trotzdem wird meistens zunächst bei den Arbeitskosten nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht. Durch den konsequenten Einsatz von effizienten Technologien könnten sich die Kosten für Material und Rohstoffe zwischen 27 und 60 Mrd. Euro pro Jahr reduzieren lassen. Für einzelne, ausgewählte Branchen wie Kunststofferzeugung, Metallverarbeitung, chemische Industrie, Elektroindustrie und Baugewerbe zeigen erste Schätzungen, dass das Einsparpotenzial zwischen 5 und 11 Mrd. Euro pro Jahr in der jeweiligen Branche liegt.
Nach der Unterzeichnung des Vertrages für die Gründung des gemeinsamen Kompetenzzentrums für Klimaschutz-, Umwelt- und Ressourceneffizienztechnologien ist der VDI als Träger mit dem Aufbau des Zentrums befasst. Zum Geschäftsführer des Kompetenzzentrums wurde der frühere Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), Johannes Lackmann, bestellt.
17.7.2009
Der Umwelt zu ihrem Recht verhelfen
Das Umweltbundesamt (UBA) hat diesen Monat der 50. Umweltvereinigung die Anerkennung zur Einlegung von Rechtsbehelfen ausgesprochen. Damit können bundesweit bereits 50 Umweltvereinigungen von den besonderen Klagerechten des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes (UmwRG) Gebrauch machen und vor Gericht als Anwälte für die Umwelt eintreten. Sie können so staatliche Entscheidungen auf die Einhaltung von Umweltvorschriften überprüfen lassen. Das UmwRG ist seit dem 15. Dezember 2006 in Kraft. Mit den Klagerechten des UmwRG können Umweltvereinigungen zum Beispiel gegen behördliche Zulassungen zur Errichtung von Industrieanlagen, Anlagen zur Müllverbrennung oder Energieerzeugung, große Tiermastbetriebe sowie zum Straßenbau klagen. Anders als bei Klagen von Bürgern müssen sie dabei nicht selbst von der behördlichen Entscheidung betroffen sein.
Derzeit können anerkannte Umweltvereinigungen bereits die Verletzung all derjenigen Umweltvorschriften angreifen, deren Verletzung auch betroffene Bürger zu einer Klage berechtigen würde. Das UBA befürwortet eine Ausweitung der Klagerechte auch auf Umweltvorschriften, die allein dem Schutz der Umwelt und der Natur dienen. Der Europäische Gerichtshof prüft derzeit auf Vorlage des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen, ob das europäische Recht eine Ausweitung der Klagerechte verlangt.
17.7.2009
BDEW findet Gefallen am neuen Wasserhaushaltsgesetz
Mit dem neuen Wasserhaushaltsgesetz sei laut BDEW vor allem die Gefahr einer Zersplitterung des Wasserrechtes in 16 einzelne Landeswassergesetze endgültig abgewendet worden. Dies sei ein wichtiges Signal für Investitionsschutz und Rechtssicherheit beispielsweise bei Vorhaben der Wasserversorgung oder beim Bau und Betrieb von Wasserkraftwerken.Im neuen Wasserhausaltsgesetz wird außerdem die Wasserwirtschaft als wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge verankert. Dies ist aus Sicht des BDEW von besonderer Bedeutung, da Trinkwasser wie kaum ein anderes Gut Grundelement der Daseinsvorsorge ist.
Der nach vielen Diskussionen erzielte Kompromiss ermöglicht außerdem weiterhin den Neubau von Wasserkraftanlagen in Deutschland. Damit bleibt der Neubau einer der wenigen grundlastfähigen Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien entgegen ursprünglich vorgesehener Regelungen weiter möglich“, erklärte des BDEW heute in Berlin.
Der BDEW begrüßt darüber hinaus, dass bestehende Hindernisse für den Ausbau von Offshore-Windenergie-Anlagen mit dem heute ebenfalls vom Bundesrat verabschiedeten Bundesnaturschutzgesetz beseitigt werden.
17.7.2009
Infraserv Höchst betreibt künftig Clariant-Standort in Griesheim
Zum 1. September übernimmt Infrasite Griesheim, hundertprozentige Tochtergesellschaft der Infrasite Beteiligungs GmbH, den Betrieb des Standortes von Clariant im Frankfurter Stadtteil Griesheim. Der Übernahmetermin steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Prüfung. Damit ist der Kauf aller zum Betrieb notwendigen mobilen Anlagen der Infrastruktur von Clariant in Griesheim verbunden. Das bedeutet, dass Infrasite Griesheim für alle Standortservices zuständig sein wird. Darunter fallen in Griesheim die Entsorgung, die Gefahrenabwehr, die Druckluft-, Stickstoff- und Teile der Wasserversorgung, die Bautechnik, die Sozialbetriebe, die Telefonie inklusive der Netze und die Werksmedizin.
Im Industriepark Griesheim sind heute rund 1.400 Mitarbeiter in 32 Unternehmen beschäftigt. Größere Standortnutzer sind die Unternehmen WeylChem, AllessaChemie, SGL Carbon und Blfinger Berger Industrial Services. Der Standort ist 60 Hektar groß und verfügt über etwa 3 Hektar Freiflächen.
Standortleiter und Geschäftsführer der Infrasite Griesheim GmbH soll der 58-jährige Rainer Gutweiler werden, der heute die Einheit Wärme/Strom/Rohrnetze im Geschäftsfeld Energien bei Infraserv Höchst leitet.
11.7.2009
Klima-Experte Schellnhuber lobt G-8-Einigung
Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat nach Informationen der Agentur AP die Einigung des G-8-Gipfels zur Erderwärmung als entscheidenden Schritt zur Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen bezeichnet. Im Inforadio des RBB sagte der Direktor des Instituts für Klimafolgenforschung am Donnerstag, die EU müsse demnach bis 2020 ihren CO2-Ausstoss um 40 % reduzieren.
Die USA, die während der Präsidentschaft von George W.B. Bush ein ganzes Jahrzehnt beim Klimaschutz verloren hätten, müssten ihre Emissionen bis dahin um 10 % senken. Mehr sei vorerst nicht zu erwarten. In den Jahren bis 2030 müssten die USA bei den Treibhausgasen allerdings eine Vollbremsung hinlegen, sagte Schellnhuber.
Zu Beginn ihres Treffens im italienischen L'Aquila setzten sich die wichtigsten Industrieländer am Mittwoch das gemeinsame Ziel, die Erderwärmung auf 2° zu begrenzen. Bisher hatten die USA eine solche gemeinsame Festlegung blockiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer Trendwende in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Gipfelteilnehmer verpflichteten sich auch, die Treibhausgasemissionen weltweit bis 2050 zu halbieren. Sie selbst sagten eine Verringerung von 80 % im Vergleich zu 1990 zu.
11.7.2009
Konjunkturpaket heizt Chancen für Pelletskessel in kommunalen Gebäuden an
Laut Deutschem Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) entscheiden sich immer mehr Gemeinden für Pelletsheizanlagen, um Nichtwohngebäude wie Schulen, Kindergärten oder Stadthallen mit Wärme zu versorgen. Gerade für Gebäudetypen wie beispielsweise Stadthallen, Kindergärten, Schulen und Rathäuser sind Pellets eine interessante Alternative. Ob das Feuerwehrgerätehaus in Gaienhofen-Horn am Bodensee, die Kindertagesstätte Struwwelpeter im bayerischen Grünwald bei München oder das Freizeitbad Cambomare in Kempten – eines haben sie gemeinsam: die nötige Wärme liefern große Holzpelletskessel.
Nach Einschätzung des DEPV zeichnet sich im vergangenen Jahr ein Trend zu großen Heizanlagen mit Wärmeleistungen über 50 Kilowatt ab. Diese werden vor allem in kommunalen und gewerblichen Projekten eingesetzt. Gründe für die Investition in Pelletsheizanlagen sieht der DEPV in der Kosteneinsparung beim Brennstoffkauf und den daraus resultierenden kurzen Zeiträumen der Amortisation für die Heiztechnik. Neben ökologischen Argumenten, erneuerbare Energien zu nutzen, sprechen nach Einschätzung des Verbandes wirtschaftliche Überlegungen für Holzpellets:
- Damit senken Kommunen ihre Brennstoffkosten gegenüber Heizöl oder Erdgas deutlich, zum Teil um die Hälfte.
- Die Energiekosten sind besser und längerfristig kalkulierbar, da sie nicht wie die konventionellen Energieträger extrem starken Preisschwankungen unterliegen.
- Zudem amortisieren sich große Pelletsanlagen nach etwa fünf bis acht Jahren, so die Expertenmeinung. „Je größer die Anlage, in die eine Gemeinde investiert, desto besser rechnet sie sich“, so Horst Dufner. Denn die Kesselkosten sinken pro installiertem Kilowatt Wärmeleistung und über die hohe produzierte Wärmemenge großer Pelletsheizungen wirkt der Preisvorteil des Brennstoffs stärker.
Große Pelletsheizungen kommen in den Genuss staatlicher Förderung. So bekommen Biomasseheizanlagen mit Leistungen bis 100 kW über das Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen direkten Zuschuss. Für dieses Programm sind auch Kommunen antragsberechtigt, im Gebäudebestand erhalten sie einen Zuschuss von 36 Euro pro Kilowatt Wärmeleistung, im Neubau von 27 Euro pro Kilowatt. Pelletsanlagen mit mehr als 100 Kilowatt finanziert die Kreditanstalt für Wiederaufbau über ihr Programm „Erneuerbare Energien“ (Programmteil 'Premium') mit zinsgünstigen Krediten. Hinzu kommen zahlreiche Förderprogramme auf regionaler Ebene.
Die Fachmesse Interpellets 2009 will vom 7. bis 9. Oktober 2009 in der Neuen Messe Stuttgart Energiebeauftragten von Kommunen, Planern der Technischen Gebäudeausrüstung sowie Architekten ein breitgefächertes Angebot zu aktuellen Produkten, technischen Lösungen und Dienstleistungen rund um Holzpellets bieten. Zum begleitenden Fachkongress, dem 9. Industrieforum Pellets werden am 6. und 7. Oktober rund 500 Experten der Branche erwartet.
11.7.2009
US-Energiebehörde will Stickoxide in der Seefahrt reduzieren
Die US-Umweltbehörde EPA will die Stickoxidemissionen im Schiffsverkehr dramatisch reduzieren. Mit dem Clean Air Act soll nun auch die Seefahrt weltweit sauberer werden. Dass die Schifffahrt zu den großen Umweltverschmutzern gehört, ist längst bekannt. Riesige Schiffsmotoren verbrennen große Mengen Schweröl, einem Abfallprodukt der Mineralölindustrie. Dabei entstehen beträchtliche Konzentrationen an Schwefel- und Stickoxiden sowie Rußpartikeln, die ungefiltert in die Atmosphäre gelangen.Die neuen Abgaswerte sollen bereits im Jahr 2011 in Kraft treten und zu einer Reihe von technischen Maßnahmen bei Schiffsmotoren führen. Dazu gehören etwa effizientere Motoren, die bis zum Erreichen der ersten Ziele etwa 15 bis 20 Prozent der Stickoxid-Emissionen verhindern sollen. Der zweite Standard soll dann im Jahr 2016 in Kraft treten und im Vergleich zu heute insgesamt 80 Prozent des Stickoxid-Ausstoßes verringern.
Die von der EPA angestrebte Verringerung der Abgaswerte würde für die 200 Seemeilen-Zone vor den Gewässern der USA und Kanadas gelten. Die neuen Standards entsprechen den im Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL) festgelegten Regelungen.
11.7.2009
Urin als billiger Wasserstofflieferant
Forscher der Ohio University haben entdeckt, dass Urin als wertvoller Treibstoff der Zukunft dienen könnte, denn mit Hilfe eines sehr günstigen Katalysators kann der menschliche Abfallstoff zur billigen Wasserstoffquelle werden. Dass es sich bei der Untersuchung um keinen Scherz handelt, sondern um ernstzunehmende Forschung, bestätigt Jon Edwards, Media Relations Officer der Royal Society of Chemistry in London. Das Studienergebnis wurde im Fachmagazin der Royal Society, Chemical Communications, veröffentlicht. "Die Entdeckung könnte nicht nur dazu führen, in Zukunft Autos mit günstigem Wasserstoff zu versorgen, sondern auch zur besseren Reinigung von Abwässern dienen", so Edwards. Die Chemikerin Gerardine Botte hat mit Hilfe der Elektrolyse aus dem Urin Wasserstoff hergestellt. "Im Vergleich zu Wasser befinden sich im Hauptbestandteil des Urins, dem Harnstoff-Molekül, vier Wasserstoffatome, die - und das ist wichtig - weniger stark aneinander gebunden sind als Wasserstoffatome im Wasser", erklärt Edwards. Der zweite wesentliche Faktor sei die Verwendung eines sehr preiswerten Katalysators bei der Elektrolyse. "Eine neue nickelbasierte Elektrode und eine Spannung von 0,37 Volt reichen für die Elektrolyse aus", berichtet Botte. Im Vergleich dazu benötigt man bei der Elektrolyse von Wasser 1,23 Volt.
Während des elektrochemischen Prozesses wird der Harnstoff auf der Oberfläche der Nickel-Elektrode absorbiert, erklärt die Chemikerin. Auch wenn das System nicht zur Herstellung von Wasserstoff verwendet wird, könnte es in der Abwasserklärung Verwendung finden. Die derzeit gängigen Systeme sind nämlich nach Ansicht von Botte viel zu teuer und zu wenig effizient. "Wir müssen nicht das Rad neu erfinden, da es schon genügend Elektrolyte gibt, die in verschiedenen Anwendungen genutzt werden." Die einzigen Vorbehalte gegenüber dem Harnstoff hat die Forscherin aufgrund des hohen Salzgehaltes.
11.7.2009
Zweiter Störfall im Kernkraftwerk Krümmel entfacht wieder Atomdiskussion
Nach dem Störfall im Kernkraftwerk Krümmel hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eine härtere Gangart bei der Atomaufsicht gegenüber der Agentur AP angekündigt. So will er die elektrischen Systeme aller Kernkraftwerke überprüfen lassen. Zugleich stellte der SPD-Politiker klar, Krümmel werde nur mit Zustimmung der Bundesaufsicht wieder angefahren. Er forderte die Betreiber auf, die ältesten und problematischsten Reaktoren abzuschalten und deren Stromkontingente auf die jüngeren Anlagen zu übertragen. Die Union rief er zur Umkehr in der Atompolitik auf. „Ich fordere Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Interesse der Sicherheit der Bürger auf, ihren Kurs aufzugeben“, sagte Gabriel. Die jüngsten Vorfälle in Krümmel bewiesen, dass eine Laufzeitverlängerung für ältere Kraftwerke unverantwortlich sei.
Die Entscheidung über die Zukunft des Reaktors wolle er künftig selbst treffen, betonte der Minister: „Wir sind uns einig, dass ein Wiederanfahren des Reaktors nur nach vorheriger Zustimmung der Bundesaufsicht erfolgen wird.“ Formal üben die Länder die Atomaufsicht aus. Der Bund hat ihnen gegenüber jedoch ein Weisungsrecht.
Gabriel, der sich in Interviews der WAZ-Gruppe sowie der Zeitungen Tagesspiegel, taz und Frankfurter Rundschau äußerte, verwies darauf, dass die Ursachen der Krümmel-Schnellabschaltung von Samstag wie bei früheren Störfallen offenbar erneut im Trafo-Bereich und in der Elektronik des AKW zu suchen sind. Der Minister kündigte an, er werde über die Atomaufsicht des Bundes prüfen lassen, ob es in anderen deutschen Kraftwerken ähnliche Probleme mit der Elektronik gibt.
Unionsfraktionschef Volker Kauder wies die Forderung Gabriels nach einem Kurswechsel in der Atompolitik zurück. „So lange Kernkraftwerke sicher sind, sollen sie auch laufen können“, sagte der CDU-Politiker dem Hamburger Abendblatt. Gabriels Forderung führe nur zu einer weiteren Erhöhung der Strompreise.
Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Trauernicht drängte Vattenfall zu weitreichenden Konsequenzen. Die für die Atomaufsicht zuständige SPD-Politikerin verlangte, Bauteile im Zweifelsfall komplett zu erneuern, statt nur zu reparieren. „Die Alterung der Transformatoren in Krümmel stellt sich immer deutlicher als Problem heraus“, sagte Trauernicht. Laut dem ersten Sachstandsbericht der Gutachter sei nicht auszuschließen, dass der Störfallablauf vom Samstag mit dem vom 28. Juni 2007 in dem baugleichen Maschinentransformator vergleichbar sei.
Die Grünen-Chefin Claudia Roth forderte eine umfassende Aufklärung des Vorfalls. Betreiber Vattenfall dürfe mit Krümmel nicht länger ein gefährliches Vabanquespiel betreiben: „Das AKW muss jetzt endgültig abgeschaltet werden.“ Diese Forderung äußerten auch mehrere Umwelt- und Antiatomkraft-Organisationen.
11.7.2009
Ungebremster Artenschwund – Biodiversität weiter in Gefahr
Die Erde steuert nach einer aktuellen Analyse der Weltnaturschutzunion IUCN weiter direkt auf ein massenhaftes Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zu. Die in einer UN-Konvention vereinbarten Ziele, den Verlust der Biodiversität bis 2010 drastisch zu bremsen, können demnach nicht mehr erreicht werden.„Der Verlust der biologischen Vielfalt hat sich weltweit in den vergangenen Jahren sogar noch beschleunigt", sagt WWF-Experte Volker Homes. Die internationale Staatengemeinschaft sollte deshalb für den Artenschutz so viel Engagement zeigen wie im Kampf gegen die globale Wirtschaftskrise. „Unsere Volkswirtschaften sind von der Biodiversität im höchsten Maße abhängig. Wir können uns ihren Verlust schlicht und ergreifend nicht leisten", warnt Homes. „Vom Tourismus über den Ernähungsmittelsektor bis zur Pharmazie bildet die biologische Vielfalt eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen
Erfolg.“
Durch den Verlust ihres Lebensraums und Krankheiten stehen laut der IUCN-Analyse „Artenvielfalt in einer sich verändernden Welt“ fast ein Drittel aller Amphibien-Arten vor der Ausrottung. Immerhin noch jede achte Vogel- und jede vierte Säugetier-Spezies drohen für immer zu verschwinden. Die IUCN analysierte die knapp 45.000 Spezies, die sich auf der Roten Liste für gefährdete Arten befinden. Demnach gelten rund 17.000 dieser Arten als akut vom Aussterben droht.
Allerdings werden lediglich 2,7 % der weltweit 1,8 Millionen bekannten Arten untersucht, da es nur von diesen eine ausreichende wissenschaftliche Datengrundlage gebe. „Wir gehen daher von einer groben Unterschätzung des Artenschwunds aus. Trotzdem zeigt die aktuelle Analyse wie dramatisch es um die biologische Vielfalt bestellt ist“, sagt Volker Homes.
Auch ein Jahr nach dem UN-Umweltgipfel zum "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" (CBD) in Bonn bewertet der WWF die Bemühungen der deutschen Präsidentschaft und der weltweiten Staatengemeinschaft im Kampf gegen den Artenschwund als "insgesamt unbefriedigend" und zu langsam. Die Umweltschutzorganisation fordert daher die Einrichtung
eines UN-Weltrats zum Schutz der biologischen Vielfalt. Das wissenschaftliche Gremium soll ähnlich dem Weltklimarat die Regierungen im Kampf gegen den Artenschwund beraten und die Dringlichkeit des Handelns verdeutlichen.
11.7.2009
Regierung wünscht nachhaltige Biomasse zur Stromerzeugung
Die Herstellung flüssiger Biomasse soll künftig nachhaltig ohne Zerstörungen der Umwelt erfolgen. Die Bundesregierung legte eine entsprechende Verordnung für eine nahhaltige Herstellung von flüssiger Biomasse zur Stromerzeugung (BioSt-NachV) vor. Damit soll in Zukunft erreicht werden, dass flüssige Biomasse, die zur Stromerzeugung genutzt und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet wird, unter Beachtung nachhaltiger Standards hergestellt wird.
Biomasse, die diesen Kriterien nicht entspricht, soll nicht mehr vergütet werden. Ab 2010 müssen nach der Verordnung bestimmte Anforderungen an die nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und die Erhaltung schützenswerter Landschaften eingehalten werden.
Zudem soll gewährleistet werden, dass bei der Stromerzeugung mit Biomasse weniger Treibhausgase produziert werden. Die Anforderungen entsprechen den Richtlinien der Europäischen Union (2009/28/EG). Mit der Verordnung werden zudem Grundlagen für privatwirtschaftliche Zertifizierungs- und Kontrollsysteme geschaffen, um eine Überprüfung der Qualitätsstandards zu erreichen.
6.7.2009
Gemeinsam Energie sparen hilft in der Krise
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen Maßnahmen zum Kostensparen gefragt, die schnell wirken und wenige Investitionen erfordern. Dazu gehört die energieeffiziente Nutzung von Anlagen und Geräten. Erfahrungen aus der Praxis belegen, dass durch hauptsächlich verhaltensbedingte Maßnahmen Energieeinsparungen von über 15 Prozent möglich sind. Das gelingt jedoch nur, wenn sich die Mitarbeiter dafür engagieren. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) zeigt im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter schrittweise zum Energiesparen motivieren können und stellt dafür hilfreiches Material zur Verfügung.
Im ersten Schritt gibt die Geschäftsführung ein deutliches Signal, dass Energieeinsparung wichtig ist, zum Beispiel auf einer Kick-Off-Veranstaltung. Dort werden die Mitarbeiter über die Einsparziele informiert und es wird ein gemeinsames Vorgehen beschlossen. Die Mitarbeiter lassen sich dabei durch ein internes Vorschlagwesen oder einen Ideenwettbewerb von Beginn an einbeziehen.
Bei der Umsetzung kommt es darauf an, den Mitarbeitern konkrete Handlungsempfehlungen zu geben. Die Initiative EnergieEffizienz stellt dafür vielfältiges Material zur Verfügung, das direkt eingesetzt werden kann. Eine Broschüre enthält die wichtigsten Maßnahmen zum Stromsparen am Arbeitsplatz. Attraktive Postkarten mit Energiespartipps können an die Mitarbeiter verteilt werden. Plakate, Aushänge und Aufkleber erinnern dauerhaft an die Handlungsoptionen. Der „Feierabendcheck“ passt zum Beispiel an jede Bürotür. Er weist darauf hin, worauf vor Verlassen des Büros noch zu achten ist, um Energie zu sparen.
Um die Motivation zum Energiesparen langfristig im Unternehmen aufrecht zu erhalten, ist es wichtig, die Erfolge der Maßnahmen zu messen und unternehmensweit zu kommunizieren. Über ein Prämiensystem oder ideelle Anerkennungen können die Mitarbeiter an der Kosteneinsparung beteiligt werden.
Die Initiative EnergieEffizienz ist eine bundesweite Aktionsplattform zur effizienten Stromnutzung, die von der dena und den Unternehmen E.ON Energie AG, EnBW AG, RWE AG sowie Vattenfall Europe AG getragen und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird.
6.7.2009
Bundesregierung: CO2-Speicher führen nicht zu Erdbeben
Die Bundesregierung erwartet keine künstlichen Erdbeben durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. Es sei zwar bekannt, dass durch Fluidinjektionen im Untergrund künstliche Erdbeben auftreten könnten, erklärt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.Bei der Kohlendioxid-Speicherung in ehemaligen Erdgasfeldern müsse aber sichergestellt werden, dass der kritische Druck zur Rissbildung in den Deckschichten nicht überschritten werde. „Sofern der zulässige Druck richtig bestimmt und im Laufe des Betriebs nicht überschritten wird, sind die tektonischen Risiken durch induzierte Seismizität bei der Kohlendioxid-Speicherung als gering einzustufen“, schreibt die Bundesregierung.
Auch Bergschäden in Form von Geländehebungen seien über den Zentimeterbereich hinaus nicht zu erwarten. Allerdings sieht die Bundesregierung Risiken bei den Verschlüssen der alten Gasfelder: „Ob und wieweit alte Bohrlochverschlüsse neu verfüllt werden müssen, um dauerhaft auch den korrosiven Eigenschaften des gespeicherten Kohlendioxid-Stroms und seinen Beimengungen widerstehen zu können, ist bislang noch nicht hinreichend geklärt. Hier besteht Forschungsbedarf.“
Zu den bei der Abscheidung von Kohlendioxid entstehenden geringfügigen Beimengungen schreibt die Bundesregierung, es könne sich dabei um Staub, Schwefel- und Stickoxide, Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid, Wasserdampf, Sauerstoff, Stickstoff sowie um Lösungsmittelreste handeln. Die genaue Zusammensetzung dieses Kohlendioxidstromes, der dann unter die Erde gepumpt werde und auf unbegrenzte Zeit dort bleiben soll, hänge von der jeweiligen Prozessführung ab.
6.7.2009
Batteriegesetz verkündet
Das neue Batteriegesetz wurde am Dienstag im Bundesgesetzblatt verkündet und kann damit zum 1. Dezember 2009 in Kraft treten. Es setzt die europäische Altbatterierichtlinie in nationales Recht um und beinhaltet erstmals verbindliche Sammelziele für handelsübliche Altbatterien - 35 Prozent bis 2012 sowie 45 Prozent bis 2016. Darüber hinaus sind Beschränkungen für die Verwendung von Cadmium und Quecksilber vorgesehen. Ein Melderegister für die Hersteller von Batterien und Akkus soll dafür sorgen, dass diese ihre Verantwortung bei der Rücknahme und Entsorgung ihrer Produkte wahrnehmen.
Mit der Neuregelung der abfallwirtschaftlichen Produktverantwortung für Batterien und Akkumulatoren wird die seit 1998 geltende Batterieverordnung ersetzt. Wie bisher liegt die Rücknahme- und Entsorgungsverantwortung für Altbatterien und Altakkumulatoren auch zukünftig grundsätzlich in den Händen der Hersteller, Importeure und Vertreiber. Die Rücknahme der Altbatterien wird dabei weitgehend über den Handel abgewickelt.
Die korrekte Wahrnehmung dieser abfallwirtschaftlichen Produktverantwortung durch die Hersteller und Importeure wird zukünftig über ein staatliches Herstellerregister abgesichert. Hersteller und Importeure dürfen ab dem 1. Dezember 2009 Batterien und Akkumulatoren nur noch dann in Verkehr bringen, wenn sie dies gegenüber dem beim Umweltbundesamt geführten Register angezeigt und dabei Angaben zur Wahrnehmung ihrer Produktverantwortung hinterlegt haben.
6.7.2009
Internationale Agentur für Erneuerbare Energien steht auf drei Beinen
Im Wettbewerb zwischen Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Österreich um den Sitz der neuen Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) ist eine gemeinsame Lösung gefunden worden. Abu Dhabi wird Sitz der IRENA, Bonn wird Sitz des Innovations- und Technologiezentrums und Wien erhält ein Verbindungsbüro für Kontakte zur UN im Bereich Energie und zu anderen internationalen Institutionen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel begrüßte die Dreierlösung als „fairen und sachgerechten Kompromiss“. „Ich bin sehr froh über diese Einigung. Eine Kampfabstimmung zwischen den Bewerberstädten hätte den fatalen Eindruck einer künstlich aufgeladenen Nord-Süd-Teilung hinterlassen. Der Kompromiss kombiniert die Stärken aller Bewerber in idealer Weise und gibt das richtige Signal: Gemeinsamkeit statt Teilung, Einigkeit macht stark.“
Gabriel, der sich selbst intensiv für eine Lösung eingesetzt hatte, die den Interessen der Bewerber entgegenkomme, sagte: „Die IRENA ist schon heute ein unglaublicher Erfolg für Deutschland. In den letzten 60 Jahren gab es keine derart erfolgreiche Initiative Deutschlands, denn in nur fünf Monaten sind mehr als 130 Staaten weltweit beigetreten.“
Nachdem die VAE am Vorabend den Kompromissvorschlag Gabriels noch abgelehnt hatten, gelang es dem deutschen Bundesumweltminister die USA und den Gastgeber der Konferenz, Ägypten, für eine Vermittlung zu gewinnen. Deren Bemühungen waren am Ende erfolgreich, so dass sich der deutsche Kompromissvorschlag durchsetzte.
Deutschland wird in Bonn vier Millionen Euro für den Aufbau des Innovations- und Technologiezentrums bereitstellen und jährlich zwischen 2 und 3 Millionen Euro. „Deutschland als Technologieführer behält damit maßgeblichen Einfluss auf die internationale Entwicklung der Erneuerbaren Energien“, sagte Gabriel.
6.7.2009
Deutlicher Kundenzuwachs bei Ökostrom
Mehr als 2,1 Millionen Haushalte haben im vergangenen Jahr Ökostrom bezogen. Im Vergleich zu 2007 bedeutet das mit einem Plus von 90 Prozent fast eine Verdoppelung. Den neuen Kundenrekord dokumentiert die Ökostromumfrage von Energie&Management (E&M). Die Fachzeitung hat diese am Montag gemeinsam mit dem Ökostromanbieter Naturstrom AG und der ASEW (Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung im VKU), die für Stadtwerke zwei Ökostromprodukte anbietet, in Düsseldorf vorgestellt.Laut der Umfrage haben im Jahr 2008 neben den Privathaushalten knapp 150 000 Gewerbebetriebe Ökostrom geordert. Insgesamt betrug der Absatz rund 11 Milliarden Kilowattstunden. 180 Energieversorger und Ökostromanbieter hatten sich an der Umfrage beteiligt, die Kunden- und Absatzzahlen für insgesamt 263 Ökostromprodukte präsentiert.
"Der gewaltige Sprung bei Kunden- und Absatzzahlen zeigt, dass Ökostrom heute ein Muss-Produkt für jeden Energieversorger ist. Zudem legen immer mehr Gewerbekunden Wert auf eine umweltfreundliche Energieversorgung", bewertete der für die Umfrage verantwortliche E&M-Redakteur Ralf Köpke die Ergebnisse. Nach seiner Einschätzung wird sich das Wachstum in diesem Jahr fortsetzen, wenn auch nicht mehr so spektakulär wie im Vorjahr.
6.7.2009
Private Entsorger geben sich nicht mit kommunaler Bevorzugung ab
Der deutsche Gesetzgeber ist gehalten, bis spätestens 12. Dezember 2010 die Vorgaben der neuen europäischen Abfallrahmenrichtlinie umzusetzen. Von herausragender Bedeutung ist, wie die künftige Organisation der Entsorgung von Haushaltsabfällen gesetzlich geregelt wird. Von kommunaler Seite liegt laut bvse die Forderung auf dem Tisch, es bei der grundlegenden Überlassungspflicht gegenüber den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zu belassen und darüber hinaus die gewerblichen Sammlungen von Abfällen zur Verwertung, zum Beispiel Altpapier, erheblich einzuschränken.
Die führenden Verbände der privaten Entsorgungswirtschaft, der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft, der bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung und die BDSV Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen, haben sich jetzt darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe zu bilden und gemeinschaftlich ein Gegenkonzept zu entwickeln.
Dabei ist gemeinsamer Ansatz der drei Verbände, dass Abfälle, die die Privathaushalte getrennt von Restabfall (graue Tonne) bereit stellen, in die Hände der Privatwirtschaft gehören. Überlassungspflichten gegenüber öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern kann es insoweit nicht mehr geben. Kommunalerseits werde indessen argumentiert, durch Rückgriff auf den EG-Vertrag lasse sich das System der herkömmlichen Überlassungspflichten aufrecht erhalten. Diese vor allem auf Besitzstandswahrung ausgerichtete Position halten die Verbände der privaten Entsorgungswirtschaft nicht für stichhaltig.
Brisanz ist in die Thematik gekommen, weil das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 18. Juni 2009 bezüglich der bei Haushaltungen in der Stadt Kiel privatrechtlich aufgestellten "Blauen Tonnen" für Altpapier zu der Entscheidung gelangt ist, dass deren Abzug schon dann verlangt werden kann, "wenn die Sammlungstätigkeit nach ihrer konkreten Ausgestaltung mehr als nur geringfügige Auswirkungen auf die Organisation und die Planungssicherheit des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers nach sich zieht."
Nach der Einschätzung der drei Verbände kann dieser Maßstab keinesfalls für die Ausgestaltung des Nachfolgegesetzes zum derzeitigen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz gelten. Die erste Sitzung der gemeinsamen Arbeitsgruppe wird direkt anberaumt, sobald die schriftliche Begründung der BVerwG-Entscheidung verfügbar ist.
6.7.2009
Rewe Group spart 30 Prozent CO2-Emissionen bis 2015
Die Rewe Group setzt sich mit der heute erstmals veröffentlichten Klimabilanz das nach eigenen Angaben ambitionierteste Reduktionsziel im europäischen Lebensmittelhandel: Bis zum Jahr 2015 wird das Unternehmen seinen jährlichen CO2-Ausstoß von 2,5 Millionen Tonnen um 30 Prozent senken. Im Vergleich zum Referenzjahr 2006 verringern sich damit die CO2-Emissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche von 320 kg auf 224 kg.Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitete Rewe bei der Datenerhebung, der Datenauswertung und der Ableitung weiterer Schritte in Deutschland mit dem unabhängigen Freiburger Öko-Institut und in Österreich mit dem Umweltbundesamt eng zusammen. Als Grundlage dient mit dem "Greenhouse Gas Protocol" der am weitesten verbreitete Standard für die Erhebung von Treibhausgasen in Unternehmen. Über 60 Prozent der Gesamtemissionen der Rewe Group entfallen auf den Faktor Strom. Mit der Erhöhung der Energieeffizienz der Märkte und der Umstellung auf Grünstrom wurden bereits wichtige Schritte in Richtung Unternehmensklimaziel gemacht. Nun stehen die Punkte Kältemittel (15% der Emissionen), Wärme (12%), Logistik (8%), Papierverbrauch (3%) und Dienstreisen (2%) auf der Agenda.
Die Klimabilanz steht auf der Rewe-Homepage im Bereich "Ernährung & Verantwortung" als Download zur Verfügung.
6.7.2009
Lärm- und Ozonmessgerät am Handgelenk
Seit Mitte Mai dieses Jahres wird im Großraum Paris eine Uhr getestet, die sowohl den Lärmpegel, als auch den Ozongehalt misst. Die "Grüne Uhr" übermittelt anschließend die Daten an eine Internetzentrale. Dabei kann jeder Bürger zum mobilen Sensor werden. An dem Projekt, das von der Stiftung für das Internet der neuen Generation (Fondation Internet nouvelle generation, FING) entwickelt wurde, nehmen auch die Region Ile-de-France, Unternehmen sowie die Universitäten Paris-VIII und Paris-I teil. Anlässlich des Festivals "Futur en Seine" wurden die ersten 30 Prototypen der Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt und getestet. Sie besteht aus einem Plastikgehäuse mit einer LED-Anzeige. Das Gehäuse birgt einen Geräusch- und einen Ozonsensor. Dazu kommt ein GPS-Ortungssystem, das es erlaubt, den genauen Messpunkt zu lokalisieren. Alle fünf Sekunden werden die Daten von einem Bluetooth-Chip auf ein Handy übertragen, das über eine vom franzosischen Mobilfunkanbieter SFR entwickelte Anwendung verfugt. Von dort wird die enorme Datenmenge anschließend auf eine Internetplattform weitergeleitet, auf der die Daten in Echtzeit in frei zugänglichen Karten gespeichert und zusammengefasst werden. "Wir verfolgen keine kommerziellen Ziele. Die Uhr und die Plattform basieren auf dem Prinzip der offenen Technologien: Jeder kann sie nutzen, verbessern oder sogar neue Daten einbringen", erläutert Daniel Kaplan, Delegierter der FING. In Zukunft soll die grüne Uhr sowohl die Konzentration von CO2, Feinstaubpartikeln und elektromagnetischen Wellen messen, als auch das Vorhandensein von Pollen überprufen und quantifizieren.
Die Herstellungskosten belaufen sich derzeit auf 500 Euro pro Uhr. Die Hersteller hoffen, dass die Industrie oder Gebietskörperschaften das Konzept der grünen Uhr ubernehmen. Eine heikle Frage bleibt dennoch zu klären: die grüne Uhr gibt über jede Bewegung seines Besitzers Auskunft. Um die Privatsphäre nicht zu verletzen, untersucht die FING jetzt Möglichkeiten, wie die Daten anonym bleiben können.
25.6.2009
Lärm- und Ozonmessgerät am Handgelenk
Seit Mitte Mai dieses Jahres wird im Großraum Paris eine Uhr getestet, die sowohl den Lärmpegel, als auch den Ozongehalt misst. Die "Grüne Uhr" übermittelt anschließend die Daten an eine Internetzentrale. Dabei kann jeder Bürger zum mobilen Sensor werden. An dem Projekt, das von der Stiftung für das Internet der neuen Generation (Fondation Internet nouvelle generation, FING) entwickelt wurde, nehmen auch die Region Ile-de-France, Unternehmen sowie die Universitäten Paris-VIII und Paris-I teil. Anlässlich des Festivals "Futur en Seine" wurden die ersten 30 Prototypen der Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt und getestet. Sie besteht aus einem Plastikgehäuse mit einer LED-Anzeige. Das Gehäuse birgt einen Geräusch- und einen Ozonsensor. Dazu kommt ein GPS-Ortungssystem, das es erlaubt, den genauen Messpunkt zu lokalisieren. Alle fünf Sekunden werden die Daten von einem Bluetooth-Chip auf ein Handy übertragen, das über eine vom franzosischen Mobilfunkanbieter SFR entwickelte Anwendung verfugt. Von dort wird die enorme Datenmenge anschließend auf eine Internetplattform weitergeleitet, auf der die Daten in Echtzeit in frei zugänglichen Karten gespeichert und zusammengefasst werden. "Wir verfolgen keine kommerziellen Ziele. Die Uhr und die Plattform basieren auf dem Prinzip der offenen Technologien: Jeder kann sie nutzen, verbessern oder sogar neue Daten einbringen", erläutert Daniel Kaplan, Delegierter der FING. In Zukunft soll die grüne Uhr sowohl die Konzentration von CO2, Feinstaubpartikeln und elektromagnetischen Wellen messen, als auch das Vorhandensein von Pollen überprufen und quantifizieren.
Die Herstellungskosten belaufen sich derzeit auf 500 Euro pro Uhr. Die Hersteller hoffen, dass die Industrie oder Gebietskörperschaften das Konzept der grünen Uhr ubernehmen. Eine heikle Frage bleibt dennoch zu klären: die grüne Uhr gibt über jede Bewegung seines Besitzers Auskunft. Um die Privatsphäre nicht zu verletzen, untersucht die FING jetzt Möglichkeiten, wie die Daten anonym bleiben können.
25.6.2009
Interseroh-Vorstandschef: Die Talfahrt der Rohstoffmärkte ist beendet
Der Vorstand des börsennotierten Umweltdienstleisters und Rohstoffanbieters In terseroh mit Sitz in Köln sieht ein Ende der Talfahrt an den Rohstoffmärkten. „Nach dem in den letzten Monaten eingetretenen Mengen- und Preiseinbruch hat sich die Lage auf den Absatzmärkten stabilisiert. Allerdings rechnen wir weiterhin mit stark volatilen Preisen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Interseroh SE, Dr. Axel Schweitzer, anlässlich der heutigen Hauptversammlung der Gesellschaft im Congress-Centrum Nord in Köln. Der Markt für Aluminium- und Kupferschrotte zeige seit Jahresbeginn „erste Erholungstendenzen“ in Asien, ebenso sei der Preis- und Mengeneinbruch bei Altpapier und Sekundärkunststoffen gestoppt. Dagegen liege der Bedarf an Stahlschrotten in Deutschland und Europa voraussichtlich weiterhin unter dem Niveau des Jahres 2007.Der Interseroh-Vorstandschef sprach deshalb von einem weiterhin „schwierigen“ Marktumfeld. In den nächsten Monaten und Jahren werde sich der Konsolidierungsdruck in der Branche „weiter verschärfen“. Interseroh schaffe jedoch aktuell die Basis, „durch die bessere Vernetzung der Einzelgesellschaften“ mittelfristig weiterhin aktiver Konsolidierer am Markt zu sein.
25.6.2009
Zuviel Feinstaub in deutschen Innenstädten
Die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten ist, nach Angaben des Umweltbundesamtes, weiterhin zu hoch. In sechs Städten – darunter Stuttgart und München - ist der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bereits jetzt an mehr als den zulässigen 35 Tagen pro Jahr überschritten. Weitere zehn Städte in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen und Sachsen stehen kurz davor. Ein Grund dafür ist das Wetter zu Beginn dieses Jahres: Windschwache Hochdruckwetterlagen, die häufiger auftraten als in den Jahren 2007 und 2008, behinderten den Abtransport der Luftschadstoffe.
Aber auch der Straßenverkehr ist eine bedeutende Emissionsquelle für Feinstaub. Würden in Umweltzonen nur noch Kraftfahrzeuge mit grüner Plakette fahren, ließen sich bis zu 18 Überschreitungstage pro Jahr vermeiden. Ein Tempolimit von 30 km/h auf den betroffenen Hauptverkehrsstraßen innerhalb der Städte ließe 10 Überschreitungstage weniger im Jahr erwarten. Die Nachrüstung leichter Nutzfahrzeuge der Schadstoffklassen EURO 3 und schlechter mit Dieselrußfiltern sollte diese Maßnahmen ergänzen. Betroffen sind bis zu 300.000 leichte Nutzfahrzeuge in Deutschland. Die Länder, die für die Einhaltung der Luftqualitätsanforderungen verantwortlich sind, könnten für Förderprogramme auf Gelder aus dem EU-Strukturfonds zugreifen.
Auch andere Quellen sind relevant – beispielsweise die Holzheizungen und Kamine in privaten Haushalten und im Kleingewerbe. Kleinfeuerungsanlagen sind nach dem Straßenverkehr der zweitgrößte Verursacher des Feinstaubes. Um hier Emissionsminderungen zu erreichen, muss es anspruchsvolle Grenzwerte für diese Heizungen geben. Die geplante Novellierung der „Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen“ sieht dies vor. Wichtig ist, dass auch Altanlagen ihre Emissionen senken. Nach einer angemessenen Übergangsfrist sollte auch für sie ein anspruchsvoller Staubgrenzwert gelten. Um diesen einzuhalten, haben die Betreiber zwei Möglichkeiten: Sie können die Anlage mit einem Filter zur Feinstaubminderung nachrüsten oder die alte Anlage durch eine neue ersetzen. Für eine Reihe von Anlagen plant das BMU Ausnahmen - beispielsweise für Anlagen, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit sind, sowie für solche Anlagen, die vorrangig zum Kochen dienen.
Die hohe Feinstaubbelastung in den Städten entsteht aber nicht nur aus den Emissionen vor Ort. Ein bedeutender Anteil des Feinstaubes, der sich in der Atmosphäre auch aus den Vorläufersubstanzen Schwefel- und Stickstoffoxiden bildet, kommt von weit her in unsere Ballungsräume. Eine deutliche Minderung der Emissionen aus großen Industrieanlagen - wie etwa Kraftwerken - ist erforderlich. Die EU überarbeitet derzeit die Vorschriften für diese Industrieanlagen. Dabei sind es vor allem Anlagen in Osteuropa, die einen großen Sanierungsbedarf haben.
25.6.2009
Neuer Interessenverband der Biogasbranche
Unternehmen der Biogasbranche trafen sich am Montag in Berlin, um gemeinsam die Satzung für den Biogasrat e.V. zu unterzeichnen. Dieser soll künftig als Ratgeber und Ansprechpartner für Politik und Wissenschaft von Berlin aus die Interessen seiner Mitglieder vertreten. Dabei ist es den Gründungsmitgliedern entlang der Biogas-Wertschöpfungskette äußerst wichtig, alle Marktteilnehmer einzubeziehen – vom Anlagenbauer und Komponentenhersteller über den Projektfinanzierer bis hin zu Pflanzenzüchtern, der Landwirtschaft und Energieversorgern.
Vorrangiges Ziel des Verbandes ist, die landwirtschaftliche, industrielle und effiziente Ausrichtung der Biogastechnologie zu fördern und gemeinsam mit einer starken Stimme das Thema Biogas der Politik und Öffentlichkeit zu präsentieren. Darüber hinaus sollen die Wettbewerbsfähigkeit auf nationaler und internationaler Ebene gestärkt und europaweit die jeweiligen Verantwortlichen bei der Festlegung gesetzlicher Rahmenbedingungen im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes unterstützt werden.
Der Vorstand besteht aus Kunibert Ruhe (EnviTec Biogas AG), Dr. Thomas Stephanblome (E:ON Bioerdgas GmbH) und Norbert Hetebrüg (Jenbacher GmbH). „Wir wollen mit dem Biogasrat ein Organ schaffen, das alle Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an einen Tisch bringt, und das nicht nur deutschland-, sondern auch europaweit“, betont der neugewählte Vorsitzende Kunibert Ruhe. „Deutschland gilt immer noch als Vorreiter und Technologieführer in Sachen Biogas. Politik und Biogasindustrie müssen an einem Strang ziehen, um diese Position zu stärken und sowohl Klimaschutzziele zu erreichen als auch Wettbewerbsvorteile auszubauen“, erläutert Dr. Thomas Stephanblome das Engagement seines Unternehmens im Biogasrat. Neben dem Vorstand wird künftig ein Geschäftsführer für die Verbandsarbeit zuständig sein.
Geplant ist, innerhalb des Biogasrates eine Arbeitsgruppe mit rund 15 bis 20 Mitgliedern, den Bioenergierat Biogas, zu bilden, die den Politikern regelmäßig beratend zur Verfügung steht.
Zu den Gründungsmitgliedern des Biogasrates zählen: E.ON Bioerdgas GmbH, BKN Biostrom AG, Jenbacher GmbH, EnviTec Biogas AG, WELtec BioPower GmbH, MTU Onsite Energy GmbH, ITT Water & Wastewater Deutschland GmbH, agri.capital GmbH, KTG Biogas AG, RENERGIE green solutions GmbH, biogas weser-ems GmbH & Co. KG, eeMaxx Energy System GmbH, NAWARO BioEnergie AG und Deutsche Biogas AG.
25.6.2009
Studie: Wohlstand führt zu mehr Emissionen
Wer im Geschäft einen Artikel kauft, belastet damit in der Regel nicht die Umwelt im eigenen Land, sondern in der Region, in der dieser produziert wurde. Diese bisher stets vernachlässigte Tatsache nahm der Energieexperte Edgar Hertwich von der Universität Trondheim genauer unter die Lupe. Er berechnete den Klimafußabdruck von 73 Ländern und 14 Regionen, wobei Produktionsdaten, Importe und Exporte der einzelnen Länder sowie deren Treibhausgas-Emissionen als Grundlage dienten. Werden Abgase aus Industrie und Transport den Konsumgruppen zugeordnet, deren Nachfrage jeweils befriedigt wird, so zeigt sich ein völlig neues Bild der Umweltbelastung. Eine immense Bedeutung trägt der Konsum der privaten Haushalte, da er nach dieser Perspektive fast drei Viertel aller weltweiten Emissionen von Treibhausgasen verursacht. Den Rest teilen sich Infrastruktur und öffentliche Hand. Die online abrufbare Auflistung nach Ländern und Produktgruppen http://carbonfootprintofnations.com macht auch den Missstand deutlich, dass im Ausland produzierte Waren nicht in der Klimabilanz des Verbraucherlandes auftauchen. Oft steigen dadurch die von den Bewohnern eines Landes verursachten Emissionen weiter an, selbst wenn die Umweltbelastung gemäß den Kyoto-Vereinbarungen sinkt.
"Kaufen wir in Europa Kleidung oder Unterhaltungselektronik aus China, so verbrauchen wir damit Energie und Emissionen auf dem Niveau Chinas. Dort und in vielen Schwellenländern produziert man jedoch weiterhin kohlenstoffintensiv und kaum energieeffizient", verdeutlicht Hertwich. Das führe dazu, dass beispielsweise 58 Millionen Tonnen von im Jahr 2001 in der Schweiz produzierten Treibhausgasen 87 Millionen Tonnen derselben gegenüberstehen, die im Ausland für importierte Güter und Dienstleistungen ausgestoßen wurden. "Anstatt die Auslagerung der Produktion in Entwicklungsländer als Fortschritt im Klimaschutz zu betrachten, sollten daher in Zukunft globale Zusammenhänge transparenter gemacht werden", schlägt der Umweltexperte vor.
Deutlich macht das Fußabdruck-Modell unter anderem, dass steigender Wohlstand eines Landes unweigerlich zu höheren Emissionen führt. "Reiche Staaten sind wirtschaftlich aktiver und verbrauchen automatisch mehr Energie. Daneben hat die Globalisierung für viele billige Güter und entsprechend höheren Konsum gesorgt, denn die Lebensdauer etwa von Spielzeug oder Handys ist erheblich kürzer und der Materialdurchsatz entsprechend höher", berichtet Hertwich. Neben der Emissionsreduktion in Drittweltstaaten sei somit die Änderung der Konsummuster der wichtigste Ansatzpunkt für den Klimaschutz.
25.6.2009
Sinnvolles Zusammenspiel von Rußpartikelfiltern und Umweltzonen
Räumlich begrenzte Maßnahmen wie zum Beispiel Umweltzonen sind grundsätzlich geeignet, die Belastung durch Feinstaub zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommen Fachleute aus dem Arbeitsausschuss „Feinstäube“ der wissenschaftlichen Organisationen ProcessNet, KRdL und GDCh in einer Stellungnahme. Sie widersprechen damit einer Pressemitteilung des ADAC, der Umweltzonen jüngst erneut als wirkungslos bezeichnet hat.Die Ausschussmitglieder aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben sich mit den Grundlagen der Feinstaubbelastung und ihrer Wirkung befasst und die Sinnhaftigkeit von Umweltzonen unter wissenschaftlichen Aspekten überprüft. Danach sind Umweltzonen durchaus sinnvoll, um die Belastung durch gesundheitsschädliche Feinstäube zu reduzieren.
Die Experten weisen allerdings darauf hin, dass die bisher gültige Grenzwertsetzung anhand der Gesamtmasse des Feinstaubs in der Luft wichtige Faktoren unberücksichtigt lasse: Auch die chemische Zusammensetzung und die Größe und Gestalt der Teilchen seien für die gesundheitliche Bewertung von Bedeutung. Hier bestehe weiterer Forschungsbedarf, um die Relevanz solcher Charakteristika für die menschliche Gesundheit zu klären.
Es sollte wissenschaftlich geprüft werden, ob andere Parameter geeignet seien, noch gezieltere und gleichzeitig kosteneffizientere Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung zu entwickeln. Trotz ihres geringen Beitrags zum gesamten Feinstaubaufkommen seien Rußpartikel gesundheitsschädlicher als etwa der Feinstaub aus Bodenmaterial.
Deshalb halten die Fachleute fest, dass eine Verringerung der Rußpartikel-Emissionen immer zu einer Verbesserung der Luftqualität führe und darum eine sinnvolle Maßnahme sei. Der Einsatz von Rußpartikelfiltern wirke eher flächendeckend als kurzfristig lokal, sei aber langfristig die Maßnahme der Wahl und den Umweltzonen überlegen.
Ergänzend solle jedoch auch berücksichtigt werden, dass Feinstaub nicht nur aus dem Verkehr stamme. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen aus anderen Quellen wie Heizungen, Öfen und der Industrie seien sinnvoll.
25.6.2009
Zuckerersatz belastet das Trinkwasser
Abwässer aus Kläranlagen und Oberflächenwasser enthalten eine Vielzahl synthetischer Süßstoffe aus Nahrung, Medikamenten oder Hygieneartikeln. Das berichten Trinkwasseranalytiker vom Karlsruher Technologiezentrum Wasser in der Fachzeitschrift Analytical and Bioanalytical Chemistry. "Ohne es zu bemerken, konsumieren wir täglich eine hohe Anzahl von Chemikalien. Diese hinterlassen jedoch ihre Spur im Wasserkreislauf, denn anders als etwa Öl wird Wasser nicht ver- sondern gebraucht und immer wieder verwendet. Viele der Stoffe können durch Kläranlagen nicht entfernt werden und gelangen so ins Trinkwasser", deutet Studienautor Heinz-Jürgen Brauch die Ergebnisse. Konkret geht es um die Chemikalien Acesulfam, Cyclamat, Saccharin und Sucralose. Diese weit verbreiteten Süßstoffe konnten die Forscher in Wasserproben der deutschen Kläranlagen Eggenstein-Leopoldshafen und Karlsruhe durch neue Analysemethoden nachweisen. "Während man früher nur diejenigen Stoffe untersuchen konnte, die leicht aus dem Wasser zu entfernen sind, ist das nun auch bei wasserlöslichen Substanzen möglich. Neue Stoffgruppen können damit erschlossen werden", so Brauch. Drei weitere untersuchte chemische Süßstoffe - Aspartam, Neohesperidin und Neotam - wurden hingegen im geklärten Wasser nicht gefunden. "Sie werden scheinbar im Klärprozess erfolgreich abgebaut."
Die Wirkung von synthetischen Süßstoffen auf die Gesundheit des Menschen ist immer wieder in Diskussion, zumal die USA und Europa einzelne Stoffe verschieden bewerten, woraus sich unterschiedliche Zulassungen oder Verbote ergeben. Brauch liest keine ernsten Bedenken aus den Ergebnissen. "Alle untersuchten Stoffe wurden auf ihre gesundheitliche Wirkung eingehend untersucht und stellen nach derzeitigen Erkenntnissen keine Gefährdung für den Menschen dar. Es stellt sich jedoch die Frage, wie sehr das Image des Trinkwassers als natürliches Produkt noch angebracht ist."
Die Süßstoff-Konzentration war im deutschen Klärwasser höher als bei einem Vergleichstest in einem Mittelmeerland. "Im Unterschied zu Ländern mit Wasserknappheit wird Klärwasser in Mitteleuropa nicht in den Boden, sondern direkt in Oberflächengewässer geleitet, wodurch es wiederum schneller ins Trinkwasser gelangt", so Brauch. Die Relation der Süßstoff-Konzentration müsse man dabei jedoch berücksichtigen. "Eine Tasse Tee süßt man mit etwa einem Gramm Süßstoff, während die Kläranlagenzuläufe Konzentrationen von höchstens 190 Mikrogramm pro Liter aufweisen." Es sei jedoch denkbar, dass sich die Konzentration der Substanzen im Wasserkreislauf auf lange Zeit erhöhen, so der Trinkwasserexperte.
25.6.2009
Bundesverwaltungsgericht untermauert kommunale Entsorgungszuständigkeit
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat die kommunale Entsorgungszuständigkeit für Abfälle aus privaten Haushalten bestätigt. Private Abfallbesitzer dürfen somit nicht, wie vom Oberverwaltungsgericht Schleswig angenommen, gewerbliche Entsorger mit der Verwertung ihrer Abfälle beauftragen. Das BVerwG hat zudem den Begriff der öffentlichen Interessen, die einer gewerblichen Sammlung entgegenstehen können, präzisiert und deutlich enger gefasst als die Vorinstanz: Überwiegende öffentliche Interessen stehen einer gewerblichen Sammlung nicht erst bei Existenzgefährdung des öffentlich-rechtlichen Entsorgungssystems, sondern schon dann entgegen, wenn die Sammlung mehr als nur geringfügige Auswirkungen auf die Organisation und die Planungssicherheit des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers nach sich zieht, so das Gericht.Zum Hintergrund des Verfahrens: Ein privatwirtschaftliches Unternehmen hatte gegen die Stadt Kiel geklagt, weil diese die Altpapiersammlung in den Tonnen der Firma untersagt hatte. Bundesweit hatten gewerbliche Sammler in der ersten Jahreshälfte 2008 ihre blauen Tonnen aufgestellt. Die kommunalen Betriebe wehrten sich gegen diesen Eingriff, da die Einnahmen aus der Altpapiersammlung zur Gebührenstabilität und damit zur Verbraucherfreundlichkeit beitrugen. Das gesamte negative Ausmaß der gewerblichen Sammlung trat jedoch erst zu Tage, als die Altpapierpreise in der zweiten Jahreshälfte drastisch sanken und die Unternehmen ihre Sammellust verloren, schildert der Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung im VKU in einer Pressemitteilung. Die kommunalen Betriebe hingegen gewährleisteten die Entsorgungssicherheit.
18.6.2009
Umweltausschuss billigt neue Gesetze zum Umweltrecht
Der Umweltausschuss hat den Weg für zahlreiche Neuregelungen im Umweltrecht frei gemacht. Vier Einzelgesetze, die ursprünglich Teil des gescheiterten Umweltgesetzbuches (UGB) waren, sind am Mittwoch, den 17. Juni 2009, im Umweltausschuss mit einer Reihe von Änderungsanträgen nach Beratungen mit dem Bundesrat gebilligt worden. Mit den Stimmen der Koalition und gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und der Fraktion Die Linke wurden die Gesetze zur Neuregelung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie die Gesetze zur Neuregelung des Wasserrechts angenommen. Bei den Neuregelungen zum Naturschutz wurden 38 Änderungsanträge und bei den neuen Bestimmungen zum Wasserrecht 37 Änderungsanträge der Koalition berücksichtigt. Die Opposition brachte ebenfalls zahlreiche Änderungsanträge ein.
Die jeweils wortgleichen Gesetze der Bundesregierung und der Koalitionsfraktionen zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung wurden von allen Fraktionen mit Ausnahme der FDP angenommen. Sie enthielt sich der Stimme. Mit der Mehrheit der Stimmen der Koalition wurden ebenfalls die Rechtsbereinigungsgesetze, mit denen unter anderem bisherige Regelungsunterschiede in den einzelnen Bundesländern vereinheitlicht werden sollen, gebilligt. Die Fraktion Die Linke sprach sich dagegen aus, FDP und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich der Stimme. Für die Bundesregierung äußerte sich Staatssekretär Matthias Machnig, SPD, zufrieden, dass mit den Gesetzen die Vorgaben der Föderalismuskommission umgesetzt und eine Zersplitterung des Umweltrechtes verhindert werden konnte. Die CDU/CSU zeigte sich zufrieden, dass nach dem Scheitern des Umweltgesetzbuches mit dem Bundesrat eine Einigung über die vier Einzelgesetze erreicht werden konnte. Die SPD begrüßte den Kompromiss. Auch die FDP erklärte hinsichtlich der Neuregelung des Wasserrechts, dass es besser sei, diesen Entwurf zu haben, als eine Rechtszersplitterung in Kauf zu nehmen. Die Fraktion Die Linke erklärte ebenfalls, dass es unbestritten sei, dass sich die Fraktion ein einheitliches UGB gewünscht hätte, es gäbe jedoch momentan "keine Alternative" zu der Verabschiedung von Einzelgesetzen. Dabei kritisierte die Fraktion jedoch, dass sie sich unter Druck gesetzt fühle, "das kleinere Übel zu wählen". Die Grünen übten Kritik am Verfahren der Beratungen, da sie die Vielzahl von Änderungsanträgen erst sehr spät erhalten hätte.
18.6.2009
Tristesse auf dem Altpapiermarkt
„Die Rezession hat auch die deutschen Altpapier-Entsorgungsunternehmen mit voller Wucht erreicht“, erklärte Hubert Neuhaus, Vorsitzender des Fachverbandes Papierrecycling und Vizepräsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. In Deutschland ansässige Papierfabriken arbeiten seit Monaten auf mengenbezogen niedrigem Niveau, die Auftragslage ist schlecht. Laut VDP setzten die Fabriken von Januar bis April 2009 10,6 Prozent weniger Altpapier ein (4.70 Mio t) als im Ver-gleichszeitraum 2008. Wenig Werbung in den Zeitungen und der Rückgang von Presseerzeugnissen tragen mit bei zu Maschinenstillständen bei der Produktion von Zeitungsdruck und LWC. Die Folge der schlechten Beschäftigung trifft die Altpapierentsorger auch von der anderen Seite: mit zyklischer Verzögerung geht die erfassbare Altpapiermenge seit Februar deutlich zurück. Das produzierende Gewerbe erzeugt nun weniger Abfälle, die Abstände zwischen den Containerleerungen werden größer und manche Anfallstelle hat Kurzarbeit oder sogar Betriebsstillstand beschlossen.
Befriedigende Altpapierorders lassen sich ausschließlich aus Asien verzeichnen. Sie sorgen seit Februar zumindest bei Kaufhausaltpapier /1.04 für geringe Bestände in den Lägern der bvse-Mitglieder. Deinkbare Sorten, in der Hauptsache 1.11, werden hingegen nicht ausreichend nachgefragt, deren Bestand ist recht hoch. „Im April durchgeführte Abstellmaßnahmen von Papiermaschinen bei den europäischen Abnehmern führten dank der guten Altpapier-Exportaufträge nicht zu wesentlichem Altpapier-Bestandsaufbau bei unseren Unternehmen“, berichtete Neuhaus. Seit April stabilisieren sich die Erlöse für Altpapier auf niedrigem - und oft nicht kostendeckendem – Niveau.
„Grund zum Aufatmen bietet dieses Innehalten im Preisverfall jedoch nicht“, bedauert der bvse-Fachverbandsvorsitzende. Er weist darauf hin, dass die Altpapierentsorger die durch Bestandsabwertungen zum Jahreswechsel erlittenen herben Verluste verdauen müssen und sich schon bereits mit neuen Maschinenstillständen bei den Abnehmern konfrontiert sehen.
Die Wirtschaftskrise habe sich in der Altpapierbranche tief festgesetzt. Gleichbleibende Fixkosten bei bis zu 25 Prozent rückläufigen Mengen - das zwinge die Altpa-pierprofis nochmals verschärft zu Kostenkontrolle, zur Nutzung möglicher Synergieeffekte und zur regionalen Kooperationen.
Neuhaus weist zudem darauf hin, dass Altpapier ein weltweit gehandelter Sekundärrohstoff sei. Mit Blick auf die globale Wirtschaftslage ließen sich zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch keine wesentlichen Impulse ausmachen, die für die kommenden Monate einen positiven Effekt auf die Altpapierentsorgungswirtschaft haben könnten.
18.6.2009
Kostenfreie Beratungen für energieeffiziente Pumpensysteme
Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) vergibt im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz und in Zusammenarbeit mit Experten aus der Pumpenindustrie kostenfreie Beratungen zu effizienten Pumpensystemen an Unternehmen aus Industrie und Gewerbe. Bewerben können sich Unternehmen aller Größen und Branchen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind aufgerufen, da gerade bei ihnen die Effizienzpotenziale häufig nicht ausreichend bekannt sind oder das Know-how zur Umsetzung von Effizienzmaßnahmen fehlt. Hier setzt das Angebot der Initiative an, um die enormen Einsparmöglichkeiten von bis zu 50 Prozent der Energiekosten beim Betrieb von Pumpen auszuschöpfen.
Im Rahmen des Angebots werden bei einem Vor-Check zunächst die Grunddaten des Bewerbers erfasst und das Einsparpotenzial abgeschätzt. Für Unternehmen mit hohen Einsparmöglichkeiten erfolgt im Anschluss eine Vor-Ort-Begutachtung der relevanten Pumpensysteme durch Experten. Auf Basis der Bestandsaufnahme vor Ort werden zum Abschluss konkrete Maßnahmenvorschläge mit einer entsprechenden wirtschaftlichen Bewertung erarbeitet. Die Ergebnisse der Beratungen werden umfassend aufbereitet und von der Initiative EnergieEffizienz öffentlichkeitswirksam präsentiert, um weitere Unternehmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu motivieren.
18.6.2009
Solarstrom aus der Wüste
Deutsche Großkonzerne wollen mit Solarstrom-Anlagen in der afrikanischen Wüste den Umbau der Energieversorgung vorantreiben.Dazu wollen 15 Unternehmen und Institutionen am 13. Juli dieses Jahres eine Industrieinitiative gründen, wie Sprecher der Münchener Rück und Siemens heute bestätigten.
Für den Bau von Solarkraftwerken in den Wüsten Afrikas sind rund 400 Mrd. Euro veranschlagt. Damit ließen sich etwa 15 % der europäischen Stromversorgung decken, so Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. In zehn Jahren könnten die Kraftwerke den ersten Strom liefern.
Neben der Münchener Rück, die sich an die Spitze der Initiative gestellt hat, wollen sich auch RWE und E.ON sowie die Deutsche Bank und Firmen aus der Solarwirtschaft anschließen. Auch Außen-Staatsminister Günter Gloser habe seine Teilnahme zugesagt, so der Münchener-Rück-Sprecher.
Bei dem Desertec-Konzept geht es um Strom aus solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika, der über Gleichstrom-Hochspannungsnetze nach Europa transportiert werden könnte. In den kommenden zwei bis drei Jahren wolle die Initiative konkrete Umsetzungspläne auf den Tisch legen.
18.6.2009
Bonner UN-Klimakonferenz enttäuscht
Die UN-Klimakonferenz in Bonn ist nach knapp zwei Wochen mit wenig greifbaren Ergebnissen zu Ende gegangen, bilanziert eine Meldung der Agentur afp. UN-Klimachef Yvo de Boer betonte allerdings, es sei klarer geworden, was die beteiligten Regierungen in einem Abkommen beim Kopenhagener Klimagipfel im Dezember sehen wollten. Klimaschützer kritisierten, die Verhandlungen seien in entscheidenden Punkten festgefahren. „Diese Verhandlungsrunde hat deutlich gemacht, was die Regierungen in einem Kopenhagener Abkommen sehen wollen, sie hat gezeigt, dass sie entschlossen sind, ein Abkommen zu erzielen, und das ist schon ein großer Erfolg“, sagte De Boer. Es stehe allerdings außer Frage, dass die Industrieländer ehrgeizigere Ziele bräuchten, was die mittelfristige Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes angehe. „Die Uhr läuft, aber wir haben noch immer genug Zeit“, betonte De Boer.
Verglichen mit früheren Verhandlungen „war die Haltung konstruktiver, aber der Ehrgeiz geringer“, sagte Frankreichs Klimaschutz-Chefunterhändler Brice Lalonde. Alle wüssten, welche Minderungsziele bei den Treibhausgasen für Industrie- und Entwicklungsländer gefragt seien. Nur verbindlich darauf einlassen wolle sich niemand.
Die fehlenden verbindlichen Zusagen der Industrieländer zur deutlichen Minderung der Treibhausgas-Emissionen sind einer der Hauptstreitpunkte auf dem Weg nach Kopenhagen. Zugleich gibt es noch keine Einigung darüber, wie die konkrete finanzielle und technologische Unterstützung für die Entwicklungsländer bei ihrem Kampf gegen den Klimawandel aussehen soll. In Kopenhagen soll das Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden.
Ein ursprünglich 50 Seiten starker Verhandlungstext war bis zu Konferenzende auf über 200 Seiten angewachsen. Nach Angaben eines EU-Unterhändlers wollten alle Beteiligten ihre Vorschläge in dem Dokument wiederfinden.
Die USA, die sich unter Präsident Barack Obama eine Vorreiterrolle im Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben haben, präsentierten derweil zu Konferenzende einen eigenen Vorschlag für ein Klimaschutzabkommen. Dieses sieht US-Delegationschef Jonathan Pershing zufolge vor, neue bindende Minderungsziele für die Industrieländer und ein verpflichtendes "Handeln" der Entwicklungsländer festzuschreiben.
18.6.2009
BDSV lobt Beschluss zur Gesetzesfolgenabschätzung
Bereits Ende Mai 2009 hat das Bundeskabinett beschlossen, alle künftigen Gesetzesvorhaben einer Gesetzesfolgenabschätzung zu unterziehen. Nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit soll demnach beurteilt werden, ob das Vorhaben negative Auswirkungen auf Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt oder internationale Verantwortung hat. Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV) begrüßt im Grundsatz diese wichtige Entscheidung. „Dies ist ein längst überfälliger Beschluss. Zahlreiche bereits erlassene Gesetzesvorhaben sollten nach den Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategie aus 2002 auch noch nachträglich bewertet werden,“ sagte Jürgen Karle, Präsident der BDSV. Die gesamthafte Wirkung eines Gesetzesvorhaben hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit sei aber komplex, zudem sind ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen manchmal gegenläufig. Die BDSV spricht sich deshalb dafür aus, konkrete Ziele festzulegen, damit „Nachhaltigkeit“ greifbarer und messbarer werde.
In der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sei beispielsweise 2002 festgelegt worden, dass sich die Rohstoff- und Energieproduktivität bis 2020 auf der Basis von 1994 und der Anteil des Schienenverkehrs an der Güterverkehrsleistung bis 2015 auf der Basis von 1997 verdoppeln solle. Wenn dies konkrete Ziele für eine langfristige Strategie darstellen, müssten Rohstoffe nach Ansicht von BDSV-Vertretern generell sehr viel effizienter eingesetzt werden, müsste Energie sparsamer verwendet werden und Einnahmen aus der LKW-Maut in größerem Umfang zum Ausbau der Schiene genutzt werden.
Um diese hochgesteckten Ziele zu erreichen, sei es nach Ansicht von Jürgen Karle notwendig, konkrete Quoten für den Einsatz von Sekundärrohstoffen bei der Produktion einzuführen. „Anspruchsvolle Anforderungen lassen sich nicht durch bloße politische Willensbekundung erreichen, wir brauchen konkrete sektorspezifische Regelungen, um beispielsweise höhere Ressourceneffizienz zu erreichen.“
In der Konsequenz ist zu prüfen, ob ökologische Verbesserungen ökonomische Nachteile nach sich ziehen dürften. Diese Abwägung von möglichen Zielkonflikten sei nach BDSV-Ansicht entscheidend, um die Gesetzesfolgenabschätzung konsequent durchziehen zu können. Jürgen Karle sagte hierzu: „Wir sind gespannt, welche konkreten Vorschläge der Normenkontrollrat zukünftig macht, damit insgesamt nachhaltiger mit Rohstoffen und Energie umgegangen wird.“
12.6.2009
Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung eröffnet
Das erste universitäre Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung in Deutschland hat die Universität Kassel jetzt eröffnet. Entsprechend ihrer hohen Umweltkompetenz betreibt die Hochschule seit vielen Jahren Forschung zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an Folgen des Klimawandels. So werden derzeit etwa 70 Forschungsprojekte der Universität Kassel mit Klimaschwerpunkt oder Klimabezug und bewilligten Drittmitteln von rund 18,5 Mill. Euro sowie acht weitere Projekte an den An-Instituten ISET (Institut für Solare Energieversorgungstechnik), ZUB (Zentrum für Umweltbewusstes Bauen) sowie in Kooperation mit dem UFZ (Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH) bearbeitet.Mit dem "Competence Centre for Climate Change Mitigation and Adaptation" (CliMA) bündelt nun die Universität Kassel ihre Klimakompetenzen.
Besonders wichtig sei, nach Angabe der Universität Kassel, die Verknüpfung von Forschungs- und Umsetzungskompetenzen zu einem interdisziplinären Governance-Ansatz. Konzeptionell verfolge CliMA den Anspruch, in vielfältigen Aufgabenfeldern des Klimaschutzes und der Klimaanpassung Lösungen von der Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung zu erarbeiten. Dabei sollen interdisziplinäre Projektteams naturwissenschaftlich-technische Forschungs- und Lösungsansätze mit gesellschaftswissenschaftlichen Untersuchungen verbinden.
Derzeit arbeiten rund 30 Professoren gemeinsam daran, Klimaschutzlösungen und Klimaanpassungsstrategien zu entwickeln, erforderliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu untersuchen, und eine optimierte Wissensvermittlung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu gewährleisten. Entstanden sind die vier interdisziplinären Arbeitsbereiche Klimaschutzlösungen, Klimaanpassungsstrategien, Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Vermittlung.
12.6.2009
Papier-Recycling macht auch in der Finanzkrise weiterhin Sinn
Anlässlich eines gemeinsamen Aktionstages mit der Initiative Pro Recyclingpapier auf dem Düsseldorfer Carlsplatz hob der nordrhein-westfälische Umweltminister Eckhard Uhlenberg die Notwendigkeit eines ressourceneffizienten Wirtschaftens hervor. „Gerade die Wirtschaftskrise zeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften und der sorgsame Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen wichtiger denn je ist. Wegen seiner vielfältigen Vorteile entspricht Recyclingpapier dem Leitbild des ressourceneffizienten Wirtschaftens in beispielhafter Weise“, so Eckhard Uhlenberg.
Michael Söffge, Sprecher der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR), verwies auf die erheblichen Einsparpotenziale, die sich mit Recyclingpapier erzielen lassen. „Bei der Herstellung von Recyclingpapier lassen sich im Vergleich zu Frischfaserpapier allein im Bereich Energie und Wasser rund 50 % einsparen. Würde zum Beispiel alles Kopierpapier, das Deutschland jährlich nutzt, aus Recyclingpapier stammen, ließe sich soviel Wasser sparen, wie die Wuppertalsperre – eine der Trinkwasserreserven des Ruhrgebiets – fasst.
Mit dem Aktionstag möchten wir diese Effekte ins Bewusstsein von Verbrauchern, öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen rufen“, so Michael Söffge. Zahlreiche Städte in Nordrhein-Westfalen sind bereits vorbildhaft bei der Verwendung von Recyclingpapier. Bei den erstmals im vergangen Jahr ermittelten Daten zum Papierverbrauch deutscher Großstädte belegen gleich vier Städte aus Nordrhein-Westfalen Plätze unter den ersten zehn. Aachen setzt zu 100 % Recyclingpapier in der Verwaltung und im Schulbereich ein und wurde 2008 als erste recyclingpapierfreundlichste Stadt Deutschlands ausgezeichnet.
Am Beispiel des überdimensionierten Büroordners auf dem Carlsplatz wurden die Einspareffekte von Recyclingpapier veranschaulicht: Sein Volumen entspricht der Menge an Büropapier, die Deutschland etwa alle 15 Minuten verbraucht – rund 24 Tonnen. Mit der Herstellung von Recyclingpapier in der dargestellten Menge des Ordners werden allein rund 156.000 Kilowattstunden eingespart. Dies ist der Jahresstromverbrauch von ca. 40 Vier-Personen-Haushalten.
Die höchsten umweltschutzbezogenen Standards garantiert der Blaue Engel für Recyclingpapier. Um den Blauen Engel zu erhalten, muss Papier strengste Kriterien beim Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz erfüllen.
12.6.2009
Energieverbrauch deutlich gesunken
Der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., Berlin, ermittelte in ersten Erhebungen, dass der Energieverbrauch in Deutschland im ersten Quartal 2009 weiter gesunken ist.Die Elektrizitätswirtschaft lieferte mit 140 Mrd. kWh rund 4 % weniger Strom an ihre Kunden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gasabsatz sank im selben Zeitraum um 7 % von auf etwa 307 Mrd. kWh. Damit sei der Energieverbrauch inzwischen seit sechs Monaten rückläufig.
Vor allem die verminderte Industrieproduktion habe die Energienachfrage deutlich gedrückt, teilte der BDEW mit. So lag die Produktion in der Eisen- und Stahlindustrie beispielsweise in den ersten drei Monaten dieses Jahres jeweils um mehr als 35 % unter dem Ausstoß der entsprechenden Vorjahresmonate. Allein diese Branche hat einen Anteil von rund 5 % an der gesamten Stromnachfrage. Auch für die Gasversorgungsunternehmen spielt der Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung mit einem Absatzanteil von etwa 6 % eine wichtige Rolle. Auf die Chemieindustrie entfallen rund 14 % des gesamten Gasverbrauchs und etwa 10 % des Stromverbrauchs. Auch hier ist die Produktion in den ersten drei Monaten weiter deutlich zurückgegangen, so dass dort auch die Nachfrage nach Energie stark nachließ.
Stabilisierend auf den Energieabsatz habe sich ausgewirkt, dass die Haushalte sowie der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen weniger konjunkturell beeinflussbar sind. Diese Abnehmergruppen verbrauchen etwa 50 % der Energie.
12.6.2009
Import zustimmungspflichtiger Abfälle erreicht neuen Höchstwert
Das Umweltbundesamt veröffentlicht eine Abfallstatistik für das Jahr 2008.Die Einfuhr zustimmungspflichtiger Abfälle erreichte im letzen Jahr mit 6,9 Mill. t ein neues Rekordniveau. Der Export ging dagegen zurück und betrug 1,6 Mill. t. Die größten Import-Mengen bildeten behandeltes Holz und belasteter Boden mit jeweils 1,1 Mill. t. Beim Export hatten 500 000 t aus Restfraktionen der Abfallsortieranlagen den größten Anteil. Zustimmungspflichtig sind insbesondere alle Abfälle mit gefährlichen Inhaltsstoffen.
Die Behörden der Bundesländer haben den Transport der Abfallmengen genehmigt und überwacht. Die Behörden überprüfen die betroffenen Entsorgungsanlagen auf ihre Eignung und dokumentieren den Entsorgungsvorgang durch ein Begleitscheinverfahren. Illegale Verbringungen größeren Ausmaßes im Jahr 2008 sind nicht bekannt.
Grenzüberschreitende Abfallverbringung ist daher nicht zwangsläufig ein Umweltproblem. Transporte zwischen EU-Staaten sind auch ein Zeichen zunehmender europäischer Integration. Das hohe Niveau der Abfalleinfuhr nach Deutschland geht insbesondere auf die hochwertigen Entsorgungsstrukturen in Deutschland und ökonomische Gründe zurück.
Im grenznahen Raum kann der Transport ins Ausland eine ortsnahe Verwertung ermöglichen, die im Inland nur in großer Entfernung zur Verfügung stünde. Gerade kleinere Staaten haben im Inland keine Verwertungsmöglichkeiten für bestimmte Abfälle. Dann bliebe die Abfallbeseitigung als einzige Möglichkeit der Entsorgung im Inland. Für Abfälle zur Beseitigung sind jedoch die Grundsätze der Nähe, des Vorrangs für die Verwertung und der Entsorgungsautarkie auf nationaler Ebene zu berücksichtigen.
12.6.2009
Neue Studie zu Biokraftstoffen
Laut einer aktuellen Untersuchung über „Globale Bioenergienutzung - Potenziale und Nutzungspfade", die im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien erstellt wurde, leisten Biokraftstoffe einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz und sind für die globale Energieversorgung unentbehrlich. Dies gilt umso mehr, je knapper Erdöl wird und je stärker auf noch schmutzigere Treibstoffe aus Teersanden, Ölschiefer oder Kohle zurückgegriffen wird. Die pflanzlichen Rohstoffe für Biokraftstoffe können dagegen ökologisch verträglich und in ausreichender Menge angebaut werden, ohne in Konkurrenz zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion zu treten.Ein weltweiter Systemwechsel hin zu Elektromobilität oder Wasserstoffantrieben würde noch Jahrzehnte dauern, so Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Bis dahin dürfe Klimaschutz im Verkehrssektor nicht einfach ausgeblendet werden. Natürlich müsse auch im Verkehrsbereich zunächst der Verbrauch gesenkt werden. Parallel dazu sollten jedoch die nachhaltige Produktion und Nutzung von Biokraftstoffen ausgebaut werden.
Rund 60 Prozent des weltweit geförderten Erdöls dienen als Treibstoff für den
Transportsektor. Schon heute lassen sich durch den Einsatz von Biokraftstoffen CO2-
Emissionen in erheblichem Umfang vermeiden, so ein Ergebnis der Studie. Dieser Vorteil kommt noch stärker zum Tragen, wenn man die Produktion unkonventioneller fossiler Kraftstoffe aus Teersanden, Ölschiefer oder Kohleverflüssigung zum Vergleich heranzieht.
12.6.2009
Bioabfall europaweit verwerten statt deponieren
Eindeutige europäische Rahmenbedingungen zur Förderung der Bioabfallverwertung hat die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, bei der Eröffnung einer internationalen Konferenz zum Thema Bioabfälle in Brüssel gefordert.Die Konferenz wird gemeinsam von der EU-Kommission und den Umweltministerien aus Tschechien, Belgien und Deutschland veranstaltet. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, durch welche europarechtlichen Vorgaben das große Potenzial der Bioabfälle für den Klima- und Ressourcenschutz am effektivsten mobilisiert werden kann. Bioabfälle sind mit einem Anteil von 30 bis 40 % des Gewichts europaweit immer noch der bedeutendste Anteil der Siedlungsabfälle. Jährlich fallen in der EU rund 110 Mill. t Bioabfälle an, von denen bislang nur etwa 20 % getrennt erfasst und verwertet werden.
Deutschland ist bei der getrennten Erfassung und Verwertung von Bioabfällen bereits jetzt sehr gut aufgestellt: Im Durchschnitt werden bereits rund 100 kg Bio- und Grünabfälle pro Einwohner und Jahr getrennt erfasst. Aus den so gesammelten etwa 8 Mill.t Bio- und Grünabfällen pro Jahr werden rund 4 Mill. t wertvoller Kompost hergestellt. In den meisten EU-Ländern werden Bioabfälle derzeit noch mit dem Restmüll auf Deponien abgelagert und sind dann Ursache für die Entstehung von besonders klimaschädlichem Methangas. Deponien gehören bislang mit zu den europaweit größten Methanquellen. Wenn Bioabfälle nicht mehr in Deponien abgelagert würden, könnten sie erheblich zu dem von der Europäischen Kommission bis zum Jahr 2020 zugesagten Reduzierungsziel für die Emission klimaschädigender Gase beitragen. Bezogen auf die 15 EU-Mitgliedstaaten vor der Ost-Erweiterung der EU im Jahr 2004 könnte dieser Anteil bis zu 20 % des Minderungsziels ausmachen.
Darüber hinaus kann der Kompost, der aus getrennt erfassten Bioabfällen erzeugt werden könnte, bis zu 10 % der in der Landwirtschaft eingesetzten Düngemittel ersetzen. Komposte oder kompostierte Gärrückstände sind zudem wertvolle Humuslieferanten und verbessern so beispielsweise das Wasserspeichervermögens von Landwirtschaftsflächen. Dieser Aspekt ist gerade in südeuropäischen Ländern von Bedeutung, spielt aber auch in anderen Regionen eine zunehmende Rolle. Geeignete Bioabfälle lassen sich auch unmittelbar verbrennten oder in Vergärungsanlagen einsetzen, in denen Biogas erzeugt wird. Damit lassen sich wiederum fossile Energieträger ersetzen.
12.6.2009
Meere ertrinken im Plastikmüll
In den Meeren schwimmt immer mehr Müll. Vor allem unvergängliches Plastik verschmutzt die Gewässer, wie ein neuer Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP anklagt, auf dem sich eine Meldung der Presseagentur dpa bezieht. Plastik, vor allem in Form von Tüten und PET-Flaschen, sei rund um den Globus der am weitesten verbreitete marine Müll und mache in manchen Meeren bis zu 80 Prozent aller Abfälle aus, heißt es in dem Bericht, der am Weltozeantag in Washington und Nairobi vorgestellt wurde. Auch das Rauchen trägt demnach erheblich zur Verschmutzung der Meere bei. Mit mehr als 25 Millionen Stück stellten Zigarettenfilter und Zigaretten sogar den größten Anteil an den rund 103 Millionen Stück marinem Müll, die für die Untersuchung katalogisiert wurden.
Der langlebige Müll gefährde das marine Ökosystem, betonte das Umweltprogramm. So würden die Meeresschildkröten Plastiktüten oft mit Quallen verwechseln - eine Leibspeise der seltenen Tiere. Und in einer fünf Jahre langen Untersuchung von Eissturmvögeln in der Nordsee sei bei 95 Prozent der Tiere Plastik im Magen gefunden worden. Der unvergängliche Plastikmüll zerbreche nach und nach in immer kleinere Stücke, bis die giftigen Schnipsel selbst von den kleinsten Organismen am Fuß der marinen Nahrungskette gefressen würden.
„Mariner Müll ist symptomatisch für eine breiteres Problem“, erläuterte UNEP-Exekutivdirektor Achim Steiner in einer Mitteilung, „nämlich für den verschwenderischen Gebrauch und das anhaltend schlechte Management natürlicher Ressourcen.“ Plastiktüten, Flaschen und anderer Müll, der sich in den Meeren ansammelt, könne durch Recycling, Müllvermeidung und Abfallmanagement drastisch reduziert werden.
Für die erste Untersuchung ihrer Art waren Müllfunde aus zwölf Meeresregionen, darunter etwa das Mittelmeer, die Ostsee und die Karibik, ausgewertet worden.
12.6.2009
Internationaler Tag der Umwelt in Deutschland
Der heutige internationale Tag der Umwelt steht in diesem Jahr in Deutschland unter dem Motto "Umweltschutz – für unsere Gesundheit". Anlässlich dessen erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, dass Umweltschutz vorsorgender Gesundheitsschutz sei. Diesem Leitgedanke lägen vielen umweltpolitischen Aktivitäten zugrunde. Erfolge in der Luftreinhaltung, der Chemikaliensicherheit oder beim Schutz der Trinkwasserressourcen seien Beispiele dafür, dass Umweltpolitik einen maßgeblichen Beitrag zum präventiven Gesundheitsschutz in Deutschland leiste. Die Technologien, die maßgeblich zu diesen Verbesserungen geführt haben, wie zum Beispiel Filtertechnologien für die Luftreinhaltung und die Abwasser- und Trinkwasseraufbereitung, exportiert Deutschland heute erfolgreich in die ganze Welt. Neben der gesundheitlichen Verbesserung der Menschen hierzulande, florierte die Umweltindustrie und sorgte dafür, dass viele Menschen sichere Arbeitsplätze gefunden haben.
Doch längst seien nicht alle Probleme gelöst und Deutschland habe sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Der Klimawandel wird erhebliche gesundheitliche Konsequenzen haben, sei es durch die Ausbreitung neuer Krankheiten oder durch die Folgen von Unwetterkatastrophen. Feinstaub, Lärm und die Belastung der Bevölkerung mit Chemikalien gehören zu den altbekannten Umweltphänomenen, die aus gesundheitlicher Sicht noch nicht hinreichend bewältigt seien. Gerade die wirtschaftlich schwächeren Gruppen unserer Gesellschaft seien von solchen Belastungen oft stärker betroffen. Eine konsequente und am Vorsorgeprinzip ausgerichtete Umweltpolitik diene uns allen. Jede Erkrankung, die vermieden wird, erspare nicht nur persönliches Leid, sondern auch Geld.
5.6.2009
Welt-Umwelttag 2009: Unser Planet braucht dich!
Der diesjährige Welt-Umwelttag der Vereinten Nationen (UN), der jeweils am 5. Juni gefeiert wird, widmet sich dem Thema Klimawandel und steht unter dem Motto: „Unser Planet braucht dich! Gemeinsam gegen den Klimawandel“ Das Motto ruft die Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns in Erinnerung.Anlässlich des Welt-Umwelttages 2009 fordert UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die Menschen dieser Erde auf, konkrete Schritte hin zu einer grüneren und sauberen Welt zu ergreifen: "Schalten Sie die Lichter aus, nehmen Sie öffentliche Verkehrsmittel, pflanzen Sie einen Baum und schauen Sie den Unternehmen in ihrer Region hinsichtlich ihrer Umweltpraxis auf die Finger."
Der Welt-Umwelttag, welcher im Jahre 1972 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) 1972 ins Leben gerufenen wurde, zielt darauf ab, die Menschen für Themen im Bereich Umweltschutz zu sensibilisieren.
Gastgeber des diesjährigen Welt-Umwelttages ist Mexiko. In den vergangenen Jahren hat das Land unter anderem durch seine starke Beteiligung auf dem globalen Emissionshandelsmarkt sowie durch eine großangelegte Aufforstungskampagne auf sich aufmerksam gemacht. Auf der zentralen Veranstaltung in Quintana Roo in der mexikanischen Yucatan-Provinz wird neben Konzerten und Fotoausstellungen auch eine Konferenz zum Thema "Eine grüne Weltwirtschaft" stattfinden. Neben dem mexikanischen Umweltminister Juan Quesada und dem Leiter des UN-Umweltprogramms Achim Steiner wird auch der kalifornische
Gouverneur Arnold Schwarzenegger an der Konferenz teilnehmen.
Darüber hinaus wird in mehr als 50 Staaten der Erde, darunter auf Freilicht-Bühnen am Eifelturm in Paris oder im Central Park in New York, die Weltpremiere des Films "HOME" zu sehen sein. Der Film des französischen Fotografen Yann Arthus-Bertrand wurde von Luc Besson produziert und zeigt die Welt in atemberaubenden Bildern aus der Vogelperspektive.
5.6.2009
Intersolar 2009 macht Mut
Die weltweit größte Fachmesse für Solartechnik Intersolar ist mit einem enormen Erfolg zu Ende gegangen. Das Ziel der Veranstalter konnte erreicht werden. Etwa 60.000 Besucher aus über 150 Nationen besuchten die Intersolar 2009 auf der Messe. Zudem konnten über 2.000 Teilnehmer bei den 22 Kongressveranstaltungen in München begrüßt werden.„Nie zuvor hatten wir mehr Aussteller, Besucher, Medienvertreter und Nationen auf der Intersolar. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage freuen wir uns ganz besonders über den positiven Verlauf der Intersolar 2009. Nach der letzten vorläufigen Zählung konnten wir Besucher aus insgesamt über 150 Nationen in München willkommen heißen. Die Resonanz war wirklich überwältigend“, sagte Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH, einem der beiden Veranstalter der Intersolar.
Auch Klaus W. Seilnacht, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG, ebenfalls Veranstalter der Intersolar, ist mehr als zufrieden: „Nach einem bereits äußerst erfolgreichen Auftakt in München 2008 freuen wir uns, dass das Interesse bei Ausstellern und Besuchern von Jahr zu Jahr deutlich ansteigt. Mit diesem Wachstum an Internationalität, Fläche, Ausstellern und Besuchern blicken wir weiterhin positiv in die Zukunft."
Angesichts von etwa 60.000 Besuchern, einer Vielzahl von Innovationen und einem Flächenzuwachs von 37 Prozent zeigten sich auch die Besucher und Aussteller der Intersolar 2009 mehr als zufrieden. „Wir sind Aussteller auf der Intersolar von Anbeginn an: Von Pforzheim über Freiburg und jetzt auch in München. Die Messehallen sind wunderbar, die Organisation klappt hervorragend. Mit dem Besucherandrang sind wir sehr zufrieden, sehr gute Qualität der Besucher, sehr viele ausländische Besucher, die auch sehr wichtig für uns sind." erklärte Rudolf Pfeil, Geschäftsführer der RESOL – Elektronische Regelungen GmbH.
Die nächste Intersolar findet vom 09. bis 11. Juni 2010 in München statt.
5.6.2009
2007 wurde wieder mehr Abfall deponiert
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Tages der Umwelt mitteilt, wurden im Jahr 2007 in Deutschland 43,2 Mill. t Abfälle deponiert. Das entspricht einem Anstieg von 11,4 % im Vergleich zum Vorjahr (2006: 38,7 Mill. t).In den Jahren 1996 bis 2006 hatte sich die Menge der deponierten Abfälle von 75,3 auf 38,7 Mill. t fast halbiert. Der jetzt registrierte Anstieg ist auf die gestiegene Menge der Bau- und
Abbruchabfälle sowie der Abfälle aus thermischen Prozessen und der Abfälle aus anderen Behandlungsanlagen zurückzuführen.
2007 wurden 24,6 Mill. t Bauabfälle deponiert, 2006 waren es noch 22,2 Mill. t. Das entspricht einem Anstieg um 10,9%. Die deponierten Abfälle aus thermischen Prozessen haben um 9,4 % zugenommen und sekundäre Abfälle aus anderen Behandlungsanlagen um 8,6 %.
Als Folge des Ablagerungsverbotes von nicht vorbehandelten Abfällen spielt die Deponierung von Siedlungsabfällen mit 0,3 Mill. t heute keine nennenswerte Rolle mehr. Deponiert werden fast nur noch mineralische Siedlungsabfälle, zum Beispiel Boden und Steine, die
keiner Vorbehandlung bedürfen.
2007 wurden auf Deponien 5,2 Mill. t gefährliche Abfälle abgelagert. Dies entspricht einem Anteil von 12 %.
5.6.2009
Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister freigeschaltet
Wer aus privatem oder beruflichem Interesse Informationen über Freisetzungen von Schadstoffen sucht, findet diese ab sofort im neuen Schadstoffregister PRTR-Deutschland (Pollutant Release and Transfer Register). Der Zugriff erfolgt online unter www.prtr.bund.de und ist für alle Nutzer kostenlos. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU), Michael Müller, schaltete das neue Umweltinformationsportal heute, am 3. Juni 2009, in Berlin frei.
Für das Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister PRTR berichten mehr als 4000 Unternehmen ab sofort jährlich ihre Daten zu Schadstoffemissionen in Luft, Wasser und Boden sowie über den Verbleib des Abfalls und des Abwassers. Verpflichtet dazu sind große Industriebetriebe und andere Organisationen, etwa aus der Energiewirtschaft, der chemischen Industrie, aber auch die Intensivtierhaltungen und große Kläranlagen. Die berichtspflichtigen Unternehmen übermitteln jährlich ihre Daten online mit Hilfe der Erfassungssoftware BUBE-Online (Betriebliche Umweltdatenberichterstattung) an die zuständigen Behörden. Die Länder prüfen diese Daten, leiten sie an das UBA weiter, das die Informationen aufbereitet und in der neuen Internetplattform www.prtr.bund.de aktualisiert.
Der Aufbau und Betrieb des Schadstoffregisters basiert auf einem internationalen Abkommen der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN-ECE), das Deutschland und 35 weiteren Staaten unterzeichnet haben, sowie auf der EU-Verordnung über die Schaffung eines Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters (E-PRTR-Verordnung) vom 18. Januar 2006. Deutschland hat diese Verordnung mit dem Gesetz zur Ausführung des Protokolls über Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister vom 21. Mai 2003 sowie zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 166/2006 (SchadRegProtAG) am 6. Juni 2007 in nationales Recht umgesetzt.
5.6.2009
Studie belegt rege Teilnahme deutscher Unternehmen am Emissionshandel
Das zu Beginn der Woche erstmals veröffentlichte KfW/ZEW CO2-Barometer zeigt, dass sich in Europa ein dynamisch wachsender Markt für CO2-Zertifikate entwickelt hat. Grundlage hierfür ist das Emissionshandelssystem der EU (EU ETS), das erste groß angelegte, länderübergreifende Handelsprogramm für Treibhausgase weltweit. Die Datenbasis zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage sowie von Preisen für Emissionszertifikate ist allerdings noch sehr lückenhaft. Dieses Informationsdefizit wird jetzt durch die Befragung deutscher emissionshandelspflichtiger Unternehmen und internationaler CO2-Handelsexperten im KfW/ZEW CO2-Barometer, das von der KfW Bankengruppe und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gemeinsam entwickelt wurde, geschlossen.
"Ziel ist es, mit den Ergebnissen der neuen jährlichen Studie Marktentwicklungen und Unternehmensstrategien zu erkennen und diese empirische Grundlage zur Weiterentwicklung der Wirtschaftspolitik und von neuen Förderinstrumenten zu nutzen", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe.
Das KfW/ZEW CO2-Barometer 2009 zeigt, dass 75 % der emissionshandelspflichtigen Unternehmen in Deutschland derzeit bereits am Handel mit CO2-Zertifikaten teilnehmen oder planen, dies zu tun. Allerdings ist in einzelnen Marktsegmenten bisher aufgrund von Unsicherheiten und hohen Transaktionskosten nur eine geringe Handelsaktivität festzustellen. Dies betrifft zum einen den Handel mit Zertifikaten für die Zeit nach 2012, also nach Abschluss der derzeit laufenden Handelsperiode. Zum anderen betrifft es die Nutzung von Emissionsminderungsgutschriften aus den projektbasierten Kyoto-Mechanismen.
Die Handelsaktivitäten der Unternehmen konzentrieren sich angesichts der Unsicherheiten bezüglich eines zukünftigen Kyoto-Folgeabkommens bisher auf die Spot- und Terminmärkte (Gegenwarts- und Zukunftsmärkte) der Handelsperiode 2008-2012. Dagegen sind es weniger als 17 % der deutschen Unternehmen, die eine aktive Teilnahme an den post-2012 Märkten planen oder hier bereits aktiv sind.
Um längerfristige Planungssicherheit zu erhalten, ist die Verlängerung der Regulierungszeiträume für die überwiegende Mehrheit der Markteilnehmer außerordentlich wichtig. Eine frühzeitige Festlegung der rechtlichen Grundlagen für den Emissionshandel nach 2012 ist daher von zentraler Bedeutung für die weitere Marktentwicklung. Im Bereich der Kyoto-Mechanismen könnte die Marktaktivität zudem von einer Reduktion der Transaktionskosten und Risiken profitieren.
Die Mehrheit der deutschen Unternehmen und internationalen Experten erwarten in der aktuellen Umfrage, dass der Preis für ein EU-Emissionszertifikat (EUA) die Schwelle von 18 EUR/tCO2 im Dezember 2009 und 30 EUR/tCO2 in den Jahren 2013-2020 nicht übersteigen wird. Der Preis von Emissionsminderungsgutschriften aus Entwicklungs- und Schwellenländern (sCERs) wird leicht niedriger eingeschätzt: 16 EUR/tCO2 im Dezember 2009 und 26 EUR/tCO2 in den Jahren 2013-2020. Die CO2-Preiserwartungen werden im Rahmen des KfW/ZEW CO2-Indikators künftig vierteljährlich aktualisiert und veröffentlicht.
Obwohl die ausgegebenen Emissionszertifikate in der aktuell laufenden zweiten Handelsperiode des EU ETS verknappt wurden, belegen die Ergebnisse des KfW/ZEW CO2-Barometers 2009, dass die monetären Anreize für CO2-Minderungsmaßnahmen noch keine deutlichen Auswirkungen auf die Investitionsstrategien der Unternehmen haben. Auch wenn mehr als 55 % aller Unternehmen bereits Vermeidungsmaßnahmen realisiert haben, war bei der großen Mehrheit (88 %) von ihnen die CO2-Reduktion nur ein Nebeneffekt. Lediglich bei 6 % stand die Emissionsminderung im Vordergrund der Investition. Aufgrund der sinkenden Emissionsobergrenzen ist jedoch in Zukunft von höheren Zertifikatepreisen auszugehen. Ihr Einfluss auf Investitionsentscheidungen wird dadurch wachsen. Dr. Andreas Löschel, Umweltökonom am ZEW, macht deutlich: „Der EU-Emissionshandel bekommt immer höhere Bedeutung für deutsche Unternehmen. Er wird voll in Schwung kommen, wenn die CO2-Preise, wie im KfW/ZEW CO2-Barometer erwartet, nach 2012 stark ansteigen.“
5.6.2009
DUH, Öko-Institut und Ufu bangen um Umwelt- und Naturschutzrecht
Vor einer weiteren Aushöhlung des Umwelt- und Naturschutzrechts haben heute Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), das Öko-Institut und das Unabhängige Institut für Umweltfragen (Ufu) gewarnt. Sie fürchten, dass die Bundesländer über den Bundesrat die bestehenden Umwelt- und Naturschutzgesetze bis zur Bedeutungslosigkeit verwässern und bewährte Standards im Umwelt- und Naturschutz abschaffen. Die Umweltjuristen von DUH, Öko-Institut und Ufu fordern die Bundestagsabgeordneten auf, zahlreiche Änderungsvorschläge des Bundesrats zu den geplanten Novellen der Umwelt- und Naturschutzgesetze abzulehnen. Die Bundesregierung ist vor drei Jahren mit dem Ziel angetreten, ein Umweltgesetzbuch (UGB) ohne Standardabbau zu schaffen. „Es reicht offenbar nicht, dass das UGB gescheitert ist, nun versuchen die Länder auch noch das bestehende Umweltrecht Stück für Stück auszuhöhlen“, sagte Dr. Cornelia Nicklas, Leiterin der Abteilung Recht bei der Deutschen Umwelthilfe e.V. Nicklas und ihre Kollegen von Öko-Institut und Ufu befürchten, dass dies hinter verschlossenen Türen zwischen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat geschieht. Denn der Bund steht unter enormen Zeitdruck, um die Einzelgesetze noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden.
Die Umweltjuristen von Öko-Institut, Ufu und DUH haben den Abgeordneten aller Fraktionen am Freitag eine Stellungnahme zu den Änderungsvorschlägen des Bundesrats zugeschickt. Sie lehnen darin die massivsten Änderungsvorschläge zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, zur Umweltverträglichkeitsprüfung und zur sogenannten Eingriffsregelung ab. „Wirtschaftliche Interessen werden über den Gesundheitsschutz gestellt, wenn sich die Länder durchsetzen“, sagte Andreas Hermann, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Umweltrecht und Governance des Öko-Instituts. Die Länder wollen im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) die Befugnisse der Behörden für die Genehmigung von Anlagenerweiterungen und Neubauten in Belastungsgebieten beschneiden, so dass die Schwellen für den Gesundheitsschutz gesenkt werden. Bei Umweltverträglichkeitsprüfungen solle die bislang vorgeschriebene Beteiligung der Öffentlichkeit wegfallen. Raumordnungsverfahren sollen ebenfalls ohne Prüfung der Umweltauswirkungen durchgeführt werden. „Durch die Änderungsanträge würde die Umweltverträglichkeitsprüfung ihrer Substanz weiter beraubt“, sagte Hendrik Acker vom Öko-Institut. Bürger und Behörden könnten dann die entscheidenden Konflikte nicht mehr lösen, obwohl deren Lösung für ein friedliches Miteinander von Unternehmen und Gesellschaft in sensiblen Gebieten notwendig sei.
29.5.2009
Kabinett beschließt Verordnung zu Lärm an Flugplätzen
Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die zweite Verordnung zur Durchführung des novellierten Fluglärmgesetzes beschlossen. Mit der Flugplatz-Schallschutzmaßnahmenverordnung (2. FlugLSV) werden Anforderungen an die Qualität des baulichen Schallschutzes von Wohnungen und schutzbedürftigen Einrichtungen in dem von Fluglärm belasteten Umland der größeren Flugplätze in Deutschland festgesetzt.Ziel der neuen Schallschutzverordnung ist es, die Bürgerinnen und Bürger im Umland der Flughäfen besser vor Fluglärm zu schützen. Für alle Beteiligten schafft die Verordnung Klarheit über den erforderlichen Schallschutz von Gebäuden.
Nach den Vorgaben des im Jahr 2007 grundlegend novellierten Fluglärmgesetzes werden von den Ländern neue Lärmschutzbereiche für etwa 50 größere zivile und militärische Flugplätze in Deutschland festgelegt. Wegen des Fluglärms gelten in den Lärmschutzbereichen Baubeschränkungen für Wohnungen und schutzbedürftige Einrichtungen. Für bereits vorhandene Wohnungen und Einrichtungen besteht ein Anspruch auf Kostenerstattung für die Durchführung von baulichen Schallschutzmaßnahmen.
In der neuen Verordnung werden die Schallschutzanforderungen unter Beachtung des Standes der Schallschutztechnik im Hochbau geregelt. Bei der Neuerrichtung von Wohnungen in einem Lärmschutzbereich müssen erhöhte Schallschutzanforderungen für das Gebäude eingehalten werden. Die neue Verordnung regelt zudem auch Art und Umfang der erstattungsfähigen, vom Flugplatzbetreiber zu übernehmenden Aufwendungen für die schallschutztechnische Nachrüstung des Wohnungsbestands, wenn dieser von einem neuen Lärmschutzbereich erfasst wird. Entsprechendes gilt für bestehende schutzbedürftige Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime oder Schulen.
Das Schutzniveau der Verordnung für die Nachrüstung des Wohnungsbestandes entspricht dem Niveau, das auch bei anderen Lärmquellen – etwa beim Neu- und Ausbau von Straße und Schiene – verbindlich ist. Die Schallschutzmaßnahmen führen zu einer Minderung des Fluglärms in der Wohnung und gewährleisten dort angemessene Wohnverhältnisse. Bereits früher durchgeführte freiwillige Schallschutzprogramme der Flughäfen werden anerkannt, es darf sich aber nur ein um 5 Dezibel höherer Innenpegel ergeben. Ein Austausch bereits vorhandener Schallschutzfenster ist hingegen vorgesehen, wenn eine deutliche Verbesserung des baulichen Schallschutzes erforderlich ist.
Die technischen Normen, auf die die neue Verordnung verweist, gewährleisten eine reproduzierbare und ermessensfreie Bestimmung des baulichen Schallschutzes. Zugleich wird der Vollzugsaufwand begrenzt. Die neue Verordnung löst die Schallschutzverordnung 1974 und die Schallschutzerstattungsverordnung 1977 ab, die noch auf der alten Fassung des Fluglärmgesetzes basieren. Auch dadurch ergibt sich eine Vereinheitlichung und Vereinfachung.
Die Verordnung wird jetzt dem Bundesrat zur Zustimmung zugeleitet.
29.5.2009
Studie sieht Zukunft für Einweg – auch Im Biermarkt
Für Handel und Brauereien sind Einweggetränkeverpackungen künftig die bessere Alternative für den bundesweiten Verkauf - sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten. Dabei verspricht insbesondere die Getränkedose ein wachsendes Zusatzgeschäft und ist gleichzeitig das umweltfreundlichste Einweggebinde. Dagegen schwinden die Umweltvorteile von Mehrweg zunehmend. Zu diesen Erkenntnissen kommt die jüngste Studie des Burgauer Beratungsunternehmens CIS OHG mit dem Titel "Die Zukunft des Gebindemarktes", die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Auf der Grundlage einer umfassenden Analyse neuer Marktdaten sowie der Erhebung und Auswertung weiterer empirischer Daten untersucht die Studie Trends bei der Vermarktung von Bier in den verschiedenen Vertriebsschienen. Berücksichtigt wurden dabei wirtschaftliche, logistische, ökologische und politische Faktoren.
Die Autoren der Studie, Robert und Pierre Sauer von der CIS OHG, erklären: „Mehrweg-Getränkeverpackungen sind prinzipiell sehr umweltfreundlich - vorausgesetzt, sie erreichen eine bestimmte Umlaufzahl, also eine bestimmte Häufigkeit der Wiederverwendung, und
werden nicht über weite Strecken transportiert.“ Genau diese Voraussetzungen würden aber immer häufiger nicht mehr erfüllt, denn aufgrund der zunehmenden Vielfalt an individuellen Flaschen und Kästen könnten Umlaufquoten nicht mehr erreicht und Mehrwegsysteme
nicht mehr rentabel betrieben werden.
Gerade in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sehen sich immer mehr Brauer vor der Notwendigkeit, ihre Verpackungen weiter zu individualisieren, um ihre Marken vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Aufhebung der Beschränkungen bei den Verpackungsgrößen durch die EU seit April dieses Jahres wird den Trend weiter verstärken, prognostiziert die Studie.
Zudem stellen die Autoren fest: Unter den Einwegverpackungen - Glas, PET, Metall - schneiden Getränkedosen aus Aluminium und Stahl ökologisch am besten ab. Bei einer Betrachtung der Gesamtumweltbelastung der unterschiedlichen Verpackungen in ihrem Lebenszyklus - von der Herstellung über den Transport bis hin zu Recycling und Bierproduktion - erreichen Getränkedosen die besten Werte, ganz gleich ob es um den CO2-Ausstoß, den Wasserverbrauch, die Luftversauerung oder die Erderwärmung geht.
Um einerseits Verluste im Mehrweg auszugleichen und andererseits ein ertragreiches Zusatzgeschäft zu generieren, hätten sich in den vergangenen Jahren immer mehr Händler und Abfüller für die Dose entschieden. Die Getränkedose verzeichnet daher seit 2006 das größte
Wachstum im Bierkernmarkt.
29.5.2009
Scholz Recycling AG kämpft weiter gegen Deponieverbot für Shredderschwerfraktion
Die Scholz Recycling AG & Co. KG hat nach der Verabschiedung der Deponievereinfachungsverordnung beim zuständigen Verwaltungsgericht eine Feststellungsklage eingereicht, die darauf abzielt, den Verordnungsgeber zu verpflichten, die Ablagerung eines definierten Abfallteilstromes übergangsweise für drei Jahre zuzulassen. Zugleich ersucht das Unternehmen das Verwaltungsgericht um Vorlage dieser Rechtsproblematik beim Europäischen Gerichtshof. Spätestens in der 22. KW wird durch einen deutschen Verfassungsrechtler der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung und der damit verbundenen Rechtssatzverfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht gestellt.
Hintergrund dieser konzertierten gerichtlichen Schritte ist, dass die Scholz-Gruppe seit Jahren eine hochwertige Aufbereitungstechnik für die Verarbeitung der Shredderleicht- und Shredderschwerfraktion am Standort Leipzig-Espenhain betreibt. Pro Jahr können über 225.000 Tonnen Shredderrückstände weiter aufbereitet werden, um die anspruchsvollen Quoten der Altfahrzeugverordnung einzuhalten. Durch die aufwändige Aufbereitung der Shredderschwerfraktion entsteht allerdings ein mengenmäßig kleiner Stoffstrom, der sowohl überdurchschnittlich heizwertreich als auch überdurchschnittlich chlorhaltig ist. Diese Kunststoff-/Gummi-Fraktion mit einer jährlichen Menge von 15.000 bis 20.000 Tonnen konnte in Übereinstimmung mit der bislang geltenden Deponieverordnung auf dafür zugelassenen Deponien abgelagert werden. In Anbetracht des Fehlens geeigneter thermischer Entsorgungsmöglichkeiten war und ist die übergangsweise Ablagerung dieser Fraktion unabdingbar.
Die Deponievereinfachungsverordnung wird diese Abfallbeseitigung untersagen, indem pauschal auf einen bestimmten Heizwert als Grenze für die Ablagerung von Abfällen auf Deponien Bezug genommen wird. Deshalb hat die Scholz-Gruppe in den vergangenen Monaten mit Unterstützung einiger Bundesländer mit Vehemenz darum gerungen, das Recht auf Ablagerung der chlorreichen Kunststoff-/Gummi-Fraktion übergangsweise beizubehalten, bis die derzeit laufenden Versuche des Unternehmens, den Abfallstrom mit einer Pyrolyse zu entsorgen, Produktionsreife besitzen.
Die Bundesregierung als auch die Betreiber thermischer Behandlungsanlagen sehen nach Angaben der Scholz AG hingegen für die Entsorgung dieser Restfraktion keine Probleme und verweisen auf das Vorhandensein ausreichender thermischer Entsorgungskapazitäten. Tatsächlich seien aber alle Gespräche, die seitens der Scholz-Gruppe mit Betreibern von thermischen Behandlungsanlagen geführt wurden, ohne Erfolg verlaufen. Angebote von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft sehen eine fein dosierte Verteilung der chlorreichen Fraktion auf mehrere Verbrennungsanlagen vor und gelangen in Folge dieses komplizierten „Verteilens“ zu Preisvorstellungen, mit denen die Anlagen der Scholz-Gruppe zwangsläufig aus dem Wettbewerb ausscheiden. Zudem soll das Unternehmen auch noch die Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Annahmebedingungen der verschiedenen Verbrennungsanlagen übernehmen, ohne die Dosierung bestimmen zu können. Das erscheint für die Unternehmensgruppe untragbar. Ein Sprecher des Hauses: „Wir erwarten hier vor allem von der Bundesregierung die größtmögliche Unterstützung hinsichtlich Rechtssicherheit. Schließlich wurden bereits 60 Mio. Euro investiert, um die Verwertungsquoten der Altautoverordnung zu erfüllen und dem Primat der stofflichen Verwertung aus der europäischen Abfallrahmenrichtlinie nachzukommen“. Auch deswegen hätten die zuständigen Ministerien des Freistaates Sachsen als Sitzland der Aufbereitungsanlage ihre Unterstützung für die Scholz-Gruppe signalisiert.
29.5.2009
Erfolgsmodell Ökoprofit – Kosten sparen und Umwelt schonen
An dem aktuell laufenden Ökoprofit-Projekt nehmen 13 Düsseldorfer Betriebe und Schulen teil. Nach der ersten Projekthälfte, haben sie am Dienstag, den 26. Mai, in den Räumen der L’Oréal Deutschland GmbH Zwischenbilanz gezogen: Kosten sparen durch Umweltschutz, das sei ein hochaktueller Ansatz. Er werde mit dem Umweltzertifikat Ökoprofit, einem Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Düsseldorf und der Düsseldorfer Wirtschaft, erfolgreich verfolgt, so Umweltdezernentin Helga Stulgies.
Deutliche Einsparpotenziale eröffnen sich bei allen Teilnehmern nach externer Beratung durch den Einsatz energieeffizienter Beleuchtungssysteme. So werden Energiesparlampen statt konventioneller Glühlampen eingesetzt oder Niedervolt-Halogenstrahlern durch LED-Birnen ersetzt. Auch der Einsatz von Bewegungs- oder Präsenzmeldern in Lager- und Wirtschaftsräumen, so dass Beleuchtung nur brennt, wenn Menschen in der Räumen sind, führt zu deutlichen Energieeinsparungen.
Der Geschäftsführer der Renatec GmbH, Frank Gottwald, nannte mit der zwangsweisen, zentralen, Abschaltung der Computer in den Büros, außerhalb der Arbeitszeit, sowie der Aktivierung des Energiesparmodus, die Möglichkeit, mit geringstem Aufwand, Energie einzusparen.
Eine ungewöhnliche Methode eröffnet Sparpotenziale bei den am Ökoprofit-Projekt teilnehmenden Wäschereifilialen: Durch die Umstellung der Wasseraufbereitung auf Grander-Technik könne die Delta Wash GmbH komplett auf Chemikalien verzichten, so Geschäftsführer Matthias Schäfer.
Auch der Gastgeber der Zwischenbilanzveranstaltung, die L’Oréal Deutschland GmbH konnte durch kostengünstige Projekte erste Einsparungen erzielen, bestätigt der Facility Manager der in Düsseldorf ansässigen Hauptverwaltung, Marcus Born. Dazu zählen zum Beispiel die optimierte Steuerung verschiedener Lüftungsanlagen in den Verwaltungsgebäuden und der Einsatz von Wasser sparenden Sensorarmaturen.
Nach einem Jahr wird das Projekt im Januar 2010 abgeschlossen sein. Die Finanzierung der Beratung erfolgt durch Beiträge der Unternehmen, eine Förderung des Umweltministeriums NRW und aus dem Klimaschutzprogramm der Landeshauptstadt Düsseldorf. Im Ergebnis wird den teilnehmenden Firmen die Einführung eines Umweltmanagementsystems mit geringen Kosten und geringem Personalaufwand ermöglicht. Nach Ablauf der aktuellen Projektphase geht ein weiteres Ökoprofit-Projekt an den Start.
29.5.2009
Bayer schreibt Nachhaltigkeitsgeschichte weiter
In der globalen Wirtschaftskrise nachhaltig erfolgreich wirtschaften: Welche Strategien der Bayer-Konzern dafür verfolgt und welche Programme er umsetzt, darüber informiert der jetzt erschienene Nachhaltigkeitsbericht 2008. Neben ausführlichen Informationen zum Nachhaltigkeits-Management und dem Leistungsbericht zu den Bereichen Ökonomie, Mitarbeiter, Menschenrechte, Gesellschaftliches Engagement, Ökologie und Produktverantwortung ist jeweils ein Schwerpunktkapitel den Themen Medizin, Klima und Wasser gewidmet. „Wir wollen Nachhaltigkeit erreichen in allem, was wir tun“, sagt Werner Wenning, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, im Vorwort. Wesentliche Kapitel des Berichts sind von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young begutachtet. Der Bericht erfüllt die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), des international anerkannten Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung, und wird von der GRI mit der höchsten Bewertungsstufe „A+ / GRI checked“ beurteilt.
Die Nachhaltigkeitsstrategie von Bayer basiert nach Angaben des Leverkusener Unternehmens auf soliden Geschäftsmodellen, Investitionen in die Zukunft, dem verantwortungsbewussten Umgang mit allen Interessengruppen und gesellschaftlichem Engagement. Insbesondere setzt Bayer auf seine Innovationskraft und hat 2009 sein Budget für Forschung und Entwicklung noch einmal auf 2,9 Milliarden Euro erhöht – der Konzern bezeichnet es als das höchste der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. „Innovationen sind der Motor der Nachhaltigkeit“, hebt Dr. Wolfgang Plischke, im Vorstand der Bayer AG verantwortlich für Innovation, Technologie und Umwelt, hervor.
Die nachhaltigen Wertbeiträge des Unternehmens beginnen bei seinen Produkten und Dienstleistungen: Sie liefern Lösungsbeiträge, um die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können – die weltweite Gesundheitsversorgung, die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung, den Schutz der Ressource Wasser und die Begrenzung des fortschreitenden Klimawandels.
Auch in der Wirtschaftskrise will Bayer an seiner gesellschaftlichen Verantwortung festhalten und engagiert sich intensiv im sozialen Bereich. Der Konzern hat 2008 rund 50 Millionen Euro in die Förderung von Bildung und Forschung, die Sicherung der sozialen und gesundheitlichen Grundbedürfnisse, den Umweltschutz sowie die Unterstützung von Sport und Kultur investiert. Dieses Engagement sieht das Unternehmen als einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft.
22.5.2009
Achema 2009 – Lichtblick in schweren Zeiten
Der Besucherandrang in den ersten beiden Tagen war trotz des wirtschaftlichen Umfeldes um 1 % größer als 2006, und mit knapp 3.800 Ausstellern auf 134.000 m² hat die Ausstellung das Niveau der letzten Veranstaltung gehalten. „Unsere Branchen setzen damit ein Zeichen gegen die Krise: Wir bauen auf Innovationen und blicken nach vorne“, sagte Dr. Kurt Wagemann, stellvertretender Geschäftsführer der DECHEMA e.V., die die Achema organisiert.
Auf der Achema werden die neuesten Trends aus Forschung und Technik in und für die chemische Industrie, Lebensmittel- und Pharmatechnik sowie verwandte Branchen vorgestellt und diskutiert. Der Anteil der Aussteller aus dem Ausland liegt in diesem Jahr bei über 46 %, und auch die Besucher sind internationaler als je zuvor.
Das Kongressprogramm mit über 900 Vorträgen stößt nach Einschätzung der Organisatoren ebenfalls auf große Resonanz. Besonderes Interesse fand die sehr kontroverse Podiumsdiskussion zur grünen Gentechnik u.a. mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und BASF-Vorstand Stefan Marcinowski am Montag. Wagemann kündigte in diesem Zusammenhang an, die wissenschaftliche Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern direkt nach der ACHEMA bei der DECHEMA fortzusetzen.
Die Achema - Internationaler Ausstellungskongress für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie findet seit 1920 im Dreijahres-Rhythmus in Frankfurt am Main statt.
22.5.2009
Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien trotzt Wirtschaftskrise
Die Zahl der Stellenangebote im Bereich der Erneuerbaren Energien ist im ersten Quartal 2009 gegenüber den Vorjahren weiter gestiegen. Im Vergleich mit 2008 gab es rund ein Viertel mehr an offenen Stellen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der Wissenschaftsladen Bonn und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) heute zum Start der bundesweiten Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien in Gelsenkirchen vorstellten. „Damit hat sich die Aufwärtsentwicklung trotz Wirtschaftskrise nun im vierten Jahr fortgesetzt“, sagte Theo Bühler, Arbeitsmarktexperte des Wissenschaftsladens Bonn, der erstmals 2006 im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien untersuchte.„Während die Gesamtwirtschaft in ihrer tiefsten Krise steckt, ist die Branche der Erneuerbaren Energien weiterhin ein verlässlicher Jobmotor in Deutschland“, erklärte Dietmar Schütz, Präsident des BEE. Bis 2020 rechnet der BEE für Deutschland mit 500.000 Arbeitsplätzen in der Branche. Das sind 220.000 mehr als heute. Schütz mahnte: „Wer in der Politik nun überlegt, den Ausbau der Erneuerbaren hierzulande zu bremsen, gefährdet damit viele tausend Arbeitsplätze.“ Verlässliche Rahmenbedingungen forderte BEE-Präsident Schütz auch für die Bereiche Wärme und Verkehr ein. Die Experten des Wissenschaftsladen Bonn hätten kaum noch Stellenanzeigen im Bereich Biokraftstoffe nachgewiesen. Dies, so Schütz, sei Folge falscher Entscheidungen der Politik. Schütz: „Die Fehler der Biokraftstoffpolitik müssen korrigiert werden und dürfen sich in keinem Feld der Erneuerbaren Energieversorgung wiederholen.“
Nicht alle Regionen profitieren gleichermaßen von der Dynamik der Erneuerbaren, zeigt die Untersuchung des Wissenschaftsladen Bonn. Die meisten Stellenangebote gibt es danach in Niedersachsen (14 %), Rheinland-Pfalz (12,9 %) und Baden-Württemberg (11,2 %). Für das Land NRW, in dem immerhin rund 20 % der deutschen Bevölkerung lebt, konnten die Experten des Wissenschaftsladen Bonn nur 6 % der Stellenangebote verzeichnen. Damit bleibt NRW wie schon im gesamten Verlauf der Vorjahre deutlich unter dem Durchschnitt. Henning Mümmler von der Landesarbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien NRW: „Neben strukturellen Ursachen mangelt es in NRW bisher vor allem am politischen Willen, ehrgeizige Klimaschutzziele zu formulieren und die bestehenden Hemmnisse für den Ausbau der Wind- und Bioenergie zu beseitigen. Diese Politik hat in der Vergangenheit potenzielle Investoren abgeschreckt."
In 45 % der Stellenangebote, ergab die Analyse des Wissenschaftsladen Bonn, werden Ingenieure gesucht. Knapp 32 % der Stellenangebote richten sich an Techniker, Facharbeiter bzw. Handwerker. Auffällig dabei sei, so Bühler, dass sich die Unternehmen zunehmend für Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung öffneten: So würden häufiger als früher sowohl Ingenieure als auch Techniker aufgefordert, sich auf dieselbe Stelle zu bewerben. Stark gefragt sind in der Wachstumsbranche darüber hinaus Kaufleute (17 % der Stellenangebote) sowie Naturwissenschaftler (13 %).
Ausbaubedarf besteht bei den Unternehmen der Erneuerbaren vor allen in den Bereichen Service und Montage sowie Planung und Beratung, ergab die Analyse. Rund 70 % der Stellenangebote kommen aus der Solar- und Windbranche. Bühler: „Die Mehrheit der Unternehmen sucht weiterhin Personal mit Berufserfahrung. Relativ viele Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien sprechen inzwischen aber auch wenig erfahrene Fachkräfte an und versuchen, diese über Weiterbildungen an das Unternehmen zu binden.“
22.5.2009
Neue VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU)
Die VDI-Gesellschaft Energietechnik (VDI-GET) und die VDI-Koordinierungsstelle Umwelttechnik (VDI-KUT) haben sich zur neuen VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU) zusammengeschlossen. Ihre zentralen Arbeitsschwerpunkte sind die Energie- und Ressourceneffizienz. Aus dem Bereich der Umwelttechnik fließen dazu die Themen Nachhaltiges Wirtschaften, Wirtschaften in Kreisläufen sowie Produkt- und Produktionsintegrierter Umweltschutz ein. Energietechnische Arbeitsinhalte sind die Anwendungstechnik, die erneuerbaren Energien, die Energiesystemtechnik, die energiewirtschaftliche Bewertung sowie das Energiemanagement und der effiziente Wärme- und Kälteschutz für betriebstechnische Anlagen.
Vorsitzender der neuen Gesellschaft ist Prof. Hermann-Josef Wagner von der
Ruhr-Universität Bochum, sein Stellvertreter ist Dr.-Ing. Günter Subklew vom Forschungszentrum Jülich. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft ist
Dipl.-Ing. Rüdiger Wolfertz, vormals Geschäftsführer der VDI-KUT.
Die Führungsspitze der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt plant nun die Fach- und Richtlinienausschüsse aus den beiden früheren Gesellschaften in neuen Fachbereichen zusammenführen.
22.5.2009
Sigmar Gabriel ist Schirmherr des Global Wind Day 2009
Am 15. Juni 2009 findet in mehr als 20 Ländern der Global Wind Day 2009 statt. Es ist der erste weltweite Aktionstag zugunsten der Windenergie. Am 15. Juni sowie dem Wochenende davor informieren weltweit Veranstaltungen und Events über die Bedeutung der Windenergie für die Energieversorgung. Der Global Wind Day versteht sich als Informationskampagne, die über die wirtschaftliche wie ökologische Bedeutung der Windenergie aufklären will. Er will Menschen bewegen, sich mit dem Potenzial der Windkraft auseinanderzusetzen. Gleichsam adressiert er in der Öffentlichkeit die Frage, wie wir die Stromversorgung der Zukunft gestalten wollen. Wie in vielen anderen Nationen weltweit wird auch in Deutschland der Tag mit zahlreichen Aktionen begleitet. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Schirmherrschaft für den Global Wind Day 2009 in Deutschland übernommen. Die Windenergie sei ein starkes Zugpferd für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und zukunftsfeste Arbeitsplätze. Der Global Wind Day 2009 zeige den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort das riesige Potenzial der Windenergie, so Gabriel zur Übernahme der Schirmherrschaft.
22.5.2009
Projekt "StadtKlimaWandel" gestartet
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) will gemeinsam mit Kommunen, Stadtplanern und Hausbesitzern die Anpassung an den Klimawandel in Deutschlands Städten vorantreiben. Vor diesem Hintergrund hat der Verband das Projekt "StadtKlimaWandel" gestartet. Gesucht werden Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet, die zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen. "Die Begrünung der eigenen Hausfassade oder eine ökologische Umgestaltung einzelner Stadtviertel sind Beispiele für eine wirkungsvolle Anpassung an Klimaveränderungen in Städten", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Unter www.stadtklimawandel.de können Projekte an den NABU gemeldet werden. Zehn konkrete Beispiele sollen in den kommenden Monaten dokumentarisch begleitet werden. Ziel des Projekts ist es, originelle und ökologisch einfach umzusetzende Bausteine für Deutschlands Kommunen zu entwerfen, mit denen sie auf den Klimawandel reagieren können.
Das Projekt wird gefördert durch das Umweltbundesamt mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.
8.5.2009
WWF wünscht sich Klimaschutzgesetz
Der WWF hat heute in Berlin ein deutsches Klimaschutzgesetz gefordert, das die Verringerung des Treibhausgasausstoßes verbindlich festschreibt und Sanktionen bei Verstößen vorsieht. Die Umweltorganisation legte ein juristisches Gutachten vor, wonach ein solches Gesetz rechtlich machbar, praktikabel und konform mit EU-Recht wäre. „Im Moment ist die deutsche Klimapolitik im Hinblick auf die Klimaziele zu unverbindlich und springt zu kurz“, sagte WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes. „Ein Reduktionsziel bis 2050 fehlt. Das erste Etappenziel, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, ist nicht verbindlich. Es könnte nach der Bundestagswahl von einer neuen Regierung ohne Abstimmung im Bundestag gekippt werden. Bei einem
Klimaschutzgesetz wäre das nicht so einfach der Fall", erklärte Brandes.
Erstellt hat das Gutachten das Berliner Ecologic-Institut. „In Großbritannien gibt es seit November 2008 mit dem Climate Change Act bereits ein europäisches Vorbild“, betonte Nils Meyer-Ohlendorf, Rechtsexperte von Ecologic. „Ein deutsches Klimaschutzgesetz ist politisch sinnvoll, weil es eine Rechtssicherheit schaffen würde, die wir bislang nicht haben."
Grundsätzlich bestünden im deutschen Recht auch andere Möglichkeiten, den Klimaschutz zu regeln. „Ein Gesetz ist jedoch gegenüber den naheliegenden Alternativen wie einem umfassenden Klimaschutzgesetzbuch oder der Aufnahme ins Grundgesetz juristisch und politisch sinnvoller. Es ist deutlich einfacher und schneller auf den Weg zu bringen, und es ermöglicht die Festsetzung von verbindlichen Emissionsminderungszielen“, erläuterte WWF-Chef Brandes.
Das WWF-Klimaschutzgesetz sieht verbindliche mittel- und langfristige Klimaschutzziele sowie feste Zwischenziele vor. Über die Fortschritte müsste die Bundesregierung dem Bundestag Rechenschaft ablegen. Überdies empfiehlt das Gutachten die Einrichtung einer
unabhängigen Klimaschutzkommission. „Diese Klima-Weisen würden die Regierung beraten und gleichzeitig die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten, wo Deutschland im Klimaschutz steht“, sagte Brandes. Sanktionen würden den Druck darüber hinaus erhöhen.
Aus Sicht des WWF braucht die deutsche Klimapolitik spätestens ab der kommenden Legislaturperiode Verbindlichkeit, Transparenz und Langfristigkeit - nicht zuletzt mit Rücksicht auf die Wirtschaft, die Planungssicherheit für klimafreundliche Investitionen benötige.
„Ein Klimaschutzgesetz mit einer weitgehenden Selbstverpflichtung Deutschlands zu Emissionsminderungen hätte international Vorbildfunktion und würde helfen, im Dezember in Kopenhagen ein anspruchsvolles Klimaschutzabkommen zu erreichen“, prognostizierte Brandes.
8.5.2009
Luftverschmutzung führt auch bei Erwachsenen zu Asthma
Das Risiko, an Asthma zu erkranken, ist umso höher, je mehr die Luft am Wohnort mit Feinstaub aus dem Strassenverkehr verschmutzt ist. Das gilt für Kinder, aber auch für erwachsene Nichtraucher. Zu diesem Schluss gelangt eine Untersuchung der vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Sapaldia-Kohortenstudie.Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Sie belastet die Betroffenen sehr, denn sie geht mit einer dauerhaften Überempfindlichkeit gegenüber einer Vielzahl von Reizen einher und führt zu Anfällen von Luftnot. Bei Kindern ist Asthma die häufigste chronische Krankheit, aber auch Erwachsene können Asthma neu entwickeln.
Der Erstautor der Studie, der soeben neu in Basel angetretene Ordinarius für Sozial- und Präventivmedizin Nino Künzli, sagt: "Unsere Resultate tragen zur städtebaulichen Diskussion bei, welche Gebäude in welchem Abstand von verkehrsintensiven Strassen errichtet werden sollen." Die bisher einzige auf die Luftverschmutzung abgestimmte Regulierung - in Kalifornien dürfen innerhalb von 300 Metern Abstand zu Autobahnen keine neue Schulen errichtet werden - decke sich mit den Befunden ihrer Studie, so Künzli.
Die Belastung der untersuchten Personen errechneten die Forschenden nach eigenen Angaben mit einem weltweit einzigartigen Modell, das die stündlichen Feinstaubemissionen des Verkehrs während der gesamten Zeitspanne mit meteorologischen Daten wie Wind und Niederschlag kombinierte. So konnten die Forschenden den zeitlichen Verlauf der Feinstaubbelastung für die acht Gegenden, aus denen die untersuchten Personen stammen, festlegen.
8.5.2009
Blauer Engel ist jetzt auch Klimaschutzzeichen
Der Blaue Engel wird künftig auch für energieeffiziente und klimafreundliche Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Kühlgeräte, Espressomaschinen und Wasserkocher sowie Gasherde, automatische Steckdosenleisten und Wärmedämmverbundsysteme vergeben. Dafür erhält er fortan den Zusatz „schützt das Klima“ im Logo".Wichtigstes Kriterium für die Vergabe des neuen Logos ist ein deutlich geringerer Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Produkten. Auch müssen die Geräte, die das neue Logo erhalten wollen, bei anderen umweltbezogenen Eigenschaften hohe Anforderungen erfüllen: Espressomaschinen müssen eine möglichst kurze Abschaltautomatik haben, Kunststoffteile dürfen keine kritischen Stoffe enthalten und es gelten strenge Grenzwerte für die Freisetzung von Nickel und Blei nach dem Entkalken. Waschmaschinen, die das neue Logo tragen sollen, dürfen neben einem geringen Energieverbrauch auch nur wenig Wasser bei den verschiedenen Waschtemperaturen verbrauchen. Die Wäsche muss bereits bei einer Temperatur von 20 °C behandelt werden können. Das spart Energie und bringt mit den entsprechenden Waschmitteln ein gleichgutes Waschergebnis. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher reduzieren sich damit die Betriebskosten für Strom, Wasser und Abwasser deutlich.
Innerhalb der nächsten drei Jahre werden für bis zu 100 neue Produktgruppen Vergabegrundlagen entwickelt, damit der Blaue Engel für möglichst viele klimarelevante und energieeffiziente Produkte vergeben werden kann. Die zusätzliche Einordnung des Blauen Engels in die Schutzziele „Klima“, „Gesundheit“, „Wasser“ und „Ressourcen“ gibt Herstellern und Händlern außerdem die Möglichkeit, die Umweltvorteile ihrer Produkte besser nach außen hin kommunizieren zu können.
8.5.2009
Neue branchenübergreifende Initiative zu Elektroautos
Gemeinsam mit 15 Unternehmen aus sieben Branchen hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Initiative ELAN 2020 gegründet. ELAN steht für "Elektrofahrzeuge intelligent am Netz". Das Projekt soll dem Elektroauto den Weg zum Massenmarkt ebnen. Anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags erklärte Roger Kohlmann, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung, dass die Energiewirtschaft und ihre Partner die Elektromobilität als große Chance für Deutschland sehen. Die für einen Durchbruch nötigen Vorbereitungen sollen branchenübergreifend und offensiv angegangen werden.
Im Rahmen der Initiative gilt es sowohl die ökonomischen als auch die ökologischen Aspekte einer großflächigen Verbreitung von Elektrofahrzeugen zu ermitteln. Es wurden, laut Kohlmann, inzwischen drei Studien, die die Voraussetzungen für den Aufbau einer wirtschaftlichen, sicheren und großflächigen Versorgungsstruktur für Elektrofahrzeuge aufzeigen, in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen.
8.5.2009
Kunststofferzeugung legte 2008 Rückwärtsgang ein
Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat wohl auch die Kunststofferzeuger in Deutschland hart getroffen. Gemäß der Zahlen, die der Vorsitzende von PlasticsEurope Deutschland e.V., Dr. Günter Hilken, in Frankfurt vorlegte, fiel die produzierte Kunststoffmenge 2008 um 2,5 % auf 20 Mill. t. Der Umsatz ging ebenfalls zurück – er sank um 2 % auf 22,8 Mrd. Euro.Auch der Export entwickelte sich wenig erfreulich. Er sank 2008 der Menge nach gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % auf 13,1 Mill. t, wobei im Wert mit 20,3 Mrd sogar noch ein leichtes Plus von 0,5 % zu verzeichnen war. Der Import ging mengenmäßig um 2,3 % auf 8,4 Mill. t zurück. Im Wert erreichte er mit 12,8 Mrd. Euro noch ein Plus von 1,1 %. Von überragender Bedeutung im Außenhandel waren die Staaten der EU mit einem Anteil von 70,4 % am Export und 88 % am Import.
Die Margen in der Kunststofferzeugung blieben 2008 unter starkem Druck. „Wir erlebten im Jahr 2008 ein nie gesehenes Wechselbad zunächst extrem hoher und dann sinkender Rohstoffkosten, einer boomenden und dann partiell zusammenbrechenden Nachfrage und von Preisen, die von diesen beiden Seiten massiv unter Druck standen“, bilanzierte Hilken.
Die Kunststofferzeuger bekennen sich, so Dr. Hilken, zum Standort Deutschland, den sie im globalen Wettbewerb sichern und ausbauen wollen, um die Entwicklungspotenziale des Werkstoffs Kunststoff auszuschöpfen. Es kommt dabei nach Dr. Hilkens Worten dringend darauf an, die positiven Standortfaktoren weiter zu verbessern. Dies könne nur gelingen, wenn Wirtschaft und Politik an einem Strang zögen. Die Kunststofferzeuger seien dazu bereit. Die Industriepolitik müsse, forderte Dr. Hilken, wieder ins Zentrum des politischen Handelns rücken, die Unternehmen entlastet werden. Insgesamt müsse Deutschland attraktiver für Investitionen aus dem In- und Ausland werden. Dazu gehöre aus Sicht der Kunststofferzeuger insbesondere auch der Abbau von Bürokratie und der Verzicht auf deutsche Sonderwege in der Energiepolitik. Klimaschutz sei eine globale Aufgabe, mit verbindlichen Beiträgen aller Länder. In Sachen Emissionshandel plädiert man dafür, Emissionszertifikate für energieintensive Branchen auf Basis anspruchsvoller technischer Standards unentgeltlich zuzuteilen.
„Mittelfristig möchte ich aber gar nicht so schwarz malen“, sagte der Vorsitzende von PlasticsEurope Deutschland, denn im Prinzip sei die Kunststoff-Industrie seit langem mit zyklischen Schwankungen vertraut und im Wandel zu Hause. Man habe frühzeitig mit der Anpassung an schwierige Rahmenbedingungen begonnen, mit Kostensparprogrammen ebenso wie mit Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsprogrammen.
8.5.2009
Bundesregierung sieht bei Asse II keine Gefährdung des Trinkwassers
Die Bundesregierung sieht nach dem Bekanntwerden der früheren Einlagerung von teils hochgiftigen Stoffen wie Arsen, Quecksilber, Blei, Cyaniden und Pflanzenschutzmitteln in der Schachtanlage Asse II momentan keine Anzeichen für eine aktuelle Beeinträchtigung des Grundwasser. „In der augenblicklichen Situation sehen wir dazu keinen Anlass“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesumweltministeriums Michael Müller (SPD) im Umweltausschuss. Man würde die Situation aber weiter genau beobachten, sagte er. Zugleich bestätigte Müller Meldungen, wonach in dem ehemaligen Forschungsbergwerk auch kontaminierte Bundeswehrabfälle und Tierkadaver, denen radioaktive Stoffe zugeführt worden waren, eingelagert seien.
Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König erklärte, dass in dem Atommülllager "Nachbesserungsbedarf in erheblichem Umfang" bestehe. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat seit Beginn des Jahres die Aufsicht über das Atommülllager. Erschwerend käme hinzu, dass es über die eingelagerten Stoffe in dem einsturzgefährdeten Atommülllager keine vollständigen Inventarlisten gebe und auch ein Großteil der Akten unzureichend sei.
Hinsichtlich der Schließung der Asse II, erklärte er, dass eine Arbeitsgruppe Optionenvergleich momentan drei verschiedene Möglichkeiten erarbeite: Neben der Rückholung der dort eingelagerten Fässer werde eine Vollverfüllung mit Beton oder eine Umlagerung der Fässer in dem Lager selber geprüft. Er kündigte an, dass bis Mitte des Jahres eine Bewertung der verschiedenen Optionen vorliegen und bis Ende 2009 eine Verschlussstrategie gefunden werden solle.
Auf die Frage der CDU/CSU, wann die Neuaufnahme des Inventars der Asse abgeschlossen werden könne, um zu sehen, ob die Verschlussstrategie kompatibel mit den Inventarlisten sei, erklärte König, dass kein genauer Zeitpunkt genannt werden könne, wann alles aufgearbeitet sei. Es sei ein Problem der Asse, so König, dass früher "sehr viel versprochen worden ist."
Die Grünen fragten danach, seit wann die Einlagerungen von Pflanzenschutzmitteln bekannt seien und ob dafür Genehmigungen vorlägen. König erklärte dazu, dass in den 1960er und 1970er Jahren auch Stoffe ohne radiologischen Charakter angenommen worden seien. Die FDP erkundigte sich danach, wie viel Platz im Schacht Konrad vorhanden sei. Dort ist nach Auskunft des Bundesamtes für Strahlenschutz ab 2013 Platz für 63.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle.
8.5.2009
Transportbranche fährt am Klimaschutz vorbei
Die große Mehrheit der deutschen Spediteure und Logistikunternehmen hat das Marktpotenzial klimafreundlicher Transportdienstleistungen noch nicht erkannt. Weiter heißt es in der Studie „Land unter für den Klimaschutz“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), dass derzeit nur 30 % der Logistikunternehmen "grüne" Logistikprodukte anbieten, bei denen die anfallenden CO2-Emissionen durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen werden. Auch in Zukunft wollen gut 40 % der Befragten keine klimaneutralen Transporte anbieten, weil sie keine Nachfrage für diese Dienstleistung sehen.„Viele Spediteure haben die Bedeutung grüner Logistikprodukte im Wettbewerb noch nicht realisiert. Dabei legen immer mehr Kunden Wert auf möglichst niedrige CO2-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. In absehbarer Zeit werden Anbieter, die keine Angaben zur Klimabilanz ihrer Transporte machen können, deutliche Wettbewerbsnachteile haben“, kommentiert Klaus-Dieter Ruske, Partner bei PwC und Global Industry Leader Transportation & Logistics.
Die global agierenden großen Transport- und Logistikunternehmen müssen sich schon heute deutlich häufiger mit den Emissionsbilanzen ihrer Produkte befassen als kleinere, eher regionale Anbieter. Fast jedes zweite (47 %) der weltweit tätigen Unternehmen gibt an, dass die Kunden Nachweise über Emissionsreduktionen erwarten. Von den deutschland- oder höchstens europaweit aktiven Anbietern sagt dies nur gut jeder vierte (28 %). Auch im Produktportfolio schlagen sich diese Unterschiede nieder. So bietet jeder dritte große Logistiker klimafreundliche Transportdienstleistungen an, während dies nur auf jeden vierten kleinen Spediteur zutrifft.
Die meisten Transportunternehmen denken beim Thema Klimaschutz weniger an mögliche Wettbewerbsvorteile, als an die entstehenden Kosten. So glauben 43 % der Befragten, dass die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise die Klimaschutzinvestitionen in der Branche eher verzögert. Einen positiven Effekt sehen 33 %, während 24 % keinen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Klimaschutz erkennen.
„Gerade die kleineren Transportunternehmen sollten sich jetzt intensiv mit ihrer Klimabilanz und klimafreundlichen Dienstleistungen befassen. Sind die CO2-Emissionen erst einmal erfasst und dokumentiert, ist es nur noch ein vergleichsweise kleiner Schritt zum grünen Produkt. So vorbereitet gehen Spediteure gestärkt aus der Krise hervor und machen sich als Auftragnehmer für Logistikkonzerne attraktiv, die ihre Emissionsbilanz gegenüber Kunden ausweisen müssen“, erläutert Michael Werner, Partner bei PwC und Leiter des Sustainability Service.
Für die Studie befragte PwC 71 führende Unternehmen der Logistikbranche.
4.5.2009
Soja macht Laserdrucker umweltfreundlich
Das US-Unternehmen PRC Technologies will Laserdrucker umweltfreundlicher machen und hat hierzu Tonerpatronen auf Basis von Sojabohnen entwickelt. Bei der Produktion herkömmlicher Toner wird Erdöl verwendet. Die Soja-Toner sollen hingegen deutlich umweltfreundlicher sein, bewirbt das Unternehmen sein Produkt. Darüber hinaus ließen sich auch Kosteneinsparungen erzielen, denn die Herstellung sei aufgrund des nachwachsenden Grundstoffs günstiger.Bereits vor einiger Zeit hätten viele Herausgeber von Zeitungen und Printprodukten auf das Druckverfahren auf Basis von Sojatonern umgestellt, berichtet das Portal RedOrbit. Neben dem günstigeren Druck spricht auch die bessere Recyclebarkeit des bedruckten Papiers für die Verwendung der Technologie. Laut den Entwicklern hätten Tests zudem gezeigt, dass es in der Verwendung und im Druckergebnis keinen Unterschied zwischen herkömmlichen Tonerprodukten und jenen auf Sojabasis gibt. "Unser Ziel war es, eine umweltfreundliche Alternative zu entwickeln, die noch dazu günstiger ist", sagt Rick Greenlaw, Marketingmanager bei PRC Technologies.
Die ersten Toner mit Soja-Füllung für Standarddrucker sind in den USA bereits zu kaufen. Über das Webportal LaserMonksgreen können Tonerkassetten für eine Auswahl an HP- sowie Canon-Druckern bezogen werden. Produkte für Lexmark sollen folgen. Preislich bewegen sich die Sojatoner beispielsweise bei HP etwa 20 Prozent unter den Kosten für eine Original-Tonerkassette. Im Moment sind Sojatoner ausschließlich für Laserdrucker erhältlich. Produkte für Tintenstrahl-Drucker auf Basis von Soja wurden bislang noch nicht entwickelt.
PRC Technologies ist bis jetzt der einzige Produzent der alternativen und umweltfreundlicheren Druckertoner. Vonseiten der großen Printer-Hersteller gibt es bislang keine Ankündigung in diese Richtung. Laut RedOrbit habe man sich bei HP zwar bereits mit Toneralternativen auf Basis von biologischen Materialien befasst, diese hätten aber nicht den geforderten Qualitätsstandards entsprochen. Auch bei Lexmark wird bestätigt, dass sich die Entwickler mit Granulaten auf Soja- und Getreidebasis beschäftigen. Details dazu gibt es jedoch nicht.
4.5.2009
Bundestag senkt Biokraftstoffquote
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht in der Entscheidung des Bundestages vom 23. April 2009, die Beimischungsquote für Biokraftstoffe auf 5,25 % abzusenken, einen erheblichen Rückschlag für die Erneuerbare Mobilität. Biokraftstoffe seien zurzeit die einzige Möglichkeit, Erneuerbare Energien im Mobilitätssektor in nennenswertem Umfang zu nutzen. Deren Einsatz jetzt per gesetzlicher Quote um rund ein Fünftel zu reduzieren hätte nicht nur fatale Folgen für Klimaschutz und Arbeitsplätze, sondern widerspräche auch den von der EU vorgegebenen Ausbauzielen, so Björn Klusmann, Geschäftsführer des BEE.
Für den Beschluss gibt es nach Ansicht des BEE keine nachvollziehbaren Gründe. In der EU seien aktuell große Agrarüberschüsse vorhanden, die für die Produktion von Biosprit genutzt werden könnten. Der viel beschworene Gegensatz von Tank und Teller existiere daher nicht. Auch werde die Nachhaltigkeit der Produktion von Biokraftstoffen durch die EU-Richtlinie noch in diesem Jahr verbindlich geregelt.
Für den Löwenanteil von Kraftstoff aus Mineralöl gäbe es dagegen nicht einmal Überlegungen, geschweige denn verbindliche Vorgaben für eine nachhaltige Produktion, bemängelt Klusmann. Selbst ein Bericht der Mineralölwirtschaft über die Herkunft des verwendeten Öls an die Fachpolitiker der Fraktionen stehe immer noch aus. Dennoch habe der Bundestag den Anteil von Erdöl an der Zapfsäule um ein Prozent erhöht – mit allen negativen Folgen für Menschen und Umwelt in den Herkunftsländern. Die heimische Biokraftstoffindustrie stehe nun vor weiteren massiven Einschnitten. Schon die Einführung der Besteuerung von Biodiesel habe den Absatz von reinem Biodiesel in Deutschland zusammenbrechen lassen. In der Konsequenz hätten viele Unternehmen der Branche Kurzarbeit oder sogar Insolvenz anmelden müssen. Dieser Abwärtstrend würde sich laut Klusmann in den kommenden Monaten noch beschleunigen. Damit würde ein wichtiger Teil der heimischen Erneuerbare-Energien-Branche inklusive vieler neuer Arbeitsplätze regelrecht demontiert.
4.5.2009
Hoher Flächenverbrauch gefährdet biologische Vielfalt
„Biodiversität braucht Raum!“ - diese Forderung richteten Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) diese Woche beim Parlamentarischen Frühstück der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin an die Politik. Die Wissenschaftler bezeichneten die nach wie vor hohe Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke sowie die zunehmende Landschaftszerschneidung als besorgniserregend und als wesentliche Ursachen für die Gefährdung der biologischen Vielfalt in Deutschland.Die tägliche Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr liegt heute trotz stagnierendem Bevölkerungswachstum ähnlich wie in den 1990er Jahren bei 96 Hektar pro Tag (Datenbasis von 2007). Auch wenn Wohnraum, Straßen und Industrie- und Gewerbeflächen ihren Platz brauchen - für die biologische Vielfalt birgt ein derart hoher Flächenverbrauch ein enormes Gefährdungspotenzial. Siedlungsbau und Verkehrsinfrastruktur, aber auch die Begradigung von Fließgewässern sowie intensive Flächennutzung in der Landwirtschaft haben in den vergangenen Jahren zu einem alarmierenden Rückgang/zu einer Beeinträchtigung von Lebensräumen geführt.
„Biologische Vielfalt hängt direkt vom Umgang des Menschen mit der Fläche ab“, sagt Prof. Dr. Bernhard Müller, Direktor des IÖR. Engagierte Forschungsvorhaben für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme existierten bereits seit Langem. Nun käme es darauf an, die in Wissenschaft und Politik gleichermaßen vertretenen Forderungen nach einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Fläche auch konsequent umzusetzen.
Lebensräume von Tieren und Pflanzen müssen großräumig gesichert und stärker miteinander vernetzt werden, um das langfristige Überleben vieler Arten in Mitteleuropa zu sichern, fordert Bernhard Müller. Ein leistungsfähiger Biotopverbund könne jedoch nicht auf lokaler Ebene und auch nicht allein von einzelnen Ländern geschaffen werden, sondern erfordert Abstimmungen über Landes- und Staatsgrenzen hinweg. Entsprechende Vernetzungsprioritäten sollten daher auf Bundesebene formuliert werden und könnten Eingang in ein Bundeslandschaftsprogramm finden, das unter anderem auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen fordert. Im Hinblick auf wandernde Tierarten und auf großräumig zusammenhängende Biotopkomplexe sollte ein solches nationales Konzept auch europäische Zusammenhänge berücksichtigen und geeignete Schnittstellen aufzeigen.
"Ein vergleichsweise einfacher, aber wirkungsvoller Beitrag zu einem nationalen Biotopverbund könnte auch dadurch geleistet werden, dass die ökologische Zerschneidungswirkung der Autobahnen durch Grünbrücken gemindert wird", sagt Bernhard Müller. Solche grünen Verbindungswege werden bei Neubauten vielfach berücksichtigt, an den rund 10.000 km umfassenden bestehenden Autobahnen fehlen diese Verbindungswege jedoch. Hier sollten an Schlüsselstellen Grünbrücken und grüne Korridore geschaffen werden. Durch wenige punktuelle Baumaßnahmen könnten hier bereits große Verbesserungen erzielt werden, so Müller. Und weiter: "Ziel sollte es sein, analog zur nationalen Verkehrswegeinfrastruktur und deren Planung einen Mechanismus zur Schaffung einer grünen Infrastruktur in Leben zu rufen." In der Siedlungsentwicklung wünscht sich Müller, Städte ökologisch aufzuwerten. Dies sei z. B. durch Schaffung hochwertiger Naturräume, gezielte Entwicklung von Grünachsen und Biotopvernetzung innerhalb der Stadt sowie zwischen Stadt und Region möglich.
4.5.2009
Nationaler Biomasseaktionsplan
Auf Vorschlag von Bundesagrarministerin Ilse Aigner und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat das Kabinett am Mittwoch den Nationalen Biomasseaktionsplan (Energie) beschlossen. Die Bundesregierung unterstützt damit die EU-Kommission, die in ihrem 2005 veröffentlichten europäischen Biomasseaktionsplan die EU-Mitgliedstaaten aufforderte, nationale Aktionspläne für die energetische Nutzung von Biomasse zu erstellen. „Mit dem Biomasseaktionsplan wird die Bioenergie in Deutschland effizient und nachhaltig ausgebaut. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung, insbesondere in den ländlichen Räumen“, sagte Bundesagrarministerin Ilse Aigner.
„Bioenergie wird mittelfristig unserer wichtigster erneuerbarer Energieträger bleiben. Die Nachhaltigkeit der Biomasseerzeugung gewinnt daher noch an Bedeutung. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die voraussichtlich Ende Mai in Kraft tretenden europäischen Nachhaltigkeitsanforderungen in nationales Recht umzusetzen“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Bioenergie deckt heute schon knapp 5 Prozent des deutschen Primärenergiebedarfs. Verbunden damit sind eine Schonung fossiler Ressourcen, ein signifikanter Beitrag zum Klimaschutz und die Schaffung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in erheblichem Umfang. Um die Zielvorgaben des Maßnahmenpaketes der EU vom April 2009 und des Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms der Bundesregierung vom August 2007 umzusetzen, soll dieser Anteil bis zum Jahr 2020 deutlich erhöht werden.
Der Biomasseaktionsplan zeigt auf, welche Strategien verfolgt werden sollen, um den Ausbau der Bioenergie effizient und nachhaltig zu betreiben und welche konkreten Maßnahmen zu ergreifen sind. Er soll in einem weiteren Schritt durch einen komplementären Aktionsplan zur stofflichen Biomassenutzung ergänzt werden.
4.5.2009
Bayer und TU Dortmund planen Bau eines neuen Technologiezentrums im Chempark Leverkusen
Bayer Technology Services GmbH (BTS) und die Technische Universität Dortmund planen den Bau eines neuen Technologiezentrums im Chempark Leverkusen. In dieser „Fabrik der Zukunft“ sollen ressourcenschonende, flexible und effiziente Produktionskonzepte entwickelt und getestet werden. Das Vorhaben wird mit fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Der Baubeginn im Werksteil Köln-Flittard ist zum Jahreswechsel 2009/2010 vorgesehen. Die Fertigstellung soll bis Ende 2010 erfolgen.
„Eine weitere, wesentliche Verbesserung von Produktionsverfahren in puncto Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung kann nur mit dem Einsatz gänzlich neuer Technologien gelingen“, sagte der BTS-Geschäftsführer Achim Noack. Das neue Technologiezentrum möchte mithilfe von Prozessintensivierung, Mikroreaktionstechnik sowie modularen, standardisierten Fabrikationseinheiten innovative Reaktions- und Prozesstechniken entwickeln.
27.4.2009
Die Deutschen bekennen sich zur Mülltrennkultur
Schon im Alltag kann jeder einzelne die Ressourcen der Natur schonen, wenn er sich einschränkt. Wie umweltbewusst leben die Deutschen und welche Maßnahmen ergreifen sie zur Erhaltung der Natur? Aktionen, die wenig Aufwand erfordern sind sehr beliebt, Lebensqualität wollen die meisten aber nicht einbüßen. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau.So nutzen fast alle die Infrastruktur zur Mülltrennung. Neun von zehn Bundesbürgern (90,2%) entsorgen pflichtbewusst ihr Altpapier. Ebenso viele (88,6%) nutzen auch zur Altglasentsorgung die entsprechenden Container. Jeweils mehr als sieben von zehn Befragten verwenden bevorzugt Energiesparlampen (73,2%) und achten beim Kauf von Elektrogeräten auf stromsparende Modelle (71,1%). Zwei Drittel der Deutschen sagen zudem, sie würden ihre Wohnung energiesparend lüften (68,8%) und ihre Elektrogeräte vollständig (kein Standby-Betrieb) ausschalten, um so Strom zu sparen (65,9%).
Geringer fällt die Zustimmung bei Maßnahmen aus, die größeren Aufwand erfordern. Immerhin vier von zehn Bürgern (38,8%) verzichten im Winter auf wohlige Wärme, indem sie die Temperatur herunterregeln. Ähnlich viele (38,2%) setzen Wasser sparende Armaturen und Brausen ein. Ein Drittel (34,6%) schränkt den Verbrauch von warmem bzw. heißem Wasser generell ein.
27.4.2009
Schon 2020 - Hälfte des Stromverbrauchs erneuerbar
Kraftwerkskapazitäten und Stromproduktion der erneuerbaren Energien werden sich einer Untersuchung zufolge bis zum Jahr 2020 etwa verdreifachen. Erwartet wird, dass die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bis 2020 einen Anteil am Bruttostromverbrauch in Deutschland von 47 Prozent erreicht. Die Meldung der Presseagantur dpa bezieht sich dabei auf eine am Montag auf der Hannover Messe vorgestellten Studie des Bundesverbands Erneuerbare Energie.Voraussetzung sei, dass sich die positiven Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland erhalten und weiterentwickeln. Der dominierende erneuerbare Energieträger im Elektrizitätssektor bleibe die Windenergie.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien entlaste die Volkswirtschaft erheblich, weil etwa Kosten durch Umwelt- und Klimaschäden deutlich verringert würden. Zudem hieß es, dass über die derzeit in Bau befindlichen Kraftwerksprojekte hinaus voraussichtlich keine neuen fossilen Kraftwerke benötigt würden, um 2020 eine sichere Stromversorgung in Deutschland zu gewährleisten.
27.4.2009
Regierung setzt europäische Batterie-Richtlinie um
Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der den Vertrieb, die Rücknahme und die Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren an europäisches Recht anpasst, ist am Mittwochvormittag im Umweltausschuss mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen angenommen worden. Bündnis 90/Die Grünen und die Linke stimmten gegen den Entwurf, die FDP enthielt sich der Stimme. Danach sollen Batterien wie bisher getrennt vom Hausmüll entsorgt und bei entsprechenden Rücknahmestellen abgegeben werden. Neu eingeführt wird ein zentrales Melderegister für die Hersteller von Batterien und Akkumulatoren, das beim Umweltbundesamt angesiedelt werden soll.
Die Hersteller werden in Zukunft zudem verpflichtet, ein Rücknahmesystem aufzubauen und zu betreiben, mit dem die Erfassung und ordnungsgemäße Verwertung von Batterien sichergestellt werden soll. Batterien, die bestimmte gefährliche Substanzen enthalten, dürfen künftig nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.
Die Vertreiber von Batterien müssen auch weiterhin Altbatterien vom Verbraucher unentgeltlich zurücknehmen. Das Gesetz schreibt erstmals auch Sammelziele für Batterien vor: Bis September 2012 sollen 35 Prozent und bis 2016 insgesamt 45 Prozent aller Geräte-Altbatterien gesammelt werden.
Mit dem "Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung der abfallrechtlichen Produktverantwortung für Batterien und Akkumulatoren" setzt die Regierung die Batterierichtlinie der Europäischen Union aus dem Jahr 2006 in nationales Recht um.
Die CDU wies darauf hin, dass Deutschland die in dem Gesetz vereinbarten Sammelziele für Batterien bereits erfülle. Das Gesetz stelle einen Fahrplan dar, um die Rücknahme von Batterien weiter zu steigern. Bei der Rücknahme und Entsorgung sprach sich die CDU für eine "starke kommunale Seite", aber auch für eine "starke Partnerschaft und keine Gegnerschaft mit dem Mittelstand" aus. Auch die SPD bewertete den Gesetzentwurf als "grundsätzlich positiv". Sie sprach sich jedoch gegen eine Sammlung gefährlicher Stoffe in Haushalten aus.
Die FDP lehnte ein Pfandsystem für Batterien, wie es in einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (16/11917) gefordert wurde, ab. Ein solches System ist nach Auffassung der FDP "realitätsfremd" und führe nicht zu einer Verbesserung des Ist-Zustandes.
Die Linke machte sich für eine Ausweitung der Sammelquoten stark. Angesichts der bereits jetzt höheren Sammelquote sei es "unsinnig, niedrigere Quoten anzusetzen", argumentierte Die Linke. Sie plädierte für eine Quote von 70 Prozent bei der Sammlung von Batterien.
Bündnis 90/Die Grünen verteidigten ihre Forderung nach der Einführung eines Pfandsystems: „Wir sind der Ansicht, dass Pfand das richtige Instrument ist“, erklärten die Grünen. Dabei verwies die Fraktion darauf, dass der Verbrauch von Batterien von 25.000 auf 35.000 Tonnen gestiegen sei. Nach Meinung der Grünen soll daher vor allem der Einsatz von sogenannten Primärbatterien vermindert werden.
27.4.2009
Energieproduktivität steigt, aber nicht nach Regierungswunsch
Die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität ist in Deutschland zwischen 2000 und 2008 schwächer gestiegen als zuvor. Das Statistische Bundesamt (Destatis) berechnete für diesen Zeitraum einen Anstieg von durchschnittlich 1,6% pro Jahr. Zwischen 1990 und 2000 war die Energieproduktivität noch um 2,2% im Jahresmittel gewachsen. Die Energieproduktivität gibt das Verhältnis von gesamtwirtschaftlicher Leistung (preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt) und dem Primärenergieverbrauch im Inland an. Ein Anstieg der Energieproduktivität zeigt einen sparsameren und effizienteren Umgang mit Energie an. Die Bundesregierung hat in ihrem Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das bestehende Ziel einer Verdopplung der Energieproduktivität zwischen 1990 und 2020 bekräftigt.
Unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung kann dieses Ziel nur dann erreicht werden, wenn für den verbleibenden Zeitraum bis 2020 eine jahresdurchschnittliche Steigerung der Produktivität von 3,0% erreicht wird.
Der Anstieg der Energieproduktivität zwischen 2000 und 2008 um insgesamt 13,2% ist weniger durch den Rückgang des Energieverbrauchs als viel mehr durch einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung erzielt worden. Das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt) weist in diesem Zeitraum ein Wachstum von 10,1% auf. Der Energieverbrauch sank in dieser Zeit insgesamt nur um 2,8%.
Ursache für den niedrigeren Energieverbrauch ist die gesunkene Nachfrage der privaten Haushalte, deren Anteil am inländischen Primärenergieverbrauch 2007 24,3% betrug. Die privaten Haushalte haben ihren Energieverbrauch für Haushaltsenergie und Kraftstoffe im Zeitraum 2000 bis 2007 um 11,7% kräftig gesenkt. Dazu hat insbesondere ein verringerter Brennstoffverbrauch im Bereich der Raumwärme beigetragen. Der Energieverbrauch der Produktionsbereiche ist von 2000 bis 2007 dagegen leicht angestiegen (+ 1,7%), bei einem Wachstum der wirtschaftlichen Leistung (gemessen an der preisbereinigten
Bruttowertschöpfung) um 10,4%.
27.4.2009
Navis für den Klimaschutz
Eine neue von NAVTEQ, einem Anbieter digitaler ortsabhängiger Kartendaten und Verkehrsinfos für Fahrzeugnavigation, mobile, drahtlose und Unternehmenslösungen, erstellte Navigationsstudie, stellt fest, dass Nutzer von Navigationssystemen kürzere Strecken zurücklegen und weniger Zeit benötigen. Durchgeführt wurde die Studie in den deutschen Großstädten Düsseldorf und München. Sie zeigt auch, dass sich durch die Nutzung eines Navis die Kraftstoffeffizienz um 12 Prozent erhöht – gemessen am Literverbrauch pro 100 Kilometer. Durch das Verwenden eines Gerätes fällt der Spritverbrauch von 8,3 auf 7,3 Liter pro 100 Kilometer. vor: Untersucht wurden die Auswirkungen von Navigationsgeräten auf den täglichen Gebrauch. Frühere Analysen in diesem Bereich konzentrierten sich mehr auf Szenarien bei denen sich der Fahrer verfahren hat. Nicht jedoch auf die Vorteile von Navigationssystemen für Fahrer im Alltag.
Die Treibstoffersparnis entspricht einem geschätzten Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen um 0,91 Tonnen pro Jahr/einem Anstieg der Ausstoßmenge um 24 Prozent, die ein Fahrer ohne Navi im Jahr produziert. In Bezug auf Gramm pro Kilometer gehen die Emissionen auf 25 Gramm/Kilometer pro Fahrzeug zurück.
Indem jährlich knapp 2.500 Kilometer pro Fahrer weniger gefahren werden, könnten in Deutschland durch die verringerte Abnutzung 1,19 Millionen Reifen weiterhin genutzt werden.
Die Studie baut auf drei Benutzergruppen auf: Fahrer ohne Navigationssystem, Personen mit Navis und Teilnehmer mit Geräten, die über aktuelle Verkehrsinformationen informieren.
27.4.2009
Bundesumweltministerium fördert elektrische Fahrzeugantriebe mit 100 Millionen Euro
Mit elektrischen Fahrzeugantrieben lassen sich verkehrsbedingte CO2- und Schadstoffemissionen senken - vor allem dann, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Wasser und Sonne stammt.Das Bundesumweltministerium hat daher heute eine Förderbekanntmachung zur Elektromobilität veröffentlicht. Gefördert werden vor allem die Weiterentwicklung und Erprobung von Plug-In-Hybrid- und Elektroantrieben, Verfahren zum gesteuerten Be- und Entladen im Pkw- und Wirtschaftsverkehr sowie die Forschung und Entwicklung im Recycling von Antriebsbatterien.
Das BMU unterstützt ferner die Vernetzung von Elektrofahrzeugen und Energiesystemen mittels Informations- und Kommunikationstechnologie in den E-Energy-Modellregionen sowie den Kauf von Diesel-Hybrid-Bussen durch Kommunen.
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln. Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf die Straße kommen. Dafür stehen im Rahmen des Konjunkturpakets II insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung.
18.4.2009
Hannover Messe setzt auf die Sonne
Die direkte Stromgewinnung aus Sonnenlicht gilt als eine der Technologien mit besonders guten Zukunftschancen. Die Nachfrage nach Fotovoltaik in Europa ist stark, und es besteht noch weiteres Wachstumspotenzial. Die Branche arbeitet derzeit verstärkt daran, die Herstellungskosten von Solarzellen zu reduzieren, ihre Effizienz zu verbessern und die Durchsatzraten in der Produktion zu erhöhen. Gerade für die Energieversorgung privater Haushalte wird Fotovoltaik in Zukunft eine immer größere Bedeutung bekommen. „Die Erneuerbaren Energien werden 2020 in Deutschland 47 Prozent der Stromversorgung sichern. Dabei kommt der sehr dezentralen Solarenergie eine Schlüsselrolle zu. Wenn der Strom vom eigenen Dach in einigen Jahren günstiger ist als der Strom vom Energieversorger, dann werden sich mehr und mehr Haushalte unabhängig machen von Kohle sowie Atom und können zu diesem Wachstum beitragen", sagt Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE).
Das Thema Solarstrom ist auf der internationalen Messe Energy im Vergleich zum vergangenen Jahr weiter gewachsen. Der Schwerpunkt der Präsentationen befindet sich im Themenpark Renewables in Halle 13. Aber auch in Bezug auf Werkzeuge und Materialien, Komponenten bis hin zu kompletten Solarstromanlagen sowie Service- und Dienstleistungen findet der Fachbesucher auf der Hannover Messe alles zum Thema Fotovoltaik. Beispielsweise nimmt auf der Research & Technology in Halle 2 die Energieerzeugung aus Sonnenlicht einen Platz ein. Zudem bietet die Nutzung dieser Technologie ein großes Potenzial für die industrielle Produktion - Prozesse können optimiert und Kosten eingespart werden. Anwendungen hierzu bietet die Industrial Automation. Weitere Aussteller zum Thema Solar finden sich außerdem auf der Subcontracting oder SurfaceTechnology.
Eines der Highlights für die Fotovoltaik-Branche soll auf der diesjährigen Hannover Messe das erstmalig stattfindende PV-XXL Forum am 23. April 2009 in Halle 27, Stand K47, sein. Zum Thema „Paradigmenwechsel auf dem PV-Markt durch Projekte im Kraftwerksmaßstab“ findet dieses hochrangig besetzte Forum erstmalig im Rahmen der Energy statt. Thematisiert werden unter anderem das Zusammenspiel zwischen Politik, Energie-Versorgungsunternehmen und Fotovoltaik-Industrie sowie alternative Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für Fotovoltaik-Kraftwerksprojekte.
18.4.2009
Spam-Mails schaden Umwelt
Unerwünschte Werbe-E-Mails sind für Internet-Nutzer in aller Welt ein großes Ärgernis. Firmen investieren hohe Summen in die Abwehr der Spam-Nachrichten. Und auch die Umwelt nimmt Schaden durch diese E-Mails. Das hat jetzt das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee in einer Studie herausgefunden. Der "Carbon Footprint of Email Spam Report" besagt, dass im Jahr 2008 der durch Spam-E-Mails verursachte weltweite Energieverbrauch bei 33 Terawattstunden (Twh) liegt. Dies entspricht dem Verbrauch von 2,4 Millionen Haushalten in den USA und der Klimagasemission von 3,1 Millionen Pkw.
Der hohe Energieverbrauch basiert auf den Annahmen, dass beim Erstellen einer E-Mail ein Computer inklusive eines Monitors eingeschaltet sein muss. Dann wird die Nachricht - oft tausendfach - über das Internet verschickt. Hierbei wandert sie über das Datennetz, das ebenfalls Energie verbraucht, weil weitere Computer (Server) in den Versand involviert sind. Beim Empfänger ist ebenfalls ein Rechner nebst Bildschirm eingeschaltet, und um die eingehenden unerwünschten Nachrichten zu löschen, benötigt der Anwender Zeit. Zeit, in der der Computer und die Peripheriegeräte wiederum Energie konsumieren.
Würde jedes E-Mail-Postfach durch Spam-Filter geschützt, die unerwünschte Nachrichten automatisch löschen, könnten Verbraucher und Unternehmen dadurch gemäß dem MCAfee-Report die Energieverschwendung um 75 % reduzieren. Zwar verbraucht auch das Filtern der eingehenden Nachrichten Energie, doch dieser Anteil am gesamten Spam-Energieverbrauch liegt laut der Untersuchung bei nur 16 %.
18.4.2009
Studie sieht noch Klimaschutzpotenzial in der Abfallwirtschaft
In der Abfallentsorgung steckt Potenzial für mehr Klimaschutz. Das zeigt die aktuelle Studie des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums „Ressourcen- und Klimaschutz in der Siedlungsabfallwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen – Zukünftige Potenziale und Entwicklungen“. Sie enthält konkrete Maßnahmen für die Siedlungsabfallwirtschaft, um den Ausstoß von CO2 zu verringern und Ressourcen zu schützen. „Abfälle müssen in einem noch stärkeren Maß als Rohstoff- und als Energiequelle genutzt werden“, bilanziert Umweltminister Eckhard Uhlenberg. „Die Ergebnisse bilden eine Grundlage um die Effizienz in unseren Müllverbrennungsanlagen weiter zu steigern und geben uns Anhaltspunkte, wie die kommunalen Konzepte zur Abfallverwertung optimiert werden können.“
Laut Studie liegen die größten Einsparpotenziale für den Klimaschutz darin, die Energieeffizienz von Müllverbrennungsanlagen weiter zu steigern. Bereits jetzt dient die bei der Verbrennung entstehende thermische Energie dazu, Haushalte und Industriebetriebe mit Strom, Fernwärme und Dampf zu versorgen. In Wärmenutzung und Stromerzeugung stecken weitere Potenziale für den Klimaschutz.
Neben den Müllverbrennungsanlagen bietet die Behandlung von Bioabfällen und Grünabfällen noch große Chancen, den CO2-Ausstoß zu verringern. Vor allem aus der getrennten Sammlung und Verwertung von Bioabfällen ergeben sich weitere Einsparmöglichkeiten. Um den CO2-Ausstoß weiter zu senken, sollten mehr Bioabfälle in Vergärungsanlagen verwertet werden. Auch die Kompostverwertung vermindert den Treibhausgasausstoß, da Kohlenstoff als Humus gebunden wird. Komposte aus Bioabfall und Grünabfall dienen zum Beispiel als Torfersatz und schonen so direkt die Ressourcen.
Experten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbrauchschutz (LANUV) sowie aus der kommunalen und privaten Abfallwirtschaft haben die Gutachter bei der Studie beraten.
18.4.2009
Angst vor Klimawandel steigt wieder
Wieder mehr Sorgen machen der Bevölkerung Klimawandel, Energiepreise und Versorgungssicherheit, so das aktuelle co2online-Klimabarometer für das erste Quartal 2009. Angst vor den Folgen des Klimawandels zeigen mit 37 Prozent so viel Teilnehmer der Befragung wie nie zuvor. Sie erwarten, dass sich ihre Lebensqualität in den nächsten zehn Jahren aufgrund von Klimaveränderungen verschlechtern wird. Auch der Klimabarometer-Index, der die Einschätzung der Teilnehmer im Zeitverlauf darstellt, zeichnet ein eher pessimistisches Stimmungsbild. Die Indices für die Sorgen der Befragten um Versorgungssicherheit und Energiepreise steigen von 83 bzw. 85 Punkten im letzten Quartal 2008 auf jeweils 92 Punkte an, der Index zur Klimaveränderung bleibt unverändert hoch.
Das Klimabarometer zeigt außerdem einen deutlichen Anstieg des Interesses an KfW-Fördermitteln zur energetischen Gebäudemodernisierung. Dies kann zwar auch mit der Angst vor Klimaveränderungen zusammenhängen. Vor allem aber liegt es wohl am neuen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Danach müssen Bauherren seit dem 1. Januar 2009 den Energiebedarf ihres Hauses anteilig mit erneuerbaren Energien decken - oder ersatzweise ähnlich klimafreundliche Maßnahmen ergreifen.
Die Quartalsfrage des Klimabarometers galt diesmal der "Abwrackprämie" für Altautos. In den ersten drei Monaten 2009 wurden die Besucher von www.klima-sucht-schutz.de gefragt, ob sie von der Abwrackprämie durch verbrauchsärmere Neuwagen mehr, weniger oder unveränderte CO2-Emissionen erwarten. Mit 31 Prozent ist immerhin fast jeder Dritte davon überzeugt, die Abwrackprämie würde die CO2-Emissionen senken. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) sieht allerdings keinen Zusammenhang zwischen Abwrackprämie und dem künftig zu erwartenden CO2-Ausstoß.
18.4.2009
Zweifel am Zertifizierungssystem für Biomasse
Das Zertifizierungssystem für Biomasse kann die nachhaltige Produktion von importiertennachwachsenden Rohstoffen nur begrenzt sicherstellen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in einer Untersuchung zu den Nachhaltigkeitsanforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, die im Dezember 2008 vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde.
Die Richtlinie stellt Kriterien für die Nachhaltigkeit von Biomasse auf, die als Biokraftstoffe oder andere flüssige Brennstoffe eingesetzt werden. Die Anforderungen der EU-Richtlinie gelten sowohl für in der EU produzierte als auch für importierte Biomasse und haben die Einsparung von Treibhausgasemissionen, den Schutz von Flächen mit anerkanntem hohen Wert für die biologische Vielfalt sowie den Schutz von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand und Torfflächen zum Gegenstand.
Darüber hinaus gelten Anforderungen an die landwirtschaftliche Bewirtschaftung für in der EU angebaute nachwachsende Rohstoffe. Die Produktion von Biosprit ist aufgrund ihrer ökologischen Auswirkungen umstritten, zum Beispiel wegen der Abholzung von Regenwald für den Anbau von Palmöl. Durch die Kriterien kann zwar sichergestellt werden, dass auf der gerade bewirtschafteten Fläche kein ökologisch wertvoller Bestand zerstört wurde. Weicht aber dafür beispielsweise die Produktion von Nahrungsmitteln in sensible Räume aus, so bietet das rechtliche Instrumentarium der Richtlinie dagegen keine Handhabe.
Die Untersuchung soll auf dem 14. Leipziger Umweltrechtlichen Symposion am 23. und 24. April 2009 vorgestellt werden. Dort diskutieren voraussichtlich etwa 100 Juristen die Rechtsfragen der Nutzung erneuerbarer Energien.
„Die Richtlinie sieht allerdings keine sozialen Kriterien vor, sondern lediglich Berichtspflichten der Kommission hinsichtlich der sozialen Tragbarkeit einer erhöhten Nachfrage nach Biokraftstoffen in der EU und in Drittländern. Andere Probleme, wie indirekte Landnutzungsänderungen oder steigende Nahrungsmittelpreise sind durch Kriterien nicht erfassbar“, erläutert Dr. Grit Ludwig vom UFZ. Insgesamt sei daher beim Einsatz von Biomasse als Energieträger Augenmaß erforderlich. Biomasse sollte zudem dort am stärksten gefördert werden, wo dies am effektivsten ist, nämlich bei der stationären Nutzung für die Strom- und Wärmeerzeugung.
18.4.2009
Qualitätspass für Inspektion und Dichtheitsprüfung in der Grundstücksentwässerung
Die Boom-Stimmung im Dienstleistungsmarkt rund um die Inspektion und Dichtheitsprüfung der Grundstücksentwässerung ruft Anbieter unterschiedlichsten Zuschnitts auf den Plan – leider nicht nur qualifizierte und seriöse. Je mehr es im Markt „brummt“, desto rühriger werden gerade die schwarzen Schafe, weiß man beim Verband der Rohr- und Kanaltechnik-Unternehmen VDRK in Kassel. Das Spektrum von „Schwarz“ reicht dabei von mängelbehafteter, unvollständiger Arbeit mit ungeeignetem Gerät bis hin zu kriminellen, auf vorsätzlichem Betrug basierenden Geschäftsmodellen. Um den Ruf der ganzen vom Verband vertretenen Branche zu schützen, hat der VDRK auf der eigenen Fachmesse RO KA TECH 2009 den VDRK-Qualitätspass vorgestellt. Ziel des Qualitätspasses ist es, sowohl kommunalen Behörden, vor allem aber auch dem Grundstückseigentümer eine schnelle und zuverlässig Orientierungshilfe zu bieten.
Der Durchschnittsbürger ist mit seiner rechtlichen Verpflichtung zur Inspektion und Dichtheitsprüfung von Grundstücksentwässerungsleitungen spätestens dann überfordert, wenn er unterscheiden soll, wer ihm da als angeblich leistungsstarker und vertrauenswürdiger Helfer gegenüber steht. Ganz abgesehen davon, dass der VDRK generell davon ab rät, die Inspektions- und Prüfpflicht zum Gegenstand abendlicher Haustürgeschäfte zu machen, will er mit dem Qualitätspass für klare Orientierung sorgen.
Der Qualitätspass ist grundsätzlich Personen- und unternehmensgebunden. Er kann also nicht auf andere Beschäftigte des gleichen Unternehmens übertragen werden und verliert seine Gültigkeit auch, sobald der Beschäftigte das Unternehmen wechselt. Die Verleihung des Qualitätspasses erfolgt nach den strengen Maßstäben eines vom VDRK entwickelten Qualitätshandbuchs. Grundsätzliche Voraussetzung ist eine nachgewiesen langjährige Berufserfahrung, die durch geprüfte Referenzarbeiten belegt werden muss. Darüber hinaus ist durch den Mitarbeiter eine angemessene regelmäßige Weiterbildung nachzuweisen. Weitere Zulassungskriterien sind:
- KI-Schein der DWA oder vergleichbarer Institutionen
- Sachkundenachweis Dichtheitsprüfung (DWA oder vergleichbar)
- 1 Jahr Erfahrung speziell in der Grundstücksentwässerung
- Mitgliedschaft des beschäftigenden Unternehmens in VDRK und
Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau (Gütezeichen I, D, oder G)
- Einweisung in die Anforderungen des VDRK-Qualitätshandbuches
- Auswertung von 5 durchgeführten Inspektionen
Für die Verlängerung des Qualitätspasses ist im Wesentlichen die positive Bewertung der jährlich einzureichenden Praxisarbeiten erforderlich. Hierbei wird nicht nur auf die fachgerechte und zuverlässige Leistung Wert gelegt, sondern auch besonders auf die Seriösität bei der gesamten ausgeführten Dienstleistung. Sachkundige gemäß §61a des NRW Landeswassergesetzes können sich frühestens nach einem Jahr guter Praxisarbeit bewerben.
17.4.2009
Neue Symbole für Gefahrstoffe
Seit 20. Januar 2009 können Gefahrstoffe nach dem Global Harmonisierten System eingestuft und gekennzeichnet werden. Darauf weisen die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und der Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung hin. Rechtsgrundlage hierfür ist die europäische Verordnung 1272/2008 EG, die am 31.12.2008 veröffentlicht wurde.Das Global Harmonisierte System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien der Vereinten Nationen bildet die Grundlage, um die weltweit bestehenden nationalen Systeme zu vereinheitlichen. Unterschiede in den Regelungen für den Transport von Gefahrgütern und in den Regelungen für den Umgang mit Gefahrstoffen werden damit aufgehoben. Ziel ist es, den Handel im globalen Warenverkehr zu erleichtern.
Kernelemente des GHS sind ein einheitliches Kennzeichnungsverfahren, einheitliche Einstufungskriterien und ein einheitliches Sicherheitsdatenblatt für Gefahrstoffe. Das hat unter anderem zur Folge, dass neue Gefahrenpiktogramme - rotumrandete Raute mit schwarzem Symbol auf weißem Grund - die jetzt gültigen Symbole auf orangegelbem Grund ersetzen. Das GHS führt außerdem Signalwörter ein, die Auskunft über den relativen Gefährdungsgrad von Stoffen und Gemischen geben. Es gibt zwei Signalwörter:
"Gefahr" für die schwerwiegenden Gefahrenkategorien, und "Achtung" für die weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien.
Eine weitere Folge ist, dass sich die bisher in der EU gültigen Kriterien für die Einstufung zum Teil verschieben werden. Bei der Umstufung von Stoffen und Gemischen hilft in der Übergangszeit eine Tabelle in Anhang VII der Verordnung.
Übergangsfristen
Ab Dezember 2010 dürfen Stoffe nur noch nach den neuen Vorschriften eingestuft und gekennzeichnet werden. Für Gemische wird die neue Einstufung und Kennzeichnung ab Mitte 2015 verbindlich. Vor 2010 bzw. 2015 können Stoffe bzw. Gemische bereits nach GHS gekennzeichnet werden, die bisherige Kennzeichnung darf für diese Produkte dann jedoch nicht mehr verwendet werden. Die Sicherheitsblätter müssen für Stoffe ab der Einführung der neuen GHS-Kennzeichnung bis Mitte 2015 Angaben zur Einstufung nach dem neuen und alten System enthalten. Gemische können, müssen aber bis dahin nicht nach dem neuen System eingestuft werden.
14.4.2009
BASF verbessert erneut Umwelt-Performance
Die BASF SE hat die Umweltbelastung am Standort Ludwigshafen im vergangenen Jahr weiter reduziert. Das zeigt der Umweltbericht für den größten BASF-Standort, der jetzt vorgestellt wurde. Pro Tonne Verkaufsprodukt waren es im Jahr 2008 2,7 Kilogramm Emissionen und Abfälle, im Jahr 2007 lag dieser Wert noch bei 3,3 Kilogramm. Bezogen auf den Vergleichswert von 1996 wurde die produktionsspezifische Umweltbelastung um 70 % reduziert.„Unser Konzept zur Gestaltung der Zukunft lautet Nachhaltigkeit“, sagte Dr. Ulrich von Deessen, Leiter des Kompetenzzentrums Umwelt, Gesundheit und Sicherheit der BASF SE, „Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, indem sie begrenzte Umweltressourcen effizienter als andere nutzen sowie Produkte und Verfahren in den Markt bringen, die Lebensqualität und Umwelteffizienz miteinander vereinen, können ihre Wettbewerbsposition ausbauen.“
Der Rückgang der produktionsspezifischen Umweltbelastung gelang zum einen durch eine vorausschauende Planung von Anlagen und Verfahren. „Vermeiden, Vermindern, Verwerten“ - seit Jahren wendet die BASF konsequent dieses Konzept an, das schon bei der Planung von Verfahren und Anlagen die Entstehung von Abfällen und Emissionen berücksichtigt. Zum anderen ist der Rückgang der nachsorgenden Umwelttechnik zu verdanken, also Abgas- und Abwasserreinigungsanlagen, Rückstandsverbrennungsöfen und der Nutzung von Abfällen als Ersatzbrennstoffe.
„Ein besonders gutes Beispiel für diese Vorgehensweise ist die Phthalsäureanlage“, davon ist Dr. Monika Betz überzeugt, Leiterin der Abteilung Umwelt und Genehmigung der BASF SE. Ende 2007 wurde ein Thermoreaktor in Betrieb genommen, der die Emission von Kohlenmonoxid verhindert. „Damit“, so Betz, „konnten wir die Kohlenmonoxid-Emissionen am Standort um 8.200 Tonnen reduzieren. Die Gesamtmenge an luftfremden Stoffen sank im vergangenen Jahr von 17.300 Tonnen (2007) auf 8.400 Tonnen - das entspricht einem Rückgang von über 50 Prozent.“
„Am Standort Ludwigshafen werden wir beim Klimaschutz in diesem Jahr einen guten Schritt vorankommen“, so von Deessen, der auch Klimaschutzbeauftragter der BASF ist. „Zu diesem Zweck installieren wir 2009 Katalysatoren, die noch effizienter als bisher Lachgas aus der Adipinsäure-Anlage in die Luftbestandteile Stickstoff und Sauerstoff zersetzen.“ Durch dieses Projekt werden sich die Treibhausgas-Emissionen im BASF-Stammwerk ab 2010 um rund 2 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente pro Jahr reduzieren. Dies entspricht einem Sechstel der gesamten Treibhausgas-Emissionen am Standort Ludwigshafen (2008: 12,2 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente). Außerdem haben BASF Wissenschaftler für die Produktion von Cyclododekanon ein völlig neues Verfahren entwickelt: Lachgas wird hierbei weiterverwertet und als Rohstoff genutzt.
In der Kläranlage wurden im Jahr 2008 117 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt (2007: 123 Millionen Kubikmeter). Weiter gesunken ist die Fracht organischer Stoffe im Kläranlagenauslauf. Waren es 2007 noch 6.929 Tonnen organische Stoffe (gemessen als CSB, Chemischer Sauerstoff-Bedarf), so sank die Menge 2008 auf 6.204 Tonnen. Damit wurde die Belastung mit organischen Stoffen seit 2002 um über 40 Prozent vermindert; die Stickstoff-Fracht wurde im selben Zeitraum halbiert.
Die Betriebskosten für den Umweltschutz betrugen bei BASF SE in Ludwigshafen im Jahr 2008 insgesamt 380,9 Millionen Euro (2007: 348,2 Millionen Euro). Für Investitionen in Umweltschutzeinrichtungen wurden 33,8 Millionen Euro aufgewendet (2007: 14,6 Millionen Euro). Dazu kommen noch 82,7 Millionen Euro für den integrierten Umweltschutz als Anteil aus allen Investitionen (2007: 59,7 Millionen Euro).
14.4.2009
Bahn setzt noch stärker auf Umweltschutz
Die Deutsche Bahn startet zu Beginn der Woche eine bundesweite Umweltoffensive und untermauert damit ihren Anspruch als besonders klimafreundliches Verkehrsunternehmen. Zum Auftakt der Kampagne findet im Thüringer Wald eine von der DB finanziell geförderte Pflanzung von 4.000 Bäumen statt. Der Konzernbevollmächtigte der DB für den Freistaat Thüringen, Gerold Brehm, gab in Sonneberg den Startschuss für die Aktion. Rund 20 freiwillige Helfer des Vereins „Bergwaldprojekt“ bepflanzen Flächen, die vom Orkan Kyrill geschädigt worden waren, mit Buchen. Die Umweltoffensive der Deutschen Bahn sieht vor bis 2020 konzernweit den spezifischen CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2006 um 20 Prozent zu senken. „Weniger CO2 bedeutet geringerer Verbrauch und effizientere Nutzung von Energie und damit Kosteneinsparung. Weniger CO2 heißt aber auch, einen höheren Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrommix und neue Technologien“, erklärt Ralf Klein-Bölting, Generalbevollmächtigter Konzernmarketing und Kommunikation das Umweltprogramm.
Neu sind CO2-freie Produkte im Personenverkehr. Die DB stellt dabei sicher, dass der für die Reise benötigte Strom vollständig aus regenerativen Energien kommt. Das erhöht die Kosten geringfügig, entlastet das Klima aber noch einmal spürbar. Klein-Bölting: „Diese vollständige Vermeidung von CO2-Emissionen kann nur der Schienenverkehr anbieten.“ Geplant ist, CO2-freie Produkte auch für den Schienengüterverkehr einzuführen. Darüber hinaus bilanziert die DB den Großkunden jährlich die CO2-Einsparungen ihrer Geschäftsreisen mit der Bahn. Mit dem jetzt gestarteten Programm „Natürlich reisen“ bietet Ameropa, der Reiseveranstalter der DB, nachhaltigen Kurzurlaub, ob Städtetour oder Ferienziele in Deutschland, an.
Für die Triebfahrzeugführer der DB sind Energiespartrainings seit Jahren fest etabliert. Neu im CO2-Sparprogramm der DB sind auch spezielle Schulungen für Lkw-Fahrer.
14.4.2009
Versicherungswirtschaft 2020: Klimawandel erfordert neue Preismodelle
Der Klimawandel wird sich entscheidend auf die Prämiengestaltung der Assekuranz auswirken. Bereits heute steht fest: Die Absicherung von Naturkatastrophen wird teurer. Bleiben weitere politische Anstrengungen aus, so ist damit zu rechnen, dass die klimabedingten Schäden zum Ende des Jahrhunderts weltweit mindestens fünf Prozent des jährlichen globalen Bruttoinlandsprodukts betragen werden. In gefährdeten Regionen werden daher die Versicherungsprämien für die Absicherung von Wasser-, Sturm- oder Hagelschäden deutlich steigen. Dies ist das Ergebnis der Studie "Zukunftsfaktoren 2020" von Steria Mummert Consulting gemeinsam mit Lünendonk sowie der FutureManagementGroup.Den Prognosen zufolge dürften im Jahr 2020 bestimmte klima- und wetterbedingte Risiken von den meisten Anbietern nicht mehr versichert werden, da sie als nicht kalkulierbar eingeschätzt werden. Die wachsende Bedrohung durch Naturkatastrophen führt jedoch zu einer steigenden Nachfrage nach Risikoabsicherungen, die teilweise heute noch nicht versicherbar sind. Somit eröffnen sich für Versicherer neue Wachstumsfelder, die allerdings mit einem deutlich höheren Kostenrisiko verbunden sind.
"In Deutschland ist die Zahl der klimabedingten Katastrophen innerhalb der letzten Jahrzehnte stetig gewachsen. Auch weltweit ist dieser Trend festzustellen", sagt Dr. Christian Schareck, Bereichsvorstand Insurance von Steria Mummert Consulting. "Nur ein global aufgestelltes Unternehmen wird in der Lage sein, diese Risiken weltweit zu verteilen und zu managen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Konsolidierung in diesem Bereich weiter fortsetzen wird."
14.4.2009
Abfallverbringung über NRW-Grenzen rückläufig
Die Abfall-Importe nach und die Abfall-Exporte aus Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2008 weiter gesunken. Dies geht aus der aktuellen Jahresübersicht 2008 hervor, die NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg am Mittwoch veröffentlicht hat.So, betrug im Jahr 2008 die Menge der insgesamt importierten Abfälle noch 1,72 Millionen Tonnen, was einen Rückgang um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um rund 42 Prozent gegenüber dem Höchststand im Jahr 2004 bedeutet. Aber auch die Abfall-Exporte in andere Staaten nahmen gegenüber dem Vorjahr 2007 weiter ab, und zwar deutlich um 36 Prozent auf 327.000 Tonnen.
Beim Abfall-Import insgesamt wie beim Import von gefährlichen Abfällen dominieren als Versandstaaten weiterhin eindeutig die Niederlande, gefolgt von Belgien. Vergleichbares gilt auch für die Abfall-Exporte. „Beides ist grundsätzlich mit dem Prinzip der Nähe vereinbar. Eine Verbringung in oder aus Staaten außerhalb Europas ist unverändert verschwindend gering. Gefährliche Abfälle werden in diese Staaten überhaupt nicht ausgeführt“, erläuterte der Umweltminister.
Die öffentliche Diskussion über grenzüberschreitende Abfallverbringungen konzentriert sich auf die klassischen Beseitigungswege, vor allem Abfallverbrennung, zum Teil auch Deponierung. Diese spielen aber in der Entsorgungswirklichkeit kaum eine Rolle. Beim Abfall-Import und -Export sind die Entsorgungsstrukturen sehr komplex. Es dominieren eindeutig Verwertungsverfahren, bei denen Wertstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden.
14.4.2009
Dreiländer-Fachtagung Re-source 2009
Vom 23. bis 24. Juni 2009 findet die Re-source 2009 im Presse- und Besucherzentrum der Bundesregierung in Berlin statt. Die Re-source 2009 wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Zusammenarbeit mit dem deutschen Umweltbundesamt ausgerichtet und steht darüber hinaus unter der Schirmherrschaft der Umweltministerien von Österreich und der Schweiz sowie unter der Mitwirkung deren Umweltbundesämter. Die Tagung dient dem fachlichen Dialog zu den Themen der nachhaltigen Ressourcennutzung und der Weiterentwicklung von Konzepten zur Ressourcenschonung mit abfallwirtschaftlichem Schwerpunkt.
Als Auftaktveranstaltung zielt die Re-source 2009 darauf ab, den Entwicklungsstand, mögliche Hemmnisse sowie Potenziale bei der Steigerung der Ressourcen- und insbesondere der Materialeffizienz aufzuzeigen.
Darüber hinaus sollen Strategien, wissenschaftlich-technische Innovationen und praktikable Lösungsansätze, die sich auf den gesamten Lebensweg von Materialien beziehen, anhand von Beispielen diskutiert und weiterentwickelt werden.
14.4.2009
BDSV und ITAD warnen vor Deponierungsproblemen mit Shredderresten
Die BDSV und die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) haben in einem Gespräch am 8. April vereinbart, an der Lösung des Entsorgungsproblems für Reste aus der Aufbereitung der Shredderschwerfraktion gemeinsam zu arbeiten. Hintergrund ist die absehbare Änderung der Deponieverordnung der Bundesregierung, wonach ab dem 16. Juli 2009 für die Ablagerung von Abfällen auf Deponien Überschreitungen vom Brennwert (6 000 kJ) nicht mehr zugelassen werden. Die Neuregelung bedarf aber noch der Zustimmung des Bundestags. Für die BDSV stellt sich die Frage, ob sie im Interesse ihrer Mitglieder alle Anstrengungen unternehmen muss, die Umweltpolitiker des Bundestags von der Notwendigkeit des Anhaltens der Verordnung zu überzeugen. Von dem strikten Deponierungsverbot sind insbesondere die Betreiber von Post-Shredderanlagen betroffen, die mit besonders hoher Aufbereitungstiefe arbeiten und erheblich investiert haben. Zugunsten eines hohen Anteils wiederverwertbarer Kunststoffe verbleibt eine kleine Restfraktion an chlorreichem Kunststoff und Gummi. Das zu erwartende jährliche Gesamtaufkommen beträgt etwa 15 000 t.
Die Betreiber der rund 70 Hausmüllverbrennungsanlagen in Deutschland neigen nach bisherigen Erfahrungen dazu, bei Entsorgungsanfragen wegen des hohen Chlorgehaltes bis zu 10 Masseprozent abzuwinken.
BDSV und ITAD sind sich prinzipiell darüber einig geworden, dass eine Verlängerung der Ausnahmemöglichkeiten zur Deponierung Missbrauch Tür und Tor öffnen könnte. Indessen hat sich die ITAD dafür stark gemacht, eine technische Lösung durch das Zusammenwirken mehrerer Mitgliedsanlagen anzubieten.
In wirtschaftlicher Hinsicht müssten die Konditionen allerdings individuell vereinbart werden. Die BDSV sieht den avisierten Annahmeerklärungen zur energetischen Verwertung der Shredderrückstände mit Interesse entgegen.
6.4.2009
IFAT China mit neuem Termin im Mai 2010
Der Termin für die IFAT China 2010 steht fest: Die 4. Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall, Recycling und Erneuerbare Energien findet vom 4. bis 6. Mai 2010 im Shanghai New International Expo Centre in China statt. Die Schau war ursprünglich für Juli 2010 eingeplant, konnte aber nun in den Mai vorgezogen werden. „Im Interesse unserer Aussteller und auf Wunsch der Industrie haben wir die vergangenen Monate verstärkt auf einen früheren Termin im Shanghai New International Expo Centre hingearbeitet. Ein besonderer Benefit für unsere Aussteller und Besucher ist dabei die parallel stattfindende EXPO 2010, die am 1. Mai eröffnet. Das auf Umweltlösungen ausgerichtete Angebot der IFAT China steht dabei in einem thematischen Zusammenhang mit dem Motto ‚Better City, Better Life’ der Weltausstellung EXPO 2010“, erklärt Eugen Egetenmeir, Mitglied der Geschäftsführung der Messe München.
6.4.2009
BDEW: Sommerzeit hilft nicht beim Sparen
Die Einführung der Sommerzeit hat keine spürbare Energieeinsparung gebracht. Die Energiewirtschaft kann seit Jahren keine Sparwirkung erkennen. Das meldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, zur Umstellung von Winter- auf Sommerzeit am Sonntag, den 29. März 2009.Die gesamtdeutsche Einführung der Sommerzeit 1980 habe darauf abgezielt, das Tageslicht besser zu nutzen, um so Energie zu sparen. Dies sei jedoch nicht der Fall. So wird nach Angaben des BDEW abends zwar weniger Strom für Licht benötigt, dafür morgens aber mehr geheizt. Durch das veränderte Freizeitverhalten an den hellen Sommerabenden könne sogar mehr Energie verbraucht werden.
Laut BDEW liegt der Anteil des Lichts am Stromverbrauch der Haushalte bei durchschnittlich acht Prozent, am gesamten Energieverbrauch nur bei zwei Prozent. Da Energiesparlampen immer weiter verbreitet seien, sinke der ohnehin geringe Lichtspareffekt weiter.
Im Gegensatz zur Zeitumstellung bieten moderne Haushaltsgeräte und ihr effizienter Einsatz ein erhebliches Sparpotenzial. Fast alle Energieunternehmen geben ihren Kunden Tipps zum effizienten Umgang mit Energie, so der Branchenverband. Außerdem umfasse die Energieberatung auch Informationen über Förderprogramme und Investitionszuschüsse, Zum Beispiel zur Heizungs- und Wohnungsmodernisierung.
2009 beginnt die Sommerzeit am 29. März. Dann werden in Deutschland die Uhren um zwei Uhr nachts um eine Stunde auf Sommerzeit vorgestellt. Die nächste Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit erfolgt am 25. Oktober 2009.
6.4.2009
Brennendes Eis liefert Erdgas und speichert CO2
Gashydrat, ein in Wasserkristallen gebundenes Erdgas, könnte in Zukunft zu einer wichtigen fossilen Energiequelle werden, die zudem eine Lösung für die Lagerung von Treibhausgasen bietet. Das betonen Wissenschaftler beim aktuellen Treffen der American Chemical Society. Sie präsentieren einen aktuellen Feldtest in Alaska, der die Gewinnung von Methan aus Gashydraten bei gleichzeitiger Einlagerung von CO2 überprüft. Laut Sprechern des United States Geological Survey könne die Gewinnung von Methan aus Hydraten eine Überbrückung zu erneuerbaren Energien darstellen. Gashydrate sind brennbare Verbindungen aus Wasser und Gas, die mit freiem Auge wie Eis aussehen. Die Hydrat-Wassermoleküle sind jedoch in Käfigen angeordnet, deren Inneres Methanmoleküle speichert. "Gashydrat kommt sowohl im Permafrostboden als auch in viel größeren Mengen in den Ozeantiefen vor", so Klaus Wallmann vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-Geomar. In Tiefen ab 1.000 Meter beträgt die Wassertemperatur unabhängig vom Breitengrad nur zwischen null und vier Grad. Bakterien aus Sedimenten wandeln hier organische Substanzen in Methan um, das beim Aufsteigen durch Druck und Temperatur eisförmig wird.
Während es früher nur schlecht gelungen war, das Methan aus dem Gashydrat durch Erhitzung herauszulösen, scheint der Einsatz von CO2 mehr Erfolg zu versprechen. Dabei wird das Treibhausgas in das Gashydrat gepumpt und nimmt den Platz des Methans ein, das aufgefangen und als Erdgas eingesetzt werden kann. Japanischen Berechnungen zufolge, die sich auf die Methode der Wärmezugabe beziehen, lohne sich die Gashydrat-Methangewinnung ab einem Ölpreis von 54 US-Dollar pro Barrel. "Nachdem die Prognosen darauf deuten, dass sich der Ölpreis langfristig jenseits der 100-Dollar-Marke ansiedeln wird, ist das eine lohnende Form der Energiegewinnung", erklärt Wallmann. Auch wenn die Vorkommen in den Meeren unerschöpflich seien, ist die Erschließung am Land derzeit noch technisch einfacher. Wallmann rechnet damit, dass hier in etwa fünf Jahren der Abbau in kleinerem Maßstab starten kann, während es in Hochseeregionen noch zumindest ein Jahrzehnt dauere.
Ihre spezielle molekulare Käfigstruktur erlaubt es den Gashydraten, eingepumptes Kohlendioxid zu speichern, was sie für die CO2-Lagerung interessant macht. "Der Tiefseeboden ist der sicherste Platz für die Speicherung von CO2", so Wallmann. Damit könnten Risiken umgangen werden, die bei der Einlagerung im Land oder im küstennahen Meeresboden entstehen, wozu Wallmann etwa die superkritische Phase des CO2 oder die Gefahr des undichten Deckels zählt. CO2-Einlagerung in Hydraten sei allerdings bislang sehr kostspielig. "Wird die Einlagerung jedoch mit der Methangewinnung kombiniert, kann sie wirtschaftlich sehr attraktiv sein", so Wallmann, der derzeit in einem Projekt Möglichkeiten dieser Einlagerung und Erdgasgewinnung untersucht.
6.4.2009
Honeywell entwickelt Treibmittel mit geringem Treibhauseffekt
Honeywell hat heute bekanntgegeben, dass das Unternehmen ein neues Treibmittel mit geringem Treibhauseffekt für die energieeffiziente Isolierung mit Polyurethantreibmitteln entwickelt.Die Neuentwicklung wurde auf der Utech Europe Konferenz und Messe bekannt gegeben, die vom 31. März bis 2. April in Maastricht, Niederlande, stattfindet. Zu dieser Messe mit Konferenzforum kommen alle drei Jahre führende Unternehmen der Polyurethanbranche zusammen, um Herausforderungen und Geschäftsmöglichkeiten in der Branche zu besprechen.
Das in Entwicklung befindliche Treibmittel ist eine nicht entflammbare Flüssigkeit, die Kunden bei der Reduzierung der allgemeinen Umweltbelastung durch Schaumstoff unterstützen soll. Honeywell erwartet, dass das Treibmittel Leistungsmerkmale bieten wird, die mit denen anderer Fluorkohlenwasserstoffe vergleichbar sein werden, gleichzeitig jedoch einen niedrigen Treibhauseffekt vorweisen wird. Darüber hinaus wird die atmosphärische Lebensdauer des Treibmittels nur wenige Tage betragen. Das nicht entflammbare Treibmittel auf Flüssigkeitsbasis wird Kunden eine Alternative zu Kohlenwasserstoffen und herkömmlichen Fluorkohlenwasserstoffen bieten.
Honeywell erwartet, dass das Produkt noch in diesem Jahr in begrenzten Probemengen für Kunden verfügbar sein wird.
6.4.2009
Öko-Strom oft günstiger als konventioneller Strom
Öko-Strom ist in vielen Regionen Deutschlands günstiger als der örtliche Standardtarif. Zu diesem Ergebnis kommt ein Preisvergleich von Immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale.In vielen deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern kann man Immowelt zufolge mit Ökostrom bares Geld sparen. Denn Ökostrom sei preisstabil und dadurch eine echte Konkurrenz für die konventionellen Anbieter, deren Preise seit dem Jahr 2000 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt um 38 Prozent gestiegen sind.
In zehn der 14 untersuchten Städte war der jeweils günstigste Ökostromanbieter zwischen 110 und 330 Euro im Jahr günstiger als der jeweilige Grundversorgungstarif. Am höchsten ist der Unterschied in Nürnberg (330,67 Euro), am geringsten in Hamburg (40 Euro). Berücksichtigt wurden nur zertifizierte Ökostromanbieter, die nicht ausschließlich Strom aus bereits bestehenden Kraftwerken anbieten. Auch Verträge mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr oder jährlicher Vorauskasse der Abschläge wurden nicht berücksichtigt.
6.4.2009
Druckluft im Formprozess doppelt genutzt
Um PET-Flaschen und Kunststoffbehälter in Form zu bringen, wird in der Industrie Druckluft verwendet. Nach dem Aufblasen "verpufft" aber die Luft und auch die dafür aufgewendete Energie. Das Unternehmen Drucklufttechnik aus Chemnitz entwickelt derzeit ein neues Verfahren, das das verhindern soll: In einem Puffer soll die im Prozess verbrauchte Druckluft zwischengespeichert und für weitere Arbeitsgänge verwendet werden. Das senkt den Energieverbrauch und schont die Umwelt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) fördert die Entwicklung aus Sachsen mit rund 135.000 Euro."Das Aufbereiten von Druckluft, also das Entfeuchten und Verdichten, ist sehr energieaufwändig", erklärt DBU-Fachreferent Ulrich Löscher . Das mache Druckluft zu einer der teuersten Energieformen überhaupt. Ein Puffer, der die verbrauchte Druckluft auffängt und zwischenlagert, sei die energiesparende Lösung. Die Luft könne für das Formen mit niedrigerem Druck weiter verwendet werden.
Die technischen Komponenten sollen in bereits bestehende Anlagen integriert werden können. Mindestens 20 Prozent weniger Energie sollen mit der neuen Technik beim Herstellen von hohlen Plastikbehältern verbraucht werden. Bei einem bundesweiten Einsatz ließen sich in Deutschland annähernd 20 Millionen Kilowattstunden Energie im Jahr einsparen.
26.3.2009
Internationales Unternehmertreffen zu Umwelt und Energie
Das internationale Unternehmertreffen für Energie- und Umwelttechnik „Green Ventures“ wird in diesem Jahr vom 10. bis 12. Juni und damit bereits zum zwölften Mal in Potsdam veranstaltet. In den vergangenen Jahren nahmen an der Brandenburger Veranstaltung insgesamt über 3000 Firmen aus 86 Ländern aller Kontinente teil. Die Kooperationsbörse in Potsdam, die sich besonders an die Bereiche Boden, Wasser, Luft, Energie, Bauen, Recycling und regenerative Materialien richtet, wird neben den Einzelgesprächen der Teilnehmer auch Exkursionen im Programm haben. Zu den „Green Ventures 2009“ werden Unternehmen und Institutionen aus China, Skandinavien, Italien, Polen, der GUS, dem Baltikum, Großbritannien, Tunesien, Tschechien, Deutschland und vielen weiteren Ländern erwartet. Das diesjährige Partnerland ist Russland – eine Ausstellung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wird parallel zur Kooperationsbörse deutsch-russische Umweltprojekte in Kaliningrad vorstellen.
Anhand eines Katalogs, in dem sich alle teilnehmenden Unternehmen präsentieren, können die Gesprächspartner, mit denen ein Treffen gewünscht wird, vorab ausgewählt werden. Der Veranstalter, das Service- und BeratungsCenter (SBC) bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, stellt daraufhin individuelle Terminpläne zusammen. Somit sind die „Green Ventures“ nach Einschätzung der Organisatoren eine effiziente Möglichkeit, Unternehmern aus vielen Staaten oder – wenn gewünscht – auch nur aus Deutschland zu begegnen und neue Geschäftsbeziehungen aufzubauen.
Die „Green Ventures“ werden von der Europäischen Kommission, dem Land Brandenburg, der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH und dem Berliner iFUS Institut (Institut für integrierte Informationstechnologie und Mediengestaltung) unterstützt.
26.3.2009
Neues Qualitätssiegel soll energieeffiziente Gebäude sichtbar machen
Energieeffiziente Häuser soll man in Zukunft auf einen Blick erkennen können - am neuen Qualitätssiegel "Effizienzhaus". Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat das Qualitätszeichen zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der KfW entwickelt. Es soll im Herbst auf den Markt kommen.Ein am Gebäude befestigtes Hausschild mit der neuen "Effizienzhaus"-Marke soll künftig die besondere Qualität der Gebäude zeigen, denn: "Bei Miet- und Kaufinteressenten wie auch bei Bauherren steigt die Nachfrage nach hoch energieeffizienten Häusern massiv an. Mit dem neuen Effizienzhaus-Label wollen wir diese Häuser besser sichtbar machen", sagt Dena-Geschäftsführer Stefan Kohler." Er ist überzeugt, dass dieses Angebot sowohl von Verbrauchern als auch von Marktakteuren gut aufgenommen wird. "Verbraucher können an Hand des Labels energieeffiziente Häuser erkennen und sich darauf verlassen, dass der Energiebedarf sehr niedrig ist. Bauträger oder Wohnungsunternehmen wiederum können ihre "Effizienzhäuser" mit dem Label besser vermarkten", so Kohler weiter.
Zudem sei die Verzahnung des neuen Energielabels mit der KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren ein wichtiger Schritt für mehr Einheitlichkeit am Markt. Auch in der ab dem 1. April 2009 erneuerten KfW-Förderung tragen die einzelnen Förderstufen die Bezeichnung "Effizienzhaus". Zur Sicherung der energetischen Qualität der "Effizienzhäuser" geht die dena weiter: "Wer das Effizienzhaus-Siegel für sein Haus haben möchte, muss die energetische Qualität durch einen qualitätsgesicherten Energieausweis in einem von der Dena standardisierten Verfahren bestätigen", erläutert Kohler. Das bedeutet: Jedes Haus wird nach Sanierung oder Fertigstellung durch einen qualifizierten Fachmann vor Ort begutachtet und die Energieeffizienz wird in einem standardisierten Verfahren bewertet.
26.3.2009
Weltwassertag: Wasser wird oft unsichtbar verschwendet
In vielen Produkten des täglichen Bedarfs stecken enorme Mengen "unsichtbaren Wassers". Darauf hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) anlässlich des Weltwassertages am 22. März hingewiesen. So würden für eine Jeans über 5000 Liter und für ein Kilo Rindfleisch mehr als 10 000 Liter sogenannten "virtuellen" Wassers verbraucht. Für Anbau, Verarbeitung und Lagerung von einem Kilo Kaffee seien insgesamt sogar rund 20 000 Liter Süßwasser erforderlich.In Agrarprodukten stecke generell sehr viel virtuelles Wasser. Mehr als 1000 Liter Wasser seien nötig, um einen Liter Agrotreibstoff herzustellen. Knapp 3000 Liter Wasser verbrauche die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts, die Produktion von einem Liter Milch oder einem Kilo Weizen benötige bis zu 4000 Liter und ein Kilo Reis bis zu 5000 Liter Wasser. Enorme Mengen virtuellen Wassers würden sich in Produkten aus Aluminium, Edelmetall und Stahl wiederfinden. Auch in den Erzeugnissen und Produktionsprozessen des Bergbaus, der Zement-, Chemie- und Getränkeindustrie "versteckten" sich große Wassermengen.
Sebastian Schönauer, Wasserexperte beim BUND: "Das Ausblenden des Einsatzes großer Mengen Wassers zur Herstellung fast aller Alltagsprodukte ist eine der Ursachen für die zunehmende Wasserknappheit und die Übernutzung der Wasserressourcen. Vor allem in Ländern, die ohnehin unter Wassermangel leiden, ist die Verwendung von sehr viel Wasser für Exportprodukte ein großes Problem. Jeder weiß, dass die Bewässerung von Golfplätzen in Spanien zur Absenkung des Grundwasserspiegels und zur Austrocknung ganzer Regionen führt. Kaum jemand aber weiß, dass mit dem Export eines in Spanien hergestellten Mittelklasseautos weit mehr als 100 000 Liter virtuelles Wasser exportiert werden."
Schönauer: "Die internationale Gemeinschaft muss über Verteilerschlüssel für die begrenzten Wasservorräte verhandeln, das Wassermanagement und der Agrarsektor müssen so reformiert werden, dass die Wasserressourcen vor allem in Trockengebieten nicht übernutzt und nicht weiter verschmutzt werden. Ein Fünftel der Weltbevölkerung hat außerdem überhaupt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, deshalb muss auch die Verschwendung virtuellen Wassers stärker ins Blickfeld rücken."
Der BUND sieht Möglichkeiten zur Senkung des Verbrauchs virtuellen Wassers in einer Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe, im Ausbau von Spartechniken und in der effizienten Wassernutzung. Ein geeignetes Mittel sei auch die Verwendung von Regenwasser in Haushalten und Industrie. Allein die Regenwassernutzung in Häusern könnte deren Trinkwasserbedarf um ein Drittel senken.
26.3.2009
Tagung: Rotorblätter von Windenergieanlagen
Rotorblätter sind das Herzstück einer Windenergieanlage. In dem schnell wachsenden Markt, der zunehmend auch die flachen und tiefen Küstengewässer erobert, werden die Anlage immer größer und leistungsfähiger. Gleichzeitig wachsen die inneren und äußeren Beanspruchungen sowie die Anforderungen an Haltbarkeit und Ermüdungssicherheit. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass noch vergleichsweise viele Schäden an existierenden Rotorblättern entstehen können. Die Lösung bereits bekannter Probleme steckt zum Teil noch in den Kinderschuhen. Nicht zuletzt der Transport der großen Rotoren stellt die Logistikfachleute der Unternehmen in der Windbranche vor große Probleme.Damit nicht auch die Ingenieure und Planer von Windenergieanlagen ins Rotieren geraten, bietet die Tagung "Rotorblätter von Windenergieanlagen" im Essener Haus der Technik einen umfassenden Themenüberblick für die gesamte Lebensdauer eines Rotorblattes von den Berechnungsmethoden und Materialkennwerten über die Aerodynamik und optimierte Fertigungstechnologien bis zu Zustandsüberwachung, Instandhaltung, Recycling und Entsorgung. Veranstaltungstermin ist der 23. und 24.Juni 2009 in Essen.
Die Veranstaltung wendet sich an Entwickler, Konstrukteure, Fertigungsingenieure und Techniker der Hersteller, ebenso wie an Mitarbeiter von Betreibern, Versicherungen, Banken und Sachverständigen.
26.3.2009
Marktübersicht zu Ökostromanbietern aktualisiert
Immer mehr Energieversorger haben in ihrem Portfolio auch ein Ökostromangebot. Doch nicht jedes bringt der Umwelt die Pluspunkte, die Kunden vielleicht erhoffen. "Es kommt auf den ökologischen Zusatznutzen an", sagt Martin Möller, Experte für nachhaltigen Konsum am Öko-Institut, Geschäftsstelle Freiburg. "Dieser ist nur gegeben, wenn durch die Nachfrage nach einem solchen Tarif der Anteil an Ökostrom am gesamten Strommix weiter zunimmt."Das ist der Fall, wenn der angebotene Ökostrom aus neuen Kraftwerken stammt oder ein festgelegter Betrag des Strompreises in den Bau neuer Kraftwerke auf Basis erneuerbare Energien und hocheffizienter Kraft-W ärme-Kopplungsanlagen fließt - und zwar über die bestehende staatliche Förderung und insbesondere über das Erneuerbare-Energien-Gesetz hinaus.
Dreizehn bundesweit verfügbare sowie weitere 134 lokale und regionale Ökostromangebote erfüllen die strengen EcoTopTen-Kriterien. "Bei diesen Tarifen ist der zusätzliche Nutzen für die Umwelt garantiert", sagt der Wissenschaftler. Gegenüber dem Vorjahr ist die Liste der regionalen und lokalen Angebote um 52 gestiegen. "Ein deutliches Zeichen dafür, dass Ökostrom auch auf dieser Ebene immer konkurrenzfähiger wird", stellt Martin Möller fest.
EcoTopTen ist eine Kampagne für nachhaltigen Konsum und Produktinnovationen im Massenmarkt, die das Öko-Institut initiiert hat. In regelmäßigen Abständen empfehlen die Wissenschaftler eine Auswahl an hochwertigen Produkten, die ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis haben und aus Umweltsicht Spitzenprodukte sind.
26.3.2009
Energiesparen beim Recycling
Die Recyclingindustrie gehört mit zu den großen industriellen Energieverbrauchern in Deutschland. Der Primärenergieverbrauch der gesamten Recyclingindustrie liegt bei über 1.500 GWh pro Jahr. Kein Wunder, dass für die Recyclingindustrie nun ein eigenes Branchenenergiekonzept erarbeitet wurde. Das neue Energiekonzept wurde im Rahmen der Energieeffizienzoffensive der Landesregierung „NRW spart Energie“ auf einer Veranstaltung der EnergieAgentur.NRW in Düsseldorf der Öffentlichkeit vorgestellt.„Branchenenergiekonzepte basieren auf der Erkenntnis, dass Unternehmen einer Branche in der Regel identische energetische Schwachstellen aufweisen. Energiekonzepte für eine ganze Branche eignen sich als Orientierungshilfe und Navigationsinstrument, um im Betrieb individuell die Schwachstellen aufzuspüren und zu beseitigen“, sagte Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. So betragen die Einsparpotenziale in der Recyclingindustrie nach Erkenntnissen der EnergieAgentur.NRW im Durchschnitt bis zu 15 Prozent der Energiekosten.
„Mit dem vorliegenden Branchenenergiekonzept sollen die Recyclingbetriebe für das Thema rationelle Energienutzung sensibilisiert werden“ betonte Dr. Jörg Meyer, Geschäftsführer von der EUtech Energie & Management GmbH, Aachen.
Pro umgesetzten Euro wird zum Beispiel beim Recycling von nicht metallischen Altmaterialien und Reststoffen 1,1 kWh Energie, das entspricht rund 10 Euro-Cent, verbraucht. Wie für viele andere Branchen ist auch für die Recyclingindustrie der Kostenfaktor Energie von erheblicher Bedeutung, wenn es darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Unternehmen der Recyclingindustrie schöpfen bereits zahlreiche Möglichkeiten zur Verringerung des Energieeinsatzes aus. Die Energieeffizienz wurde inzwischen durch technische Optimierung erreicht. Inzwischen wird bereits vielerorts die Wärme, die bei der Verdichtung des Hydrauliköls in hydraulischen Antrieben entsteht, zur Temperierung der Arbeitsräume oder zum Vorwärmen von Einsatz- und Hilfsstoffen verwendet.
„Trotzdem sehen wir noch weiteres Optimierungspotenzial“, so Hüttenhölscher. Bei der sensorgestützten Sortierung von Abfällen werden durch einen Druckluftstoß von bis zu 8 bar Abfallbestandteile aus dem Stoffstrom „herausgeschossen“. Häufig sei auch bei geringerem Arbeitsdruck noch ein erfolgreiches Sortieren möglich. Vorteil: Je niedriger der Arbeitsdruck ist, desto weniger Druckluft muss produziert und vorgehalten werden. Zudem sinken bei fallendem Systemdruck die Verluste durch Leckagen im System. Hüttenhölscher: „Durch den Einsatz von präzise arbeitenden und verwirbelungsarmen Luftdüsen kann der Systemdruck weiter gesenkt werden. Zudem sind für einige Anwendungen Druckluftdüsen nicht zwingend erforderlich und können in bestehenden Aggregaten durch schnell schaltende Ablenkklappen ersetzt werden. Ablenkklappen stellen einen energieeffizienten Ersatz zur Drucklufttechnik dar.“ Allerdings können diese jedoch nicht für jedes Material und jede Korngröße verwendet werden.
An der Erstellung des Branchenenergiekonzepts für die Recyclingindustrie waren das Aachener Ingenieur-Büro EUtech Energie & Management GmbH, der Lehrstuhl für technische Thermodynamik und das Institut für Aufbereitung und Recycling der RWTH Aachen sowie der Bundesverband für Sekundärstoffe und Entsorgung beteiligt. Das BEK wurde gefördert vom Nordrhein-Westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie.
26.3.2009
Regierung will Deponierecht vereinfachen
Das Deponierecht soll in Zukunft einfacher und unbürokratischer geregelt werden. Die Bundesregierung legte eine Verordnung vor, mit der die Anforderungen der Deponieverordnung, der Abfallablagerungsverordnung und der Deponieverwertungsverordnung zusammengefasst werden. Neben der Umsetzung verschiedener europäischer Richtlinien auf diesem Gebiet soll das zersplitterte Deponierecht sowohl für die Behörden als auch für die Betreiber von Deponien entflochten und dem neusten Stand der Technik angepasst werden.
Auch für die Weiterentwicklung des Deponierechts sollen neue Impulse gegeben werden. Planern und Bauherren sollen beispielsweise Freiräume eingeräumt werden, um für den jeweiligen technischen Standort die beste technische Variante umsetzen zu können.
Festgehalten wurde an dem Grundsatz, dass nur vorbehandelte biologisch inaktive Abfälle abgelagert werden dürfen und die „Annahmekriterien“ kontrolliert werden müssen.
21.3.2009
Workshop zur unterirdischen Kohlendioxid-Entsorgung
Damit Kohlendioxid das Klima nicht weiter schädigt, wollen Wissenschaftler das Treibhausgas in unterirdische Hohlräume entsorgen. Diesem Forschungsansatz kommt auf dem Weg zu einer umweltbewussten Nutzung von Kohlekraftwerken eine Schlüsselfunktion zu. Auf einem zweitägigen Workshop, der am 30. und 31. März am Energie- Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) in Goslar stattfindet, soll ein Überblick über den Stand der Forschung gegeben werden.Grundlage der Veranstaltung sind die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie CSEGR. Darin haben Partner des Bundesforschungsministeriums, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover, der TU Clausthal sowie der Industrie die Speicherung von Kohlendioxid in erschöpften Erdgaslagerstätten bewertet. In die Analyse ist die gesamte Kette von der Abtrennung im Rauchgas, über Transport, Speicherung bis hin zur Dichtheit der Lagerstätten eingeflossen.
Die Referenten des Workshops kommen von der Bundesanstalt für Geowissenschaften, der Technischen Universität Clausthal, der E.ON Ruhrgas AG, von Vattenfall und der GDF Suez E&P Deutschland GmbH. Teilnehmer können sich noch bis zum 22. März anmelden.
21.3.2009
RWE Power errichtet Pilotanlage zur Kohlendioxid-Rauchgaswäsche
Der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat RWE Power die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Pilotanlage zur Kohlendioxid-Rauchgaswäsche erteilt. Die Anlage wird im Innovationszentrum Kohle am Kraftwerksstandort Niederaußem errichtet. Sie soll ab Sommer dieses Jahres pro Stunde etwa 300 Kilogramm CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase abscheiden. Das entspricht bei der verarbeiteten Rauchgasmenge einem Abtrennungsgrad von 90 Prozent.Mit der Pilotanlage will RWE Power Erfahrungen für spätere Großanlagen sammeln, mit denen moderne konventionelle Braun- und Steinkohlenkraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten. Das Projekt ist auf neun Millionen Euro veranschlagt und wird zu 40 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bezuschusst. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und Betrieb einer Pilot- und einer Demonstrationsanlage für die CO2-Wäsche hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro eingeplant.
21.3.2009
Unesco-Bericht warnt vor Wasserknappheit
Wasser wird in Zukunft noch knapper werden. Das berichtet die Unesco in ihrem jüngsten Wasserbericht, der den Titel "Wasser in einer sich verändernden Welt" trägt. Im Jahr 2030 werden fünf Milliarden Menschen noch immer keine ausreichende Sanitärversorgung besitzen, sofern nicht einschneidende Maßnahmen unternommen werden, warnt der Bericht. Als wichtigste Ursachen der Knappheit werden die Bedürfnisse einer schnell wachsenden Weltbevölkerung und die Auswirkungen der globalen Erwärmung angeführt. "Der Kampf gegen die Armut hängt von der Fähigkeit ab, in die Ressource Wasser zu investieren", so Unesco-Generalsekretär Koichiro Matsuura, der den Bericht heute bei der Weltwasserkonferenz in Istanbul präsentieren wird. Dringend sei gutes Wassermanagement besonders deshalb, da der Wasserbedarf unaufhörlich steigt. Weltweit wird heute dreimal mehr Trinkwasser als im Jahr 1960 gebraucht und die bewässerte Fläche hat sich verdoppelt. Eine der Ursachen dafür ist das anhaltende Bevölkerungswachstum, das im Jahr 2030 zu einer Weltbevölkerung von knapp zehn Milliarden Menschen führen wird, deren Nahrungsmittelversorgung viel Wasser benötigt. Eine entscheidende Rolle spielt auch der gewandelte Lebensstil, der in heute noch unterentwickelten Ländern zu einem höheren Fleisch- und Milchkonsum führt. Fleisch gehört zu den wasserintensivsten Produkten und schlägt sich mit bis zu 16.000 Liter Wasser pro Kilo zu Buche. Da für einen Liter Biodiesel ebenfalls bis zu 4.000 Liter Wasser nötig sind, hat auch der Anstieg alternativer Treibstoffe der letzten Jahre den Wasserverbrauch entscheidend erhöht.
Der Klimawandel verschlimmert diese Situation noch. Experten zufolge beschleunigt die Erderwärmung die globalen Wasserkreisläufe und intensiviert sie. Auch wenn die genauen Folgen der höheren Verdampfung und Niederschläge auf die Wassermenge noch nicht erforscht sind, geht man davon aus, dass sich der Wassermangel negativ auf die Wasserqualität auswirkt und Extremereignisse wie Flut und Dürre zunehmen lässt. Die dadurch verursachte Knappheit wird besonders in den Trockenzonen Afrikas große Migrationsströme hervorrufen, so der Bericht.
Zwar gehen Schätzungen davon aus, dass in sechs Jahren die ganze Welt außer die afrikanischen Länder südlich der Sahara ausreichend mit Trinkwasser versorgt ist. Vom Ziel der weltweiten sanitären Versorgung ist man jedoch weit entfernt. Erfolgen keine drastischen Maßnahmen, werden im Jahr 2030 fünf Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberen Sanitäranlagen haben. Das betrifft derzeit eine halbe Milliarden Menschen alleine in Afrika sowie andere Regionen der Erde. Um das Millenniumsziel der ausreichenden Wasserversorgung zu erreichen, müssen bisherige Anstrengungen verdoppelt werden, fordert der UN-Bericht. Das würde zugleich jede zehnte Krankheit weltweit verhindern.
Die Unesco fordert eine Verstärkung der Investitionen in Wasser auch seitens der ärmeren Länder, da von dieser Maßnahme wirtschaftliche und soziale Entwicklung besonders abhänge. "Jeder Dollar, der in den verbesserten Zugang zu sicherem Wasser und Sanitäranlagen eingesetzt wird, hat eine Rentabilität zwischen drei und 34 Dollar", so der Bericht. Mangelhafte Versorgung wie in Afrika setze hingegen das Bruttoinlandsprodukt herab. Viele Maßnahmen würden bisher zu kurz greifen, da sie auf den Wassersektor allein beschränkt seien. Erst wenn Entscheidungsträger aus Landwirtschaft, Energie, Handel und Finanzsektor eingebunden sind und Partnerschaften zwischen Regierungen, Privatsektor und Zivilgesellschaft entstehen, könne Wassermanagement wirksam werden.
21.3.2009
Dürre und übermässiger Wasserverbrauch in Europa
Europa verbraucht pro Jahr rund 285 km3 Süsswasser, also durchschnittlich 5 300 m3 pro Kopf - eine Menge, die ungefähr dem Fassungsvermögen von zwei olympischen Schwimmbecken entspricht.Ein neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) hebt hervor, dass, während sich das südliche Europa weiterhin grössten Problemen durch Wasserknappheit gegenübersieht, auch in Teilen Nordeuropas der Wasserstress zunimmt. Ausserdem werde die Klimaveränderung dazu führen, dass die Schwere und Häufigkeit von Dürren in Zukunft zunehmen und sich der Wasserstress - insbesondere in den Sommermonaten - verschärfen wird.
Wird der Managementfokus von der Erhöhung der Entnahmemengen auf die Minimierung der Nachfrage verlagert, so müssen verschiedene Strategien und Verfahren einbezogen werden:
- In allen Sektoren, auch in der Landwirtschaft, sollte der Preis für Wasser auf der Grundlage der tatsächlich entnommenen Wassermenge berechnet werden.
- Die Regierungen sollten Pläne zum Dürremanagement umfassender umsetzen und sich mehr auf das Risiko- als das Krisenmanagement konzentrieren.
- In Gebieten, in denen Wasserknappheit herrscht, sollten keine wasserintensiven Bioenergiepflanzen angebaut werden.
- Durch die richtige Kombination von Pflanzenauswahl und Bewässerungsverfahren kann die landwirtschaftliche Wassereffizienz erheblich verbessert werden, vorausgesetzt, sie wird durch Beratungsprogramme für Landwirte unterstützt. Nationale Fonds und EU-Fonds, einschliesslich der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union, können eine wichtige Rolle bei der Förderung einer effizienten und nachhaltigen Nutzung von Wasser in der Landwirtschaft spielen.
- Um eine nachhaltige Wassernutzung zu erreichen, sind Massnahmen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit erforderlich, wie zum Beispiel die Vergabe von Umweltzeichen und Umweltzertifikaten oder die Einführung von Bildungsprogrammen in Schulen.
- Ausserdem müssen Lecks im öffentlichen Wasserversorgungssystem geschlossen werden. In einigen Teilen Europas beträgt der Wasserverlust durch Lecks mehr als 40 % des gesamten Wasserverbrauchs.
- Ausserdem ist in einigen Gebieten Europas die illegale Wasserentnahme - häufig für die landwirtschaftliche Nutzung - weit verbreitet. Zur Lösung dieses Problems sollten eine geeignete Überwachung und ein System von Strafmassnahmen eingeführt werden.
- Die Behörden sollten Anreize zur stärkeren Nutzung von alternativen Möglichkeiten der Wasserversorgung schaffen - zum Beispiel durch Nutzung von geklärtem Abwasser, Grauwasser und gesammeltem Regenwasser - um den Wasserstress zu verringern.
21.3.2009
Haase liefert Biogasverstärker für Forchheim
Der Badische Energieversorger Badenova aus Freiburg hat das Unternehmen Haase Energietechnik aus Neumünster Ende Januar 2009 mit dem Bau eines BiogasVerstärkers zur Aufbereitung von 1.000 m3/h Rohbiogas zu Erdgasqualität beauftragt. Das Bioerdgas-Projekt war EU-weit ausgeschrieben worden. Dank des neuen Biogasverstärkers werden demnächst in Forchheim rund 4,4 Millionen Kubikmeter Bioerdgas (Biomethan) pro Jahr ins Erdgasnetz der Badenova eingespeist.Das Rohbiogas entsteht aus nachwachsenden Rohstoffen der Region in der Biogasanlage der Gebrüder Herbert und Josef Binder. Die Anlage ist schon seit dem Jahr 2006 in Betrieb. Bisher wurde das Biogas in vier Blockheizkraftwerken verstromt. Die Abwärme der Motoren entwich jedoch ungenutzt in die Luft, weil die Voraussetzungen für Fernwärmenutzung in Forchheim nicht gegeben sind. Grund genug für die Badenova, einen Kooperationsvertrag mit den Gebrüdern Binder zu schließen, um die Effizienz der Anlage durch Biogasaufbereitung zu steigern. Das eingespeiste Bioerdgas wird dann an anderer Stelle verstromt, wo eine vollständige Wärmenutzung möglich ist.
21.3.2009
Studie: Unternehmen kümmern sich zu wenig um Wassermanagement
"Die weltweite Wasserkrise wird zu einem Risiko für das Wirtschaftswachstum", warnt Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF Deutschland und Teilnehmer des Weltwasserforums in Istanbul. Der Rohstoff Wasser würde derzeit noch von vielen Unternehmen in "gedankenloser Weise verschwendet". Nach aktuellen Untersuchungen der Umweltschutzorganisation WWF sind es ausgerechnet einige (häufig kritisierte) multi-nationale Konzerne - wie etwa Coca-Cola, Nestlé, IKEA oder Unilever - die damit begonnen haben Risiken zu untersuchen, die durch ihre Abhängigkeit vom Wasser entstehen. Doch die Mehrheit der Unternehmen sei sich dieser Risiken nicht bewusst.
"Sauberes Wasser wird zu einem knappen Rohstoff und die Kosten für Beschaffung, Reinigung und Er-schließung werden in die Höhe schnellen", sagt Martin Geiger. "Die Unternehmen müssen sich darauf einstellen und Verantwortung übernehmen." Denn zu aller Erst sei der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein universelles Menschenrecht. Nicht zuletzt deswegen sieht der WWF-Experte auch eine Gefahr für die Reputation von Unternehmen, die sich nicht mit ihrem Wassermanagement beschäftigten. 2006 wurde Coca-Cola beispielsweise in Kerala (Indien) vorgeworfen, dass eine Abfüllanlage Grundwasser übernutze und Pestizide in Getränken gefunden wurden. Sechs weitere Bundesstaaten verboten daraufhin zeitweilig den Verkauf. Das Oberste Gericht von Kerala erklärte die Anschuldigen zwar für unhaltbar und hob das Verbot auf, doch das Image des Konzerns leidet bis heute unter dem Skandal.
Neben der Getränkeindustrie sind laut Geiger auch die IT-Branche, der Tourismus, die Landwirtschaft, der Bergbau, das Papier- und Zellstoffgewerbe und dier Textilindustrie betroffen. Der WWF fordert von den Unternehmen, öffentlich über ihren direkten und indirekten Wasserverbrauch, die damit verbundene Risiken und die Gegenmaßnahmen zu berichten - und damit für Investoren und Öffentlichkeit offenzulegen.
Außerdem sei die Privatwirtschaft auchpolitisch gefordert. "Die Unternehmen müssen sich aktiv für eine integrierte und effiziente Bewirtschaftung von Wasser einsetzen", so Martin Geiger. "Es macht ökologisch und ökonomisch überhaupt keinen Sinn, wenn die geklärten Abwässer eines Unternehmens wieder in Flüsse eingeleitet werden, die stark verschmutzt seien, weil es keine
öffentlichen Kläranlagen gibt."
21.3.2009
Reinigungsmittel machen Ölteppiche gefährlicher
Chemikalien, die nach Tankerunglücken das Wasser von ausgelaufenem Öl reinigen sollen, sind gefährlicher für oberflächennahe Tiere als das Öl selbst. Das haben Forscher der Queen's University gezeigt, als sie im Labor die Auswirkung bestimmter Konzentrationen von Öl und Reinigungsmitteln auf Regenbogenforellen untersuchten. "Die heute verwendeten Reinigungsmittel sind vielleicht langfristig die beste Form der Behandlung von Ölteppichen, da das ausgetretene Öl verdünnt und abgebaut wird. Kurzfristig erhöhen sie jedoch die Giftigkeit und das Maß der Aufnahme ins Gewebe von Forellen um das hundertfache", so Studienleiter Peter Hodson. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Environmental Toxicology and Chemistry veröffentlicht. Chemikalien, die bei Reinigungsmitteln eingesetzt werden, senken die Oberflächenspannung, zerlegen dadurch das Öl in feinste Tröpfchen und vermischen es mit Wasser. Das erhöht die Übertragung von Kohlenwasserstoffen aus dem Öl ins Wasser, von wo aus sie viel leichter in das Gewebe der Fische eindringen können. Besonders in den frühen Lebensphasen der Tiere stellt dieser Prozess eine Bedrohung dar. Wird Öl mit Reinigungsmitteln vermischt, beeinträchtigt es schon in einer Konzentration von zehn Milligramm pro Liter Wasser das Embryonenwachstum bei Regenbogenforellen. Konzentrationen ab 100 Milligramm erwiesen sich bei den meisten Versuchen als tödlich. "Das könnte die Existenz ganzer Fischpopulationen ernsthaft gefährden und auch der Fischerei schaden", betont Hodson.
Chemische Reinigungsmittel werden im Süßwasser kaum angewandt. Hier könnten jedoch natürliche Vorgänge bei Ölverschmutzungen denselben gefährlichen Verteilungseffekt übernehmen. "Es macht keinen Unterschied, ob das Öl von Chemikalien oder von der Strömung verteilt werden", so der kanadische Biologe. Als nächsten Schritt wollen die Forscher Risikoabschätzungen eines Ölteppichs für Fische und für die Fischerei erarbeiten, die auf den Ort des Ölteppichs sowie auf die Laich- und Entwicklungszeit der Fische Rücksicht nimmt.
„Bei jedem Tankerunfall stellt sich die Frage, ob eine chemische Behandlung durch Dispergentien oder das Belassen des Öls im Wasser gefährlicher ist“, erklärt Jörg Feddern von der Naturschutzorganisation Greenpeace. Bei einem Ölunfall gebe es bisher keine Alternative als mit Skimmern und durch Absaugen auf der Wasseroberfläche so viel Öl wie möglich abzubergen. Auf diese Weise könnte in der Regel maximal ein Zehntel des Öls geborgen werden.
18.3.2009
EuGH: Gesetzliche Unfallversicherung mit EU-Recht vereinbar
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass das deutsche System der gesetzlichen Unfallversicherung mit dem Europarecht vereinbar ist.Das System der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland mit Versicherungspflicht bei einer öffentlich-rechtlichen Berufsgenossenschaft ist mit dem europäischen Gemeinschaftsrecht vereinbar.
Weder fallen die Berufsgenossenschaften unter das EG-Wettbewerbsrecht
noch liegt ein Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit des EG-Vertrages vor.
Das hat der EuGH mit Urteil vom 5. März 2009 entschieden. Damit sind die in den letzten Jahren wiederholt geäußerten Zweifel an der Europarechtskonformität der Unfallversicherung ausgeräumt.
Stahlbauer klagte gegen Pflichtmitgliedschaft bei der BG
Anlass des Verfahrens und Urteils war die Klage eines Stahlbauunternehmens, das in der Pflichtmitgliedschaft bei der Maschinenbau-Berufsgenossenschaft und in der Ausschließlichkeitsstellung der Berufsgenossenschaft Verstöße gegen die Dienstleistungsfreiheit bzw. gegen europarechtliche Wettbewerbsbestimmungen sah. Das Verfahren wurde dem Gerichtshof vom Sächsischen Landessozialgericht vorgelegt.
UV-Träger sind keine Unternehmen: Aufgabe ist sozialer Natur
Der EuGH lehnte - ebenso wie zuvor in einer Reihe von Parallelverfahren auch schon bundesdeutsche Gerichte - eine Überprüfung der Stellung von Berufsgenossenschaften entlang des EG-Wettbewerbsrechts ab, da dies nur für Unternehmen gilt.
Eine Berufsgenossenschaft, so die Auffassung des EuGH, ist jedoch kein (Wirtschafts-)Unternehmen im Sinne des Europarechts. Denn sie nehme vielmehr eine Aufgabe rein sozialer Natur wahr, soweit sie im Rahmen eines Systems tätig wird, mit dem der Grundsatz der Solidarität umgesetzt wird und das staatlicher Aufsicht unterliegt.
Die letztendliche Feststellung des Vorliegens eines solchen Systems überlässt der EuGH zwar dem vorlegenden Gericht, doch sprechen seine Ausführungen in dieser Hinsicht eine klare Sprache. Zudem hat bereits in Parallelverfahren unter anderem das Bundessozialgericht diese Frage positiv beantwortet.
18.3.2009
Kopfschutz auf Baustellen: Helme regelmäßig austauschen
Nur ein intakter Helm schützt Bauarbeiter sicher vor Unfällen. Häufig werden die Schutzhelme aber noch nach Ablauf ihrer Haltbarkeit getragen. Darauf weist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) in Berlin hin.Gängige Kunststoffhelme aus Polyethylen sollten demnach nach vier bis fünf Jahren Gerbrauch ausgetauscht werden. Denn bei Arbeiten im Freien werde der Kunststoff spröde, weil die UV-Strahlen der Sonne dem Material die Weichmacher entziehen. Ein neu entwickelter Helmtyp ermögliche es nun, abzulesen, wie weit der Alterungsprozess fortgeschritten ist.
Nach Angaben der BG Bau spielen bei mehr als 40 Prozent aller tödlichen Unfälle am Bau Kopfverletzungen eine Rolle. Im Jahr 2007 seien 14 000 Verletzungen dieser Art registriert worden. Zwar bestehe vielfach Helmpflicht, doch diese werde häufig missachtet - besonders auf kleinen Baustellen. Neben kaputten Helmen sei diese Missachtung der Hauptgrund für viele vermeidbare Unfälle.
17.3.2009
Air Liquide verwertet 250.000ste Gasflasche
Rein äußerlich war sie wirklich kein „Schmuckstück“ mehr: Die 250.000ste Gasflasche wurde in diesen Tagen in der Krefelder Restgasverwertung der Air Liquide sicher verwertet. Der Restinhalt Ammoniak in der 79-Liter-Flasche wurde fachgerecht entnommen und weiterverarbeitet zu einem Bestandteil für Düngemittel. Die „Jubiläums-Gasflasche“ selbst trat den Weg in die Schrottpresse an. Seit 1993 bietet das Team der Restgasverwertung einen europaweit einmaligen Komplettservice für Sicherung, Transport und Verwertung bzw. Entsorgung von Druckgasbehältern mit giftigem, korrosivem oder brennbarem Restinhalt oder von beschädigten, nicht mehr transportfähigen Flaschen an. Kunden, die Gasflaschen auf Mietbasis von Air Liquide einsetzen, können diese im einwandfreien Zustand einfach kostenfrei zurückgeben.
Air Liquide veranlasst dann die fachgerechte Entsorgung. Alle anderen Gasbehälter, die z. B. bei Bauarbeiten gefunden werden, müssen samt Inhalt gesetzeskonform und sicher vom Besitzer entsorgt werden. „Unsere Kunden kommen aus ganz Europa, die viertelmillionste Gasflasche beispielsweise aus Belgien“, erläutert Christian Schedel, Leiter der Restgasverwertung. Mit seinem Team aus elf Mitarbeitern behandelt er rund 16.000 Gasflaschen pro Jahr.
Ist die Gasflasche defekt oder ihr Inhalt nicht mehr erkennbar, so stehen die speziell ausgebildeten Air Liquide-Mitarbeiter sowie Bergungsgefäße in verschiedenen Größen bereit. Vor Ort muss zunächst der Behälterinhalt festgestellt werden. Dabei helfen den Spezialisten sowohl ihre Erfahrung – aus der Art der Anschlüsse, Ventile oder durch Farbreste lässt sich auf den Inhalt schließen – als auch technische Verfahren wie das Wiedersichtbarmachen korrodierter Schriftzüge durch Feilen und Ätzen oder ein mobiles, robustes FTIR-Spektrometer mit Spezialmesszellen und einer umfangreichen Datenbank von Vergleichsspektren.
Die Restgasverwertung im Spezialgasewerk Krefeld-Gellep ist als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert. Mit diesem Komplettservice hilft Air Liquide den Besitzern von Gasflaschen bei der Nachweisführung über den Verbleib und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz – immerhin werden rund 85 % der Flaschen bzw. ihrer Inhalte wiederverwertet.
17.3.2009
Nachhaltige Waldbewirtschaftung hilft Klima
Deutschland ist zu 31 Prozent mit Wald bedeckt. Das entspricht einer Fläche von 11 Mio. Hektar - und Jahr für Jahr nimmt der Waldbestand um weitere 3.500 Hektar zu. Mit einem Gesamtvolumen von 3,4 Mrd. m3 verfügt die Bundesrepublik gleichzeitig über die größten Holzvorräte in Europa, noch vor Schweden und Frankreich. Die bei der Durchforstung und Verarbeitung anfallenden Resthölzer werden dabei - in Form von Holzscheiten, Hackschnitzeln und Pellets - teilweise als Brennmaterial für die Energieversorgung genutzt. Dies hat unmittelbare Vorteile für das Klima - durch die Vermeidung von zusätzlichem Kohlendioxid (CO2).
„Nach Angaben des Bundesumweltministeriums", erklärt Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V., "wurden im Jahr 2007 durch Holzheizungen 13,4 Mio. Tonnen des Treibhausgases vermieden. Hinzu kamen weitere 3,1 Mio. Tonnen in der Industrie sowie in Heizkraftwerken. Insgesamt tragen die biogenen Festbrennstoffe mit rund 80 Prozent maßgeblich zur angestrebten CO2-Vermeidung durch die Nutzung erneuerbarerer Energien bei."
Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald bedeutet CO2-Entlastung Die Erklärung dafür ist einfach: Holz verbrennt CO2-neutral. Es wird nur soviel Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben wie der Baum zuvor beim Wachstum aufgenommen hat - und auch bei seiner Verrottung im Wald wieder abgeben würde. Aus diesem Grund trägt auch ein nachhaltig bewirtschafteter Wald weit stärker zur Entlastung der Atmosphäre bei als ein ungenutzter Wald. Denn Holz, das verbaut wird, speichert den Kohlenstoff für lange Zeit. Und Holz das verbrannt wird, verursacht keine zusätzlichen Emissionen. Hinzu kommen die kurzen Transportwege, was die Gesamtenergiebilanz von Holz weiter verbessert.
17.3.2009
UBA stellt Konzept für "Nachhaltige Chemie" vor
Unternehmen sollten künftig nicht mehr nur Autos und Computer leasen, sondern auch Chemikalien. Das schlägt das Umweltbundesamt (UBA) im Papier "Nachhaltige Chemie" vor. Die Idee ist einfach: Hersteller oder Importeure verkaufen nicht die Chemikalie - etwa ein Lösemittel zur Platinenherstellung - sondern bieten dem Käufer, die Funktion oder Dienstleistung der Chemikalie an - was die fach- und umweltgerechte Nutzung einschließt. Nach der Nutzung nimmt der Anbieter die ausgedienten Chemikalien zurück, bereitet sie auf oder entsorgt sie umweltgerecht.UBA-Präsident Andreas Troge verspricht sich positive Effekte für Umwelt, die Schonung von Rohstoffen: "Gerade die überdurchschnittlich innovativen Chemieunternehmen in Deutschland haben gute Voraussetzungen für mehr Nachhaltigkeit beim Chemikalieneinsatz mittels Chemikalienleasing. Wer sich in Krisenzeiten mit Ressourcen schonenden Techniken gut aufstellt, hat bessere Chancen, im globalen Wettbewerb zu bestehen".
Neben dem Chemikalienleasing präsentiert das UBA im Papier "Nachhaltige Chemie" weitere Ideen für mehr Umwelt- und Ressourcenschutz in und mit der chemischen Industrie: etwa verbesserte metallorganische Katalysatortechniken, mit denen sich Polyethylen- und Polypropylen-Kunststoffe mit der gewünschten Stoßfestigkeit und Transparenz herstellen lassen. Die neue Verfahren verursachen weniger Nebenprodukte und sind material- sowie energiesparender als die herkömmliche Technik. Aus diesen Kunststoffen entstehen zum Beispiel Aufbewahrungsdosen für den Kühlschrank, Trinkwasserrohre, Kabelisolierungen oder Müllsäcke.
17.3.2009
EU kämpft mit Müllbergen und niedrigen Wertstoffpreisen
Die globale Wirtschaftskrise hat nach Beobachtungen der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (Frankfurt/M.) auch den europäischen Markt für Abfallentsorgung stark in Mitleidenschaft gezogen. Am heftigsten sei der Recyclingsektor betroffen. Der drastische Preisverfall für recyclingfähige Wertstoffe hat zur Folge, dass sich auf Deponien und in Lagerhäusern mittlerweile riesige Berge an unverwerteten Reststoffen auftürmen.Auf nationaler Ebene stellt sich die Situation allerdings recht unterschiedlich dar. So waren Deutschland, Frankreich und Großbritannien früher und weitaus stärker betroffen als Südeuropa. Schlüsselakteure der Branche wie beispielsweise Veolia Environmental Services betrachten die Lage mit großer Besorgnis, denn das Volumen des gesammelten und behandelten Abfalls geht seit dem Schlussquartal 2008 immer mehr zurück.
Von diesem Problem ist die gesamte Abfallindustrie betroffen, besonders deutlich sind die Einbrüche jedoch im Recycling-Geschäft. Dafür ist vor allem der Preissturz für Wertstoffe wie Stahlschrott und Altpapier verantwortlich, denn große Mengen an Sekundärrohstoffen finden aktuell keine Abnehmer mehr.
Angesichts der äußerst unklaren gesamtwirtschaftlichen Perspektive rechnen Experten von Frost & Sullivan mit einem weiteren Anstieg des Volumens an unverarbeiteten Recycling-Materialien. Die Krise im europäischen Markt ist zudem immer stärker an die globale Situation gekoppelt. So ist beispielsweise die Nachfrage nach Altpapier und Pappe aus wichtigen Absatzmärkten wie China, wo die Materialien zur Herstellung von Zeitungen und Verpackungen genutzt wurden, fast vollständig zum Erliegen gekommen.
Dennoch sieht Frost & Sullivan neue Möglichkeiten für Abfallentsorger und Branchenzulieferer. „In Reaktion auf die Wirtschaftskrise investieren die Regierungen in ganz Europa hohe Summen, um der Lage einigermaßen Herr zu werden. In der Folge wurden unter anderem in Großbritannien mehrere Infrastrukturprojekte initiiert“, so Suchitra Padmanabhan, Programme Manager Waste Management bei Frost & Sullivan. „Für die Abfallindustrie bedeutet das: Die Branchenakteure werden dazu ermutigt, sich verstärkt in Schlüsselsegmenten wie Abfallminimierung, -sortierung und -trennung zu engagieren, um hier neuen Chancen zu generieren.“ Dank der Verabschiedung und Implementierung von Richtlinien wie der Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Direktive (Waste Electrical and Electronic Equipment - WEEE) bleibt die EU zudem weltweiter Vorreiter in Sachen proaktiver Gesetzgebung in diesem Bereich.
„Im Jahr 2009 dürfte sich der Europamarkt für Abfallmanagement vor allem auf Wachstumsmöglichkeiten in Schlüsselmärkten wie Russland oder dem zentral- und osteuropäischen Raum konzentrieren und in wichtige Sektoren wie die Entsorgung medizinischer Abfälle und die Stromerzeugung aus Abfällen und Reststoffen (Waste-to-energy) investieren. Diese Bereiche bieten durchaus Potenzial“, so Padmanabhan abschließend.
17.3.2009
Kein Umweltgesetzbuch, aber vier Gesetzentwürfe zur Neuordnung des Umweltrechts
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel Entwürfe für vier einzelne Änderungen des Umweltrechts beschlossen. „Mit diesen Einzelgesetzen ziehen wir die Konsequenzen aus dem Scheitern des Umweltgesetzbuches, gegen das sich die Union leider weiter sperrt. Daher müssen wir im Umweltrecht jetzt retten, was noch zu retten ist“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Die vom Kabinett beschlossenen Entwürfe novellieren im Wesentlichen das Wasserrecht, das Naturschutzrecht und das Strahlenschutzrecht. Zusammen mit dem ebenfalls beschlossenen Rechtsbereinigungsgesetz Umwelt gehörten diese Neuerungen ursprünglich zum Umweltgesetzbuch (UGB).Der Bundesumweltminister betonte vor allem die Dringlichkeit der Neuregelungen im Wasser- und im Naturschutzrecht. „Ohne neue bundeseinheitliche Vorschriften im Wasser- und Naturschutzrecht droht uns in diesen Bereichen ab dem nächsten Jahr eine völlige Rechtszersplitterung. Das ist schlecht für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft“, sagte Gabriel.
Das derzeit noch geltende Wasserhaushaltsgesetz und das bisherige Bundesnaturschutzgesetz enthalten Rahmenvorschriften, die von den Bundesländern auszufüllen sind. Als Ergebnis der Föderalismusreform dürften die Bundesländer ohne die Neuregelungen ab Januar 2010 von den Rahmenvorgaben des Bundes abweichen. Die Folge könnte sein, dass 16 völlig unterschiedliche Landesgesetze im Wasser- und Naturschutzrecht entstehen. Hiergegen wenden sich sowohl die Wirtschafts- als auch die Umweltverbände. Sie haben den Bund aufgefordert, noch in dieser Legislaturperiode neue Vorschriften im Wasser- und Naturschutzrecht zu erlassen.
Das Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung setzt wichtige Empfehlungen der EU zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern um und ergänzt die bestehenden Schutzvorschriften, insbesondere im Bereich der optischen Strahlung. Für Minderjährige, die regelmäßig ins Sonnenstudio gehen, erhöht die Exposition durch künstliche UV-Strahlung das Risiko einer Hautkrebserkrankung erheblich. Deshalb sieht der Gesetzentwurf hier ein entsprechendes Nutzungsverbot vor.
Mit dem Rechtsbereinigungsgesetz Umwelt werden verschiedene kleinere umweltrechtliche Änderungen und Konkretisierungen vorgenommen. Das Gesetz fügt sich ein in eine Reihe weiterer Rechtsbereinigungsgesetze, die die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode bereits erlassen hat.
Die vier Gesetzentwürfe werden jetzt zügig dem Parlament zugeleitet, damit sie noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden können. „Ich appelliere an die Union, sich bei den anstehenden Beratungen konstruktiv zu verhalten. Den Einzelgesetzen dürfen jetzt, anders als beim Umweltgesetzbuch, keine Steine mehr in den Weg gelegt werden“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
17.3.2009
BDEW lobt Wasserhaushaltsgesetz
„Mit der Verabschiedung des Wasserhaushaltsgesetzes im Bundeskabinett setzt die Koalition wichtige Signale für Investitionsschutz und Rechtssicherheit - beispielsweise bei Vorhaben der Wasserversorgung oder beim Bau von Kraftwerken. Mit dem geplanten Gesetz kann nach dem Scheitern des Umweltgesetzbuches zumindest eine Zersplitterung in 16 Landeswassergesetze verhindert werden", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zu den Beschlüssen des Kabinetts.Der BDEW biete im parlamentarischen Verfahren zum Wasserhaushaltsgesetz wie schon bisher seine konstruktive Zusammenarbeit an. Dies gelte insbesondere beim Vorrang der Trinkwasserversorgung, beim Thema Wasserkraft und bei der Verbreiterung der Gewässerrandstreifen.
"Investitionen in die Wasserkraft müssen weiterhin möglich sein. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen. Die Wasserwirtschaft legt besonderen Wert auf eine Ausweitung der Gewässerrandstreifen, um die Erhaltung und Verbesserung der Wasserqualität zu gewährleisten. Beim Gewässerschutz muss das Prinzip "Vorsorge ist besser als Reparatur" gelten. Der Rechtsschutz der Wasserwirtschaft darf in einem neuen Bundeswassergesetz nicht hinter die derzeit geltenden Standards zurückfallen", so Müller.
"Wir hoffen außerdem, dass für die Energiewirtschaft wichtige Projekte wie etwa das Gesetz zu Abscheidung, Transport und Speicherung von Kohlendioxid (CCS-Gesetz) zügig umgesetzt werden. Die Entwicklung von CCS-Technologien kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Anforderungen der Umwelt- und Klimaschutzpolitik mit der notwendigen Versorgungssicherheit zu vereinbaren", betonte Müller.
17.3.2009
Frankfurter Ökotoxikologen finden Umwelthormone im Mineralwasser
Ob auf der Arbeit, beim Sport oder zu Hause: Mineralwasser ist aus unserem Leben nicht wegzudenken. Laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr 138 Liter davon getrunken; die Branche glänzt mit stetig steigenden Absatzzahlen. Nun haben Frankfurter Forscher das Lieblingsgetränk der Deutschen genauer unter die Lupe genommen und wiesen nach: Mineralwasser ist mit Umwelthormonen belastet.Im Rahmen eines vom Umweltbundesamt (UBA) geförderten Forschungsprojektes untersuchten die Biologen Mineralwasser auf dessen Belastung mit Umwelthormonen, sogenannten Endokrinen Disruptoren. „Wir wussten, dass Lebensmittel mit bestimmten Umwelthormonen kontaminiert sein können,“ erklärt Prof. Jörg Oehlmann, der das Projekt an der Goethe-Universität leitet. Ein prominentes Beispiel sei die Plastikkomponente Bisphenol A, eine östrogenartig wirkende Chemikalie, die aus Polycarbonat-Flaschen auslaugen und so ins Lebensmittel gelangen kann. „Allerdings haben wir es in der Realität nicht nur mit einer einzelnen Chemikalie, sondern mit einer Vielzahl von Umwelthormonen zu tun“, so Oehlmann weiter. Um diese sogenannten Cocktaileffekte einzubeziehen, haben sich die Wissenschaftler nicht auf eine einzelne Substanz konzentriert, sondern die gesamte Hormonaktivität von Mineralwasser gemessen.
Martin Wagner führt das Forschungsprojekt im Rahmen seiner Doktorarbeit durch: „Mit einem genetisch veränderten Hefestamm haben wir zahlreiche Mineralwassermarken auf deren Östrogenaktivität untersucht. Enthält das Wasser Umwelthormone, die dem weiblichen Sexualhormon ähneln, können wir deren Bindung an den menschlichen Östrogenrezeptor messen und so Aussagen über die hormonelle Belastung des Mineralwassers treffen.“
Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Frankfurter Ökotoxikologen nun in der Fachzeitschrift „Environmental Science and Pollution Research“ veröffentlicht. In 12 der 20 untersuchten Mineralwassermarken konnten sie eine erhöhte Hormonaktivität nachweisen. „Zu Beginn unserer Arbeiten hatten wir nicht erwartet, eine so massive östrogene Kontamination in einem Lebensmittel vorzufinden, das strengen Kontrollen unterliegt“, sagt Wagner. „Allerdings mussten wir feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist.“
Mit ihren Versuchen konnte das Frankfurter Forscherteam zudem belegen, dass zumindest ein Teil der Umwelthormone aus der Kunststoffverpackung stammt. „Wir haben Mineralwasser aus Glas- und Plastikflaschen verglichen und konnten zeigen, dass die östrogene Belastung in Wasser aus PET-Flaschen etwa doppelt so hoch ist, wie in Wasser aus Glasflaschen“, so Wagner. Ein Grund dafür könnte das Auslaugen von Plastikadditiven, wie zum Beispiel Weichmachern, aus den PET-Flaschen sein. Dazu Oehlmann: „Wenn sich herausstellt, dass das Auslaugen von Endokrinen Disruptoren aus Kunststoffverpackungen ein generelles Phänomen ist, würde dies bedeuten, dass nahezu die gesamte Bandbreite unserer Lebensmittel hormonell belastet ist.“
Noch können die Ökotoxikologen nicht abschätzen, ob die östrogene Kontamination des Mineralwassers ein gesundheitliches Risiko darstellt. Jörg Oehlmann: „Unsere Ergebnis belegen zwar, dass wir mit einer größeren Menge an Umwelthormonen in Kontakt kommen als bisher vermutet, allerdings wissen wir noch nichts über deren Aufnahme und Abbau im menschlichen Körper.“ Welche Substanzen genau für die hormonelle Belastung im Mineralwasser verantwortlich sind, ist noch nicht geklärt. Das Frankfurter Team arbeitet derzeit an deren Identifizierung.
7.3.2009
Tunnelausbruch als Rohstoff
Wenn Tunnels gegraben werden, entstehen große Mengen an Ausbruchmaterial, die zum Großteil deponiert werden. Ein Forscherteam der Montanuniversität und weitere Wissenschaftspartner der Industrie versuchen nun eine bessere Lösung zu finden, denn in dem scheinbar wertlosen Geröll verbergen sich manchmal durchaus sinnvoll nutzbare Rohstoffe."Abgebrochene Bauwerke oder Aushubmaterial werden bereits jetzt dem Recyclingprozess unterzogen. Daher stellt sich die Frage, warum man das nicht auch mit Tunnelausbruch macht", so Robert Galler, Leiter des Lehrstuhls für Subsurface Engineering an der Montanuniversität Leoben. "Wir sind daher auf die Idee gekommen, gemeinsam mit Industrie und wissenschaftlichen Partnern ein Projekt zu starten, das die Wiederverwertung von Tunnelausbruchmaterial untersucht." Ähnliche Projekte gebe es beispielsweise auch in der Schweiz.
"Wir betrachten den Tunnel als Lagerstätte", erklärt der Wissenschaftler. "Darin lagern etwa Rohstoffe, die man in der Bauindustrie oder für Spezialanwendungen verwenden könnte." Wie groß die Kapazität ist, zeigen die Zahlen über Tunnelbauprojekte in der Alpenrepublik: Derzeit sind etwa 200 Kilometer Tunnel in Bau oder Planung. "Interessant sind für unsere Arbeiten aber nur jene Projekte, die frühestens in fünf Jahren starten werden, da wir keine laufenden Projekte stören wollen." An dem Projekt, das auch von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziert wird, sind Unternehmen vertreten, die mit dem Tunnelbau zu tun haben, sowie Vertreter aus mehreren wissenschaftlichen Disziplinen wie etwa Tunnelbauingenieure, Geologen und Umweltplaner."
"Kernstück des Projekts ist die Entwicklung eines Labors, in dem vor Ort ausgewertet wird, ob und wie der Ausbruch weiter verwendet werden kann", erklärt der Forscher. Kalk könnte vielleicht an Hüttewerke geliefert werden. Es werde sogar überlegt, das Gesteinsmehl in der Landwirtschaft zu verwenden. "Glimmer ist ein begehrter Rohstoff in der Farbindustrie und könnte statt teuer deponiert zu werden, wieder als Rohstoff verwendet werden", erklärt Galler. Die Ersparnis liege nicht nur bei den Deponiekosten, sondern auch bei den Transportkosten. "Sehr oft kann das gewonnene Material sogar in der unmittelbaren Gegend weiter verwendet werden", meint der Experte.
7.3.2009
BDE fordert von Kommunen Hilfe bei der Rettung des Altpapiermarkts
Die internationale Papierproduktion ist im Zuge der Finanzkrise und dem damit einhergehenden Abschwung der gesamten Weltkonjunktur drastisch eingebrochen. Die sinkende Nachfrage nach Altpapier hat zu Überkapazitäten und damit zu einem Preisverfall geführt, der in dieser Form von keinem Marktteilnehmer erwartet werden konnte. Aus diesem Anlass traf sich der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) e.V. am 2. März 2009 mit Vertretern der Papierindustrie (VDP), um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.Nach Überzeugung des BDE ist diese Entwicklung mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden und für alle Marktteilnehmer Existenz gefährdend. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Vertragsbeziehungen auf langfristigen Abnahmeverträgen mit Festpreisvereinbarungen beruhen, die nicht mehr dem aktuellen Marktgeschehen entsprechen.
Vor allem bei kommunalen Altpapiermengen, die ohne Preisanpassungsmechanismus übernommen wurden, sind laut BDE krisenbedingte Korrekturen unumgänglich. Die bisher etablierten Handelsgrundlagen der Vertragstreue und Abnahmesicherheit geraten ins Wanken, wenn die Kommunen weiterhin auf Festpreisen bestehen, die auf nicht absehbare Zeit erheblich von der Marktrealität abweichen.
Bis jetzt ist es den in der Kreislaufwirtschaft tätigen Unternehmen gelungen, den Altpapiermarkt als eine der tragenden Säulen der Recyclingwirtschaft und der Ressourcenschonung vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Auch die Papierindustrie muss sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Der BDE hat deutlich gemacht, dass die Papierindustrie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen muss, um Abnahmezusagen für Altpapier - insbesondere aus kommunaler Herkunft - einzuhalten.
Am Zug sind nun aus Sicht des privaten Entsorgerverbandes die Kommunen. Sie sollten sich kurzfristig mit den beteiligten Partnern aus Kreislaufwirtschaft und Papierindustrie an einen Tisch setzen, um tragfähige Lösungen für den Fortbestand des Altpapiermarktes zu entwickeln.
7.3.2009
NABU-Studie kürt Deutschland zu Müllimportmeister
Deutschland droht zu größten Müllimporteur Mitteleuropas zu werden. Schon heute werden laut einer Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) rund 2 Mill. Tonnen mehr Abfall verbrannt als im Inland anfallen. Die von der Prognos AG erstellte Untersuchung wurde in Berlin präsentiert. Bis zum Jahr 2020 könnten die Überkapazitäten auf bis zu 8,6 Millionen Tonnen anwachsen. „Schon die derzeit importierte Müllmenge entspreche der Kapazität von vier großen MVA oder einem mit Müll beladenen Güterzug von 1000 Kilometern Länge“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
In den kommenden Jahren seien 28 Neuanlagen und der Ausbau sechs weiterer Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 5,5 Mill. Tonnen geplant. Laut Studie wird die in Deutschland jährlich zur Verbrennung anfallende Müllmenge im Jahr 2020 zwischen 25 und 27 Mill. Tonnen betragen. Um alle Anlagen wirtschaftlich auszulasten, müssten jährlich jedoch 31 bis 33 Millionen Tonnen verbrannt werden. „Die Entsorgungsbranche wird Wege finden, genug Brennstoff aus dem Ausland einzukaufen“, sagt Tschimpke.
Angesichts der anstehenden Gesetzesnovellierung fordert der NABU, jetzt die Weichen für mehr Recycling und weniger Verbrennung zu stellen. Schließlich schaffe das Recycling nach EU-Angaben bis zu siebenmal mehr Arbeitsplätze als Verbrennung von Müll und sei klimafreundlicher.
7.3.2009
Windrad erreicht dank Hybridbauweise neue Höhen
Nachdem Ende 2008 der Betonturm errichtet worden war, ist auf dem Windtestgelände im nordrhein-westfälischen Grevenbroich nun auch das Siemens-Stahlturm-Segment installiert worden. Mit der Montage der Gondel – eine 2,3 MW-Anlage aus dem Hause Siemens – und des Rotors (Durchmesser 93 Meter) hat das Pilotprojekt schließlich seinen Abschluss gefunden. Im April soll die Windkraftanlage dann feierlich eingeweiht werden. Der niederländische Turmbauspezialist Advanced Tower Systems (ATS) hat in Grevenbroich eine der weltgrößten Windenergie-Anlagen mit Hybridturm errichtet. Der Turm besteht im unteren Teil aus hohen, schmalen Betonfertigteilen und im oberen Bereich aus konventionellen Stahlelementen. Die Anlage erreicht bei einer Nabenhöhe von 133 Metern eine Gesamthöhe von 180 Metern. Errichtet und betrieben wird der Turm von der ATS Projekt Grevenbroich GmbH, an der die juwi Netzwerk GmbH &Co. KG, die Mecal Projects GmbH, die Hurks-Tochter HB Bau GmbH sowie Siemens Project Ventures (SPV) zu gleichen Teilen beteiligt sind.
„Der Turm erlaubt große Nabenhöhen und damit höhere Energieerträge bei vergleichsweise niedrigen Gesamtkosten und ist zudem leicht zu transportieren“, sagt ATS-Geschäftsführer Frans Brughuis. Gegenüber der weit verbreiteten Nabenhöhe von 100 Metern bringe das ATS-System einen rund 20 Prozent höheren Energieertrag. Die höheren Aufwendungen für die Errichtung des Turms seien nach vier Jahren wieder ausgeglichen. Zudem fielen nur sehr geringe Wartungskosten an. Daraus resultierten über die langjährige Projektdauer gegenüber den heute marktüblichen Systemen unterm Strich deutlich geringere Stromerzeugungskosten. Das spiele insbesondere an Binnenlandstandorten mit geringeren Windgeschwindigkeiten eine Rolle. „Durch das neue Konzept lässt sich noch wirtschaftlicher als bisher Klimaschutz betreiben“, so ATS-Salesmanager Johannes Bietz. Denn die Elemente des Hybridturms sind so konzipiert, dass keine Spezialtransporte notwendig und so auch unwegsame Standorte, etwa im Wald, gut zu erreichen sind.
Die juwi-Gruppe zählt mit einem Jahresumsatz von rund 400 Millionen Euro zu den führenden Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien in Deutschland. Mit rund 450 Mitarbeitern deckt juwi die gesamte Dienstleistungs-Wertschöpfungskette in den Geschäftsfeldern Fotovoltaik, Windenergie und Bioenergie ab. Bislang hat juwi mehr als 300 Windräder mit einer Gesamtleistung von über 450 MW realisiert. Im Solarbereich sind bis Ende 2008 rund 800 Fotovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 200.000 Kilowatt realisiert worde.
7.3.2009
Hessen lässt Wasserpreise sinken
Das Vorgehen der Landeskartellbehörde in Hessen gegen mehrere kommunale Wasserunternehmen könnte Modellcharakter für Deutschland haben und die Regulierung der Wasserversorgung anstoßen. „Die Wasserpreise werden in naher Zukunft mit Sicherheit sinken", sagte Christian von Hirschhausen, DIW-Experte für Infrastrukturpolitik. Ziel müsse eine Regulierung analog der Energie- und Telekommunikationsmärkte sein.Die Wasserwirtschaft ist ein natürliches Monopol und im Gegensatz zu Elektrizität und Telekommunikation in Deutschland bisher nicht reguliert. Die Folge sind nach Einschätzung des DIW-Experten überhöhte Preise des Grundlebensmittels im internationalen Vergleich und enorme Preisunterschiede innerhalb Deutschlands.
„Der Preis für einen Kubikmeter Wasser schwankt zwischen 50 Cent und 4 Euro", erinnert Christian von Hirschhausen. Diese Unterschiede könnten kaum durch strukturelle Unterschiede der Versorgungsgebiete erklärt werden. Hauptursache dafür sei laut DIW-Experten ineffizientes Wirtschaften.
Angemessene Preise würden vor allem durch Anreizregulierung erzielt. Das heißt, die Unternehmen erhalten durch Auflagen der Regulierungsbehörde einen Anreiz zur Kostensenkung, etwa in Form von Vorgaben für Preis- oder Erlösgrenzen. So könnten sie ihre Kosten nicht mehr einfach auf die Preise überwälzen.
In Wetzlar, Frankfurt und Kassel erwirkte die Kartellbehörde auf diese Weise bereits drastische Preissenkungen um bis zu 30 Prozent. Bei der Regulierung der Wasserversorgung sollte genau laut von Hirschhausen geprüft werden, inwieweit die positiven Erfahrungen bei der Regulierung der Energie- und Telekommunikationsmärkte auf die Wasserwirtschaft übertragbar sind. Wichtig sei, dass alle Preise und Gebühren in die Anreizregulierung einbezogen und die Unternehmen verpflichtet werden, vergleichbare Daten zu liefern. Ergänzend sollten moderne wissenschaftliche Benchmarking-Methoden angewendet werden.
7.3.2009
Rat zur Stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe gegründet
Wie erst jetzt gemeldet wurde haben sich bereits Mitte Dezember 2008 zwanzig Experten aus Indust-rie, Verbänden und Forschungseinrichtungen in Hürth im Rheinland den „Rat zur Stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe“ gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Politik über die Verwendung Nachwachsender Rohstoffe in der industriellen Produktion zu informieren und dahingehend zu beraten, wie die stoffliche Nutzung zukünftig in allen neuen Regularien der energetischen Nutzung gleichgestellt werden kann, so eine aktuelle Pressemitteilung des Rats. Dabei gehe es nicht darum, die alten, sektoralen Instrumente zur Förderung der energetischen Nutzung auf die stoffliche Nutzung zu übertragen, sondern neue politische Rahmenbedingungen zu entwickeln. Im Vordergrund stehe dabei eine möglichst nachhaltige und effiziente Nutzung von Agrarressourcen. Hierzu zähle auch die Förderung der Kaskadennutzung, bei der die energetische erst nach der stofflichen Nutzung erfolgt.
Mitglieder des Beirates sind Experten aus Unternehmen, Verbänden und Instituten, die im Bereich der stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe aktiv sind. Der Beirat wird koordiniert von Michael Carus, dem Geschäftsführer der nova-Institut GmbH, der sich seit vielen Jahren für die stärkere Beachtung der stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe einsetzt.
Weitere Akteure aus dem stofflichen Bereich sind herzlich willkommen, im Rat mitzuwirken.
2.3.2009
Greenpeace deckt Schmuggel mit Elektronikschrott auf
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Beweise für den Schmuggel von Elektroschrott nach Afrika durch europäischen Recyclingfirmen vorgelegt. Diese Unternehmen haben bereits zum wiederholten Male mit dem Vorwurf zu kämpfen, Elektromüll illegal in das Ausland zu exportieren. Greenpeace hat nun einen kaputten Fernseher mit einem GPS-Sender ausgestattet und seinen Weg bis nach Nigeria verfolgt. Obwohl das Gerät den gesetzlichen Bestimmungen nach im Inland entsorgt werden müsste, gelangte es dennoch nach Lagos. "Deklariert war das Gerät als Second-Hand-Ware", sagt Claudia Sprinz, Chefredakteurin der Greenpeace-Homepage marktcheck.at .Das Greenpeace-Team hat das TV-Gerät bei BJ Electronics, einem britischen Recycling-Unternehmen im englischen Hampshire, abgegeben. Anstatt das irreparable Gerät jedoch einer ordnungsgemäßen Verwertung zuzuführen, verkaufte das Unternehmen den Fernseher als Gebrauchtware weiter und verschiffte es nach Nigeria. "Das Gerät wurde zuvor kein einziges Mal auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft", erklärt Sprinz. Abertausende ausrangierter elektronischer Produkte finden tagtäglich auf diese Weise den Weg nach Afrika. Sämtliche EU-Richtlinien in Bezug auf den Elektronikmüll-Handel werden dabei missachtet. "Vor allem Europa, Japan, Südkorea und die USA missbrauchen Entwicklungsländer wie Nigeria, Ghana, Pakistan - aber auch Indien und China - als riesige Mülldeponien", kritisiert Greenpeace.
"Für Elektroschrott besteht ein Exportverbot. Durch die Deklaration als Second-Hand-Ware umgehen die Firmen dies", moniert Sprinz. Die afrikanischen Händler kaufen die Warenladung, um tatsächlich funktionstüchtige Geräte weiterzuverkaufen. Der ausgesonderte Schrott wird anschließend zerlegt, was vorwiegend von Kindern gemacht wird, berichtet Sprinz. Diese sind schließlich auch dem Giftmüll ausgesetzt. Reporter des britischen Senders Sky News haben die Aktion von Greenpeace begleitet und berichten, wie Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren versuchen, den Schrott zu verwerten. "Sie verbrennen das Plastik der Kabel und der Leiterplatten, um an die Metalle heranzukommen. Was sie dabei nicht wissen ist, dass sie schädliche Chemikalien und hochgiftige Dämpfe einatmen", schildern die Reporter.
"Die Herstellerfirmen könnten diesen gefährlichen Schmuggel selbst stoppen, indem sie ihre Produkte einfach frei von giftigen Bestandteilen halten", fordert Chemiker Martin Hojsik von Greenpeace International. "Es ist allerhöchste Zeit, dass sich diese Unternehmen ihrer Verantwortung endlich bewusst werden und damit aufhören, die Menschen und die Umwelt in den Entwicklungsländern zu vergiften", sagt Hojsik. "Es ist überhaupt kein Problem auf giftige Stoffe bei der Produktion zu verzichten. Viele Unternehmen haben dies bei der Herstellung ihrer elektronischen Geräte bereits demonstriert", berichtet Sprinz. Es sei an der Zeit, dass sich diese Einstellung in der gesamten Branche durchsetzt.
2.3.2009
Wirtschafts- und Umweltministerium einigen sich bei CCS
Das Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium haben sich auf einen gemeinsamen Referentenentwurf für ein Gesetz zur Regelung von Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid geeinigt. Mit diesem Gesetz soll die im Dezember 2008 verabschiedete europäische CCS-Richtlinie (CCS = CO2 Capture and Storage), welche hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards für die Erprobung und Anwendung der Technologien in allen Mitgliedsstaaten gewährleistet, in nationales Recht umgesetzt werden. Der Entwurf wird heute in die Abstimmung zwischen den Bundesressorts gegeben und soll im März dem Bundeskabinett vorgelegt werden.Der Gesetzentwurf enthält insbesondere Regelungen zum Kohlendioxidtransport in Pipelines von den Kraftwerken zu den Speicheranlagen, zur Untersuchung von Gesteinsschichten im tiefen geologischen Untergrund sowie vor allem zur Planfeststellung für die Errichtung und den Betrieb von Kohlendioxidspeichern. Dabei kommen der Anlagensicherheit und dem Umweltschutz besondere Bedeutung zu.
Eine wichtige Aufgabe bekommt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, die zentrale geowissenschaftliche Beratungseinrichtung der Bundesregierung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie: Sie wird die Potenziale für untertägige Kohlendioxidspeicher in Deutschland analysieren und gemeinsam mit dem Umweltbundesamt bewerten. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden vom Bundeswirtschaftministerium veröffentlicht und sollen eine wichtige fachliche Grundlage für die von den jeweils zuständigen Landesbehörden durchzuführenden Genehmigungsverfahren bilden.
Bundesminister zu Guttenberg verspricht: „Mit dem neuen Rechtsrahmen für die CCS-Technologien schaffen wir die Voraussetzung für die Beibehaltung eines ausgewogenen Energiemix' in Deutschland, der auch die Nutzung modernster, klimafreundlicher Kohletechnologien einschließt. Der neue Rechtsrahmen wird damit Investitionssicherheit für die Unternehmen der Energiewirtschaft schaffen und ist so ein wichtiger Baustein für die langfristige Energieversorgungssicherheit in Deutschland."
2.3.2009
Solar-Konzentrator verspricht billigeren Strom
Das kanadische Start-up Morgan Solar hat einen neuen Solar-Konzentrator entwickelt. Die Technologie ist laut Unternehmen einfach, beständig und preisgünstig. Ein durchsichtiges Stück Acryl bündelt Licht auf eine winzige Solarzelle in der Mitte des Systems. Das Ganze ist reine geometrische Optik", erklärt Nicolas Morgan, Director of Business Development bei Morgan Solar.Die Solarzellen sind der teuerste Bestandteil eines Solarenergiesystems. Daher wird immer häufiger an Systemen gearbeitet, die viel Licht auf kleine Zellen bündeln. Häufig kommt eine komplexe Optik zum Einsatz, wie beispielsweise beim Linsen-Konzentrator des kalifornischen Start-ups Sunrgi. Bei Morgan dagegen setzt man auf das physikalische Phänomen der vollständigen internen Reflexion, durch das Lichtstrahlen am Rand eines Materials in dieses zurückreflektiert werden statt zu entweichen. Auf diese Weise gelangt das Licht in eine sekundäre Glasoptik im Zentrum der Acrylplatte. Die Intensität steigt so auf das 1.000-fache der Sonne, ehe das gesammelte Licht in der Mitte der Glasoptik an die Unterseite gelenkt wird. Dort befindet sich eine Solarzelle in der Größe eines Säuglingsdaumennagels.
Morgan konnte mit seinem Ansatz bereits Experten beeindrucken. "Das Design ist wirklich neu und physikalisch sinnvoll, es kann günstig hergestellt werden und hat echte Chancen, die Konzentrator-Technologie zu revolutionieren", sagt Ray LaPierre, ein Experte für hocheffiziente Solarzellen der McMaster University. Auch Roland Winston, ein Optikexperte an der University of California in Merced ist der Ansicht, dass der Ansatz vielversprechend ist. "Acryl hat sich noch nicht für die langfristige Anwendung insbesondere unter konzentriertem Sonnenlicht bewährt", warnt allerdings Winston. Genau deswegen kommt das zentrale Glaselement zum Einsatz, hält man bei Morgan dagegen. Dadurch bleibe die Lichtkonzentration im Acrylteil des Systems auf die 50-fache Sonnenintensität begrenzt.
2.3.2009
Solaranlage auf der Neuen Messe Stuttgart geht in Betrieb
Eine der größten auf Gebäuden installierten Solaranlagen der Welt ist bei Stuttgart entstanden - das Fotovoltaik-Kraftwerk von Greenpeace Energy auf den Dächern der Landesmesse Stuttgart. Heute ist die Anlage feierlich in Betrieb genommen worden. Das 15 Millionen Euro teure Sonnen-Kraftwerk besitzt eine Spitzenleistung von 3,8 Megawatt und produziert im Jahr voraussichtlich 3,45 Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch von 1.100 Haushalten; die CO2-Einsparung liegt bei 1.800 Tonnen im Jahr. Die Arbeit an dem Fotovoltaik-Kraftwerk begann im September vorigen Jahres. 21.132 Module wurden auf insgesamt 27.000 Quadratmetern Dachfläche installiert. "Die Herausforderung war, die Module so anzubringen, dass sie das architektonisch anspruchsvolle Gesamtkonzept der Neuen Messe Stuttgart nicht beeinträchtigen. Das ist gelungen, ohne den Messebetrieb zu stören", erklärte Udo Möhrstedt, Vorstandsvorsitzender von IBC Solar. Das Unternehmen errichtete die Anlage als Generalunternehmer und ist für die Wartung im laufenden Betrieb zuständig. Bauherr und Betreiber ist Planet energy, eine 100-prozentige Tochterfirma des Ökostrom-Anbieters Greenpeace Energy.
2.3.2009
Henkel rückt Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt
„Unsere Kunden wissen es zu schätzen, dass wir in der Frage der Nachhaltigkeit zu den Pionieren unserer Branche gehören. Unsere Nachhaltigkeitsbilanz für das vergangene Jahr legen wir Ihnen heute gemeinsam mit dem Geschäftsbericht 2008 vor. Das soll unterstreichen, welchen Stellenwert wir dem Thema Nachhaltigkeit einräumen“, erklärte Kasper Rorsted, Vorsitzender des Vorstands von Henkel, gestern auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. „Denn wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Wirtschaften zur langfristigen Wertsteigerung unseres Unternehmens beiträgt. In Zeiten eines wirtschaftlich schwierigen Umfelds ist es wichtiger denn je, nachhaltiges Wirtschaften als Chance zu begreifen“, so Rorsted weiter. Nachhaltigkeit definiert Henkel so, dass das Unternehmen sowohl mit seinen Marken und Technologien als auch als Arbeitgeber die Bedürfnisse der Menschen heute erfüllt, ohne dabei die Entwicklungsmöglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Alle neuen Produkte von Henkel müssen einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in mindestens einem der Fokusfelder „Energie und Klima“, „Wasser und Abwasser“, „Materialien und Abfall“, „Gesundheit und Sicherheit“ sowie „gesellschaftlicher und sozialer Fortschritt“ leisten. Dieses Konzept erweist sich nach Angaben des Düsseldorfer Unternehmens als Innovationstreiber und ist bereits fest im Innovationsprozess verankert.
Als Kombination von Leistung mit Verantwortung für Mensch und Umwelt verweist der Klebe- und Reinigungsspezialist auf die neu eingeführte Marke Terra Activ mit fünf Reinigerprodukten, die durchschnittlich zu 85 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen basieren.
Ökologisch und gesellschaftlich verantwortliches Handeln zahlt sich zudem ökonomisch aus. Die über das Gesamtjahr 2008 gesehen gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise bestätigen Henkel darin, die konzernweiten Nachhaltigkeitsziele bis 2012 zur Einsparung von Wasser, Energie und Abfall konsequent weiterzuverfolgen. So belegt die aktuelle Nachhaltigkeitsbilanz 2004 bis 2008, dass das Unternehmen global beständig seine Umweltkennzahlen verbessert. Der Energieverbrauch sank um 11 Prozent, der Wasserverbrauch um 35 Prozent, das Abfallaufkommen um 30 Prozent, die Kohlendioxidemissionen um 6 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Arbeitsunfälle um 63 Prozent ab, ergänzt Henkel.
So engagiert sich das Unternehmen beim Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO), um seine Verantwortung bereits bei Rohstoffen für die von ihm eingesetzten Inhaltsstoffe wahrzunehmen. Der RSPO verfolgt die Ziele, die nachhaltige Herstellung von Palm- und Palmkernöl zu fördern sowie ein Zertifizierungs- und Vermarktungsmodell für Palm- und Palmkernöl aus nachhaltigem Anbau voranzutreiben. Als weltweit erstes Unternehmen hat Henkel Palmkernöl-Zertifikate für die fünf Reinigerprodukte seiner Marke Terra Activ gekauft. Damit trägt Henkel als erstes Unternehmen dazu bei, dass Palmkernöl aus nachhaltig angebauten Palmen in die Lieferkette zur Herstellung von Tensiden einfließt.
25.2.2009
Hochwasserschutz für Schweinfurt erneuert
Die Mainanwohner im Raum Schweinfurt sind wieder vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt - die Sanierung der Deiche ist erfolgreich abgeschlossen, betonte Bayerns Umweltminister Dr. Markus Söder vergangene Woche in Sennfeld, Landkreis Schweinfurt. „Die sanierten Deiche bieten Hochwasserschutz auf neuestem Stand für über 12.000 Einwohner der Region“, so Söder. Auch rund 480 Hektar Gewerbeflächen werden abgesichert. Bayernweite Deichprüfungen nach dem Pfingsthochwasser 1999 hatten gezeigt, dass die Standsicherheit der Maindeiche bei länger andauerndem oder stärkerem Hochwasser nicht mehr gewährleistet war. Seit September 2006 wurden daher über 10 Kilometer Deiche saniert und erhöht, sowie auf rund 600 Metern neu gebaut. Sie sollen auch bei Überströmung durch Extremhochwasser Standsicherheit bieten. Die Kosten für die Sanierung betrugen rund 11 Millionen Euro - getragen vom Freistaat Bayern, den betroffenen Kommunen und privaten Unternehmen sowie kofinanziert von der Europäischen Union.
Als zusätzlicher Sicherheitspuffer wurde auch bei der Höhe der Maindeiche ein „Klimafaktor“ von plus 15 Prozent als Zuschlag eingeplant. „Erhöhte Temperaturen und mehr Niederschläge im Winter verstärken das Hochwasserrisiko. Wirksamer Hochwasserschutz ist daher angesichts des Klimawandels eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben für Bayern“, sagte Söder. Für das Maingebiet im Raum Schweinfurt wird bis 2050 eine Temperaturzunahme im Jahresdurchschnitt von bis zu 1,7 Grad Celsius, im Winter sogar bis zu 2,5 Grad Celsius prognostiziert. Die Niederschläge können im Winter bis zu 30 Prozent zunehmen.
Die Bayerische Staatsregierung verbessert seit Jahren den Hochwasserschutz besiedelter Flächen in Bayern. An über 400 Stellen wird derzeit an besserem Hochwasserschutz gearbeitet. Das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm sieht von 2001 bis 2020 Investitionen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro vor.
25.2.2009
Voith Hydro: Neuer Name für Wasserkraft-Joint-Venture
Aus Voith Siemens Hydro Power Generation wird ab 1. April 2009 Voith Hydro. Im Jahr 2000 hatten sich mit den beiden Firmen Voith und Siemens die führenden Hersteller von Turbinen- und Generatorentechnik im Bereich Wasserkraft zu einem Joint Venture zusammengeschlossen. Die Gesellschafteranteile der beiden Joint Venture Partner bleiben unverändert: Voith hält 65 Prozent, Siemens 35 Prozent der Firmenanteile an Voith Hydro.
Das Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Wasserkraftanlagen. Zum
Produktportfolio gehören Lösungen vom Komplettkonzept bis hin zu einzelnen elektrischen und hydraulischen Komponenten sowie kompetente Dienstleistungen.
25.2.2009
Was bringt Verpackungsrecycling dem Klima?
Die zum Recyclingunternehmen Interseroh SE gehörende Interseroh Dienstleistungs GmbH, Köln, hat in einer Studie für tausende Kunden im Bereich Verpackungsrecycling den individuellen Beitrag zum Klimaschutz ausrechnen lassen. Wissenschaftlich begleitet hat das Vorhaben das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik mit Sitz in Oberhausen.Auf der Basis der bei Interseroh unter Vertrag genommenen Mengen an Papier/Pappe/Karton, Kunstoffen, Holz, Aluminium, Weißblechdosen, Kupfer und Eisenschrott, rechneten die Wissenschaftler aus, wie viel klimaschädliches CO2 sich durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen einsparen lässt. Das Ergebnis: Beim Recycling von beispielsweise rund 600 Tonnen Pappe/Papier/Karton, 3.500 Tonnen Kunststoffen (PE) und 2.100 Tonnen Holz werden knapp 5.800 Tonnen CO2 eingespart – das entspricht der durchschnittlichen CO2-Emission eines PKW auf über 32 Millionen gefahrenen Kilometern.
Insgesamt erhielten rund 2.500 Kunden kostenlos ein individuelles CO2-Sparer-Zertifikat. „Gäbe es die wirtschaftliche Tätigkeit von Interseroh nicht, läge der CO2-Ausstoß für 2007 um mehr als 5,2 Millionen Tonnen höher. Das entspricht den jährlichen Emissionen einer 500.000 Einwohner-Stadt wie Duisburg“, fasst Dr. Markus Hiebel vom Fraunhofer-Institut das Ergebnis zusammen.
25.2.2009
Schnell wissen wie man als Autofahrer Umwelt und Geldbeutel schont
Wie viel Sprit der eigene Wagen verbraucht, ist fast jedem Autofahrer bekannt. Wie viel davon aber eingespart werden kann, wird oft falsch eingeschätzt. Die Initiative "ich & mein auto" der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) bietet daher Pkw-Nutzern mit einem interaktiven Spritsparcheck ab sofort die Möglichkeit, mit wenigen Klicks unter www.ichundmeinauto.info das individuelle Spritsparpotenzial zu ermitteln. Neben den Einsparungen gibt das Online-Tool auch konkrete Tipps zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Erst kürzlich hatte eine repräsentative Umfrage der Initiative ergeben, dass nur jeder fünfte Autofahrer das Einsparpotenzial von bis zu 300 Euro jährlich richtig einschätzt.
Die Spritsparpotenziale werden individuell für das eigene Fahrzeug berechnet. Zugrunde gelegt werden entweder die Verbrauchsangaben des Herstellers - ein komfortables Menü erlaubt die exakte Bestimmung des eigenen Modells - oder die eigenen Erfahrungswerte. Auch das individuelle Nutzungs- und Fahrprofil wird detailliert abgefragt. So erhält jeder Autofahrer seine ganz persönliche Auswertung, die anschaulich zeigt, mit welchen Mitteln er Spritverbrauch, -kosten und CO2-Emissionen wie stark senken kann. Beispielsweise durch die Nutzung von Leichtlaufreifen und -ölen, die den Verbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren.
Wer effektiv sparen will, sollte auch sein eigenes Fahrverhalten kritisch prüfen. Denn zu spätes Hochschalten und ein hektischer Fahrstil führen schnell zu einem Mehrverbrauch von rund zehn Prozent. Zeigt der Spritsparcheck hier Verbesserungspotenzial, empfiehlt sich der Besuch eines Spritspartrainings. Das Training mit einem speziell geschulten Fahrlehrer geht ganz individuell auf den Fahrstil des Teilnehmers ein und bringt ihm insbesondere die wichtigsten Regeln des spritsparenden und vorausschauenden Fahrens bei. Die Initiative "ich & mein auto" der dena hilft mit einer Datenbank im Internet bei der Suche nach einem geeigneten Fahrtrainer.
25.2.2009
Asien und Europa suchen nach Lösungen für kontrolliertes Abfallmanagement
Die weitgehend ungeregelte Abfallentsorgung stellt in vielen Städten Asiens ein gravierendes Problem dar. Die Grundwasser- und Bodenqualität ist gefährdet, Krankheiten breiten sich bei unhygienischen Bedingungen ungehindert aus und ökologische Folgeschäden zerstören die Lebensgrundlage der Anwohner auf lange Zeit. Das ttz Bremerhaven will in dem EU-Projekt ISSOWAMA (Integrated Sustainable Solid Waste Management in Asia) zusammen mit 21 Partnern aus Europa und Asien ein umsetzbares Modell zu entwickeln und vor Ort implementieren. Der offizielle Projektstart fand am 11. und 12. Februar in Bangkok statt.Bei dem Projekt suchen Forscher, Regierungsvertreter, Entsorgungsfachleute und Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen gemeinsam nach Lösungen. Die Ausbildung eines Netzwerks und einer webbasierten Expertenplattform soll den Austausch zwischen asiatischen und europäischen Experten fördern, Ausbaumöglichkeiten abwägen und Schritte auf dem Weg zur Umsetzung bestimmen.
Zunächst will das Projektteam das Potential bestehender Aktivitäten im Bereich Solid Waste Management in Asien analysieren und bewerten. Das Kriterium der Nachhaltigkeit wird ebenso an die Aktivitäten angelegt wie eine quantitative Bezifferung der erzielten Verbesserungen im Abfallmanagement. Um die Haupt-Abfallströme nachzuzeichnen werden Fallbeispiele studiert und verschiedene Szenarien gegenübergestellt, um Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Die Entwicklung von Richtlinien für das Abfallmanagement in Asien ist ein Hauptziel des Projekts. Technische, rechtliche, sozio-ökonomische sowie finanzielle Fragen sind dafür zu klären. Eine Industrie, die nachhaltige Entsorgungslösungen in den regionalen Märkten einführt, soll ausgebaut und gestärkt werden.
Auf dieser Basis sollen wirkungsvolle Strategien für Bangladesh, Indien, Kambodscha, Vietnam, Thailand, China, Indonesien und die Philippinnen entwickelt werden. Um das Wissen zu vervielfältigen und an der Basis verfügbar zu machen werden die Ergebnisse in lokalen Informationsworkshops und Trainingsmaterialien kommuniziert. Die Europäische Union fördert das Projekt im 7. Forschungsrahmenprogramm mit 990 000 Euro über eine Laufzeit von knapp drei Jahren.
25.2.2009
Zertifizierungssystem für nachhaltig erzeugte Biomasse
Am 17. Februar wurden die ersten Ergebnisse des vom BMELV seit 2008 geförderten Pilotprojekts zur Zertifizierung von nachhaltiger Biomasse in Berlin vorgestellt. „Bereits heute importieren wir einen Teil der Biomasse für Biokraftstoffe. Zukünftig soll der Einsatz von Biomasse zur energetischen Nutzung nur noch gefördert werden, wenn sie nachweislich umweltverträglich hergestellt wurde", betonte Staatssekretär Gert Lindemann. Die Bundesregierung hatte im Zuge des Energie- und Klimapaketes Ende 2007 eine Nachhaltigkeitsverordnung erarbeitet, mit der sie Kriterien für eine nachhaltige Erzeugung von Biokraftstoffen festgelegt hat. Im Dezember 2008 haben sich das Europäische Parlament und der Europäische Rat auf den Inhalt der EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen geeinigt, wobei sich die Kommission ein Stück weit an der deutschen Vorlage orientiert hat. Die Richtlinie, die auch Nachhaltigkeitsregelungen zum Inhalt hat, wird voraussichtlich im März 2009 in Kraft treten.
Dabei soll die Nachhaltigkeit der Biomasse in allen Produktionsschritten lückenlos bis zum fertigen Biokraftstoff nachgewiesen werden. Daneben sollen auch die entstehenden Treibhausgasemissionen ermittelt werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Pilotprojekts ist die enge Beteiligung von Umweltschutzorganisationen, Mineralölindustrie und Biomasseproduzenten.
Die Arbeiten des vom BMELV geförderten Pilotprojekts sind jetzt soweit gediehen, dass die Ergebnisse erster Zertifizierungen vorliegen. Die Veranstaltung „Nachhaltigkeit durch Zertifizierung sichern“ soll einen Überblick über den Entwicklungsstand aufzeigen.
16.2.2009
Entsorga-Enteco sieht sich gut aufgestellt
Die Koelnmesse, der Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (BDE), die VDMA Fachverbände Thermoprozess- und Abfalltechnik und Allgemeine Lufttechnik und der Verband der kommunalen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung im VKU (VKS im VKU) sehen keine Beeinträchtigung der anstehenden Entsorga-Enteco, der Internationalen Fachmesse für Kreislaufwirtschaft und Umwelttechnik, durch den angekündigten Turnuswechsel der Münchener IFAT.Mit Gelassenheit wurde in Köln der angekündigte Wechsel der IFAT vom Drei- in den Zwei-Jahres-Turnus aufgenommen. Gemeinsam mit dem BDE als Veranstalter sowie den VDMA Fachverbänden Thermoprozess- und Abfalltechnik und Allgemeine Lufttechnik als ideellen Trägern der Entsorga-Enteco sowie dem VKS im VKU sieht die Koelnmesse die Veranstaltung davon nicht beeinträchtigt.
Das positive Echo aus der Branche unterstreicht die Bedeutung der Entsorga-Enteco als die wichtigste Kommunikations- und Geschäftsplattform der internationalen Kreislaufwirtschaft und Umwelttechnik im Jahr 2009. Das aktuelle Teilnehmerfeld kommt aus allen Themenbereichen der Umwelttechnik und Entsorgungswirtschaft. Damit zeichnet sich ab, dass die Entsorga-Enteco 2009 ihrem Anspruch entsprechen wird, alle Bereiche der internationalen Abfallwirtschaft und Umwelttechnologie umfassend zu präsentieren, eingeteilt in die acht Segmente der Veranstaltung: Abfallwirtschaft & Recycling, Verbrennung & Erneuerbare Energien, Wasser & Abwasser, Kommunale Dienste & Umweltdienstleistungen, Technik & Logistik, Luftreinhaltung & Immissionsschutz, Arbeitssicherheit & Lärmschutz sowie Forschung & Organisation.
16.2.2009
CeBIT: Grüne Themen avancieren zum Impulsgeber
Bereits zum zweiten Mal greift die CeBIT gemeinsam mit dem BITKOM und dem Bundesministerium für Umwelt (BMU) das Thema Green IT als Schwerpunktthema auf. In der green IT World präsentieren sich zahlreiche namhafte Unternehmen, darunter unter anderem Alcatel-Lucent, EnBW, Fujitsu Siemens, Hitachi, IBM, Nokia-Siemens und Sun. Kern der green IT World ist das gleichnamige Fachforum. Dort werden vom 3. bis 8. März 2009 Vorträge und Podiumsdiskussionen rund um Green IT angeboten, unter anderem mit dem früheren Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof. Klaus Töpfer. Höhepunkt wird die gemeinsame Jahreskonferenz „Nachhaltigkeit in der digitalen Welt“ von Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt und BITKOM am 5. März sein, an der auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel teilnehmen wird.
Veranstaltet wird die green IT World von BITKOM und der CeBIT, die Schirmherrschaft übernimmt das BMU. „Mit ITK-Produkten können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse optimieren, das spart Energie und Kosten.
Mit der green IT World bieten wir den Messebesuchern eine Plattform, sich umfassend über ökonomisch und ökologisch erfolgreiche Produkte und Geschäftsmodelle zu informieren und sich mit anderen Anbietern und Anwendern auszutauschen“, sagt Mario Tobias, Mitglied der Geschäftsleitung beim BTKOM. „Im Mittelpunkt der green IT World stehen die Fragen der Energieeffizienz der IT-Systeme selbst, aber auch, welche Effizienzsteigerung durch den intelligenten Einsatz von IT in den Anwenderindustrien erzielt werden kann. Das Wachstum des Ausstellungsbereiches Green IT ist der Beweis dafür, dass die IT-Industrie ihre Verantwortung in Sachen Green IT übernimmt. Gleichzeitig wird dadurch das enorme Marktpotenzial grüner Lösungen unterstrichen. Green IT ist eine der großen Zukunftsmärkte der Branche“, sagt Dr. Sven Michael Prüser, Bereichsleiter CeBIT der Deutschen Messe.
Als zentrale Informationsplattform dient das Forum in Halle 8. Dort gibt es durchgängig Vorträge hochkarätiger Redner aus Industrie, Forschung und Politik – etwa am 3.März von der British Telecom, der Global e-Sustainability Initiative, der nationalen IT-Behörde Dänemarks und dem World Wildlife Fund. Über den „Green Tech Standort Deutschland“ diskutieren einen Tag später BMU-Staatsekretär Matthias Machnig, Prof. Klaus Töpfer, Roland Berger-Partner Dr. Torsten Henzelmann, T-Systems-CEO Reinhard Clemens und Sun-Geschäftsführer Thomas Schröder. Die gemeinsame Jahreskonferenz von BMU, UBA und BITKOM findet am 5. März statt. Am Freitag, 6. März, stehen Rechenzentren im Mittelpunkt der Vorträge. Samstag und Sonntag sind generell den Themen „Green IT @ Home und in Schulen“ gewidmet. Über den Einsatz von energieeffizienter IT zu Hause diskutieren am Samstag UBA-Präsident Prof. Andreas Troge, der Vorstandsvorsitzenden von Alcatel-Lucent, Alf-Hendryk Wulf, und der Vice President und Managing Director Germany von Fujitsu-Siemens Computers, Bernd Wagner.
16.2.2009
Klimaschutzwünsche der Konsumenten
Klimafreundliches Verbraucherverhalten kann zu einer weiteren Säule des Klimaschutzes werden und bietet Unternehmen erhebliche Marktchancen. Bisher wird dieses Potential allerdings kaum genutzt. Dies zeigen die Ergebnisse der 2°-Studie "Klimaschutz für Alle!", die im Auftrag der Initiative "2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz" vom Marktforschungsunternehmen GfK und der Beratungsgesellschaft Response erstellt wurde. Demnach wünschen sich die Verbraucher bessere Orientierungshilfen durch klare Kennzeichnungen und ein größeres Angebot an klimafreundlichen Produkten. Konsumverzicht, die Einschränkung der Produktvielfalt oder spürbare Preisaufschläge für den Klimaschutz werden dagegen von Verbrauchern abgelehnt.
Alter, Geschlecht und die soziale Situation beeinflussen der Studie zufolge Konsummuster und die damit verbundene Klimawirkung erheblich. Klimaschutz ist dabei auch eine soziale Frage: So werden Geringverdiener vom Angebot an sparsamen und klimafreundlichen Lösungen insbesondere durch die höheren Anschaffungskosten der entsprechenden Produkte noch vielfach ausgeschlossen. Wegen ihres insgesamt niedrigeren Konsums und ihres Mobilitätsverhaltens verursachen Geringverdiener dennoch absolut weniger CO2 als Besserverdiener. Zudem achten Frauen beim Einkauf mehr auf die Energie-Effizienz und die Klimawirkung von Produkten als Männer. Bei älteren Bevölkerungsgruppen spielt der Energieverbrauch von Produkten eine bedeutend größere Rolle. Allerdings wird dies bei der Generation 50+ nicht unmittelbar mit der Frage des Klimaschutzes in Verbindung gebracht.
"2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz" ist eine Initiative deutscher Vorstandsvorsitzender, Geschäftsführer und Familienunternehmer. Die Initiative wurde im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm im Jahr 2007 mit dem Ziel gegründet, die Politik bei ihren Bemühungen zur Etablierung marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz zu unterstützen und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmer für den Klimaschutz zu aktivieren. Benannt ist die 2°-Initiative nach ihrem wichtigsten Ziel: Die globale Erderwärmung auf durchschnittlich 2° C zu beschränken.
16.2.2009
Senkung der Biosprit-Quote spaltet Experten im Umweltausschuss
Die von der Bundesregierung im Gesetz zur Änderung der Förderung von Biokraftstoffen vorgesehene Verschiebung der Anhebung der Biokraftstoffquote auf das nächste Jahr wird von Experten unterschiedlich beurteilt. Das wurde während einer Anhörung des Umweltausschusses am Mittwochvormittag deutlich. Die ursprünglich für Anfang dieses Jahres vorgesehene Erhöhung des Beimischungsanteils von Ethanol von 5,25 auf 6,25 Prozent soll laut Gesetzentwurf erst ab 2010 gelten und dann bis 2014 auf diesem Niveau belassen werden. Während Vertreter der Mineralölindustrie die Quotensenkung begrüßten, forderte Greenpeace die Abschaffung der Biokraftstoffquote, die als "klimapolitischer Unsinn" bezeichnet wurde. Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie hingegen verlangte die Beibehaltung der Quote, da sonst eine gesamte Branche "an die Wand gefahren" werde.Als tragfähigen Kompromiss bezeichnete Klaus Picard vom Mineralölwirtschaftsverband die geplante Regelung. Allerdings sei auch die Quote von 5,25 Prozent nur schwierig zu erreichen. Besser wäre aus Sicht des Mineralölwirtschaftsverbandes eine Quote von 4,8 Prozent. Picard verwies darauf, dass für die Quotenerreichung ab 2010 die flächendeckende Einführung von E10 (Kraftstoff mit 10 Prozent Ethanol) erforderlich sei. Dies führe zu erheblichen Mehrkosten für Autofahrer. Auch der ADAC befürchtet eine "Verteuerung der Mobilität" durch den Zwang zum Einsatz von Biokraftstoffen. Dies sei "nicht akzeptabel". Im Übrigen sei noch immer nicht "verlässlich geklärt", welche Autos Ethanol nutzen könnten, sagte der ADAC-Vertreter Michael Niedermeier. Aus Sicht des Bundesverbandes Freier Tankstellen ist die Absenkung der Gesamtquote unzureichend, sagte Hauptgeschäftsführer Axel Graf Bülow. Die Quotenerfüllung könne nur gelingen, wenn die Dieselabsätze bei mindestens 60 Prozent liegen würden. Dies sei bei mittelständischen Firmen nicht erreichbar. "Der Mittelstand zahlt die Zeche", führte er aus.
Biosprit sei nicht "per se" Bio, sagte Corinna Hölzel von Greenpeace. Die Bezeichnung "Agrosprit" sei daher sinnvoller. Dieser Agrosprit sei weder nachhaltig, noch trage er zum Klimaschutz bei. Durch die Quote komme es lediglich zu einer stärkeren Flächenkonkurrenz und damit zu steigenden Lebensmittelpreisen. Daher plädiere Greenpeace für die Abschaffung der Biokraftstoffquote. Die Klimaziele der Bundesregierung müssten durch geeignetere Maßnahmen erreicht werden, sagte Hölzel. Die Biokraftstoffindustrie habe in die Politik vertraut und in den Ausbau investiert, betonte Johannes Lackmann vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie. Statt der versprochenen Quotenerhöhung werde diese nun gesenkt. Das sei mit einem hohen Maß an Vertrauensverlust verbunden, so Lackmann. Diesen "unglaublichen Vorgang" könne die Branche nicht überleben. Lackmann wandte sich auch gegen die These von der erheblichen Preissteigerung beim Einsatz von Biokraftstoffen. Dies sei ebenso falsch, wie die Aussage, die Quote sei nicht zu erfüllen.
Über positive Erfahrungen bei der Biodieselnutzung berichtete Anne-Kathrin Bacher von der Arriva Deutschland GmbH, "dem einzigen Schienenverkehrsunternehmen, das Biodiesel einsetzt". Man habe mit dem Einsatz von Biodiesel gute Erfahrungen gemacht, so Bacher. Wichtig sei ihrem Unternehmen die Nachhaltigkeit des Kraftstoffs, weshalb man auf die regionale Herkunft achte. Im Interesse eines funktionierenden Wettbewerbs plädierte Bacher dafür, die Nutzung von Biodiesel zum Bestandteil von Streckenausschreibungen zu machen.
16.2.2009
Stadtwerke unterstützen Städte beim Klimaschutz
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt die Selbstverpflichtung von 372 europäischen Städten, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um etwa 20 % zu senken. "Die Stadtwerke bekennen sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und werden die Städte und Gemeinden aktiv und partnerschaftlich bei der Erreichung ihres Ziels unterstützen", erklärte Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU.
Bei einem Festakt am 10. Februar 2009 wurde der Bürgermeisterkonvent in Brüssel/Belgien vorgestellt. Die bislang unterzeichnenden Städte, davon 21 deutsche, repräsentieren rund 60 Mill. Einwohner und haben deshalb eine Vorbild- und Schrittmacherfunktion für ganz Europa.
Die Energiewende müsse auf lokaler und regionaler Ebene erfolgen, da ein Großteil der Emissionen in Städten verursacht werde. Für eine nachhaltige Energieversorgung nähmen Stadtwerke eine entscheidende Rolle ein. Sie verbinden Einsparungen bei den Kunden durch Energiedienstleistungen, hocheffiziente Erzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und den Ausbau erneuerbarer Energien Miteinander.
"Das Brüsseler Bekenntnis der Bürgermeister zur deutlichen Senkung der
CO2-Emissionen wird die partnerschaftliche Beziehung zwischen Kommunen und ihren Stadtwerken weiter stärken", so Reck.
Die Bedeutung dieser lokalen Partnerschaft für den Klimaschutz wurde Ende des vergangenen Jahres auch in einem gemeinsamen Thesenpapier des Bundesumweltministeriums und des VKU zur Energiewende anerkannt.
16.2.2009
BMU entwirft „Roadmap Energiepolitik 2020“ ohne Atomstrom
Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU) Matthias Machnig hat heute ein Gesamtkonzept zur Energiepolitik bis zum Jahr 2020 vorgestellt. „Die Roadmap ist eine seriös durchgerechnete Handlungsanweisung, mit der wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern können. Wir zeigen damit, wie wir Klimaschutz, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise zusammenbringen“, sagte Machnig in Berlin.„Wir werden den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromversorgung bis 2020 auf über 30 Prozent ausbauen, den Atomausstieg umsetzen und uns für effizientere fossile Kraftwerke einsetzen“, sagte Machnig. Durch Einsparmaßnahmen wie die energetische Gebäudesanierung und durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien lasse sich der fossile Wärmebedarf bis 2020 um ein Viertel senken. „Auch im Verkehrsbereich liegen noch große Potenziale. Mit Hilfe effizienterer Technologien, durch den Einsatz von nachhaltigen Biokraftstoffen und durch eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene lassen sich die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehrsbereich bis 2020 um mindestens 20 Prozent reduzieren“, sagte der Staatssekretär.
Während vor allem bei der Förderung der erneuerbaren Energien bereits viel erreicht worden ist, besteht im Bereich der Energieeffizienz enormer Handlungsbedarf. Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, die Energieproduktivität bis 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu verdoppeln. „Um dieses wichtige Ziel zu erreichen, müssen wir den Strombedarf bis 2020 um 11 Prozent reduzieren. Dafür brauchen wir effizientere Kraftwerke - und wir müssen für mehr Effizienz in der Nachfrage sorgen. Deshalb brauchen wir ein Energieeffizienzgesetz, das diesen Namen auch verdient. Es muss zusätzliche Impulse für Energiedienstleistungen und wirtschaftliche Energieeffizienzmaßnahmen geben. Außerdem wollen wir, dass in energieintensiven Betrieben ein Energiemanagement eingeführt werden muss“, sagte Matthias Machnig.
Die „Roadmap Energiepolitik 2020. Neues Denken - Neue Energie“ konzentriert sich auf die zehn wichtigsten energiepolitischen Handlungsfelder. Dabei wird das bislang Erreichte analysiert und konkret aufgezeigt, was bis zum Jahr 2020 noch zu tun ist. Die Roadmap kann im Internet eingesehen und bestellt werden.
7.2.2009
Völlständigkeitserklärung – nun technisch möglich
Das Register der Vollständigkeitserklärungen (VE) beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wird pünktlich zum 1. Februar 2009 den Echtbetrieb aufnehmen. „Damit steht ein zentrales Element der 5. Novelle der Verpackungsverordnung vor der Umsetzung“, betont Michael Wiener, Vertriebsdirektor der Duales System Deutschland GmbH (DSD). „Wir haben in den vergangenen Wochen unser Know-how und unsere technischen Ressourcen dazu genutzt, den DIHK beim Aufbau seiner Plattform wirksam zu unterstützen. Das VE-Portal ist absolut sicher und benutzerfreundlich.“Durch intensive Praxissimulationen habe DSD entscheidend dazu beigetragen, den Start zu ermöglichen. Auch ein Belastungstest durch DSD, bei dem mehrere Tausend Datensätze gleichzeitig auf das DIHK-Portal übertragen wurden, sei erfolgreich verlaufen.
7.2.2009
Umweltforschungsplan 2009 online
Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht ab sofort seine geplanten Projekte für den Umweltforschungsplan 2009 (UFOPLAN 2009) des Bundesumweltministeriums (BMU) auf seiner Internet-Seite. 86 Forschungsprojekte zu umweltrelevanten Themen, die im Jahr 2009 beginnen sollen, sind unter http://www.umweltbundesamt.de/service/ufoplan.htm aufgelistet. Neben dem Thema und der Kennzahl ist auch das betreuende Fachgebiet im UBA benannt.
Institutionen oder Unternehmen, die eines oder mehrere Forschungsprojekte bearbeiten möchten, können ihr Interesse bis Freitag, den 27. Februar 2009 anmelden beim Umweltbundesamt, Referat Z 6, Frau Drömer, Postfach 1406, 06813 Dessau-Roßlau.
Interessenten sollten angeben:
• die Forschungskennzahl,
• das Forschungsthema,
• die Fachgebietsnummer des Umweltbundesamtes,
• den Nachweis der fachlichen Kompetenz und Leistungsfähigkeit für das zu bearbeitende Forschungsthema, zum Beispiel Referenzen, Veröffentlichungen, einschlägige Arbeiten, sowie den Nachweis zur personellen und technischen Kapazität,
• die Darstellung eines inhaltlichen Eigeninteresses an der Durchführung des Projekts und gegebenenfalls die Höhe der finanziellen Eigenbeteiligung.
Wichtig: Um eine zügige Bearbeitung zu gewährleisten, bittet das UBA darum, Interessenbekundungen für jedes einzelne Vorhaben getrennt vorzulegen. Die zuständigen Fachgebiete des Amtes werten die Interessenbekundungen aus und berücksichtigen sie bei mehreren Interessenbekundungen in einem Wettbewerbsverfahren.
Die Aufnahme eines Projekts in den Umweltforschungsplan 2009 bedeutet noch nicht, dass das UBA dieses auch im Laufe des Jahres 2009 tatsächlich vergibt. Werden Interessenbekundungen nicht berücksichtigt, versendet das UBA keine Absage.
7.2.2009
Sigmar Gabriel: Bayern und Union lassen Umweltgesetzbuch scheitern
Zum Scheitern des Umweltgesetzbuches (UGB) erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Das Umweltgesetzbuch (UGB) ist am Widerstand Bayerns und an mangelnder Kompromissbereitschaft auf Seiten der Union gescheitert. Ich habe mich am letzten Montag, in einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer in München nochmals kompromissbereit gezeigt und weitere substanzielle Änderungen am UGB-Entwurf angeboten. Aber auch diesen letzten Einigungsversuch hat die Union zurückgewiesen. In der Konsequenz kann der umfangreiche, innerhalb der Bundesregierung bereits abgestimmte Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums nicht mehr ins Gesetzgebungsverfahren gebracht werden. Damit ist ein Projekt, das die heutige Bundeskanzlerin in ihrer früheren Funktion als Bundesumweltministerin selbst auf den Weg gebracht hatte, an dumpfem Reformunwillen und blinder Blockadepolitik der Union gescheitert. Es wird in Deutschland weiterhin kein einfaches, transparentes und unbürokratisches Umweltrecht aus einem Guss geben; die bestehende Zersplitterung des Rechts bleibt bestehen.
Mit ihrer Verhinderung eines vereinfachten und einheitlichen Umweltrechts schadet die Union der Wirtschaft und der Umwelt gleichermaßen. Gerade in Zeiten wie diesen braucht die Wirtschaft Erleichterungen für Investitionen und Abbau von bürokratischen Hindernissen. Mit dem UGB wollten wir das historisch gewachsene, aber teilweise unübersichtlich gewordene deutsche Umweltrecht in einem Gesetzbuch zusammenführen, vereinfachen und modernisieren. Kernstück ist die so genannte integrierte Vorhabengenehmigung.“
7.2.2009
BDI hätte sich anderes Umweltgesetzbuch gewünscht
„Der BDI bedauert das Scheitern des Umweltgesetzbuches", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Es wäre ein Wert an sich, zersplitterte Rechtsgebiete zusammen zu führen. Aber die Zusammenfassung zu einem Umweltgesetzbuch (UGB) darf nicht ein reiner Selbstzweck bleiben, sondern soll die Anwendung des Rechts erleichtern und verbessern. Bei etwas mehr Flexibilität des Bundesumweltministeriums wäre eine Einigung möglich gewesen", mahnt der ehemalige bayerische Umweltminister.Schnappauf fügt hinzu: „Die Industrie bekennt sich zu einheitlichen Umweltstandards, aber wir sagen klar nein zu neuen und zusätzlichen Bürokratismen und Rechtsunsicherheiten." Mit dem UGB-Entwurf hätten die Unternehmen die gewachsene Rechtssicherheit im Genehmigungsrecht verloren. Bis zu einer vergleichbaren Rechts- und damit Investitionssicherheit wären gut und gerne über zehn Jahre vergangen.
7.2.2009
Ökobilanz von Energiesparlampen positiv
Die Ökobilanz von Kompaktleuchtstofflampen ist erheblich besser als die Ökobilanz herkömmlicher Glühlampen. Dies antwortet die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen. Die Bundesregierung teile die Einschätzung der EU-Kommission, dass mit dem Verbot von herkömmlichen Glühlampen die Marktdurchdringung mit energieeffizienteren und umweltfreundlichen Lampentechnologien gefördert werde.
Die Energie- und Treibhausgasbilanz von Kompaktleuchtstofflampen sei vor allem wegen des niedrigeren Stromverbrauchs rund drei Viertel besser als bei vergleichbaren Glühbirnen.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte in der Vorbemerkung der Kleinen Anfrage allerdings darauf hingewiesen, dass bei einer Leistungsdrosselung fossiler Kraftwerke aufgrund sparsamer Glühlampen die Energiekonzerne Emissionszertifikate verkaufen könnten. Diese könnten von der Industrie erworben werden, die damit mehr Kohlendioxid ausstoßen könne.
Ein Verbot von Glühlampen würde in der Gesamtbetrachtung nicht zu einer Emissionssenkung, sondern nur zu einer Emissionsverlagerung führen, schreibt die Fraktion.
7.2.2009
BDSV trauert nicht um gescheitertes UGB
Nach Einschätzung von BDSV-Geschäftsführer Dr. Rainer Cosson droht in der aktuellen politischen Diskussion über das von Bundesumweltminister Gabriel am 1. Februar 2009 verkündete „Scheitern des Umweltgesetzbuchs“ und über die Frage, welche politische Gruppierung daran die Schuld trägt, ins Hintertreffen zu geraten, dass die Verbände der Wirtschaft - voran der BDI Bundesverband der Deutschen Industrie und der ZDH Zentralverband des Deutschen Handwerks - bis zuletzt erhebliche Kritik an dem Vorhaben des Bundesumweltministers geäußert haben. Natürlich befürworten, so Cosson weiter, diese Spitzenverbände prinzipiell die Zusammenfassung zersplitterter Umweltgesetze und den Abbau bürokratischer Hürden. Es müsse aus Sicht der Wirtschaft aber stark bezweifelt werden, ob der im Hause Gabriel erarbeitete Entwurf sich tatsächlich dazu eigne, mehr Transparenz im Umweltrecht und Vereinfachungen für die Betriebe zu schaffen.
Einiges spricht aus Sicht des ehemaligen BDE-Mitarbeiters dafür, dass die Genehmigungsverfahren für betriebliche Anlagen über den gegenwärtigen Stand hinaus ausgeweitet, verkompliziert und verlängert worden wären.
Dies liegt namentlich daran, erklärt Cosson, dass das Kernstück der beabsichtigten Reform, die sogenannte "integrierte Vorhabengenehmigung", nicht überzeugend gelungen ist. Mit der "integrierten Vorhabengenehmigung" sollten die Immissionsschutz- und die Wasserschutzgenehmigung zusammengeführt werden. Nach fast einheitlicher Auffassung der Praktiker aus Industrie und Wirtschaft liegt zudem nahe, dass bei künftigen Genehmigungsverfahren über Jahre hinweg Rechtsunsicherheiten neu geschaffen worden wären.
7.2.2009
Europa treibt Solarmarkt weiter an
Die Solarenergiebranche rückt stärker in den Blickpunkt von Energieversorgern und Finanzinvestoren. Zwischen 2007 und 2008 hat sich der Gesamtwert der Fusionen und Beteiligungen (M&A) im Solarbereich von 1,15 Milliarden US-Dollar auf rund 5,36 Milliarden US-Dollar mehr als vervierfacht, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in der Studie „Renewables Deals 2008 - Annual Review“ berichtet. Demgegenüber sank das Transaktionsvolumen im Bereich der erneuerbaren Energien insgesamt von rund 43,42 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 auf knapp 26,86 Milliarden US-Dollar. „Der deutliche Rückgang des M&A-Volumens ist nicht nur auf die Finanzkrise, sondern auch auf die wieder fallenden Ölpreise sowie die Unsicherheit über die Ausrichtung der globalen Klimapolitik zurückzuführen. Für Anbieter erneuerbarer Energien dürfte 2009 ein Schlüsseljahr werden. Das weitere Wachstum der Branche hängt stark davon ab, ob sich die Regierungen - insbesondere die der USA - auch in Zeiten der Rezession auf Klimaschutzziele verpflichten lassen und die alternative Energieerzeugung weiterhin subventionieren“, kommentiert Manfred Wiegand, der bei PwC weltweit für die Energieversorgungsbranche verantwortlich ist.
Gegen den Trend verzeichnete Europa im vergangenen Jahr als einzige Region einen Anstieg der M&A-Aktivitäten. Der Gesamtwert der Transaktionen im Bereich erneuerbarer Energien erhöhte sich leicht von rund 16,96 Milliarden US-Dollar auf 17,02 Milliarden US-Dollar, die Zahl der Beteiligungen stieg von 76 auf 77. Demgegenüber sank das M&A-Volumen in Nordamerika um 40 Prozent auf rund 6,27 Milliarden US-Dollar und in der Region Asien-Pazifik sogar um 72 Prozent auf rund 1,66 Milliarden US-Dollar. Damit entfielen 2008 auf die europäische Branche annähernd zwei Drittel (63,5 Prozent) des globalen Transaktionsvolumens.
Die Konsolidierung im Bereich der alternativen Energieerzeugung wird maßgeblich von den großen Energieerzeugern und Finanzinvestoren vorangetrieben. Im vergangenen Jahr traten Anbieter erneuerbarer Energien zwar weltweit bei 30 Prozent der Transaktionen als Käufer in Erscheinung, mit 4,17 Milliarden US-Dollar erreichte ihr Anteil am M&A-Volumen aber nur 16 Prozent. Demgegenüber kauften die Energieversorgungsunternehmen für 8,46 Milliarden US-Dollar ein und verteidigten damit trotz des deutlichen Rückgangs gegenüber dem Vorjahr (22,28 Milliarden US-Dollar) ihre Führungsposition. Bemerkenswert ist das Abschneiden der Finanzinvestoren. Sie beteiligten sich 2008 mit einer Summe von knapp 7,58 Milliarden US-Dollar an Unternehmen der alternativen Energieerzeugung und investierten damit kaum weniger als 2007 (7,67 Milliarden US-Dollar).
Zwar entfällt der Großteil des globalen M&A-Volumens auf Übernahmen im Bereich der Energieerzeugung. Investitionen in Technologieunternehmen gewinnen jedoch an Bedeutung. So fiel das Transaktionsvolumen aus Beteiligungen an alternativen Energieversorgern von 39,38 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 auf 21,55 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Gleichzeitig stiegen die Investitionen in Technologieunternehmen von knapp 4,04 Milliarden US-Dollar auf 5,31 Milliarden US-Dollar. „Auch Unternehmen aus den Bereichen traditioneller industrieller Produktion steigen beispielsweise bei Fotovoltaikunternehmen ein. Ein prominentes Beispiel ist die Übernahme der ersol Solar Energy AG durch Bosch“, erläutert Rolf-Peter Stockmeyer, Partner und Leiter des Kompetenzzentrums erneuerbare Energien bei PwC.
Die größte Bedeutung für den europäischen Beteiligungsmarkt hatten 2008 Ziele auf der iberischen Halbinsel. Auf Portugal entfielen rund 4,24 Milliarden US-Dollar (24,9 Prozent des Gesamtvolumens) und auf Spanien 3,8 Milliarden US-Dollar (22,3 Prozent). Auf dem dritten und vierten Rang folgten das Vereinigte Königreich mit einem Übernahmevolumen von 3,19 Milliarden US-Dollar (18,7 Prozent) sowie Deutschland mit 2,58 Milliarden US-Dollar (15,1 Prozent).
Europaweit entfiel der größte Teil des Transaktionsvolumens auf Übernahmen im Bereich der Windenergie (13,2 Milliarden US-Dollar), gefolgt von der Solarbranche (3,46 Milliarden US-Dollar). Die übrigen Sektoren der alternativen Energieerzeugung (u.a. Wasserkraft und Biotreibstoffe) spielten mit einem Anteil von zwei Prozent am M&A-Gesamtwert lediglich eine untergeordnete Rolle.
2.2.2009
Sigmar Gabriel bekennt sich zur Kohlendioxidspeicherung
„CCS ist eine der wichtigsten Technologien der kommenden Jahre, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit“, erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zum Auftakt des Kongresses „CCS – Ein Muss für den Klimaschutz“ des Informationszentrums klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V. (IZ Klima) in Berlin. Carbon Capture and Storage (CCS) ist eine Klimaschutztechnologie für die Abscheidung und geologische Speicherung von Kohlendioxid. Gabriel betonte, dass die deutsche Bundesregierung bestrebt sei, noch in dieser Legislaturperiode einen gesetzlichen Rahmen zur Weiterentwicklung und Anwendung von CCS zu verabschieden. Dieser sei nicht zuletzt notwendig, um die Grundlage für die gesellschaftliche Akzeptanz der Technologie zu schaffen. Darüber hinaus gelte es, die noch offenen Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung der CCS-Technologie zu lösen, anstatt eine für den internationalen Klimaschutz „zwingend notwendige Technologie“ in ihrer Anwendung in Deutschland zu verhindern. Vielmehr müsse das hiervon ausgehende Technologiepotenzial insbesondere für den Export in Schwellen- und Entwicklungsländer genutzt werden, sagte Gabriel.
Der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Dr. Jürgen Großmann, richtete an die Politik den Appell, CCS-Projekte stärker finanziell zu fördern und sich aktiv am Bau der für die CO2-Abscheidung und Speicherung notwendigen Infrastruktur zu beteiligen. „Ohne ausreichende Co-Finanzierung wird es in Deutschland keine milliardenschweren CCS-Demonstrationsprojekte geben können.“ Die Bundesregierung müsse daher die Chancen nutzen, die die EU ausdrücklich anbiete. Demnach könnten innovative CCS-Kraftwerksprojekte mit bis zu 15 Prozent des Investitionsvolumens aus den Auktionserlösen des europäischen Emissionshandelssystems finanziert werden.
Einen weiteren prominenten Fürsprecher hat die CCS-Technologie in Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: „Ein ambitionierter internationaler Klimaschutz ist ohne Carbon Capture and Storage nicht möglich. Wir sollten uns jedoch mit CCS nicht nur in Verbindung mit Kohle- und Gaskraftwerken beschäftigen: Wenn wir den gefährlichen Klimawandel vermeiden wollen, werden wir der Atmosphäre langfristig CO2 wieder entziehen müssen. Dies kann erreicht werden, indem man Biomasse in der Wärmerzeugung oder in der Stromproduktion einsetzt und das dabei entstehende CO2 unter der Erdoberfläche speichert.“
Über 300 Fachleute aus Politik in Bund und Ländern, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden waren der Einladung zum CCS-Kongress gefolgt, darunter auch Vertreter vieler Botschaften. Nach den Keynote Speakern bot der Kongress einen Überblick über den Stand der Entwicklung der CCS-Technologie in Deutschland, Europa, Australien und China. Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer in drei Workshops zu den Themen „CCS-Rechtsrahmen“, „CO2-Speicherung“ und „Alternative Nutzung von CO2.“
Das IZ Klima ist eine gemeinsame Kommunikationsplattform, der gegenwärtig die Unternehmen Alstom Deutschland, Babcock Borsig Services, DB Energie, EnBW, E.ON, Hitachi Power Europe, RWE Power, Siemens Energy Sector, ThyssenKrupp Steel und Vattenfall Europe angehören.
2.2.2009
Michael Müller auf TerraTec und enertec: Umwelttechnologie führt aus der Krise
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU), Michael Müller, sieht angesichts der ökologischen Herausforderungen große Chancen für Umwelttechnik und Umweltinnovationen bei der Bewältigung der aktuellen Konjunkturkrise. „Deutschland ist dank innovativer Unternehmen und ambitionierter Umweltpolitik gut aufgestellt. Diese Chance gilt es nun zu nutzen“, sagte Müller gestern Abend bei der Eröffnung der zeitgleich stattfindenden Fachmessen „Terratec“ und „enertec“ in Leipzig.
TerraTec und enertec seien Aushängeschilder der Leistungsfähigkeit der deutschen Umwelt- und Energietechnikbranchen. Michael Müller hob hervor, dass die beiden Messen heute unter wirtschaftlich schwierigen Vorzeichen stattfinden. Deutschland stehe, so Müller, heute vor einer doppelten strukturellen Herausforderung. Zum einen haben die globale Finanzkrise und die beginnende Rezession, die Realwirtschaft erfasst. Zum anderen seien die Konsequenzen des Klimawandels sowie die Verknappung und Verteuerung von Rohstoffen und Energie bereits deutlich spürbar.
Michael Müller verwies auf den Umweltwirtschaftsbericht 2009 des Bundesumweltministeriums. demnach entfielen im Jahr 2007 bereits mehr als 5 Prozent der Industriegüterproduktion bereits auf Umweltschutzgüter. Fast 1,8 Millionen Menschen finden in Deutschland hier Brot und Arbeit, mit weiter steigender Tendenz. „Beim Handel mit Umweltschutzgütern ist Deutschland Weltspitze, die Umweltjobs boomen“, so Müller.
2.2.2009
MVV Energie will mit Klimaschutz Wachstum fortsetzen
Der größte börsennotierte Stadtwerke-Konzern in Deutschland, das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie, will in den nächsten Jahren mit Investitionen in den Klimaschutz weiter wachsen. Wie der Vorsitzende des Vorstands der MVV Energie AG, Dr. Georg Müller, bei der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt mitteilte,setzt die MVV Energie dabei „auf den Dreiklang von Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien“.
Allein in Mannheim will das Unternehmen bis 2020 über 100 Millionen Euro in Klimaschutzmaßnahmen investieren. Dr. Müller: „Sowohl in unserem Kerngeschäft mit Strom, Gas, Wasser und vor allem der umweltfreundlichen Fernwärme als auch in unseren Wachstumsfeldern Umwelt und Energiedienstleistungen verfügen wir über das erforderliche Know-how und über die erforderlichen langjährigen Erfahrungen, um die sich durch die klimapolitischen Vorgaben und Programme ergebenden Marktchancen zu nutzen.“ In der Erschließung dieser Marktpotenziale liegen, so Dr. Müller, Zukunftschancen für Umwelt, Verbraucher und Unternehmen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 (1.10.2007 – 30.9.2008) konnte MVV Energie nach einem aufgrund des sehr milden Winters schwächeren Vorjahr ihren Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen und das operative Ergebnis (EBIT) ohne Berücksichtigung der nach den internationalen Bewertungsrichtlinien (IAS 39) zu bilanzierenden Energiehandelsgeschäfte
um 25 Prozent auf 249 Millionen Euro steigern. Der Jahresumsatz ohne Energiesteuern stieg im gleichen Zeitraum um rund 17 Prozent auf nun über 2,6 Milliarden Euro. Alle Ergebnisgrößen hätten sich deutlich verbessert. So konnte die MVV Energie-Gruppe im letzten Geschäftsjahr ihren Jahresüberschuss nach Fremdanteilen von 109 auf 170 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie von 1,96 auf 2,60 Euro steigern.
Verantwortlich für dieses profitable Wachstum waren nach den Worten des MVV Energie-Vorstandsvorsitzenden insbesondere der erfolgreiche nationale Stromvertrieb im Bereich von Industrie und Gewerbe, Absatzsteigerungen im Wärme- und Gassegment aufgrund der kühleren Witterung im Vergleich zum außergewöhnlich milden Winter in der Heizperiode 2006/07 sowie Kosteneinsparungen durch Effizienzsteigerungen.
Zudem haben zum einen im Umweltsegment der erstmalige Ganzjahresbetrieb der zweiten Linie der Thermischen Restabfallentsorgungsanlage TREA Leuna II und zum anderen im Segment Dienstleistungen eine Vielzahl neuer Projekte sowie akquirierter Unternehmensbeteiligungen zum Unternehmenserfolg beigetragen.
„Damit“, so Dr. Müller, „erzielen wir heute insgesamt rund 60 Prozent des nachhaltigen operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern in den nicht regulierten Märkten Wärme, Dienstleistungen und Umwelt.“
2.2.2009
DEKRA bewertet Bio-Sprit als gute Übergangslösung
Bio-Kraftstoffe können die Kraftstoffversorgung in Zukunft nicht alleine garantieren. Aber in den nächsten Jahrzehnten wird es ohne den Sprit aus Wald und Flur nicht gehen, sagt die Prüforganisation DEKRA. Sie hatte im Vorfeld des heutigen World Mobility Forums in Stuttgart die Nachhaltigkeit der einzelnen Bio-Sprit-Verfahren untersucht.Die Bio-Kraftstoffe der so genannten 2. Generation, die nicht mehr direkt in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen, würden demzufolge erst in fünf bis sieben Jahren marktreif sein und dann für mehrere Jahrzehnte eine wichtige Rolle spielen. Für Deutschland wird vor allem den BtL-Verfahren (Biomass-to-Liquid) ein großes Potenzial bescheinigt, bei denen Biomasse zu flüssigem Kraftstoff umgewandelt wird.
Die Bio-Kraftstoffe der 1. Generation entstehen aus pflanzlichen Ölen oder Zuckern und konkurrieren deshalb direkt mit der Lebensmittelproduktion. Sie sind umstritten, aber momentan noch unverzichtbar: Ohne sie wird man kurzfristig den CO2-Ausstoß nicht wie politisch gefordert senken können. Die Bio-Kraftstoffe der 2. Generation hingegen werden aus Zellulose hergestellt, die aus Pflanzenresten oder Holz gewonnen wird. Sie stehen nicht unmittelbar in Konkurrenz zu Lebensmitteln, sie verwerten zudem die gesamte Pflanze, also auch die Abfälle. Der Bio-Sprit der 2. Generation wird dennoch nicht dauerhaft den Kraftstoff-Durst der Autos stillen können. Biomasse aus Wald und Flur wird zum begehrten Rohstoff werden, denn die Kunststoff- und Chemieindustrie setzt ebenfalls auf den Grundstoff als Alternative zum Erdöl.
Die Verfahren der 2. Generation sind außerdem nicht pauschal als nachhaltig zu bezeichnen. DEKRA hat im Rahmen der Studie einen Kriterienkatalog entwickelt anhand dessen die Verträglichkeit von Bio-Sprit-Verfahren für Menschen, Umwelt und Wirtschaft geprüft werden. So gilt es, die Auswirkungen der Landnutzung beispielsweise auf Wasserhaushalt, Nahrungsmittelproduktion oder den Ausstoß von Treibhausgasen zu betrachten. Gemäß der DEKRA-Studie wird mittelfristig ein international anerkanntes Zertifizierungssystem für
Bio-Kraftstoffe unverzichtbar sein.
Anlass für die Studie sind die weltweiten Forschungen zum Thema Bio-Kraftstoffe. Die Gründe dafür sind das wachsende Umwelt- und Klimabewusstsein, die Preisentwicklung des Erdöls sowie die Begrenztheit fossiler Ressourcen.
2.2.2009
Margit Conrad: Umweltgesetzbuch darf nicht scheitern
„Mit dem Scheitern des Umweltgesetzbuches wäre eine historische Chance vertan“, stellt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad fest. Nach langjähriger, intensiver Vorarbeit stehe das Umweltgesetzbuch (UGB) offensichtlich vor dem Aus – Grund ist laut Conrad anhaltender Widerstand von Bayern und der CSU. Die Bundeskanzlerin sei gefordert, ihre Reihen geschlossen zu halten und die Koalitionsvereinbarung durchzusetzen, sagte Conrad.Ministerin Conrad, die im vergangenen Jahr den Vorsitz der Umweltministerkonferenz (UMK) führte, verwies auf mehrere einstimmige Beschlüsse der UMK (mit Stimmen der CDU- und CSU-Minister/innen) zur Notwendigkeit eines Umweltgesetzbuches: „Die Umweltministerinnen und –minister haben wiederholt auf die große Bedeutung des Umweltgesetzbuches für die Weiterentwicklung des Umweltrechts hingewiesen, das Vorhaben nachdrücklich unterstützt und seine Verabschiedung angemahnt. Das Scheitern wäre blamabel für die CDU/CSU und die Kanzlerin. Ein eindeutiger Auftrag der Koalitionsvereinbarung würde torpediert. Es wäre eine Enttäuschung für alle, die auf einheitliche und schnellere Genehmigungsverfahren und damit auf weniger Bürokratie und mehr Effizienz setzen.“
Denn im UGB unterstreicht die SPD-Politikerin ist wichtigster Baustein die Zusammenführung von bislang verschiedenen Fachgesetzen und Verordnungen und ein einheitliches Verfahrensrecht vorgesehen, die „integrierte Vorhabengenehmigung“ beinhaltet: ein Verfahren, eine Genehmigung, eine Behörde.
22.1.2009
BDSV hofft wie bvse auf zweites Konjunkturprogramm
„Die Stärkung der PKW-Nachfrage ist ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt. Ebenso wichtig ist aber auch der ökologische Aspekt, dass die Fahrzeuge zur Verschrottung zwingend in zertifizierten Betrieben angenommen und verwertet werden müssen“, sagte Rolf Willeke, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V (BDSV) zur Verabschiedung einer Umweltprämie im Rahmen des zweiten Konjunkturprogramms der Bundesregierung. „Schließlich soll nach beiden Aspekten die deutsche Wirtschaftskonjunktur angestoßen werden. Hier ist nicht nur an die Automobilindustrie zu denken, sondern auch an die Betriebe der Recyclingwirtschaft. Deshalb plädieren wir dafür, dass die Auszahlung der Umweltprämie an die Vorlage eines Verwertungsnachweises gebunden wird.“In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland jährlich etwa 3 bis 3,5 Mio. Fahrzeuge stillgelegt. Davon blieben zuletzt, also in den Jahren 2006 und 2007, nur etwa 400.000 bis 500.000 Fahrzeuge zur Verwertung auf dem deutschen Markt. Der überwiegende Teil der Altfahrzeuge wird als Gebrauchtwagen exportiert.
Sollte sich der Trend des Altautoexports fortsetzen, könne die wirtschaftliche Auslastung des zertifizierten Rücknahmesystems mit Demontage- und Shredderbetrieben nicht gewährleistet werden. Damit würden viele Arbeitsplätze in den Unternehmen der Recyclingwirtschaft verloren gehen, die eine wichtige Rolle im Bereich des nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutzes sowie der Rohstoffsicherung spielen.
Die Umweltprämie von 2.500 Euro soll nach der bisherigen Vorstellung der Bundesregierung nur dann ausgezahlt werden, wenn das Altfahrzeug ein Mindestalter von 9 Jahren erreicht hat. Insgesamt können bis Ende 2009 1,5 Mrd. Euro ausgeschüttet werden. Von der Prämie können also im günstigsten Fall 600.000 Fahrzeughalter profitieren. Rolf Willeke wünscht sich, dass das Konjunkturprogramm auch ein Jobmotor für die Demontage- und Shredderbetriebe wird
22.1.2009
Umwelt-Wiki auf Deutsch
Als ein Nachschlagewerk rund um das Thema Umwelt versteht sich „Wikia Green" im Internet. Die vom Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ins Leben gerufene Online-Enzyklopädie zu Öko-Themen ist nun auch in deutscher Sprache verfügbar.Mit Texten füllen kann das Portal jeder, der sich dazu berufen fühlt. Auch können Nutzer vorhandene Artikel verbessern und erweitern.
In dem Umwelt-Wiki finden sich neben Texten rund um den Umweltschutz und das Einsparen von Klimagasen auch Verbrauchertipps.
22.1.2009
Intersolar will start-ups auf den Markt helfen
Die weltweit größte Fachmesse für Solartechnik Intersolar will auch 2009 die jüngsten und innovativsten Unternehmen der Branche unterstützen: Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert die Intersolar damit den Innovationsstandort Deutschland. Die bereits im letzten Jahr gestartete Initiative wird 2009 noch mehr Newcomern die Chance auf eine Messeteilnahme zu vergünstigten Bedingungen eröffnen.Das Förderkonzept des BMWi soll jungen deutschen Firmen die Teilnahme an internationalen Leitmessen in Deutschland zu vergünstigten Bedingungen ermöglichen – wie zum Beispiel auf der Intersolar. Als Mitaussteller am Gemeinschaftsstand des BMWi auf der Intersolar 2009 finden innovative deutsche Solarunternehmen eine internationale Plattform, um ihre Produkte und ihr Know-how zu präsentieren. Das BMWi übernimmt dabei 80 Prozent der Kosten für Standmiete und Standaufbau und ermöglicht so auch den kleinsten Unternehmen der Branche einen professionellen Auftritt.
Auf der Intersolar wird der Gemeinschaftsstand der geförderten Unternehmen 2009 gut 300 m² groß sein und damit etwa 20 % größer als im Vorjahr. 2009 werden mindestens 15 hoch innovative Unternehmen auf dem Gemeinschaftsstand des BMWi erwartet.
Teilnehmen dürfen Firmen, deren Fokus produkt- und verfahrensmäßige Neuentwicklungen oder Verbesserungen aus dem Bereich Solarthermie, Fotovoltaik oder Solares Bauen sind. Sie müssen jünger als zehn Jahre alt sein, weniger als 50 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von unter 10 Mio. Euro haben.
Teilnahmebedingungen am Förderprogramm können auf der Homepage des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) im Bereich Wirtschaftsförderung eingesehen werden. Unternehmen, die am geförderten Gemeinschaftstand auf der Intersolar 2009 in München teilnehmen wollen, können sich jederzeit an die Solar Promotion GmbH wenden.
Die internationale Fachmesse Intersolar ist die größte Fachmesse für Solartechnik weltweit und wird seit dem Jahr 2000 von der Solar Promotion GmbH, Pforzheim in Kooperation mit der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG veranstaltet. 2008 fand die Intersolar zum ersten Mal in München statt. Die Intersolar konzentriert sich auf die Bereiche Fotovoltaik, Solarthermie und Solares Bauen. Erstmals 2009 wird das Angebot der Messe darüber hinaus um eine eigene Halle für Fotovoltaik-Produktion und -Technologie ergänzt. Die Intersolar hat sich seit ihrer Gründung bei Herstellern, Zulieferern, Großhändlern und Dienstleistern als internationale Industrie-Leitmesse etabliert. Die Intersolar 2009 findet vom 27. – 29. Mai 2009 in der Neuen Messe München statt.
22.1.2009
Internationale Agentur für erneuerbare Energien geht an den Start
Die deutsche Initiative zur Gründung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) erhält weltweit großen Zuspruch. Mehr als 100 Staaten haben ihre Teilnahme an der Gründungskonferenz am kommenden Montag in Bonn zugesagt. Knapp die Hälfte davon will den Gründungsvertrag unterzeichnen. Die Bundesregierung wird von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier auf der Konferenz vertreten.Staatssekretär Erich Stather aus dem Bundesentwicklungsministerium: „Die erneuerbaren Energien bieten gerade den Entwicklungsländern die Chance, Zugang zu sauberer Energie zu bekommen und damit auch die Chance auf Entwicklung.“
Ziel der Initiative, die auch von Spanien und Dänemark aktiv unterstützt wurde, ist es, den Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit voranzubringen und als Sprachrohr der erneuerbaren Energien Industrie- und Entwicklungsländer praxisnah zu beraten und zu unterstützen. IRENA soll eine treibende Kraft bei der zügigen Umstellung auf die Nutzung der erneuerbaren Energien werden. Es gilt, weltweit die Lücke zwischen dem enormen Potenzial der erneuerbaren Energien und deren aktuell relativ geringen Marktanteil am Energieverbrauch zu schließen. Damit wird die Agentur einen wichtigen Beitrag zur Klima- und Entwicklungspolitik sowie Außen- und Sicherheitspolitik leisten.
IRENA ist die erste internationale Organisation, die sich ausschließlich auf erneuerbare Energien konzentriert. Die Agentur wird ihre Mitgliedsstaaten dabei beraten, ihre politischen Rahmenbedingungen anzupassen, Kompetenzen aufzubauen sowie Finanzierung und Technologie- und Wissenstransfer für erneuerbare Energien zu verbessern.
Auf der Konferenz werden die Gründungsstaaten das Statut von IRENA zeichnen. Bereits einen Tag nach der Gründungskonferenz, am kommenden Dienstag, findet das erste Treffen der Mitgliedsstaaten statt. Bei der Tagung der Vorbereitungskommission, der alle Zeichnerstaaten angehören, sollen die Weichen für den raschen Aufbau von IRENA gestellt werden. Im Juni 2009 werden die Mitgliedsstaaten dann über den Sitz der Agentur entscheiden und den ersten Gründungsdirektor oder die erste Gründungsdirektorin auswählen.
22.1.2009
Bessere Feinstaubsituation – aber kein Grund zur Entwarnung
Die vorläufige Beurteilung des Umweltbundesamtes (UBA) zur Luftqualität des Jahres 2008 in Deutschland ergibt: Auch im Jahr 2008 traten Überschreitungen der geltenden Grenzwerte für die gesundheitsschädlichen Schadstoffe Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2) auf.An 19 der insgesamt 421 Messstationen überschritten die Feinstaubkonzentrationen öfter als an den zulässigen 35 Tagen den Wert von 50 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (µg/m3). An der Messstation Stuttgart Neckartor wurde zudem der auf das Jahresmittel bezogene PM10-Grenzwert von 40 µg/m3 nicht eingehalten.
Im Jahr 2008 war die Feinstaubbelastung - wie schon 2007 - vergleichsweise gering. „Dafür sorgte vor allem die günstige Wetterlage, bei der windschwache Hochdruckgebiete selten auftraten, Gewitter und Starkregen dafür aber umso häufiger waren", sagt Andreas Troge, Präsident des UBA. „Für eine generelle Entwarnung ist die Belastung an vielen Stellen noch viel zu hoch, trotz der positiven Tendenz. Wir müssen die Belastung weiter senken, um in gesunder Luft leben zu können", so Troge weiter.
An rund der Hälfte der verkehrsbelasteten Messstationen lagen auch die NO2-Jahresmittelwerte über dem ab 2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 µg/m3. Bliebe diese Belastung auch in den kommenden Jahren erhalten, so würde es im städtischen verkehrsnahen Bereich ab 2010 zu Überschreitungen des dann verbindlich einzuhaltenden NO2-Grenzwertes für das Jahresmittel kommen.
NO2 entsteht bei Verbrennungsvorgängen in Industrie, Haushalten oder im Verkehr. Dieser Stoff ist für die Atemwege schädlich.
22.1.2009
Solar Millennium baut Blauen Turm in Herten
Die Solar Millennium AG beginnt mit der Realisierung eines Blauen Turms in der Stadt Herten, eines Demonstrationsprojekts zur Gewinnung von Wasserstoff und Strom aus der nachhaltigen Verwertung regenerativer Reststoffe. Wichtiger Teil der Finanzierung des Blauen Turms ist die jetzt bewilligte Projektförderung in Höhe von rund 7,1 Millionen Euro der Landesregierung Nordrhein-Westfalen an die Projektgesellschaft H2Herten GmbH. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts beträgt rund 24,6 Millionen Euro.Der Blaue Turm in Herten wird Straßenbegleitgrün aus dem Ruhrgebiet als Eingangsstoff nutzen und hieraus ein sauberes, wasserstoffreiches Produktgas herstellen, das sowohl zu Wasserstoff aufbereitet als auch zur Stromerzeugung in einem Blockheizkraftwerk genutzt werden soll. Rund 12.000 Haushalte und somit etwa ein Drittel der Haushalte der Stadt Herten können nach Angaben von Solar Millenium mit der Anlagenleistung von 13 Megawatt (thermisch) mit nachhaltig produziertem Strom versorgt werden. Der zusätzlich produzierte Wasserstoff soll dem Wasserstoffkompetenzzentrum bereitgestellt werden – ein Vorhaben der Stadt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Auf Ewald, in das der Blaue Turm konzeptionell eingebunden ist.
Solar Millennium verfolgt mit der Investition in diese Technologie zugleich das Ziel, die Betriebszeit solarthermischer Kraftwerke durch Hybridbetrieb deutlich zu erhöhen und eine Stromproduktion rund um die Uhr zu ermöglichen. Dabei werden sowohl Sonnenenergie als auch sauberes Produktgas, das so genannte Blaue Gas, aus der Verwertung regenerativer Reststoffe genutzt. Auf diese Weise können die Kraftwerke klimafreundlich und zuverlässig dazu beitragen, einen größeren Anteil der Nachfrage in Stromnetzen abzudecken.
Dr. Henner Gladen, Technologievorstand von Solar Millennium: „Der rund 40 Meter hohe Blaue Turm an der Autobahn A2 wird Symbol für den Wandel des Ruhrgebiets durch Nutzung von Zukunftstechnologien hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energiestruktur sein. Da der Blaue Turm anders als bei den bekannten Technologien der Biomassenutzung regenerative Reststoffe verwertet und dabei sehr unterschiedliche Eingangsstoffe nutzen kann, ergeben sich weltweit vielfältige Standortpotenziale. Bei dem Projekt in Herten handelt es sich um eine international bedeutende Referenzanlage.“
16.1.2009
Globally Harmonised System (GHS): Mehr Durchblick im Änderungsdschungel
Ab sofort müssen sich Hersteller, Importeure und Verwender von gefährlichen Stoffen an ein neues System zur Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen gewöhnen: das sog. Globally Harmonised System (GHS). Auffälligstes Merkmal dieses neuen Systems sind die neuen Gefahrensymbole. Aber auch weitere altbekannte Elemente des Chemikalienrechts, wie die Gefährlichkeitsmerkmale oder die R- und S-Sätze, werden sich ändern. In einem Dossier haben wir zahlreiche Dokumente, Informationen und Links zum Themenschwerpunkt GHS gesammelt.16.1.2009
BDEW bangt um Umweltgesetzbuch
„Wir hoffen, dass mit der Entscheidung, das geplante Umweltgesetzbuch erneut nicht im Bundeskabinett zu behandeln, nicht das Scheitern dieses wichtigen Vorhabens verbunden ist“, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), diese Woche in Berlin. „Wir würden es bedauern, wenn es nicht zu einer Vereinheitlichung der umweltrechtlichen Regelungen käme. Es wurde immerhin die Verfassung geändert, um das Umweltgesetzbuch realisieren zu können. Politik, Wirtschaft und Umweltverbände haben dieses wichtige Gesetzeswerk drei Jahre lang intensiv und konstruktiv diskutiert“, ergänzt Müller.
Mit dem Umweltgesetzbuch soll das Umweltrecht zusammengefasst und stark vereinfacht werden. Die geplante Vereinheitlichung des Wasser- und Naturschutzrechts auf Bundesebene wäre ein substantieller Beitrag zu Bürokratieabbau und Investitionsförderung. Diese Chance sollten wir nutzen, betonte die BDEW-Chefin.
Aus den Querelen der letzten Wochen um das Umweltgesetzbuch sollten für die Zukunft entsprechende Lehren gezogen werden. Gerade das Umweltgesetzbuch sei ein Beispiel dafür, wie notwendig ein breiter Konsens für umweltpolitische Großprojekte ist. Erst spät habe das Bundesumweltministerium beim Umweltgesetzbuch auf Anregungen der Wirtschaft reagiert. „Wir schlagen deshalb vor, nach dem Vorbild von Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz einen Dialogkreis `Wirtschaft und Umwelt´ auf Bundesebene zu gründen. Dieser könnte vom Bundeswirtschaftsministerium und vom Bundesumweltministerium gemeinsam koordiniert werden“, empfiehlt Müller.
16.1.2009
Beobachtungen aus Dortmund und Bottrop fließen in Handbuch Stadtklima ein
Der Klimawandel ist auch in Nordrhein-Westfalen angekommen. Insbesondere in den Städten sind die Folgen zu spüren: heftige Regenfälle können zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen und Hitzeperioden lassen die Innenstädte zu Treibhäusern werden. Wie die Folgen des Klimawandels auf kommunaler Ebene bewältigt werden können, soll in einem „Handbuch Stadtklima“ erarbeitet werden. Entwickelt wird das Handbuch vom Regionalverband Ruhr (RVR), im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums. Zur Überprüfung der vorgeschlagenen Maßnahmen wurden zwei Modellstädte ausgewählt: Bottrop und Dortmund.„Die Auswahl der Modellstädte war nicht einfach“, so Umweltminister Eckhard Uhlenberg. „Bottrop und Dortmund wurden ausgewählt, weil sie in ihrer Summe über eine ideale Struktur zur Erprobung unseres Handbuchs verfügen.“
Bottrop wurde als Vertreter der zahlreichen großen Mittelstädte und kleinen Großstädte, deren Stadtkern von ländlich geprägten Stadtteilen umgeben ist, ausgewählt, Dortmund als Vertreter der Großstädte. Das größte Problem sind die deutlich zu warmen Innenstadtkerne. Innerhalb der Stadtgebiete treten häufig auch größere Höhenunterschiede auf, die zusätzlich das Klima beeinflussen. Die beiden Modellstädte Bottrop und Dortmund ermöglichen die Berücksichtigung aller klimatischen Phänomene des Ruhrgebietes im „Handbuch Stadtklima“.
Im Handbuch werden Problembereiche im Zusammenhang mit den prognostizierten Klimaänderungen identifiziert und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel beschrieben, unter besonderer Berücksichtigung der Situation in nordrhein-westfälischen Städten. Messungen haben ergeben, dass die Temperaturen in den Innenstädten um bis zu zehn Grad Celsius höher liegen können, als in den ländlichen Außenbezirken. Die Durchlüftung ist durch Bebauung oft stark eingeschränkt und Wärmestaus stellen für die dort lebenden Menschen Belastungen dar, die das Wohlbefinden verschlechtern.
Ziel ist es, alle nordrhein-westfälischen Städte für die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels zu rüsten. Hierzu zählen zum Beispiel Maßnahmen zur Entsiegelung von Flächen, die Schaffung von Freiland- und Frischluftschneisen, die Anlage von Park- und Grünanlagen sowie planungsrechtliche Instrumente.
Erstellt wird das „Handbuch Stadtklima“ im Auftrag des Umweltministeriums vom Regionalverband Ruhr, der seit 30 Jahren die Daten zur klimatischen Situation im Ruhrgebiet erhebt. Weitere Kooperationspartner sind die Universität Duisburg-Essen, das Forschungsinstitut für Abfall- und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen und das deutsche Institut für Urbanistik. Das Handbuch soll im Sommer fertig gestellt sein, die anschließende Überprüfung an Hand der Modellstädte erfolgt bis Ende 2009.
16.1.2009
Auch Gabriel lobt EU-Pflanzenschutzpaket
Das Europäische Parlament hat am Dienstag dieser Woche dem Kompromiss zum EU-Pflanzenschutzpaket mit großer Mehrheit zugestimmt. Besonders bedenkliche Stoffe werden künftig aus Pflanzenschutzmitteln verbannt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel begrüßte die Zustimmung mit den Worten: „Das Verbot bedenklichster Stoffe in Pflanzenschutzmitteln ist ein Riesenfortschritt. Die Agrarindustrie steht jetzt in der Pflicht, den Landwirtinnen und Landwirten umweltfreundlichere Alternativlösungen zur Verfügung zu stellen. Aus meiner Sicht bietet dieser Innovationsanreiz aus Brüssel gerade für den Chemiestandort Deutschland große Chancen.“ Mit Recht könne das EU-Pflanzenschutzrecht jetzt als wegweisendes Instrument des Umweltschutzes bezeichnet werden. Beschränkungen der Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel sollen zusätzlichen Schutz bringen. Fest umrissene Reduktionsziele und Maßnahmen müssen nun national festgelegt werden.
Das vom Parlament beschlossene neue Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel ist ein Systemwechsel zugunsten der Umwelt: Besonders bedenkliche Stoffe sind künftig in Pflanzenschutzmitteln verboten – ungeachtet der Mengen, die bei Umwelt und Verbraucher tatsächlich ankommen. Dies gilt unter anderem für giftige Stoffe, die sich in der Umwelt anreichern oder solche, die zu den international geächteten langlebigen organischen Verbindungen, den so genannten POP-Stoffen, gehören. Auch nachweislich krebserzeugende, erbgutverändernde oder die Fortpflanzungsfähigkeit schädigende Stoffe sowie Stoffe, die das Hormonsystem stören, werden künftig EU-weit vom Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe ausgeschlossen.
Das Europäische Parlament hat darüber hinaus Regelungen zugestimmt, welche erstmals EU-weit nicht nur die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, sondern auch deren Verwendung regeln. Zukünftig soll beim Pflanzenschutz eine Abwägung stattfinden, damit solchen Verfahren der Vorzug gegeben wird, die möglichst geringe Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Zu diesem Zweck soll ab 2014 der so genannte Integrierte Pflanzenschutz verpflichtend werden. Außerdem soll das Sprühen vom Flugzeug oder Hubschrauber aus, abgesehen von begrenzten Ausnahmen, verboten werden. In einem Nationalen Aktionsplan muss jeder EU-Mitgliedsstaat künftig konkrete Reduktionsziele, Maßnahmen und Zeitpläne festlegen, um die Risiken und Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel-Anwendung auf Mensch und Umwelt zu verringern.
Die Regelungen zum neuen Zulassungsverfahren sind Bestandteil einer in Deutschland unmittelbar geltenden EU-Verordnung. Für die per EU-Rahmenrichtlinie festgelegten Anwendungsregelungen wird auch die künftige Umsetzung in nationales Recht eine entscheidende Rolle spielen. Verordnung und Rahmenrichtlinie bilden zusammen das so genannte EU-Pflanzenschutzpaket. Der Ministerrat muss nun dem Kompromiss formal noch zustimmen.
9.1.2009
Zentrum für HighTech-Filter geplant
Partikel- und Gasfilter dienen dem Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie der Produktreinhaltung. Eine neue Generation von Funktionsfiltern soll künftig in Duisburg-Rheinhausen entwickelt werden. Hier wollen zwei An-Institute und zwei Lehrstühle der Universität Duisburg-Essen (UDE) das „Zentrum für Filtrationsforschung und funktionalisierte Oberflächen (ZF³)“ aufbauen und Unternehmen in NRW zu einer internationalen Führungsposition verhelfen. Eine hohe siebenstellige Fördersumme ist in Aussicht. Im geplanten Zentrum sollen für die industrielle Nutzung Filter, Adsorbentien und Katalysatoren verbessert und/oder mit zusätzlichen Funktionalitäten versehen werden. Dafür wollen die Forscher neuartige Strukturen (z.B. Feinstfasern) entwickeln oder gezielt Nanopartikel herstellen und einsetzen.
Das Projekt ist eines von 12 Gewinnern des Spitzentechnologie-Wettbewerbs „Hightech NRW“ des Landes-Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie.
9.1.2009
Schärfere EU-Abgasgrenzwerte für Lkw und Busse
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Entscheidung des Europäischen Parlaments für striktere Abgasgrenzwerte für Lkw und Busse begrüßt. Nach dem Beschluss des Europäischen Parlaments vom 16. Dezember ist ab dem 31. Dezember 2012 die Norm Euro VI für die Typzulassung neuer Fahrzeuge bindend.Mit Euro VI werden die Grenzwerte für Lkw bei Partikeln um 66 % und bei Stickoxiden um 80 % gesenkt. Auch ein Grenzwert für die Partikelzahl wird mit Euro VI eingeführt.
Euro VI sieht neben den deutlichen Senkungen der Abgasgrenzwerte auch anspruchsvolle Anforderungen an die Dauerhaltbarkeit emissionsmindernder Einrichtungen, an On-Board-Diagnose-Systeme (OBD) sowie hinsichtlich der Überwachung der Fahrzeuge im Betrieb vor.
9.1.2009
IFAT zukünftig alle zwei Jahre
Die Umweltmesse IFAT, die 16. Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling, wird nicht im Frühjahr 2011, sondern bereits vom 13. bis 17. September 2010 stattfinden. Der Termin 7. bis 11. Mai 2012 steht ebenfalls bereits fest. Ab dann findet die IFAT alle zwei Jahre im Frühjahr statt. Mit dem Turnuswechsel trägt die Messe München nach eigenen Angaben dem wachsenden Umweltmarkt und Wünschen aus der Industrie nach einem weiteren Ausbau der internationalen Führungsposition der IFAT Rechnung.„Der Bedarf an Informationen und in der Folge an Investitionen beschleunigt sich weltweit, wie das wachsende Marktvolumen für Umwelttechnik zeigt. Durch die Verkürzung des Messe-Turnus tragen wir dieser zunehmenden Nachfrage Rechnung. Gleichzeitig stärken wir damit die IFAT als internationale Leitmesse für die Branche im Konzert der steigenden Anzahl von Umweltmessen in zahlreichen Ländern“, sagt Eugen Egetenmeir, Mitglied der Geschäftsführung der Messe München.
Die IFAT CHINA, die bisher alle zwei Jahre im Herbst stattfand, wird im Zuge des Turnuswechsels in den Juli 2010 verlegt, um eine Terminüberschneidung mit der IFAT in München zu vermeiden.
9.1.2009
Greenpeace: Klimakrise birgt mehr Gefahren als Wirtschaftskrise
„Die Klimakrise ist langfristig gefährlicher als die Wirtschaftskrise. Es drohen Orkane und Überschwemmungen, Klimaflüchtlinge, das Auftauen der Arktis - die Folgen des Treibhauseffektes werden uns schneller ereilen als bislang angenommen", sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace. Die Regierung habe in der Bankenkrise schnell gehandelt, das müsse sie endlich auch in der Klimakrise leisten. 2009 dürfe keine Chance für Klimaschutz verspielt werden.„Umweltschutz und Wirtschaftswachstum dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es muss wesentlich mehr in erneuerbare Energien, in Gebäudedämmung, in energiesparende Elektrogeräte und effiziente Pkw investiert werden. Hier liegen die Chancen für neue Arbeitsplätze und Exporte", sagte die Geschäftsführerin. Die Regierung sollte zudem klima- und umweltschädliche Subventionen abbauen. Der Atomausstieg dürfe nicht aufgeweicht werden, sondern sollte 2015 abgeschlossen sein, also deutlich schneller als bislang geplant.
Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 müssen die Staaten nach den Vorstellungen von Behrens konkrete Ziele vereinbaren: Die USA müssten sich dort endlich zu einem wirksamen Klimaschutz verpflichten", erklärte die Greenpeace-Vertreterin.
9.1.2009
Viele Autofahrer kennen nicht ihren CO2-Fußabdruck
Das Umweltbewusstsein von Deutschlands Autofahrern ist noch nicht sehr ausgeprägt: Nur 13 Prozent wissen, mit wie viel Kohlendioxid (CO2) ihr Auto die Luft belastet. Und dies, obwohl die Automobilhersteller die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen schon seit einigen Jahren in ihren Verkaufsunterlagen angeben müssen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kölner Direktmarketinggesellschaft Jäger + Schmitter DIALOG. Kaum bekannt ist der Befragung zu Folge auch die Bedeutung der grünen Plakette an der Autofrontscheibe, ohne die viele Innenstädte gar nicht mehr befahren werden dürfen. Der größte Teil der 1.000 Befragten war der Überzeugung, sie attestiere, dass Autos grundsätzlich besonders umweltverträglich sind. Nur die wenigsten wussten, dass die grüne Plakette ausschließlich die Feinstaub- und zum Beispiel nicht die CO2-Emissionen berücksichtigt.
Nur 10 % der Befragten waren bereit, für ein besonders umweltschonendes neues Auto auch mehr Geld zu bezahlen. Immerhin 18 % tragen sich mit der ernsten Absicht, im neuen Jahr ein neues Auto zu kaufen.
9.1.2009
Leitfaden hilft bei Umsetzung der novellierten Verpackungsverordnung
Der Verband BITKOM hat einen Leitfaden zur neuen Verpackungsverordnung veröffentlicht. Die Publikation wendet sich vor allem an Unternehmen im ITK-Sektor. Der Leitfaden erläutert die Hintergründe zur Lizenzierungspflicht bei Rücknahmesystemen, zur neu eingeführten Vollständigkeitserklärung und zur geänderten Kennzeichnungspflicht. Die Publikation soll kleineren und mittleren Unternehmen helfen, die neuen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Am 1. Januar 2009 ist die 5. Novelle der Verpackungsverordnung in Kraft getreten. Damit gelten neue Regeln für die Rücknahme und Entsorgung von Verpackungsabfällen. Diese betreffen primär Hersteller und Vertreiber solcher Verpackungen, die bei Endkunden anfallen – also auch die Händler und Hersteller von Computern, Telefonen oder Unterhaltungselektronik.
Sie müssen einem so genannten dualen Entsorgungssystem beitreten. Außerdem sind sie verpflichtet, gegenüber der für ihre Region zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) eine verbindliche Erklärung über die Menge jener Verpackungen einreichen, die bei privaten Sammelstellen anfallen. Die Erklärung muss jährlich von einem Sachverständigen bestätigt und bis zum 1. Mai des Folgejahres elektronisch bei der IHK abgegeben werden. Die eingeführte Lizenzierungspflicht soll das „Trittbrettfahren“ eindämmen: In dem alten System hatten Unternehmen zunehmend Verpackungen über Entsorgungssysteme verwerten lassen, ohne Lizenzgebühren zu zahlen.
6.1.2009
GHS im EU-Amtsblatt veröffentlicht
Mit der Veröffentlichung der GHS-Verordnung im EU-Amtsblatt vom 31.12.2008 wird nun das GHS-System auch in der europäischen Union verbindlich eingeführt. Die Verordnung tritt damit am 20.01.2009 in Kraft. Im Amtsblatt der EU Nr. L 353 vom 31.12.2008 wurde die VERORDNUNG (EG) Nr. 1272/2008 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 auf 1355 Seiten veröffentlicht.
Die zurzeit in Deutschland gültigen Symbole auf orangegelbem Grund können nach Inkrafttreten des neuen Systems in der EU am 20.01.2009 durch die neuen Symbole ersetzt werden.
Hierzu gibt es Übergangsfristen bis 2010 für reine Chemikalien und 2015 für Gemische. Lagerbestände (von vor dem 20.01.2009) dürfen darüber hinaus noch zwei weitere Jahre mit den bisherigen Kennzeichnungen verkauft werden.
16.12.2008
Gute Aussichten für Entsorga-Enteco 2009
Natürlich laufen die Vorbereitungen für die größte Umweltmesse 2009 in Deutschland, die Entsorga-Enteco in Köln, bereits auf Hochtouren. Schon jetzt haben sich laut Koelnmesse mehr ausstellende Unternehmen für eine Teilnahme vom 27. bis 30. Oktober 2009 entschieden als im vergleichbaren Vorveranstaltungszeitraum 2006. Das positive Echo aus der Branche unterstreiche die Bedeutung der Entsorga-Enteco als die wichtigste Kommunikations- und Geschäftsplattform der internationalen Kreislaufwirtschaft und Umwelttechnik im nächsten Jahr. Ferner heißt es aus Köln, dass das aktuelle Teilnehmerfeld aus allen Themenbereichen der Messe kommt. Damit zeichne sich ab, dass die Entsorga-Enteco 2009 ihrem Anspruch entsprechen wird, alle Bereiche der internationalen Abfallwirtschaft und Umwelttechnologie umfassend zu präsentieren, eingeteilt in die acht Segmente der Veranstaltung „Abfallwirtschaft & Recycling“, „Verbrennung & Erneuerbare Energien“, „Wasser & Abwasser“, „Kommunale Dienste & Umweltdienstleistungen“, „Technik & Logistik“, “Luftreinhaltung & Immissionsschutz“, „Arbeitssicherheit & Lärmschutz“ sowie „Forschung & Organisation“.
Die beiden Trendthemen der Veranstaltung im Jahr 2009 lauten „Klima und Ressourcenschutz“ und „Energieeffizienz in der Umwelttechnik“. Die Veranstaltungen des Rahmenprogramms der Entsorga-Enteco werden unter dem Dach dieser Aspekte stehen und den Ausstellungsbereich vertiefen und ergänzen.
Veranstaltet wird die Entsorga-Enteco vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE). Ideeler Träger ist wieder der Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau e.V. (VDMA).
16.12.2008
Weinzierl befürchtet Verwässerung der Umweltpolitik
Vor der entscheidenden Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien droht heute nach Information des Deutschen Naturschutzrings (DNR) nach dem Einknicken der Bundeskanzlerin beim Klimaschutz die endgültige Demontage der Umweltpolitik. Das als zentrales Reformvorhaben der großen Koalition angekündigte Umweltgesetzbuch (UGB) steht unmittelbar vor dem Scheitern. „CDU/CSU entwickeln sich ungeniert zu reinen Vertretern kleinkarierter und kurzsichtiger Wirtschaftsinteressen. Klima- und Umweltschutz werden mit den Füßen getreten", beklagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.
Mit dem UGB sollten, ähnlich wie beim Sozialgesetzbuch, die bisher in zahlreiche unterschiedliche Fachgesetze zersplitterten Umweltschutzvorschriften in einem Gesetzbuch zusammengefasst und besser aufeinander abgestimmt werden. Der Vollzug des Umweltrechts ließe sich dadurch deutlich vereinfachen. Die Schaffung eines UGB hätte auch Signalcharakter wegen der erheblich gestiegenen Bedeutung des Umweltschutzes, betonte der DNR. Sollte Bundeskanzlerin Merkel bei der Sitzung am Mittwoch eine Zustimmung von CDU/CSU für ein UGB ohne Abbau von Standards nicht erreichen, wäre ihr Ansehen ramponiert, sagte der DNR.
Schließlich habe Angela Merkel dieses Gesetzwerk als Umweltministerin selbst auf den Weg gebracht.
16.12.2008
EU-Richtlinie für erneuerbare Energien – Windbranche freut sich über finanziellen Rückenwind
Das Europäische Parlament und die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich diese Woche auf die Inhalte der Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien in Europa bis 2020 geeinigt. Am Donnerstag soll die Einigung im Rahmen des EU-Klima-und Energiepakets von den Regierungschefs der Mitgliedstaaten bestätigt werden. „Die Richtlinie ist ein großer Erfolg für die Branche der Erneuerbaren Energien in Europa. Sie gibt der deutschen Windindustrie verlässliche Rahmenbedingungen – sowohl für den weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland als auch für den Export", erklärte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie (BWE).
Die Richtlinie enthält zum ersten Mal in Europa rechtlich verbindliche Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien für alle Mitgliedstaaten. Bis 2020 müssen 20 % des gesamten EU-Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Die Richtlinie garantiert das erfolgreiche Modell der Einspeisevergütung, das in den meisten EU-Staaten inzwischen angewendet wird. Sie fordert von den Mitgliedstaaten den Ausbau der erforderlichen Netzinfrastruktur und gibt Regeln für die Übertragung erneuerbaren Stroms vor.
Mitgliedstaaten müssen administrative Hürden, die den Ausbau der erneuerbaren Energien behindern, abbauen. „Die Einigung in Brüssel erhöht die Exportchancen der deutschen Windbranche. Nach der EEG-Novelle im Sommer dieses Jahres stellt nun auch die EU-Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien die Signale für die Windenergie auf grün. Mit einer starken deutschen Windbranche kann Deutschland die Klimaschutzziele bis 2020 wirtschaftlich erreichen“, betonte Albers.
16.12.2008
Rat für Nachhaltige Entwicklung zu Wirtschaftkrise
Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um konjunkturpolitische Maßnahmen äußerte sich nun der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Dr. Volker Hauff, mit folgenden Worten: „Die gegenwärtige wirtschaftliche Krise hat damit zu tun, dass die Prinzipien der Nachhaltigkeit missachtet wurden. Die Entwicklung der Finanzmärkte und der Automobilindustrie zeigen das deutlich. Deswegen braucht unsere Wirtschaft gerade jetzt eine politische Weichenstellung in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung. Wir müssen die Verantwortung am Kapitalmarkt und für die Geldströme an einer Kultur der Nachhaltigkeit ausrichten. Jetzt, wo die politische Meinungsbildung über eine neue, globale Finanzverfassung in vollem Gange ist, ist mehr Nachdenken über die Zukunft unseres Wirtschaftens gefordert. Hektische Symbolpolitik ist Unsinn. Die Wirtschaftskrise ist auch eine Krise in den Köpfen derjenigen, die sich auf Konzepte aus der Mottenkiste volkswirtschaftlicher Standards von vorgestern verlassen, die heute allesamt überholt sind.“ Eine von Hauffs Kernaussagen lautet: „Wir müssen endlich einsehen: Die Nachhaltigkeit ist kein Krisentreiber, sondern Teil der Lösung für die Wirtschaftsrezession.“ In modernen deutschen Unternehmen werde das vorgelebt. Zum Beispiel zeigen laut Hauff Osram, Bosch, Henkel, BASF oder tegut wie das geht: Mit Nachhaltigkeit Geld verdienen und nachhaltig Geld verdienen. Unternehmen, die das verstanden haben, seien aber in der Minderheit.
Hauff empfiehlt der Bundesregierung, aktiv dabei zu helfen, aus erfolgreichen Einzelfällen ein Markenzeichen für „made in Germany“ zu machen. Es gehe dabei um Langfristigkeit und Verantwortung, um innovative Infrastruktur, um Ressourceneffizienz, neue Energie, sowie um soziale Nachhaltigkeit.
Abschließend betonte Hauff: „In der Wirtschaftskrise gibt es keine Patentrezepte, aber viele von vornherein falsche Wege. Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik muss neben einem ambitionierten und großen Umwelt-Paket auch eine soziale Komponente haben, die gezielt den Beziehern von Niedrigeinkommen hilft. Eine generelle Steuersenkung oder gar mit der Gießkanne verteilte Konsumschecks wären keine gute Idee.“
5.12.2008
FAQ: REACH - Wie geht es weiter?
Am 01.12.2008 ist die Vorregistrierungsphase von REACH zu Ende gegangen. Je nach Menge und Gefährlichkeit eines Stoffs muss nun die Registrierung teilweise bis Dezember 2010, spätestens aber bis 2018 durchgeführt werden. Die neuen FAQ „REACH – Wie geht es weiter?“ geben Ihnen Antwort auf die Frage, welche Schritte nun folgen und wer welche Aufgaben erfüllen muss.5.12.2008
Deutschland erweist sich als Musterschüler beim Klimaschutz
Deutschland hat den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen weiter gesenkt und ist auf dem besten Wege, das Kyoto-Ziel von minus 21 % zu erreichen. Nach den aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) lagen die Werte im vergangenen Jahr insgesamt um 22,4 % unter dem Basisniveau (1990 bzw. 1995) und übertrafen damit die angestrebte Zielmarke. Der neue Bericht des UBA wird nun zwischen den Ressorts abgestimmt und anschließend an die EU und die Vereinten Nationen weitergeleitet.Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagt: „Die Zahlen belegen den Erfolg der deutschen Klimaschutzpolitik. Das zeigen besonders die nach unten gehenden Trends bei den Emissionen von Gewerbe, Verkehr und privaten Haushalten. Besorgniserregend ist dagegen der Anstieg bei der Stromerzeugung. Deshalb dürfen wir nicht nachlassen, sondern müssen im Gegenteil mehr für die Effizienz tun und den Stromverbrauch senken.“
Die Emissionen des Jahres 2007 lagen bei 957 Mill. Tonnen CO2-Äquivalenten und damit um 2,3 % niedriger als 2006 und 21,3 % niedriger als 1990. Gabriel warnte dennoch: „Die Zahlen sehen insgesamt gut aus, sind aber kein Grund, sich bequem zurückzulehnen. Denn wir dürfen uns nichts vormachen: Ein Teil des Erfolgs im Vorjahr liegt allein daran, dass Brennstoffkäufe statt 2007 wegen der Mehrwertsteuererhöhung schon 2006 erfolgten. Außerdem waren die Wintermonate 2007 besonders milde. Deshalb ist zu erwarten, dass die Zahlen für 2008 nicht so positiv wie für 2007 aussehen werden.“
Gabriel wies zudem auf die weiteren Herausforderungen der Klimapolitik hin: „Kyoto ist nur ein erster kleiner Schritt. Um wirksam dem Klimawandel entgegentreten zu können, müssen wir mit Riesenschritten weiter gehen. Bis 2020 muss Europa minus 30 % schaffen, wenn andere Länder mitziehen.“
5.12.2008
Bundesregierung reist klimaneutral
Die deutsche Bundesregierung stellt rückwirkend zum 1. Januar 2007 ihre Dienstreisen klimaneutral. Die ersten Emissionsgutschriften, die 100.425 Tonnen CO2-Ausstoß entsprechen, wurden jetzt zur Löschung auf ein dafür eingerichtetes Konto übertragen. Gefördert werden ab sofort vor allem Projekte aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Afrika sowie in weiteren Staaten, die zur Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder der Erde gehören. „Die Bundesregierung kann nicht für alle Dienstreisen aufs Fahrrad umsteigen. Aber mit dem Ausgleich der Klimabelastung setzen wir ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz und für die Wahrnehmung unserer globalen Verantwortung“, sagte Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig.
In einem Vertrag ist geregelt, dass die KfW-Bankengruppe im Auftrag der Bundesregierung Emissionsgutschriften aus zusätzlichen Klimaschutzprojekten erwirbt, die dann an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) weitergeleitet und gelöscht werden. Damit werden die bei Dienstreisen entstehenden Treibhausgas-Emissionen an anderer Stelle eingespart.
Gefördert werden zum Beispiel effiziente Brennholzkocher in Nigeria, Stromerzeugung aus Ernteresten im Senegal, Strom aus Deponiegas in Brasilien sowie Biogas aus Kuhdung in Nepal.
Die Klimaschutzprojekte werden entsprechend dem von den Vereinten Nationen entwickelten Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) durchgeführt. Bei der Auswahl der Projekte steht die DEHSt der Bundesregierung beratend zur Seite.
5.12.2008
Merck hat REACH-Vorregistrierung abgeschlossen
Die Merck KGaA aus Darmstadt hat die Vorregistrierung von allen REACH-relevanten Stoffen für die gesamte Merck-Gruppe durchgeführt und damit die Vermarktungsfähigkeit aller Produkte für seine Kunden gesichert.Insgesamt hat Merck Stoffe im vierstelligen Bereich bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) vorregistriert. Dies schließt alle REACH-relevanten Stoffe der Tochtergesellschaften von Merck ein. Darüber hinaus hat das Unternehmen bei seinen Lieferanten überprüft, ob deren Stoffe den Anforderungen von REACH entsprechen.
„Wir haben uns entschieden, die nötige Dokumentation und Registrierung für alle betroffenen Produkte zu erlangen und unser Sortiment aufgrund von REACH nicht zu ändern. REACH wird daher ein weiterer Ansatz für Merck sein, die Zusammenarbeit mit unseren Kunden zu intensivieren“, sagt Dr. Bernd Reckmann, Mitglied der Geschäftsleitung der Merck KGaA.
Die Frist für die Vorregistrierung endete gestern, am 1. Dezember 2008. Danach soll die Chemikalienagentur im Internet eine Liste aller vorregistrierten Stoffe veröffentlichen. Nachgeschaltete Anwender können so prüfen, ob die für sie relevanten Stoffe erfasst worden sind. Wird ein Stoff nicht aufgeführt, können Anwender dies unter Nennung des letzten Lieferanten der Agentur melden oder den Stoff selbst registrieren.
5.12.2008
Windräder drehen sich durch Finanzkrise langsamer
Die Erschütterung der Weltwirtschaft hinterlässt ihre Spuren mittlerweile wohl auch in der europäischen Windenergiebranche. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Demzufolge hätten einige Unternehmen ihre Prognosen und Produktionsziele für 2009 bereits zurück genommen. „Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage wirkt sich allmählich auch auf die Windenergiebranche aus“, stellt Research Analyst Gouri Nambudripad von Frost & Sullivan fest. „Wir rechnen mit einer Schrumpfung der zweistelligen Zuwachsraten der letzten Jahre. Einige Marktteilnehmer korrigieren derzeit ihre aggressiven Produktions- und Entwicklungsziele, was sich bei den Zulieferern fortsetzen dürfte.“
In den letzten drei bis fünf Jahren hatte die Nachfrage nach Komponenten für Windkraftanlagen enorm zugenommen. Um das Angebot an wichtigen Komponenten wie Getrieben und Lagern abzusichern, hatten die Hersteller von Windturbinen verschiedene Strategien entwickelt. Dazu gehörten beispielsweise die vertikale Integration und der Abschluss langfristiger Verträge mit Zulieferern und Unterlieferanten. Viele Zulieferer waren jedoch auf die wachsende Nachfrage nicht vorbereitet – vor allem kleine Unternehmen, die nicht genug investiert hatten, um ihre Produktionskapazitäten auszubauen. Dies führte zu Lieferengpässen, die neben technischen Problemen mit bestimmten Komponenten durchaus Auswirkungen auf das Branchenwachstum hatten.
Vor Beginn der Wirtschaftskrise war man davon ausgegangen, dass der positive Trend noch mindestens zwei bis drei Jahre anhalten würde. Beim derzeitigen Bedarfsrückgang werden die Turbinenhersteller und ihre Zulieferer ihre Strategien jedoch anpassen müssen.
„Die neuen Realitäten werden unweigerlich zu einem schärferen Wettbewerb zwischen den Anbietern führen und Wachstumschancen für diejenigen eröffnen, die es schaffen, ihre Kosten und Preise am schnellsten zu senken“, meint Gouri Nambudripad. Faktoren, die zu einem solchen Preisrückgang beitragen können, sind fallende Preise für Rohstoffe wie Stahl und Kupfer sowie für Bauleistungen.
Der Rückgang der Kosten für Rohstoffe und Komponenten sowie die anhaltende staatliche Unterstützung für die alternative Energiewirtschaft dürften die Nachfrage nach Windturbinen zwar stützen, doch muss die Branche ihr Potenzial bestmöglich nutzen und die verbleibenden technischen Probleme angehen. Erfüllt sie diese Voraussetzungen, kann die Windenergiebranche durchaus gestärkt aus der Krise hervorgehen, so das Fazit der Studie.
5.12.2008
Studie: Bio-Sprit aus Regenwäldern verstärkt Klimawandel
Der Handel mit Biosprit boomt, nicht zuletzt durch Subventionen in den Industrieländern, mit denen die Treibhausemissionen dort reduziert werden sollen. Doch so einfach und schnell geht diese Rechnung nicht auf, wie aktuell eine internationale Forschergruppe in der Fachzeitschrift "Conservation Biology" vorrechnet.Ganz im Gegenteil: Tropische Regenwälder sind gewaltige Kohlendioxid- Speicher, sie filtern Treibhausgase aus der Emission und binden es. In Südostasien müssen jährlich mehr als 2 Millionen Hektar Tropenwald für den Anbau der wirtschaftlich einträglichen Palmölplantagen weichen. Beim Abholzen und insbesondere beim Brandroden der tropischen Hölzer gelangt das gespeicherte Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre und forciert dort den Treibhauseffekt. Erst nach 75 Jahren, so die Rechnung der Forschergruppe, kompensierten die durch die Verwendung der Biokraftstoffe reduzierten Kohlenstoffemissionen den Waldverlust. Wird der Urwald gerodet, sei das Treibhausgas erst nach 93 Jahren und bei einem Kohlenstoff reichen Torfwald gar erst nach 600 Jahren eingespart, so das Ergebnis der Berechnungen.
Ganz anders verhält es sich, wenn Biokraftstoffe auf degradierten Grasflächen angepflanzt werden, die keine vergleichbaren Mengen an Kohlenstoff speichern. Dort könne bereits nach zehn Jahren eine positive Kohlenstoffbilanz gezogen werden, so das Ergebnis der elf Wissenschaftler aus sechs Ländern.
"Tropischen Regenwald zu fällen, um vermeintlich 'umweltfreundliche' Kraftstoffe anzubauen, ist ein großer Widerspruch", erklärt Mitautor Faizal Parish vom Global Environment Center in Malaysia. Die Wissenschaftler rufen zu einer Entwicklung gemeinsamer, globaler Standards für die nachhaltige Produktion von Biokraftstoffen auf. Die Rodung von Urwäldern muss zwingend eingestellt werden, zu Gunsten des Klimas und der Artenvielfalt. Biokraftstoffplantagen in tropischen Waldregionen sollten nur noch auf bereits stark degradierten ehemaligen Waldflächen oder Grasflächen erfolgen.
5.12.2008
Geht Europas Windenergiebranche die Puste aus?
Nach der Automobil- und Solarbranche hinterlässt die Finanzkrise nun verstärkt auch bei der europäischen Windenergiebranche und deren Zulieferer ihre Schleifspuren. Erste Anzeichen für einen Abschwung lassen sich bereits heute in den zurückgefahrenen Herstellerprognosen und einer Drosselung der Produktionsziele für das Jahr 2009 erkennen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Branchenerhebung der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass die über die vergangenen Jahre erzielten zweistelligen Zuwachsraten wegen der Wirtschaftslage nicht weiter bestehen bleiben werden. "Eine Katerstimmung kann ich nicht bestätigen. Sowohl bei der Nachfrage als auch bei der Einhaltung von Lieferterminen sehen wir keinen Abschwung", sagt hingegen Ulf Gerder vom Bundesverband WindEnergie. Anders sehen dies die Unternehmensberater. Zwar hätte die Nachfrage nach Windenergie und den dazugehörigen Komponenten wie Turbinen, Getrieben und Lagern in den vergangenen drei bis fünf Jahren zugenommen. Der positive Wachstumstrend werde sich hingegen nicht in dem bisherigen Ausmaß fortsetzen, so die Experten. Mit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise und einem Bedarfsrückgang werden sowohl die Turbinenhersteller als auch die Zulieferer ihre bisherigen Geschäftsstrategien auf den Prüfstand stellen müssen. "Um die große Nachfrage in Deutschland erfüllen zu können, haben vor allem Windturbinenhersteller langfristige Verträge mit Zulieferern geschlossen. Einen Nachfrageeffekt erhoffen wir uns trotz der Finanzkrise aber auch von den Vergütungen für Windkraftanlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz", so Gerder. Eine 20-jährige Vergütung sei damit grundsätzlich gegeben.
Die Gesetzesnovelle sieht ab kommendem Jahr vor, dass die Vergütung bei Windenergieanlagen an Land (Onshore) eine Aufstockung von derzeit 8,03 auf zukünftig 9,2 Cent/Kilowattstunde erfährt. Windanlagen im Meer (Offshore) sollen mit einer Erhöhung der Anfangsvergütung um einen auf 13 Cent/Kilowattstunde berücksichtigt werden. Eine Verlängerung der Inanspruchnahme des "Frühstarter-Bonus" bis Ende 2015, der bisher Ende 2013 auslaufen sollte, wird weitere Anreize für Offshore-Anlagen bieten. Um auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten Windanlagenhersteller ihre Kosten und Preise senken, um Wachstumschancen nutzen zu können, so Frost & Sullivan. Obwohl derzeit volatil, sieht Gerder langfristige Wachstumschancen durch die fallenden Preise für Rohstoffe wie Stahl, Kupfer oder Bauleistungen. Insider warnen jedoch vor möglichen Überkapazitäten im Markt.
3.12.2008
GHS kommt – und zwar endgültig!
Der EU-Ministerrat hat die Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen verabschiedet. Damit wird das sog. "Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals" (GHS) der Vereinten Nationen in EU-Recht überführt. Die neue EU-Verordnung wird in den kommenden Wochen im EU-Amtsblatt veröffentlicht und dann in Kraft treten.Mit GHS wird die Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen langfristig in allen Ländern der Erde vereinheitlicht. Auffälligste Veränderung für die Praxis sind die neuen GHS-Gefahrenpiktogramme, die die vertrauten Gefahrensymbole ablösen. Für die betriebliche Praxis wird dies einen erheblichen Aufwand darstellen: So müssen beispielsweise Betriebsanweisungen an GHS angepasst werden und ggf. Schulungen durchgeführt werden, um die Mitarbeiter mit den neuen Symbolen vertraut zu machen.
Für die Umstellung auf das GHS-System sind relativ lange Übergangsfristen vorgesehen: Stoffe müssen bis spätestens Ende 2010, Gemische bis spätestens Mitte 2015 nach dem neuen GHS-System eingestuft und gekennzeichnet werden. Aber bereits 20 Tage nach Veröffentlichung der Verordnung können Inverkehrbringer die neuen GHS-Symbole auf der Verpackung anbringen! Lagerbestände mit alter Kennzeichnung dürfen nur noch bis Ende 2012 bzw. Mitte 2017 verkauft werden. Für den Anwender haben diese Fristen zur Folge, dass in einem relativ langen Übergangszeitraum unterschiedliche Chemikalien schon nach neuem GHS-System oder aber noch nach dem "alten" System gekennzeichnet sein können.
1.12.2008
Husum WindEnergy 2010 um zwei Wochen verschoben
Die Messe Husum hat beschlossen, die für den Zeitraum vom 7. bis 11. September 2010 geplante 12. Husum WindEnergy um zwei Wochen nach hinten zu verschieben. Die internationale Leitmesse der Windenergie findet somit vom 21. bis 25. September 2010 statt. Wie der Geschäftsführer der Messe Husum, Hanno Fecke, mitteilte, habe sich die Husum WindEnergy (HWE) zu diesem Schritt entschlossen, weil es ansonsten zu einer Terminkollision mit der vom Partner Hamburg Messe & Congress GmbH durchgeführten Weltleitmesse der Schiffbauindustrie SMM (7. bis 10. September 2010) gekommen wäre, „die auch von wesentlichen Ausstellern der HWE als wichtige Geschäftsplattform betrachtet wird“.
„Diese Entscheidung haben wir aber auch in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen der power expo in Zaragoza getroffen, um auch mit dieser wichtigen Messe für Erneuerbare Energien eine Terminparallelität zu vermeiden“.
1.12.2008
Energieeffizienz: Konzerne sind kein Vorbild
Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben die Vorteile energieeffizienter Maßnahmen erkannt und zeichnen sich durch Ideenreichtum aus. Die Vorbildwirkung großer Konzerne lässt in dem Bereich hingegen noch stark zu wünschen übrig. Wie der Greener Electronics Guide von Greenpeace aufzeigt, reichen die Bemühungen vieler weltweit aktiver Unternehmen nicht über bloße Ambitionen hinaus. So erhalten etwa Apple, Microsoft, Dell, LG, Samsung oder Lenovo schlechte Noten von den Umweltschützern. Diese würden keine Unterstützung für die erforderlichen globalen Emissionsverringerungen zeigen. Das Klimaschutzziel der Industrienationen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, erfährt mit Sharp, Fujitsu Siemens und Philips lediglich von drei der 18 führenden Elektronikkonzerne volle Unterstützung. Wie der Effizienzpreis KMU durch den enercity-Fonds proKlima und hannoverimpuls verdeutlicht, zeigen sich kleinere Unternehmen grünen Maßnahmen gegenüber bedeutend aufgeschlossener.Ein Großteil des Milliarden-Sparpotenzials, das etwa im Bereich Green IT steckt, bleibt nach wie vor ungenutzt. Mit dem Effizienzpreis KMU wurden hingegen 13 Unternehmen für Energiespar-Konzepte ausgezeichnet, die nicht nur der Umwelt, sondern auch den Betrieben selbst zugute kommen. "Die Teilnehmer kamen sowohl aus Industrie und Handwerk als auch aus Dienstleistungsbranchen. Alle prämierten Teilnehmer haben mit ihren Konzepten auf sehr kreative Weise gezeigt, wie man im eigenen Betrieb Energie sparen kann", erklärt Tobias Timm, kommissarischer Geschäftsführer des enercity-Fonds proKlima. Zur Umsetzung der grünen Ideen erhielten die Preisträger Prämien zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Energie soll von den Unternehmen künftig vornehmlich durch ausgeklügelte Wärme-Rückgewinnungssysteme aus Abwärme gespart werden.
Handy-Weltmarktführer Nokia liegt als grünstes Elektronik-Unternehmen weiterhin an der Spitze des Greener Electronics Guides. Toshiba, Sharp und Motorola machen Greenpeace zufolge einen großen Sprung nach oben, während PC-Hersteller wie Dell, HP, Apple und Acer an Boden verlieren. "Wirklich grün ist keiner. Es ist enttäuschend, wie langsam so innovative, ständig sich vorwärts bewegende Unternehmen plötzlich werden, wenn es darum geht, notwendige Klimaschutzmaßnahmen in goldene Geschäftsideen umzumünzen", kommentiert die Umweltschutzorganisation. Um die Klimaschutzziele erreichen zu können bedürfe es jedoch Maßnahmen in großem Stil, wie effizientere Verkehrs- und Stromnetze oder sparsamere Gebäude, Verbrauchergeräte und Industrieanlagen. Bei der Verwirklichung dieser Verbesserungen spiele Elektronik eine entscheidende Rolle.
1.12.2008
Schutz der Meere kommt nur schleppend voran
Weltweit steht nur ein Prozent der Meeresflächen unter Schutz. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Umweltorganisation The Nature Conservancy (TNC) im Fachmagazin Conservation Letters. Regierungen haben bekannt gegeben, dass bis zum Jahr 2012 die Quote auf zehn Prozent ansteigen soll. Nach Meinung eines Studienautors sei das unter den derzeitigen Voraussetzungen kaum einhaltbar. Erst kürzlich hatten Forscher anhand zahlreicher Studien die Wichtigkeit von maritimen Schutzgebieten unterstrichen."Für jene von uns, die den ganzen Arbeitsbereich auf den Schutz der Meere abgestellt haben, ist es klar ersichtlich, dass die Unterschutzstellung der Ozeane jener auf dem Land hinterherhinkt", so Mark Spalding von TNC. Rund zwölf Prozent der Landfläche der Erde sind in irgendeiner Art als Schutzgebiete ausgewiesen. Es sei deprimierend, dass es derart langsam vorangeht. Laut Spalding gebe es jedoch Hoffnung. Erst vor vier Jahren hatten die rund 190 Unterzeichnerstaaten der UN-Biodiversitätskonvention beschlossen, mindestens zehn Prozent der Meeresgebiete zu schützen, die ökologisch wertvoll sind. Unter Schutz stellen bedeutet nicht, dass damit alle Fischereiaktivitäten verboten sind, sondern vielmehr, dass die Nutzung nachhaltig erfolgt.
Nach Angaben der TNC-Studie variieren die Schutzgebiete in den einzelnen Staaten sehr stark. Neuseelands Küste ist beispielsweise zu 70 Prozent unter Schutz gestellt, während die meisten Mittelmeerländer weniger als zwei Prozent als solche ausgewiesen haben. Lobenswert erwähnt wird auch der westafrikanische Staat Guinea-Bissau, dessen Regierung massiv in die Errichtung eines Schutzgebietes des ökologisch wertvollen Bijagos Archipels investiert hat. Besonders positive Erwähnung finden zudem auch Palau, Mikronesien, Indonesien und einige karibische Inselstaaten.
27.11.2008
Wesentliche Veränderungen der ISO 9001:2008
Einführung der akkreditierten Zertifizierung nach ISO 9001:2008Die ISO (International Organization for Standardization) und das IAF(International Accreditation Forum)haben einem Implementierungsplan zugestimmt, um eine reibungslose Übernahme der akkreditierten Zertifizierung nach ISO 9001:2008 sicherzustellen,was im vorhinein mit internationalen Vertretern von Zertifizierungsstellen für Qualitätssysteme, Auditoren und Kunden besprochen wurde.
Die DIN EN ISO 9001:2008 enthält keine neuen Anforderungen
Es wurde herausgestellt, dass die ISO 9001:2008 keine neuen Anforderungen, sondern lediglich Erläuterungen zu den bestehenden Anforderungen der ISO 9001:2000 einführt, die auf der achtjährigen Erfahrung mit der weltweiten Einführung des Standards mit bisher etwa
1 Millionen ausgestellten Zertifikaten in 170 Ländern basieren.
Der Standard enthält außerdem Veränderungen, die die Übereinstimmung mit der ISO 14001:2004 verbessern sollen.
Akkreditierte Zertifizierung nach ISO 9001:2008 nicht vor der Veröffentlichung als Internationaler Standard
Die Zertifizierung entsprechend der ISO 9001:2008 und/oder national gleichbedeutenden Standards soll erst nach offizieller Einführung und Inkrafttreten der ISO 9001:2008(November 2008)und nach einem planmäßigen Überwachungsaudit oder einem Rezertifizierungsaudit nach
ISO 9001:2008 erfolgen.
Gültigkeit von bisherigen Zertifikaten nach DIN EN ISO 9001:2000
Ein Jahr nach der Einführung der ISO 9001:2008 sollten alle ausgestellten akkreditierten Zertifikate auf die ISO 9001:2008 umgestellt sein (Erst-Zertifizierungen und Re-Zertifizierungen). 24 Monate nach der Einführung der ISO 9001:2008 sollten keine gültigen Zertifikate nach ISO 9001:2000 mehr im Umlauf sein.
25.11.2008
EU-Abfallverbringungsverordnung
VO (EG) Nr. 1013/2006: EU-Abfallverbringungsverordnung, zuletzt geändert am 08. November 2008, ABI. EU vom 08.11.2008 Nr. L 299 S. 5025.11.2008
Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz
Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz - TEHG, zuletzt geändert am 25. Oktober 2008, BGBI. I Nr. 49 vom 31.10.2008 S. 207425.11.2008
Erneuerbare-Energien-Gesetz
Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG, vom 25. Oktober 2008, BGBI. I Nr. 49 vom 31.10.2008 S. 207425.11.2008
REACH-Vorregistrierung: Letzte Chance für Importeure oder Hersteller
Zum 1. Dezember 2008 endet die Registrierungsfrist nach der neuen EU-Chemikalienverordnung "REACH". Vor dem aufwändigen eigentlichen Registrierungsverfahren ist die kostenlose Vorregistrierung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) möglich, allerdings nur bis zum 01.12.2008. Wird die Vorregistrierung versäumt, erlischt der Anspruch auf die Übergangsfristen und die - teure und zeitaufwändige - Registrierung wird notwendig. In der Praxis heißt das, dass bis zum Abschluss des Registrierungsverfahrens ein Herstellungs- und Importverbot gilt. Betroffen sind nicht nur Unternehmen der chemischen Industrie, sondern z. B. auch Betriebe, die Chemikalien aus Nicht-EU-Ländern wie zum Beispiel der Schweiz importieren. In der Praxis wird häufig übersehen, dass der EU-Importeur ggf. dieselben Pflichten wie ein Hersteller hat! Zum Beispiel betrifft dies den Import von Farben, Klebstoffen und Schmierstoffen. Aber auch Importe von Produkten, die landläufig gar nicht als "Chemikalie" betrachtet werden, können betroffen sein: z. B. Kunststoffgranulate, Metallpulver, Tonerkartuschen, Kugelschreiberminen oder Farbbänder. Dabei liegt immer dann eine Registrierungspflicht vor,wenn die Mengenschwelle von 1 Jahrestonne pro chemische Substanz beim Import oder der Herstellung überschritten wird.
Dies hat in der Praxis zur Folge, dass Unternehmen in Zukunft nicht mehr "nach Belieben" Chemikalien auf dem Weltmarkt einkaufen können: Bevor Chemikalien bei Überschreitung der Mengenschwelle von einer Jahrestonne direkt aus Nicht-EU-Ländern importiert werden, muss zunächst zwingend geprüft werden, ob die REACH-Vorgaben abgearbeitet wurden. Andernfalls drohen nach dem deutschen Chemikalienrecht drastische Strafen.
25.11.2008
Über 100 internationale Klimaschutz-Projekte mit deutscher Beteiligung
Seit Dezember 2005 hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) mehr als 100 Klimaschutzprojekte nach den Regeln des Kyoto-Protokolls in Entwicklungs- und Schwellenländern auf Basis des Clean Development Mechanism (CDM) genehmigt. Damit ist der CDM - zu Deutsch "Mechanismus zur umweltverträgliche Entwicklung" - neben dem Emissionshandel eines der wichtigsten Klimaschutzinstrumente für Unternehmen in Deutschland.Bisher wurden weltweit 1.186 Projekte registriert, Deutschland liegt mit inzwischen 112 Projekten an vierter Stelle. Die Projekte reichen von Windrädern auf den Galapagosinseln bis hin zu Laufwasserkraftwerken in den Ausläufern des indischen Himalajas. "Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh werden beispielsweise rund 630.000 konventionelle Glühlampen gegen Energiesparlampen eingetauscht. Dadurch verringert sich der Stromverbrauch aus Kohle- und Gaskraftwerken, die neben dem Klimagas Kohlendioxid andere Luftschadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid ausstoßen. Gleichzeitig müssen die Haushalte weniger Geld für Strom ausgeben. Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung gehen mit dem CDM jetzt noch besser Hand in Hand", sagt Dr. Thomas Holzmann, Vize-Präsident des Umweltbundesamtes.
25.11.2008
Neue Regeln zu Lärmschutz an Flughafen
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eine neue Fluglärmschutzverordnung beschlossen. Darin ist geregelt, welche Daten über den Flugbetrieb vom Flugplatzhalter und von der Flugsicherung vorzulegen sind. Außerdem ist festgelegt, wie auf der Grundlage geprüfter Eingangsdaten die Berechnung der Lärmschutzbereiche erfolgt. Nach den Vorgaben dieser Verordnung können nunmehr die zuständigen Länder neue Lärmschutzbereiche für das Umland von etwa 50 größeren zivilen und militärischen Flugplätzen in Deutschland festlegen. Damit werden die Vorgaben des 2007 grundlegend novellierten Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm einheitlich umgesetzt.
Gabriel sagte: „Fluglärm beeinträchtigt die Lebensqualität sehr vieler Menschen. Mit der neuen Verordnung hat die Bundesregierung eine wichtige Voraussetzung für Verbesserungen im Umland der großen Flugplätze in Deutschland geschaffen. Jetzt können die neuen Lärmschutzbereiche effizient und rechtssicher festgelegt werden. Im Zusammenwirken mit dem Bundesrat haben wir ein überzeugendes Ergebnis erzielt.“
Die umfangreichen technischen Einzelheiten der Datenerfassung und der Fluglärmberechnung sind in zwei technischen Regelwerken festgelegt, die die neue Verordnung ergänzen. Die Anleitung zur Datenerfassung über den Flugbetrieb (AzD) und die Anleitung zur Berechnung von Lärmschutzbereichen (AzB) hat eine Arbeitsgruppe mit national und international renommierten Experten aus den beteiligten Kreisen ausgearbeitet.
Die Konturen der neuen Schutzzonen im Flugplatzumland ergeben sich ausschließlich anhand der berechneten Fluglärmbelastungen. Damit ist sicher gestellt, dass gleiche Fluglärmbelastungen auch zu gleichen Schutzansprüchen für die Betroffenen führen.
„Wir brauchen noch bessere Rahmenbedingungen auf den verschiedenen Handlungsfeldern des Fluglärmschutzes. Das Bundesumweltministerium bereitet derzeit weitere Verordnungen zum novellierten Fluglärmgesetz vor“, so Gabriel.
Am weitesten fortgeschritten ist die Novelle der Schallschutzverordnung. Damit werden für die von Fluglärm belasteten Schutzzonen sachgerechte Qualitätsanforderungen an den baulichen Schallschutz von Wohnungen und schutzbedürftigen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Altenheimen vorliegen.
14.6.2008
GEWERBEAUFSICHT DECKT 250.000 MÄNGEL BEIM ARBEITSSCHUTZ AUF
Die Gewerbeaufsicht hat bei ihren Kontrollen im vergangenen Jahr allein in Bayern durchschnittlich ein bis zwei Arbeitsschutz-Mängel je Betrieb beanstandet. Insgesamt wurden bei etwa 170.000 Kontrollen rund 250.000 Mängel festgestellt.Die Kontrolleure nahmen vor allem besonders unfallträchtige Betriebe unter die Lupe. Schwerpunkte waren
der Arbeitsschutz in Zimmereibetrieben,
die Sicherheit in Gastronomiebetrieben,
der Umgang mit Gefahrstoffen,
die Sicherheit bei Be- und Entladevorgängen oder
der Hautschutz in metallverarbeitenden Betrieben, auf Baustellen und in Metzgereien sowie Fleischereibetrieben.
In den 4.300 kontrollierten Gastronomiebetrieben richtete die Gewerbeaufsicht z. B. besonderes Augenmerk auf die Sicherheit der technischen Geräte wie die Temperaturregler von Friteusen. Auch Geräte mit Gaszufuhr wie Herde oder Heizungen wurden genau überprüft: Durch technische Defekte oder unsachgemäßer Bedienung kommt es nämlich immer wieder zu Unfällen und Bränden mit schwerwiegenden Folgen. Bei Beanstandungen erfolgte eine eingehende Sicherheitsberatung der Gaststättenbetreiber.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Arbeitsschutz auf Baustellen. Die Gewerbeaufsicht stellte bei 22.000 Überprüfungen rund 84.000 Mängel fest und veranlasste deren Beseitigung.
14.6.2008
Keine Haftung des Arbeitgebers trotz Verstoß gegen Unfallverhütungsvorschriften
Der Arbeitgeber muss immer dann für Personenschäden aufkommen, wenn ein Arbeitsunfall vorsätzlich herbeigeführt wurde. Stellt der Arbeitgeber einem Mitarbeiter allerdings keine Persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung, gilt das nicht als Vorsatz. Obwohl damit gegen geltende Unfallverhütungsvorschriften verstoßen wird, ist der Arbeitgeber daher nicht haftbar. Das ist der Tenor eines neuen Urteils des LAG Köln.Der Kläger war bei der beklagten Arbeitgeberin als Aushilfskraft auf 400-Euro-Basis (Mini-Job) beschäftigt. Ende Juni 2003 hatte er einen Arbeitsunfall, als er ein motorbetriebenes Flurförderfahrzeug (Ameise) bediente. Der Kläger erlitt hierdurch eine schwere Fußverletzung, die nicht vollständig ausheilte und zu einer Erwerbsminderung um 20 Prozent führte. Der Arbeitgeber hatte ihn – im Gegensatz zu den Vollzeitkräften – nicht mit den nach den Unfallverhütungsvorschriften erforderlichen Sicherheitsschuhen ausgestattet. Der Kläger verlangte von seiner Arbeitgeberin u. a. die Zahlung von Schmerzensgeld und einer Rente wegen Verdienstausfalls. Er hatte damit vor dem ArbG sowie vor dem LAG keinen Erfolg.
Das LAG begründete seine Entscheidung damit, dass kein (bedingter) Vorsatz der Beklagten vorgelegen habe. Die Beklagte habe zwar gegen die Unfallverhütungsvorschriften verstoßen, indem sie den Kläger nicht mit Sicherheitsschuhen ausgestattet hat. Das Tragen von Sicherheitsschuhen hätte eine derart schwere Verletzung voraussichtlich verhindert. Der Vorsatz im Sinn von § 104 Abs.1 S.1 SGB VII müsse sich aber nicht nur auf die Verletzungshandlung beziehen, sondern auch auf die Verletzungsfolgen. Wenn Arbeitgeber gegen Unfallverhütungsvorschriften verstießen, hofften sie regelmäßig, dass es nicht zu einem Unfall komme. Allenfalls sei es ihnen gleichgültig, so dass grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Im Streitfall seien besondere Umstände, die eine andere Beurteilung erlaubten, nicht ersichtlich gewesen.
LAG Köln, Urteil vom 29.1.2008, Az. 9 Sa 1208/07
19.9.2005
Neu !! Hinweise zur Anwendung der AVV
Im Bundesanzeiger vom 09.08.05 sind seitens des BMU Hinweise zur Anwendung der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) veröffentlicht worden. Sie enthalten Erläuterungen zur Auslegung des Begriffs gefährliche Abfallart sowie der damit verbundenen Zuordnung der Abfälle mit gefahrenrelevanten Eigenschaften. Wegen der besonderen Relevanz bieten wir jedem Erzeuger Hilfestellung an. Sie können diesen Leitfaden als PDF-Datei (AVV-Erlaeuterungen-Einstufung-Gefahrstoffe.pdf)downloaden.16.8.2005
VCI-Leitfaden-Sicherheitsdatenblatt
Der Verband der chemischen Industrie hat im Juli 2005 einen Leitfaden für die Erstellung von Sicherheitsdatenblätter gemäß der neuen Gefahrstoffverordnung herausgegeben, bei uns können Sie sich diesen Leitfaden als PDF-Datei (Leitfaden-Sicherheitsdatenblatt-VCI)downloaden. Für Hilfestellungen steht Ihnen Frau Dannhauer unter 06352-75000 jederzeit gerne bereit.20.7.2005
Achtung !!! Sind Ihre Gewerbeabfallpreise zu teuer ? Wir helfen Ihnen !!
Für alle Abfallerzeuger bieten wir ab sofort ein Benchmarketing an, um Kosteneinsparpotenziale in der Gewerbeabfallentsorgung zu realisieren. Als Ansprechpartner stehen Frau Dr. Junge ab sofort unter Tel. 06352/75000 für Sie bereit. Nutzen Sie auch im Downloadbereich unser PDF - Formular zur Dateneingabe (Abfalloptimierung_Juli_2005) Downloadbereich und faxen Sie es uns unter 06352/750050 zu.6.7.2005
Informationen zur Gewerbeabfallentsorgung Preise über 300 % gestiegen
Gegenwärtig bestätigt sich, dass 2005 das absolute Sonderjahr mit tief greifenden Strukturveränderungen für die gesamte Branche wird. Der Stichtag zum Inkrafttreten der TA SIEDLUNGSABFALL (1. Juni) und die Übernahme des ehemaligen Marktführers (RWE-Umwelt AG) durch den jetzigen Branchenriesen REMONDIS haben enorme Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung im Gewerbeabfallbereich. Der Gewerbeabfall wird bald dem Abfallerzeuger teuer zu stehen kommen, die Preise verteuern sich jetzt schon um 300 %, ein Ende ist nicht absehbar. Um diese Kosten im Rahmen zu halten, bieten wir jedem Gewerbebetrieb an, eine Entsorgungskostenoptmierung bei uns abzufragen. Als Ansprechpartner stehen Frau Dr. Junge ab sofort unter Tel. 06352/75000 für Sie bereit. Nutzen Sie auch im Downloadbereich unser PDF - Formular zur Dateneingabe (Abfalloptimierung_Juli_2005)Downloadbereich und faxen Sie es uns unter 06352/750050 zu.27.6.2005
Neue LAGA Vollzugshilfe "Entsorgungsfachbetriebe"
Die LAGA hat die Vollzugshilfe "Entsorgungsfachbetriebe" nebst Anhang "Prüfliste für die Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben" erarbeitet und als Mitteilung 36 veröffentlicht.Die Vollzugshilfe steht Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.21.6.2005
GOR GmbH jetzt Mitglied im Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Am 01.06.05 ist die GOR GmbH dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. als ordentliches Mitglied beigetreten. Dieser wichtige Schritt wurde im Interesse unserer Kunden im Entsorgungsbereich vollzogen.20.6.2005
Responsibility Management für Ihr Unternehmen
Die GOR GmbH führt ab sofort auf Kundenwunsch ein Responsibility Management als voll integriertes Managementsystem ein. Sprechen Sie uns an, mehr Rechtssicherheit kann man nicht erreichen. Ein kleiner Überblick steht im Downloadbereich zur Verfügung.8.4.2005
GOR übernimmt Umweltbetreuung bei der AGT GmbH in Mainz
Die GOR GmbH übernimmt ab 01.05.2005 die gesamte Umweltbetreuung bei der AGT Allgemeine Gleis- und Tiefbau GmbH, Adam-Opel-Straße 6 in D - 55129 Mainz. In dem Gesamtpaket, das die jeweiligen Geschäftsführer Nobert Füller (AGT) und Jörg C. Wentz (GOR) am 08.04.2005 in Mainz unterzeichneten, ist nicht nur die Gestellung der erforderlichen Betriebsbeauftragten für den gesamten Umweltschutz, sondern auch die Betreuung des gerade eingeführten integriertem Managementsystem nach DIN EN ISO 9001:2000, 14001:1996 und dem Arbeitsschutzmanagementsystem nach SCC, enthalten.



