Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001

Verfasst von GOR GmbH am 14. Juli 2015

Mit einem Energiemanagement kann man Geld sparen, die Umwelt schützen und für die Zukunft vorsorgen. Können Sie es sich leisten, sich nicht damit zu beschäftigen? Energiemanagement ist das systematische Herangehen an zukunftssicheren Energieeinkauf und effiziente Energienutzung; die Bandbreite reicht vom Einsatz effizienter Technologien bis zum Licht ausschalten. Dabei wird das bewährte Vorgehen des betrieblichen Managements genutzt

 

Das betriebliche Energiemanagement folgt dem >> PDCA-(Planung, Durchführung, Überprüfung, Optimierung) Schema anderer Managementsysteme; tatsächlich ist es ein Bestandteil des Umweltmanagements: Energiemanagement betont vor allem die Schwerpunktsetzung.

Tipp: Wenn Sie bereits ein Managementsystem im Betrieb eingeführt haben, integrieren Sie das Energiemanagement in die vorhandenen Strukturen

Die Entscheidung

 

Den Vorteilen des Energiemanagements steht ein Aufwand gegenüber – die Bestandsaufnahme und die Einführung kosten Zeit und Geld. Die Einführung kann daher nur eine strategische Entscheidung sein, die von der Unternehmensleitung getroffen werden muss. Nur so ist dann auch der Rückhalt gesichert, wenn Investitionsentscheidungen anstehen oder Verhalten geändert werden muss.

  • Praxistipp: Vorbildfunktion

Machen Sie als Unternehmensleitung sichtbar, dass Sie das Managementsystem wollen und unterstützen: Mitarbeiter engagieren sich dort, wo sie Erfolge erhoffen können. Wenn Ihre Mitarbeiter nicht an ihr Engagement glauben, werden sie nicht mehr als das Nötigste tun.

  • Praxistipp: Projektorganisation

Haben Sie sich für die Einführung des Managementsystems entschieden, binden Sie direkt betroffene Mitarbeiter so früh wie möglich ein – am besten in einem Projektteam, das die Einführung begleitet.

  • Praxistipp: Berater

Selbst wenn Sie Energie- und Managementsystem-Fachleute im Betrieb haben: Ein Berater schützt vor Betriebsblindheit und entlastet ihre Mitarbeiter zeitlich; zudem bringt er Erfahrungen (auch aus anderen Betrieben) mit.

Phase 1: Bestandsaufnahme

Grundlage für alle folgenden Aktivitäten ist eine genaue Kenntnis der betrieblichen Energieflüsse: Welche >> Energieträger werden eingekauft, wo und wie werden sie umgewandelt, verteilt und verwendet, und wo verlassen sie in welcher Form das Unternehmen?

Diese Daten werden durch die Sichtung bereits vorhandener Unterlagen, etwa aus der Buchhaltung, und bei Betriebsbegehungen erfasst. Checklisten stellen sicher, dass dabei keine wichtigen Daten übersehen werden. Erfasst werden alle Energie-Inputs, alle Aggregate zur >> Energieumwandlung (Heizkessel, Kompressoren etc.) und Anlagen zur >> Energieverteilung (Druckluftnetz, Kühlwasser– und Warmwasserleitungen etc.), die relevanten Energieverbraucher und Energie verbrauchenden Prozesse(dazu gehören auch Fahrzeuge und Fahrleistungen) sowie über Emissionen (Energie verlässt den Betrieb in der Regel als Abwärme); aber auch über bereits eingeführte Maßnahmen zur Erhöhung der >> Energieeffizienz. In der Regel ergeben sich auch erste Ideen für weitere Maßnahmen.

Als Ergebnis erhalten Sie eine systematische Übersicht über Ihren betrieblichen Energiefluss: Den jährlichen Bezugswerten (Energie-Input) werden die Verbraucherdaten gegenübergestellt und als >> Energieflussbild dargestellt.

Diese Rohdaten werden dann mit Produktions– und relevanten externen Daten (etwa Wetterdaten) abgeglichen und hieraus Kennzahlen gebildet; gemeinsam mit weiteren Instrumenten (etwa Tagesgang-/Wochenganglinien) dienen diese der Bewertung der Daten.

  • Praxistipp: Fehlende Daten

Auch Daten, die Sie eigentlich bräuchten, aber nicht haben, sind ein Ergebnis: Eine erste Maßnahme (siehe Phase 2) könnte darin bestehen, diese Daten zu erfassen.

  • Praxistipp: Energiekosten

Erfassen Sie unbedingt auch Energiekosten: Dies ist die Voraussetzung dafür, hinterher die Rentabiltät von Maßnahmen berechnen zu können.

Phase 2: Planungsschritte

Begleitend zur Bestandsaufnahmen wird die strategische Ausrichtung des Energiemanagement diskutiert und schriftlich festgehalten; dies muss nicht in einem eigenen Dokument geschehen, sondern kann beispielsweise in die betriebliche Umweltpolitik eingefügt werden. Ziel dieser Diskussion ist es, die Bedeutung des Energiemanagements für die Zukunft des Unternehmens herauszuarbeiten und eine Orientierungsmarke zu setzen, an der sich die Ziele und Maßnahmen des Energiemanagements ausrichten können.

Diese Ziele und Maßnahmen werden festgelegt, wenn die Ergebnisse der Bestandsaufnahme vorliegen. Bei der Festlegung der Ziele geht es darum, dass das Unternehmen sich vom Ist-Zustand in Richtung seiner Vision bewegt – der Ist-Zustand wurde in der Bestandsaufnahme ermittelt, die Vision bei der Diskussion der strategischen Ausrichtung. Die Ziele sollten realistisch sein; also technische und finanzielle Möglichkeiten beachten – und möglichst konkret: Messbare Zielvorgaben helfen bei der späteren Erfolgskontrolle. Mit den Maßnahmen wird gesagt, mit welchen Einzelschritten die Ziele erreicht werden sollen. Jede Maßnahme wird mit Verantwortlichkeiten, den notwendigen Mitteln und einem Zeitrahmen versehen.

  • Praxistipp: Der richtige Zeitpunkt

Technische Maßnahmen zur effizienten Energienutzung bieten sich meist dann an, wenn ohnehin Komponenten ausgetauscht oder Anlagen erneuert werden. Aber dann ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein und die notwendigen Methoden zu kennen, etwa die >> Vollkostenrechnung.

  • Praxistipp: Solarstrom auf Gewerbedächern

Denken Sie bei der Planung auch an die Auswirkungen von Maßnahmen auf ihr Image: Photovoltaikanlagen auf dem Dach ihres Unternehmen zeigen ihr Engagement für Umwelt- und Klimaschutz; dank Förderung von Sonnenstrom und zinsgünstiger Kredite sind sie sogar rentabel.

Phase 3: Leben mit dem Energiemanagement

Das Energiemanagement besteht aus zwei Säulen: Zum einen der Umsetzung der Maßnahmen zur Zielerreichung; zum anderen denjenigen Maßnahmen, die die effiziente Energienutzung in allen alltäglichen Abläufen verankern. Dabei kann es um feste Aufgaben für einzelne Mitarbeiter (Regelmäßige Prüfung des Druckluftnetzes auf Undichtigkeiten: Mitarbeiter XY), um generelle Verhaltensänderungen (Licht in nicht genutzten Räumen und nicht genutzte Maschinen ausschalten), notwendige Fortbildungen und vieles andere gehen. Analog zum Umweltmanagement empfiehlt es sich, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

Verantwortlichkeiten: Welche Aufgaben fallen im Energiemanagement an, und wer ist für ihre Durchführung verantwortlich? Dieses können Sie in einer Verantwortungsmatrix festlegen, oder auch bestehende Instrumente wie Stellenbeschreibungen benutzen.

Schulungen: Hierunter fallen einerseits Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Mitarbeiter, andererseits spezifische Schulungen, die für bestimmte Aufgaben und Maßnahmen notwendig werden können.

Kommunikation: Um die Motivation der Mitarbeiter aufrecht zu erhalten, sollten Sie regelmäßig aktuelle Verbrauchswerte oder Energiekennzahlen bekannt machen. Richten Sie auch einen Kanal ein, auf dem die Mitarbeiter eigene Verbesserungsvorschläge zum Energiesparen machen können. Oder wie wäre es mit einem betriebsinternen Ideenwettbewerb Energieeffizienz?

Betriebliche Abläufe: Welche Tätigkeiten/Abläufe sind besonders energierelevant? Was ist dort zu beachten? Wird den Mitarbeitern dieses ausreichend vermittelt oder ist es in der entsprechenden Verfahrensanweisung oder Prozessbeschreibung ausreichend dargestellt? Wie stellen Sie sicher, dass Energieeffizienz bei Neuanschaffungen von Maschinen und Ausrüstung berücksichtigt wird?

Notfallvorsorge: Was können Sie tun, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten? Was kann bei Energieausfällen passieren? Was können Sie tun, um Folgen zu verhindern oder zu verringern?

  • Praxistipp: Effizienzkultur

Der Umgang mit Energie kann auch ein Maß dafür sein, wie mit anderen Ressourcen umgegangen wird. Nutzen Sie entsprechende Informationsmaßnahmen also auch dafür, für den effizienten Umgang mit Roh-, Hilfs– und Betriebsstoffen zu werben.

  • Praxistipp: Contracting

Manche sinnvolle Energiesparmaßnahme überschreitet die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens, oder das notwendige Know-how ist im Betrieb nicht vorhanden. In solchen Fällen bietet sich das Contracting an: Ein externer Dienstleister finanziert die Maßnahme und übernimmt Anlagenkonzeption, Wirtschaftlichkeitsberechnung, begleitet die Umsetzung und übernimmt – je nach Vertrag – über eine festgelegte Vertragsdauer die Betriebsführung. Das Unternehmen zahlt dann für die erhaltenen Energiedienstleistungen.

Phase 4: Überprüfungen und Messungen

Ist das Energiemanagement einmal im Betrieb verankert, kommt es darauf an, das Thema nie wieder aus dem Blick zu verlieren. Systematisches Vorgehen mit Managementsystemen heißt ja vor allem: Regelmäßig prüfen, ob die gesetzten Ziele auch erreicht werden; und wo dies nicht der Fall ist, mit neuen Aktivitäten nachzusetzen. Nur mit regelmäßiger Datenerfassung können sie die Auswirkungen ihrer Maßnahmen belegen; mit einem Vergleich (z.B. mit Werten des Vorjahres) auch Trends ablesen und Störungen identifizieren. Notwendige Überprüfungen und Messungen sollten Sie bereits bei den Verantwortlichkeiten und in den operativen Verfahren mit berücksichtigen.

Phase 5: Strategische Bewertung

Die Ergebnisse des Energiemanagements sollten in regelmäßigen Abständen strategisch bewertet werden: Kommen Sie mit dem Energiemanagement ihren strategischen Visionen näher? Werden die gesetzten Ziele erreicht? Stehen Aufwand und Ergebnis in einem positiven Verhältnis? Wo besteht Verbesserungspotenzial?

Aus den Ergebnissen dieser Bewertungen ergeben sich notwendige Optimierungsmaßnahmen und möglicherweise neue Ziele: Die nächste Runde im Managementzyklus wird eingeläutet.

  • Praxistipp: Erfolge feiern

Feiern Sie Erfolge Ihres Energiemanagements mit Ihren Mitarbeitern: Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg, die Motivation für mehr entsteht dann nebenbei.

In vielen Unternehmen sorgen Managementsysteme für die Bereiche Qualität (ISO 9001) und Umwelt (ISO 14001) für optimierte Arbeitsabläufe und nachhaltiges Wirtschaften. Für den Energiesektor ist im August 2009 auch ein Managementsystem in Kraft getreten, dieses hat zum Ziel eine permanente Verbesserung der Energieeffizienz in Unternehmen. Relativ leicht kann das neue Energiemanagementsystem in Prozesse und Abläufe bestehender Managementsysteme integriert werden, oder aber auch eingeständig aufgebaut werden, wenn dies erwünscht ist. Für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Sachen Energieeffizienz sorgt das Kernstück der DIN EN ISO 50001 - ein sich ständig wiederholender Zyklus (PDCA-Zyklus= Planen, Umsetzen, Kontrollieren und Handeln). Bei der DIN EN ISO 50001 wird ähnlich wie bei bekannten Managementsystemen die Funktionsfähigkeit über regelmäßig stattfindende interne Audits kontrolliert.

Die GOR GmbH hat sich schon frühzeitig auf die neuen Marktanforderungen eingestellt und bringt auch das Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 bis zur Zertifizierungsreife und sorgt parallel für ein laufendes Energiemanagement in den jeweiligen Unternehmen.

Steigerung der Energieeffizienz, Reduzierung der Kosten, Entlastung der Umwelt und gleichzeitige Schonung der Ressourcen sind Vorteile für die Kunden. Zudem können Vergünstigungen im Bereich Strom- und Energiesteuer erhalten werden durch die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen.

Bei der Einführung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 ist ein wichtiger Aspekt das Thema Nachhaltigkeit. Die GOR GmbH sorgt durch die regelmäßige Erfassung und Bewertung von Energieströmen, das Aufzeigen und die Umsetzung von Minderungspotenzialen und konsequentes Controlling für den Schutz der Umwelt und liefert gleichzeitig einen erheblichen Beitrag für den ökonomischen Umgang mit Energie.

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